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Was machen politische Systeme mit Menschen? Die Leben von Andrej Dimitrijewitsch Sacharow und Robert Havemann

Die moralische Persönlichkeitsstruktur unter dem Einfluss von systemischer Verstrickung dargestellt anhand zweier Personen

Hausarbeit 2013 30 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Exemplarische Vorstellung
2.1. Andrej Dimitrijewitsch Sacharow
2.2. Robert Havemann

3. Ausführung auf die damals vorherrschenden Systeme in Bezug zu den beiden Personen 
3.1. Andrej Dimitrijewitsch Sacharow
3.2. Robert Havemann

4. Veränderungen in der Persönlichkeit

5. Vergleich der beiden Fälle

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Viel wichtiger jedoch als die Frage, wann ein Mensch für Verantwortlich erklärt wird, ist die, wann er sich selbst verantwortlich fühlt.“

Moritz Schlick[1]

Diese Aussage von Moritz Schlick, leitender Philosoph und Wissenschaftler des Wiener Kreises[2],[3], soll als Einstieg zum hier gewählten Thema über die moralische Persönlichkeitsstruktur unter dem Einfluss von systemischer Verstrickung dienen.

In seinem Buch Fragen der Ethik behandelt er unter anderem die Frage:

„Warum handelt der Mensch?“[4]

Aus der ethischen Perspektive betrachtet gibt es nicht für jedes beliebige menschliche Tun einen Anlass zu einer sittlichen Beurteilung. Stattdessen setzen sich sämtliche Tätigkeiten unseres Lebens aus miteinander verwickelten und aneinanderschließenden Bewegungen zusammen, welche „jenseits von gut und böse sind“[5]. Dies liegt darin begründet, indem die Unmengen der Bewegungen, welche sich im Laufe des Lebens anhäufen, nicht bewusst im guten oder bösen Sinne ausgeführt werden. Hierzu nennt er die Beispiele des Gehens, des Haltens einer Feder beim Schreiben und die Bewegung der Finger beim Gleiten über die Klaviertastatur. Eine Wertung kann nur dann erfolgen, wenn bspw. der Klavierspieler „durch die Mangelhaftigkeit seiner Fingerbewegungen seine Hörer peinigt“[6]. In diesem Fall bezieht sich dich Wertung jedoch nicht auf die Tätigkeit des Spielens, sondern in der Verantwortung und dem Beschluss des Spielers, trotz der Mangelhaftigkeit vor das Publikum zu treten und es mit seinen disharmonischen Klängen zu belästigen.

So kommt es auf die „ausdrücklichen `Entschlüsse`“[7] eines Menschen an, mit welchen er auf seine Umwelt wirkt.[8] Denn diese beeinflussen unser Dasein derart stark, als dass sie die wesentlichen Entscheidungen in unserem Leben darstellen und somit, laut Schlick, „den Namen der `Handlung`“[9] einnehmen. Nach weiterer Analyse des Begriffs der Handlungen ergibt sich für ihn der Begriff des Willensaktes, woraufhin er weitergehend zum Begriff des Willens überleitet.[10]

Menschen handeln -wie bereits kurz angesprochen- auf unterschiedliche Art und Weise und können somit wiederum andere Menschen beeinflussen, so z.B. in der Politik.[11] Sie können dies im positiven Sinne, aber auch im verwerflichen Sinne, wie z.B. durch kriminelle Handlungen tun.[12] Aber wo liegt die Grenze des menschlichen Verstandes, um sich der eigenen oder auch angetanen Verwerflichkeit bewusst zu werden? Und wenn das Bewusstwerden eintritt, ab wann muss sich jemand verantwortlich fühlen und gar die Frage des Schuldbewusstseins mit sich vereinbaren?[13] All dies sind Fragen, welche in dieser Hausarbeit nicht explizit, sondern hintergründig beantwortet werden sollen. Insbesondere werden diese in Hinblick auf den Einfluss politischer Systeme -welche vor allem durch „Interessen, […] Strukturen, Funktionen, Organisationen, Regime und vor allem - um Macht“[14] Einfluss auf das Individuum Mensch nehmen- betrachtet, um die Handlungen einzelner Personen nachvollziehen zu können.

Hierzu werden zwei wichtige Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zur Analyse herangezogen.

Bei der Einen handelt es sich um den Physiker und Friedensnobelpreisträger Andrej Dimitrijewitsch Sacharow, während die andere durch Robert Havemann verkörpert wird. Einem deutschen Chemiker, Kommunisten und Dissidenten. Bei beiden handelt es sich -nachweisbar durch ihre Lebensläufe- um Personen, welche ihre Persönlichkeiten in Bezug auf unterschiedliche politische Systeme geändert haben.

Im Verlauf wird zunächst eine exemplarische Vorstellung beider Personen gegeben, da dies das grundlegende Fundament für alle weiteren Ausführungen dieser Hausarbeit bildet.

Um den Bezug zu der eingangs erwähnten und in der Fragestellung behandelten Thematik der politischen Systeme und dem Begriff der Handlung herzustellen, wird im Folgenden auf die damaligen und sich verändernden politischen Systeme eingegangen, in welchen Robert Havemann und Andrej D. Sacharow sich befanden. Nach diesem wird jeweils auf den Persönlichkeitswandel der Einzelnen Bezug genommen, damit etwaige spezielle Unterschiede ausdrücklich herausgearbeitet werden können. Daraufhin werden beide Fälle miteinander ins Verhältnis gesetzt und verglichen. Danach erfolgt das Fazit, in welchem schlussendlich die Frage geklärt werden soll, was politische Systeme mit Menschen machen.

2. Exemplarische Vorstellung

2.1. Andrej Dimitrijewitsch Sacharow

Andrej Dimitrijewitsch Sacharow wurde am 21. Mai 1921 als Sohn eines Klavierspielers und einer Gymnastiklehrerin im Nowodewitschij-Kloster in Moskau geboren.[15] Aufgewachsen in einer Kommunalwohnung, prägte ihn während seiner Jugendphase die Arbeitsweise seines Vaters. Dieser nahm ihn mehrfach in das Laboratorium des Lenin-Instituts mit, wo er dem damals zwölf bis vierzehn Jährigem verschiedene Versuche zeigte. Ebenfalls verfasste er populärwissenschaftliche Bücher und Lehrbücher, von welchem Sacharow später über sich selbst schrieb, dass ihn gerade das Beobachten seines Vaters beim Verfassen der Bücher am meisten prägte und ihm zeigte, „ wie man arbeiten muss“[16].

Politisch prägend empfand er Hitlers Rede auf dem Nürnberger Parteitag, welche er durch den Röhrenempfänger der Wohnungsnachbarn seiner Eltern mitverfolgen konnte. Ebenfalls sah er „die Rede Stalins auf dem VIII. Außerordentlichen Sowjetkongress der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) im Jahre 1936“[17] und ein Jahr später die Puschkin-Feierlichkeiten.[18] Auch die Eindrücke, welche er auf Familienfesten erfuhr, blieben für ihn mannigfaltig und besonders, da er diese, so wie die Aufenthalte auf der Datscha[19] und die Dampferfahrten mit seinem Vater von Moskau nach Jaroslawl, bis in sein hohes Alter in Gedanken behielt. So bspw. die erste Dampferfahrt im Jahre 1937, wo er erstmalig Kontakt mit Materialen über den Prozess des trotzkistisch-sinowjewschen Zentrums[20] kommt und ihn die Reden von Andrej Januarjewitsch Wyschinskij[21] ein halbes Jahr später nachdenklich stimmen lassen.[22] Weitere Begebenheiten und Orte prägten Sacharow. Sie alle zu benennen würde jedoch nicht im Sinne dieser Hausarbeit stehen. Einen wichtigen Ort seiner Kindheit spielte hingegen der Hof seines Elternhauses, welches 1941 durch eine deutsche Fliegerbombe zerstört wurde. In ihm spiegelten sich in den Gesellschaftsspielen der Kinder „alle Schwierigkeiten und Widersprüche des damaligen Lebens“[23] wider. Dort lernte er den jüdischen Intellekt durch einen jüdischen Spielkameraden kennen und schätzen.

Der weitere Verlauf seiner Jugend wurde –über die 30er Jahre hinweg- fortwährend von einer durch die Massen geprägten Zeit beeinflusst. Dies geschah durch den noch nicht erkalteten revolutionären Enthusiasmus, Hoffnungen, Hunger, Bösartigkeiten und weiteren Errungenschaften nach und während der Kriegsjahre, so wie vielen Verhaftungen, Verbannungen und ähnlichen Schicksalen in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis.[24]

Sacharow ging auf Wunsch seiner Eltern die ersten fünf Jahre nicht zur Schule, sondern lernte durch eine Hauslehrerin Lesen, Schreiben und Rechnen. Auch sie zählt zu seinem Bekanntenkreis, welche durch die Pressalien der UdSSR[25] wegen des unerlaubten Versuchs die Grenze zu überschreiten in Haft kam. Nach ihr wurde er weiter mit Hausunterricht gefördert. Jedoch in einer kleinen Gruppe von Kindern, welches der individuellen Förderung entgegenkam, ihn aber sozial wie psychisch in seiner Entwicklung einschränkte. Dies äußerte sich durch Kontaktarmut -an welcher er bis ins hohe Alter litt- und seinen Lernerfolgen, welche nicht als solches sichtbar wurden.[26] Nach den fünf Jahren Hausunterricht kam er in die fünfte Klasse der 110. Schule[27], welche eine Ausrichtung in den chemischen Bereich hatte und „von vielen Kindern höherer Funktionäre besucht“[28] wurde. Durch die ersten Jahre des Hausunterrichts war Sacharow jedoch ein Jahr weiter, als dass es seine Mitschüler waren. Unter diesem Aspekt nahmen ihn seine Eltern wieder von der Schule um ihm durch einen Schnellkurs ein schnelles Ablegen der nötigen Prüfungen zu ermöglichen. In dieser Zeit erfuhr er -neben anderen Lehrern- Unterricht durch seinen Vater in Mathe und Physik. Bereits hier entwickelte er ein starkes Interesse in Hinblick auf die Phänomene der Natur und die Wechselwirkung von Atomen, wobei er den Fächern Biologie und Chemie ebenfalls sehr zugetan war.

Im Anschluss legte er seine Abschlussprüfungen der sechsten Klasse im Frühjahr 1934 an der 113. Schule ab. Einer zu damaligen Zeiten hochklassigen Schule, an welcher eine seiner Hauslehrerinnen unterrichtete. In der siebten Klasse tätigte er bereits einige physikalische Versuche, beschäftigte sich mit Fotografie und wissenschaftlichen, so wie populärwissenschaftlichen Büchern.

Gegen Ende der achten Klasse besuchte er auf Einladung eines Klassenkameraden eine Mathematik-Arbeitsgemeinschaft an einer Universität, was ihm sehr entgegenkam, ihn jedoch aufgrund der beschränkten Zeit nie zu Erfolgen führen ließ.

Er beendete die zehnte Klasse mit Auszeichnung, was ihn dazu befähigte die Hochschule ohne Aufnahmeprüfung besuchen zu dürfen. Im Herbst 1938 begann er sein Studium der Physik an der Physikalischen Universität der MGU[29].

Als am 22. Juni 1941 die Nachricht über den Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion Sacharow erreicht, befindet sich Sacharow gerade an der Universität. Bereits Anfang Juli wurden manche seiner Kommilitonen zum Kriegseinsatz gerufen. Andrej Sacharow hingegen schreibt es auf den Lauf der Dinge, dass er nicht in die Armee berufen wurde, sondern zwei Jahre seinen Beitrag in einer Munitionsfabrik leistete.[30],[31] Während dieser Zeit begann er in einer geleiteten Erfindergruppe in der Universitätswerkstatt zu arbeiten, was ihm wegen der dortig gemachten Erfahrungen ebenfalls bei seiner Arbeit in der Munitionswerkstatt zu Gute kam.

Nachdem am 16. Oktober die Deutschen vor Moskau standen, verließ Sacharow die Stadt, um zunächst in Murom und später im Dezember des selben Jahres in Aschchabad mit Kameraden den Winter zu verbringen und das Studium fortzuführen. Hier hatte er zum ersten Mal Kontakt mit jungen Mädchen und war zum ersten Mal von der Familie getrennt.

Er beendete sein Studium im Juli 1942 mit dem Staatsexamen und erhielt sein Diplom der MGU mit Auszeichnung. Danach widmete sich Sacharow dem Rüstungsbetrieb und arbeitete in einer Rüstungsfabrik. Die Eindrücke des Krieges gingen auch hier nicht spurlos an ihm vorbei, da er die vorherrschende Atmosphäre in dem Dorf wo er untergebracht war, als erschütternd und beängstigend empfand.[32] Als er zunächst in der Holzfertigung gearbeitet hatte wechselte er im Oktober in die Abteilung für Rohteilfertigung. Nach einem Vorfall in der Abteilung, welcher in dem eigenmächtigen Handeln Sacharows begründet liegt, arbeitete er ab dem 10. November 1942 im zentralen Werkslabor. Hier lernte er seine erste Frau kennen mit welcher er ein Kind bekam.

Nachdem er Ende 1944 eine Einladung des Physikalischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (FIAN) erhielt, begann er Anfang 1945 weiter zu studieren.[33] Als am 6. August 1945 eine Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde, begriff Sacharow die gewaltige Zerstörungskraft.

„Etwas Neues und Furchtbares war in unser Leben getreten, und zwar durch die große Wissenschaft, der ich innerlich huldigte.“[34]

1947 promovierte er im thematischen Bereich der kosmischen Strahlentheorie und beendete im selben Jahr seine Dissertation.[35] Mit desweilen 26 Jahren „erhielt er ein Dekret als Kandidat für das Doktorat der Naturwissenschaften“[36]. Mehrfach wurde er eingeladen am FIAN[37] zu arbeiten, welches er jedoch bis Ende Juni 1948 ablehnte. Danach begann er im Rahmen einer Forschungsgruppe (Tamm-Gruppe)[38] für die sowjetische Regierung an dem Bau einer Wasserstoffbombe zu arbeiten und an Kernwaffen zu forschen.[39] Neben mehreren veröffentlichten Abhandlungen gelang es ihm und seinen Kollegen bis zum Jahr 1950 eine lenkbare thermonukleare Reaktion zu bewirken. Somit perfektionierten sie die elektrische Ladung im Plasma, wodurch der Bau der Wasserstoffbombe maßgeblich voranschritt. In diesem Zusammenhang und in Verbindung mit anderen Leistungen wurde Andrej Sacharow der Stalinpreis, ein Sondergehalt und dreimal der höchste zivile Auszeichnungsorden der UdSSR verliehen -der Orden der Sozialistischen Arbeit.[40] Am 12. August 1953 fand der erste Wasserstoffbombentest statt.[41] Im selben Jahr wurde Sacharow zum Vollmitglied der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[42]

[...]


[1] Schlick 1984: S. 163.

[2] Wiener Kreis: wissenschaftlicher Diskussionszirkel, 1924 von Moritz Schlick gegründet. ® Moritz Schlick: Vgl. Moritz-Schlick-Projekt: http://www.univie.ac.at/ivc/Schlick-Projekt/biographie.html; zuletzt zugegriffen am 07.10.2013.

[3] Vgl. Hegselmann 1984: S. 9.

[4] Schlick 1984: S. 75.

[5] Ebd. 1984: S. 75.

[6] Ebd. 1984: S. 75.

[7] Schlick 1984: S. 75.

[8] Vgl. Pieper 1985: S. 100.

[9] Schlick 1984: S. 75.

[10] Vgl. Ebd. 1984: S. 76 ff.

[11] Vgl. Pieper 1985: S. 100 ff.

[12] Vgl. Schwan 1997: S. 14 f.

[13] Vgl. Ebd. 1997: S. 15.

[14] Ebd. 1997: S. 10.

[15] Vgl. Sacharow 1991: S. 24 ff.: Dimitrij Sacharow wurde mit der Besten Auszeichnung (einer Goldmedaille) der Gnessin-Musikschule ausgezeichnet. Er komponierte Lieder und Klaviersonaten, war jedoch kein Berufsmusiker. D. Sacharow studierte am Medizinischen Institut, wechselte jedoch später zum Studium zur physikalisch-Mathematischen Fakultät der Moskauer Universität. Danach meldete sich freiwillig als Sanitäter im 1. Weltkrieg und diente ein halbes Jahr an der Front. Von 1915 bis 1918 unterrichtete er Physik in privaten Instituten, wie auch auf Lehrgängen. Nach seiner Heirat und durch familiäre Umstände bedingt, ging er mit seiner Frau im Jahre 1920 nach Moskau. Später lehrte er am Institut der Roten Professur der Sedlow-Universität, ca. 25 Jahre am Pädagogischen Bubnow-Institut (später Lenin-Institut), betätigte sich als Fachbuchautor und kurz vor Ende seiner Pensionierung lehrte er im Gebietsinstitut für Pädagogik.

[16] Sacharow 1991: S. 32.

[17] Ebd. 1991: S. 34.

[18] In großen Feierlichkeiten wurde in dem Jahr 1937der Dichter Alexander Puschkin zum großen nationalen Dichter erklärt. Dieser wurde als „neu proklamierte national-kulturelle Identifikationsfigur“ angesehen, welche „den realen Schrecken des Terrors verdecken sollte". Auch Sacharow spürte schon damals, auf dem Höhepunkt der Stalin-Diktatur, den kämpferischen Pathos und das Tragische in der Dichtung in Bezug auf die Tyrannei von Puschkin, wie er später selber in seinem Buch schreiben wird.

[19] Datscha (Russ.); Grundstück mit Wochenend- oder Gartenhaus. Sacharows Familie besaß Datschen in Luzino, Kriuschi und Peski, in welchen sie abwechselnd ganze Sommer verbrachten.

[20] Vgl. Schmidt 2010: Trotzkismus: Politische Programmatik und Praxis, welche von Leo Dawidowitsch Trotzki (ursprünglich Bronstein) geprägt wurde. Trotzi war führender Organisator der Russischen Oktoberrevolution 1917 und der Roten Armee im russischen Bürgerkrieg (1918-1920), Volkskommissar für Äußeres, für Militärwesen und Verkehr. Der Trotzkismus ist eine Spielart des Marxismus-Leninismus, „die von den besonderen Bedingungen der Russischen Oktoberrevolution und der Politik der Sowjetunion der 1920er und 1930er Jahre geprägt ist und insb. durch die Betonung des revolutionären Handelns und Propagandierung der Totalpolitisierung dem Leninismus ähnelt. Im Unterschied zu konkurrierenden Strömungen des sowjetischen Marxismus-Leninismus betont der T. die permanente Revolution und den proletarischen Internationalismus. Hiermit verkörpert der T. die Gegenposition zum –unter anderem von Stalin favorisierten- Vorhaben, den `Sozialismus in einem Lande` aufzubauen, auch ohne Hilfe der Arbeiterbewegung der Industrieländer in Westeuropa und auf niedrigem Stand wirtschaftlicher Entwicklung. Dem Stalinismus galten Trotzki, seine Lehren und seine Anhänger als Feinde –und diese wiederum sahen in der politischen Entwicklung der Sowjetunion unter Stalin die `verratene Revolution`(L. Trotzki).“

[21] Sacharow 1991: S. 898: „Wyschinskij, Andrej Januarjewitsch (1883-1954): 1935-1939 Generalstaatsanwalt der UdSSR, Ankläger bei den drei Moskauer Schauprozessen (1936-1938) und im Prozeß gegen die Generäle der Roten Armee (1937), dann Justizminister und von 1949 bis 1953 Außenminister).“

[22] Vgl. Sacharow 1991: S. 38.

[23] Ebd. 1991: S. 39.

[24] Vgl. Ebd. 1991: S. 42 f.

[25] Vgl. Sowjetunion: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/18213/sowjetunion-udssr; zuletzt zugegriffen am 05.11.2013.

[26] Vgl. Sacharow 1991: S. 50 f., 54.

[27] Vgl. Russisches Schulsystem: http://www.russianonline.net/de_start/box/boxtext.php?auswahl=russ_schulsystem1; zuletzt zugegriffen am 05.11.2013. ® Jede Schule in Russland hat eine bestimmte Nummer. Diese sind maßgeblich und erinnern teilweise an Helden bzw. berühmte Persönlichkeiten.

[28] Sacharow 1991: S. 53.

[29] Staatliche Universität Lomonosov in Moskau.

[30] Vgl. Sacharow 1991: S. 68.

[31] Vgl. Sacharow. 1974: S. 189 f.

[32] Vgl. Sacharow 1991: S. 81 ff.

[33] Vgl. Ebd. 1991: S. 91 ff.

[34] Sacharow 1991: S. 116.

[35] Vgl. Ebd. 1991: S. 106,118.

[36] Sacharow 1974: S. 190.

[37] ФИАН (FIAN); andere Bezeichnung des Lebedew-Instituts.

[38] Vgl. Sacharow 1974.: S. 190; Forschungsgruppe um den späteren Nobelpreisträger Dr. Igor. J. Tamm.

[39] Vgl. Sacharow 1991: S. 119 f.

[40] Vgl. Sacharow 1974: S. 191.

[41] Vgl. Sacharow 1991: S. 189 ff.

[42] Vgl. Sacharow 1974: S. 192.

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656607236
ISBN (Buch)
9783656607229
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269594
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Professur für Katholische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften und der Sozialethik
Note
1,7
Schlagworte
Robert Havemann Andrej Dimitrijewitsch Sacharow Einfluss politischer Systeme Veränderungen in der Persönlichkeit

Autor

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