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Heimatkunde: Konzepte und ihre Grenzen

Ausarbeitung 2013 9 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heimatkunde

3. Konzeptionelle Ziele und Aufgaben des Heimatkundeunterrichts

4. Entwicklung der Heimatkunde

5. Heimatkunde in der DDR

6. Inhalte des Heimatkundeunterrichts in der DDR

7. Grenzen der Heimatkunde

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Für das Seminar „Entwicklung und Konzeption des Sachunterrichts“ sind durch die Studierenden Referate zu unterschiedlichen Themen zu gestalten. Wir haben uns mit dem Thema „Heimatkunde – Konzepte und ihre Grenzen“ beschäftigt und dazu eine Referatssitzung zum 17.12.2012 vorbereitet und durchgeführt.

Die vorliegende Belegarbeit soll im Groben über die Referatsinhalte informieren und zum Schluss mit einer kurzen Reflexion zum Referat abschließen.

2. Heimatkunde

Die Heimatkunde hat eine lange Geschichte im deutschen Schulwesen. Pädagogen, die die Heimatkunde entwickelten, sahen in der Beschäftigung mit Realien, (also mit den Gegebenheiten, wie sie in die Naturwissenschaften und die Erdkunde erfassten) ein Gegengewicht zum lebensfernen und oft mit religiösen Inhalten durchsetzten Unterricht, der methodisch vom Prinzip des Zuhörens, Nachsagens, Auswendiglernens geprägt war. Auf ihrem langen Weg hat die Heimatkunde Negatives und Positives erfahren: Nachdem sie am Anfang des 20. Jahrhunderts einen sehr hohen Stellenwert gewonnen hatte, wurde der Begriff „Heimatkunde“ im Jahr 1969 in den Lehrplänen der BRD aufgegeben. Die Konzeptionen der Heimatkunde sind unterschiedlich und immer verknüpft mit der Zeitgeschichte und den gerade vorherrschenden Vorstellungen des Begriffs der Heimat.

3. Konzeptionelle Ziele und Aufgaben des Heimatkundeunterrichts

Im Zuge von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzogen wurden der Unterricht in der Volksschule um die Realien erweitert. Somit wurde im 19. Jahrhundert der Heimatkundeunterricht als neues Fach an der Volksschule eingeführt. Harnisch, Finger und Diesterweg entwickelten entsprechende Konzepte (basierend auf der „Theorie der Bildung durch die nähesten Lebenskreise“ nach Pestalozzi). Die Beschäftigung mit Realien sollte ein Gegengewicht zum lebensfernen und meist mit religiösen Inhalten durchsetzten Unterricht bilden.[1] Damit wurde Anschaulichkeit (nach Pestalozzi das „Fundament aller Erkenntnis“) das beherrschende Prinzip des Heimatkundeunterrichts.

Harnisch (1787-1864) prägte 1816 erstmals den Begriff der Heimatkunde für einen neu konzipierten Lernbereich der Volksschule. Die Heimat galt als Lebensraum, der durch konkret-sinnliche Erfahrungen und selbsttätiges Handeln zu erschließen war. Für die Heimatkunde sah er sieben Stufen vor, die nach dem Prinzip „vom Nahen zum Fernen“ aufgebaut waren (z.B. der Wohnort und dessen Umgebung, Lage der Heimat, …) Die Heimat des Kindes stellte hierbei den Ausgangspunkt dar.[2]

1844 entwickelt Friedrich August Finger (1808-1888) den Heimatbegriff weiter. Er orientierte sich ebenso wie Harnisch an der Heimat, setzte seine Schwerpunkte hierbei aber mehr auf erdkundliche Inhalte, da er den Heimatkundeunterricht als Vorbereitung auf den späteren Geografie- und Weltkundeunterricht betrachtete.

Diesterweg (1790 – 1866) setzte sich für eine kirchenunabhängige Volksschule ein. Ihm war es wichtig, dass alle Kinder die Möglichkeit bekommen, eine Schulausbildung und darin integriert eine Ausbildung in Heimatkunde, zu erhalten. Grundlage für seine Überlegungen war die unmittelbare Lebenswelt der Kinder. Dabei forderte er, dass der Unterricht elementar auf das Kind ausgerichtet zu erfolgen hat. Es sollte von der Sache ausgegangen werden, die eine Selbsttätigkeit der Kinder unterstütze.[3]

Die Prinzipien und Grundsätze des Heimatkundeunterrichts lassen sich nach Harnisch, Finger und Diesterweg durch folgende zentrale Schlagworte zusammenfassen: Kindgemäßheit, Lebensnähe, Anschaulichkeit, Ganzheitlichkeit, „Vom Nahen zum Entfernten“.[4]

4. Entwicklung der Heimatkunde

Ab den 20er Jahren wurde Heimatkunde zum Kernfach der Primarstufe. Die Lehrpläne sahen für die Grundschule heimatlichen Anschauungsunterricht vor, der der Vorbereitung des späteren erdkundlichen, naturkundlichen und geschichtlichen Unterrichts dienen sollte. Dabei fanden Gesinnungsbildende Intentionen kaum Niederschlag. Das Ziel der Heimatkunde war es, anhand eines anschaulichen, auf die engere heimatliche Umgebung rückbezogenen Unterrichts Wissensstoff in einer lebendigen Ganzheit, u. a. durch Anschauung, Wanderung und Erlebnis, zu zeigen. Heimat sollte zum seelischen Erlebnis werden.

[...]


[1] Blaseio, Beate (2004): Entwicklungstendenzen der Inhalte des Sachunterrichts. Eine Analyse von Lehrwerken von 1970 bis 2000. Klinkhardt, S. 34

[2] Blaseio, Beate (2004): Entwicklungstendenzen der Inhalte des Sachunterrichts. Eine Analyse von Lehrwerken von 1970 bis 2000. Klinkhardt, S. 35

[3] Blaseio, Beate (2004): Entwicklungstendenzen der Inhalte des Sachunterrichts. Eine Analyse von Lehrwerken von 1970 bis 2000. Klinkhardt, S. 36

[4] Rauterberg, Marcus (2002): Die "alte Heimatkunde" im Sachunterricht. Eine vergleichende Analyse der Richtlinien für den Realienunterricht der Grundschule in Westdeutschland von 1945 bis 2000. Klinkhardt, S. 42

Details

Seiten
9
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656600978
ISBN (Buch)
9783656600794
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269040
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
ohne Benotung
Schlagworte
heimatkunde konzepte grenzen

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Titel: Heimatkunde: Konzepte und ihre Grenzen