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Sachunterricht Grundschule: Kennenlernen von Obstsorten und -arten (Klasse 2)

Unterrichtsentwurf Saarland

Unterrichtsentwurf 2012 41 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Bedingungsfeld
1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin
1.2 Klasseninterne Bedingungen

2. Sachanalyse
2.1 Obst
2.2 Obstsorten
2.3 Obstarten

3. Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in die Fachdidaktik
3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehrplan und Arbeitsplan
3.3. Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen
3.4 Didaktische Reduktion

4. Kompetenzen
4.1 Die Kompetenzerwartung der Stunde
4.2 Auflistung der Teilkompetenzen

5. Methodische Entscheidungen
5.1 Erläuterungen der methodischen Konzeption
5.2 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung

6. Verlaufsplanung

7. Literaturangaben

Anhang

1. Bedingungsfeld

1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin

Die Grundschule liegt in der Landeshauptstadt Saarbrücken. Die Schüler kommen dabei überwiegend aus sozial schwachen Familien, die zumeist als Kommunikationssprache nicht deutsch sprechen. Aufgrund dieser Tatsache weist ein Großteil der Kinder große Defizite, insbesondere sprachliche, auf. Folglich spielt die Förderung der Sprachkompetenz nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in anderen Fächern wie Sachunterricht eine wesentliche Rolle. Die GS verfügt zudem über einen sozialpädagogischen Bereich, in dem es eine Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung gibt, der von etwa 50 Prozent der Schüler genutzt wird. Seit dem 01. August 2012 bin ich im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt für die Primarstufe als Lehramtsanwärterin an der GS tätig. Ich unterrichte eigenverantwortlich mit 14 Wochenstunden in folgenden Fächern und Klassen: Bildende Kunst und Sachunterricht in der Klasse 2, Mathematik in der Klasse 1 sowie Französisch in den Klassen 3. Darüber hinaus hospitiere ich insgesamt sechs Stunden in unterschiedlichen Fächern.

1.2 Klasseninterne Bedingungen

Die Klasse 2 ist eine freundliche, aber auch sehr unruhige Klasse, die seit der ersten Klasse überwiegend vom Klassenlehrer Herrn xxx unterrichtet wird. Die Klasse setzt sich aus elf Mädchen und zehn Jungen zusammen, von denen 11 Schüler einen Migrationshintergrund haben. Auch wenn 10 Schüler Deutsch als Muttersprache haben, zeigen auch sie zum Teil große sprachliche Defizite, welche sich vor allem in der Lexik und Syntax bemerkbar machen. Dies lässt sich unter anderem damit erklären, dass das Einzugsgebiet der Schule einen sozialen Brennpunkt darstellt, welcher im Allgemeinen von einer hohen Arbeitslosigkeit und einer bildungsfernen Bevölkerung geprägt ist. Dementsprechend spielt der Migrationshintergrund keine besondere Rolle hinsichtlich der Leistungen. Das Leistungsniveau der Klasse ist heterogen. Neben wenigen leistungsstarken Schülern, gibt es einige schwache, teils phlegmatische Schüler[1], die in allen Fächern Hilfe bzw. Ansporn benötigen.[2] Im Rahmen des Sachunterrichts wurden mit den Schülern gemeinsam Klassenregeln festgelegt. Um die Verbindlichkeit dieser Regeln zu verstärken, haben alle Schüler einen Klassenvertrag unterschrieben.[3] In der Klasse sind neben dem Ordnungsdienst keine weiteren Dienste festgelegt. Die Schüler sind im Umgang mit offenen Arbeitsformen noch nicht routiniert, da sie von ihrem Klassenlehrer ausschließlich frontal unterrichtet werden. Obwohl ich in den letzten Wochen mehrfach die Sozialformen Sitzkreis und Partnerarbeit durchgeführt habe, treten hierbei noch immer viele Störungen auf. Da dies in der Regel auch für die allgemeine Unterrichtssituation gilt, in denen immer wieder dieselben Schüler negativ auffallen, wurde eine wöchentliche Verhaltensliste eingeführt, auf der jede Störung in Form eines Striches dokumentiert und den Eltern auf dem Elternabend gezeigt wird. Als Anreiz werden diejenigen, die wenig stören, belohnt. Als Ruhesignal wird eine Glocke verwendet. Wenn diese erklingt, müssen alle Schüler ihre Gespräche und Arbeitsphase unterbrechen und nach vorne schauen. Der Klassenraum ist groß, sodass auf meinen Wunsch hin eine Sitzkreisecke im hinteren Teil des Klassenraumes gestaltet wurde. Zuvor war dieser Bereich nicht nutzbar, weil sich dort Sportsachen und Tische befanden.[4]

2. Sachanalyse

Die hier vorliegende Lehrprobenstunde hat zum Ziel, dass die Schüler ausgewählte Obstsorten kennenlernen und sie aufgrund ihrer Merkmale den Obstarten Kern- und Steinobst zuordnen. Daher wird an dieser Stelle erst einmal Obst im Allgemeinen definiert, um dann näher auf die Begrifflichkeiten Obstsorten und Obstarten einzugehen.

2.1 Obst

Eine gesunde, vollwertige Ernährung bildet nicht nur die Grundlage für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden, sondern ist gleichermaßen auch eine essentielle Voraussetzung für unsere Leistungsfähigkeit.[5] Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat 2004 mit seinem Ernährungskreis eine bestmögliche Verteilung der verschiedenen Lebensmittelgruppen vorgeschlagen, um sich gesund zu ernähren.[6] Eine Lebensmittelgruppe bildet hierbei auch Obst, worunter „essbare, meist saftige Früchte bestimmter Bäume oder Sträucher“[7] zu verstehen sind. Im Rahmen einer gesunden Ernährung nimmt Obst aufgrund seiner Nährstoffe einen hohen Stellwert ein. So ist Obst nicht nur reich an Vitaminen, sondern ebenso an Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.[8]

2.2 Obstsorten

Wie der Begriff schon sagt, ist mit Obstsorte eine Sorte von Obst gemeint. Wenn also von Obstsorten gesprochen wird, sind damit verschiedene Früchte gemeint, wie beispielsweise Kirschen und Orangen. Heutzutage sind mehr als 40.000 Obstsorten bekannt, wovon der Großteil angebaut wird, aber einige auch wild wachsen.[9]

2.3 Obstarten

In der Ernährungswissenschaft gibt es einen Konsens über die Einteilung von Obst in sechs Obstarten, bei denen die Abgrenzung nicht immer eindeutig ausfällt.[10]

2.3.1 Kernobst

Unter Kernobst.[11] werden alle Früchte der Rosengewächse gefasst, die ein Kerngehäuse besitzen und dessen Samen aus mehreren kleinen Kernen besteht. Kernobst wächst in gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas. Wichtige Vertreter des Kernobstes sind Äpfel, Birnen, Granatäpfel, Quitten sowie Mispeln.

2.3.2 Steinobst

Als Steinobst.erden alle Früchte bezeichnet, die als Samen einen einzelnen, verholzten Kern besitzen, der von dem Fruchtfleisch ummantelt wird. Auch wenn das Steinobst vorrangig in den gemäßigten Klimazonen der Erde wächst, gibt es auch Steinobst, das nur in tropischen Regionen wächst, wie z.B. die Mango, die daher auch den Südfrüchten zugeordnet werden kann. Weitere Steinfrüchte sind Kirschen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen.

2.3.3 Beerenobst

Unter Beerenobst.erden jene Früchte verstanden, die typische Beereneigenschaften wie klein, weich und rund aufweisen. Wichtige Vertreter des Beerenobstes sind unter anderem Erdbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren und Weintrauben. Im botanischen Sinne sind diese Obstsorten jedoch gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte, die wegen ihrer oben genannten Eigenschaften jedoch als Beeren eingestuft werden.

2.3.4 Schalenobst

Obstsorten, deren Fruchtkerne von einer harten, meist holzigen Schale umschlossen werden, die für den Menschen nicht essbar ist, bezeichnet man als Schalenobst. Haselnüsse, Erdnüsse, Mandeln, aber auch Kokosnüsse und Pistazien gehören beispielsweise zum Schalenobst.

2.3.5 Südfrüchte

Zu den Südfrüchten.ehören Früchte, die eine gewisse Wärme brauchen, um zu reifen. In der Regel handelt es sich daher um Obst, das in Mitteleuropa gar nicht oder kaum wächst. Die Zitrusfrüchte,.ie eigentlich eine eigene Obstart darstellen ,.erden oftmals den Südfrüchten zugeordnet, da sie ebenfalls eine entsprechende Sonnenintensität benötigen, um zu gedeihen. Bekannte Vertreter der Südfrüchte sind Bananen, Kiwis, Orangen, Mandarinen und Zitronen.

3. Didaktische Analyse

3.1 Einordnung in die Fachdidaktik

Laut Astrid Kaiser soll Sachunterricht einen Beitrag dazu leisten die Welt zu verstehen.[12] Daher verfolgt der moderne Sachunterricht das Ziel, Kindern in ihrem gegenwärtigen und zukünftigen Leben dabei zu helfen, die Welt zu verstehen und in ihr zurecht zu kommen.[13] In ihrem Buch „Neue Einführung des Sachunterrichts“ stellt Astrid Kaiser verschiedene Konzepte für einen zeitgemäßen und zukünftigen Sachunterricht vor, die helfen, oben genanntes Ziel zu erreichen. Die Konzepte sollten vielfältig im Unterricht eingesetzt werden, um der Vielfalt der Kinder und der Heterogenität unserer Gesellschaft gerecht werden zu können.[14] Ich werde an dieser Stelle nur jene Unterrichtskonzepte darstellen, die in der vorliegenden Unterrichtsstunde auch eine Rolle spielen. Das so wichtige Konzept Erfahrungsorientierung und Lebensnähe.einhaltet an sich zwei verschiedene konzeptionelle Ansätze, die jedoch gemeinsam haben, dass das schulische mit dem Leben der Schüler verbunden werden soll. Lernen sollte sich demnach an Erfahrungen orientieren, um neue Erfahrungen zu ermöglichen. Dies ist vor allem erreicht, wenn das Lernen auch eine Bedeutung für das Leben des Schülers hat und somit lebensnah ist.[15] Das Thema der Lehrprobenstunde „Kennenlernen von Obstsorten und -arten“ bezieht sich direkt auf die Erfahrungswelt der Kinder, indem sie einheimisches Obst kennenlernen, welches sie beim Einkaufen höchstwahrscheinlich schon gesehen haben. So können die Schüler innerhalb der Lehrprobenstunde zunächst ihr bisheriges Wissen über Obst einbringen, indem sie es benennen. Darüber hinaus können sie ihre Erfahrungen über Obst erweitern, dadurch dass sie sich durch das genauere Betrachten des Obstes über die Unterschiedlichkeit der Obstsorten bewusst werden und folglich in verschiedene Obstarten gruppieren können. Da eine gesunde Ernährung stark vom Elternhaus abhängig ist, könnte es sein, dass einige Kinder bestimmte Obstsorten wie etwa die Aprikose tatsächlich erst in dieser Stunde kennenlernen werden. Das Konzept des Forschendes Lernens.okussiert die Problemorientierung und das entdeckende Lernen. Insbesondere das Konzept des Entdeckenden Lernens ist für den Unterricht von essentieller Bedeutung, da es zum Ziel hat, dass weitgehend selbst gesteuert Informationen verarbeitet werden, bei dem zu etwas Bekanntem etwas Neues erfahren wird. Insofern ist Entdeckendes Lernen nicht nur motivierend und kindgerecht, da es die Entdeckerlust der Kinder fördert, sondern auch lernförderlich, da Wissen aktiv erworben wird.[16] Schließlich stellte Konfuzius schon fest, dass Wissen eher verinnerlicht wird, wenn man es selbst machen kann.[17] In der Lehrprobenstunde erhalten die Schüler einen Obstteller und erhalten die Aufgabe, das Obst bezüglich ihrer Gemeinsamkeiten zu betrachten. Auf diese Weise Schüler erhalten die Möglichkeit, die Unterschiede der Obstarten selbst zu entdecken. Hierbei ist besonders motivierend, dass das Material in Form echter Früchte zur Verfügung gestellt wird. Die offene Aufgabenstellung entspricht dem Prinzip des entdeckenden Lernens, da die Kinder bei etwas Bekanntem (einheimische Obstsorten) weitgehend selbst eine Neuentdeckung (unterschiedliche Kerne) finden und daraus resultierend die Bezeichnungen der Obstarten ableiten können. Schließlich wird im Rahmen der Lehrprobenstunde noch das kindorientierte Konzept.erücksichtigt, bei dem die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt stehen. Da es sich beim lernenden Kind um einen Prozess handelt, liegen keine konkreten Inhalte für dieses Konzept vor. Stattdessen werden verschiedene Ansichten angeführt, die die Heterogenität der Kinder mit ihren vielfältigen Interessen berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem die Veranschaulichung, die Fasslichkeit, die Differenzierung sowie erfahrungsnahe Inhalte und spielerische Methoden.[18] Durch die gezielte Auswahl des Obstes wird einerseits an die Lebenswelt der Schüler angeknüpft und andererseits der Lerninhalt fassbar, da die Beschränkung auf wenige Obstsorten und -arten den Anforderungen der Kinder gerecht wird. Zur besseren Veranschaulichung wird echtes Obst verwendet, damit die Lerninhalte wiederum klarer erkennbar und konkreter werden. Weiterhin orientiert sich diese Stunde auch an den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder, indem die Übung differenziert wird. Schließlich findet in Form des Spiels „Obstsalat“ am Stundenende eine handlungsorientierte Umsetzung des Lerninhaltes statt, indem die Schüler die Obstsorten und -arten spielerisch anwenden. Da das Spiel.m Allgemeinen von Spannung und Freude geprägt ist, also von positiven Emotionen, eignet es sich ideal zur Festigung von Wissen.[19]

3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehrplan und Arbeitsplan

Die Unterrichtseinheit „Unser täglich Obst- Obstsorten und -arten kennen und unterscheiden lernen“, die in einer zweiten Klasse durchgeführt wird, lässt sich mit dem aktuellen Kernlehrplan des Faches Sachunterricht begründen. In dem Themenkomplex „Mensch, Tier und Pflanze“ ist das Thema Obstsorten dem Themenfeld Mensch in der Klassenstufe 1/2 zugeordnet. Bezüglich der oben genannten Unterrichtseinheit wird im Kernlehrplan folgende verbindliche Kompetenzerwartung genannt: die Bedeutung von Ernährung für die Gesundheit beschreiben und das eigene Verhalten an diesen Prinzipien orientieren.[20] Im Rahmen der Unterrichtseinheit werden zunächst die Essgewohnheiten der Schüler erfasst, aus denen auch die Vorlieben und Abneigungen zu bestimmtem Essen hervorgehen. Meist haben Kinder eine ablehnende Haltung gegenüber gesundem Essen, da sie es oftmals mit Zwang verbinden. In einem Kulturraum, der zunehmend durch einen erhöhten Fett- und Süßigkeitenkonsum geprägt ist, wird die Vorliebe für Süßigkeiten zudem immer größer.[21] Die Lehrprobenstunde, in der zunächst ausgewählte Obstsorten bestimmt und den Obstarten Kern- und Steinobst zugeordnet werden, bildet die Basis der Unterrichtseinheit. Das Ziel der Unterrichtseinheit besteht schließlich darin, dass die Schüler die Bedeutung von Obst als ein Bestandteil gesunder Ernährung verstehen und erkennen, dass der regelmäßige Verzehr von Obst für ihre Gesundheit wichtig ist. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, dass die Kinder zunächst ausgewähltes Obst kennenlernen. Im nächsten Schritt sollte den Schülern Lust auf den Verzehr von Obst gemacht werden. Dazu trägt die Stationenarbeit in der dritten Stunde bei, in der die Schüler mit allen Sinnen Obst erleben. Um schließlich die Bedeutung von Obst hervorzuheben, lernen die Schüler in der fünften Stunde ausgewählte Inhaltsstoffe von Obst kennen und erfahren darüber hinaus, welche positiven Wirkungen diese auf unseren Körper haben. Durch das Herstellen des Obstsalates wird bei den Kindern nochmals die Lust auf was Süßes in Form von Obst geweckt. Da Kinder den süßen Geschmack mit etwas Positivem konnotieren, habe ich meine Unterrichtseinheit zur gesunden Ernährung auf das Thema Obst reduziert.[22]

3.3. Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen

Fachkompetenz: Die Unterrichtseinheit „Unser täglich Obst- Obstsorten und -arten kennen und unterscheiden lernen“ wurde am Vortag mit den Schülern begonnen, indem die Kinder eigenständig einen Fragebogen über ihre Essgewohnheiten beantworteten. Mithilfe des Fragebogens wurden sich die Schüler darüber bewusst, was sie oft und was sie wenig bzw. gar nicht essen. In einem Auswertungsgespräch haben sich die Kinder über ihre Essgewohnheiten ausgetauscht und nannten in diesem Zusammenhang auch ihr Lieblingsessen und jenes Essen, das sie überhaupt nicht mögen. Darüber hinaus äußerten die Schüler in Vorbereitung und zur Einstimmung auf die Lehrprobe Obstsorten, die sie gern essen.

Personalkompetenz: Prinzipiell sind viele Schüler in der Lage sich für Neues zu motivieren und beteiligen sich in der Regel am Unterrichtsgespräch. Darunter gibt es jedoch einige Schüler, die sich aufgrund ihrer sprachlichen Defizite ungenau oder nicht verständlich ausdrücken können. Um die sprachlichen Defizite abzubauen, lege ich Wert darauf, dass Schüler in ganzen Sätzen antworten. Als Hilfe gebe ich besonders schwachen Schülern Satzanfänge vor. Im schriftlichen Bereich ist es wichtig, verschiedene Differenzierungsmaßnahmen zu wählen, damit alle Niveaugruppen, insbesondere die schwächeren Schüler, ein Erfolgserlebnis haben. Die Schüler sind bereits mit Differenzierungsmaßnahmen vertraut, sodass diese nicht als eine Benachteiligung angesehen werden. Hinsichtlich der Klassenregeln fällt es vielen Schülern noch schwer, Regelverstöße wahrzunehmen und diese selbst zu regulieren.

Sozialkompetenz: Obwohl es in der Klasse einige Freundschaften gibt, herrscht in der Klasse selbst kein gutes Klassenklima. Das äußert sich darin, dass viele sich nicht an die Klassenregeln halten, indem sie Meinungen und Lösungen ihrer Mitschüler wenig wertschätzen und/ oder ihre Mitschüler bei (vermeintlich) falschen Antworten auslachen.

Methodenkompetenz: Wie bereits erwähnt, haben die Schüler bisher nur selten in offeneren Arbeitsformen wie Sitzkreis oder Partnerarbeit gearbeitet.[23] Obwohl die genannten Arbeitsformen inzwischen mehrfach durchgeführt wurden, kommt es vor allem im Sitzkreis teilweise noch zu massiven Störungen. Arbeitsaufträge können nicht immer selbstständig bearbeitet werden, da viele Schüler ein zu geringes Konzentrationsvermögen haben und in der Folge bei Arbeitsanweisungen nicht genau zuhören. Probleme treten auch noch bei der Bearbeitung von Sachtexten auf, da einige Schüler aufgrund ihrer eingeschränkten Lesekompetenz noch Schwierigkeiten haben sinnerfassend zu lesen.[24]

3.4 Didaktische Reduktion

Das Ziel der Einheit liegt darin, dass die Schüler die Bedeutung von Obst als ein Bestandteil gesunder Ernährung verstehen und darüber hinaus erkennen, dass der regelmäßige Verzehr von Obst für ihre Gesundheit wichtig ist. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, dass die Kinder zunächst Obst kennenlernen. In der Lehrprobenstunde habe ich mich auf jene Obstsorten beschränkt, die einheimisch sind und somit einen direkten Lebensweltbezug für die Kinder bilden. Die ausgewählten Obstsorten stellen dabei wichtige Vertreter des Kern- und Steinobstes dar. Da es bei der Zuordnung der Obstarten um die Betrachtung der unterschiedlichen Samen geht, stelle ich Kern- und Steinobst gegenüber und gehe nicht auf die weiteren Obstarten ein. Davon abgesehen würde der gleichzeitige Vergleich mehrerer Obstarten die Schüler überfordern. Schließlich stellt für einige Schüler in diesem sozialen Umfeld bereits das Benennen der Obstsorten eine Herausforderung dar, sei es aufgrund sprachlicher oder auch sachlicher Defizite. Um diese Defizite zu reduzieren, gibt es an der offenen Ganztagsgrundschule Weyersberg die Aktion Schulobst, an der die Klasse 2.1 jedoch nicht teilnimmt. Im Rahmen der Frühstückspause konnte ich feststellen, dass nur wenige Schüler dieser Klasse, zumindest in der Schule, Obst essen. Während einige Kinder kein Frühstück dabei haben, haben die meisten belegte Brote oder Kuchen dabei bzw. kaufen sich vom Schulkiosk belegte Brötchen, obwohl es dort auch Obst und Gemüse gibt.

4. Kompetenzen

4.1 Die Kompetenzerwartung der Stunde

Die SuS lernen wichtige Vertreter der Obstarten Kern- und Steinobst kennen und teilen diese aufgrund ihrer Merkmale in Kern- oder Steinobst ein.

4.2 Auflistung der Teilkompetenzen

TK 1: Die SuS beschreiben und benennen Obstsorten. (Sachkompetenz)
TK 2: Die SuS erkennen verschiedene Merkmale des Obstes. (Personalkompetenz)
TK 3: Die SuS besprechen in Partnerarbeit die Merkmale der Obstsorten. (Sozialkompetenz)
TK 4: Die SuS leiten die Obstarten Kern- und Steinobst anhand der Merkmale der Obstsorten ab. (Sachkompetenz)
TK 5: Die SuS ordnen verschiedene Obstsorten den entsprechenden Obstarten zu. (Sach-, Methoden- und Personalkompetenz)

[...]


[1] Die leistungsstarken und -schwachen Schüler sind in der Lernstandsdiagnose (s. Anhang 1) gekennzeichnet.

[2] Spezielle Bemerkungen zu einzelnen Schülern bitte ich dem Anhang 2 und der Schülerkartei zu entnehmen.

[3] vgl. Anhang 3.

[4] vgl. Anhang 4.

[5] vgl. Arens-Azevêdo/ Pletschen/ Schneider 2008: 8.

[6] vgl. DGE-Ernährungskreis im Anhang 5.

[7] Bibliographisches Institut 2012. URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/Obst (Stand: 24.11.2012).

[8] vgl. De Groot 2011: 379.

[9] vgl. Hamm/ Cremer/ Zeuch 2007: 48.

[10] vgl. De Groot 2011: 375.

[11] Ich beziehe mich bei der Darstellung der einzelnen Obstarten auf folgende Quelle: Vgl. Neher o.A.. URL: http://www.fruchtkorb.info/ (Stand: 24.11.2012).

[12] vgl. Kaiser 2006: 3.

[13] vgl. Kaiser 2006: 198.

[14] vgl. Kaiser 2006: 202.

[15] vgl. Kaiser 2006: 202f.

[16] vgl. Kaiser 2006: 212f.

[17] Zitat von Konfuzius: „Sage es mir, und ich vergesse es - zeige es mir, und ich erinnere mich - lass es mich tun, und ich behalte es.“.URL:.ttp://www.wissen-info.de/zitate/konfuzius.php (Stand: 24.11.2012).

[18] vgl. Kaiser 2006: 219f.

[19] vgl. Reeken 2007: 262f.

[20] Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2010: 8.

[21] vgl. Kaiser 1999: 49.

[22] vgl. Anhang 6 und Anhang 7.

[23] vgl. Kapitel 1.2.

[24] vgl. Lernstandsdiagnose.

Details

Seiten
41
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656611820
ISBN (Buch)
9783656611813
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269428
Note
2,3
Schlagworte
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Titel: Sachunterricht Grundschule: Kennenlernen von Obstsorten und -arten (Klasse 2)