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Faszination Schöpfungsgeschichte. Förderung der Gestaltungskompetenz im Religionsunterricht

Examensarbeit 2014 24 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begründung des Vorhabens
2.1. Relevanz des Themas für die Lerngruppe
2.2. Lernziele für das Unterrichtsvorhaben
2.2.1. Phase Faszination Schöpfung
2.2.2. Phase Schöpfungsgeschichte Gen 1-2,4a
2.2.3. Phase Schöpfung bewahren
2.3. Bezug zum Kerncurriculum
2.4. Persönliche Zielsetzung

3. Vorüberlegungen zum Vorhaben
3.1. Sachanalytische Vorüberlegungen
3.1.1. Schöpfungsgeschichte Gen 1-2,4a
3.1.2. Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein
3.1.3. Gestaltungskompetenz
3.2. Rahmenbedingungen und methodische Vorüberlegungen

4. Darstellung und Durchführung des Vorhabens
4.1. Phase Faszination Schöpfung
4.2. Phase Schöpfungsgeschichte Gen 1-2,4a
4.3. Phase Schöpfung bewahren

5. Reflexion
5.1. Reflexion über inhaltsbezogene Lernziele
5.2. Reflexion über prozessbezogene Lernziele und methodisches Vorgehen
5.3. Zusammenfassende Einschätzung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
a) Übersicht über die Unterrichtseinheit
b) entfallen
c) entfallen
d) persönlicher Schöpfungspsalm
e) entfallen
f) entfallen
g) entfallen
h) Umfrage zum Thema Schöpfung bewahren

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt das Thema „ Faszination Schöpfung. Förderung der Gestaltungskompetenz zur Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein zur Bewahrung der Schöpfung “ und wurde in einem Zeitrahmen von 18 Unterrichtsstunden an der Geschwister-Scholl Realschule X. im Rahmen des Religionsunterrichts1 mit einer 6. Klasse durchgeführt. Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob eine Förderung der Gestaltungskompetenz, das bedeutet eine individuelle, affektive, gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema Schöpfung bewahren, dazu beiträgt, dass die Schülerinnen und Schüler2 sich der Faszination der Schöpfung bewusst werden und das Thema durch den Aufbau einer persönlichen Verbindung zur Natur/Umwelt für die SuS an Bedeutung gewinnt. Basierend darauf und auf ihrem Wissen über den Schöpfungsauftrag, sollen sie ihren Umgang mit der Natur/Umwelt reflektieren und die Entwicklung ihres Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.

Nach der Begründung dieses Vorhabens, welche sich sowohl auf die Lerngruppe, das Kerncurriculum sowie meine persönliche Zielsetzung bezieht, werden die Vorüberlegungen zu dieser Arbeit erläutert. Die anschließende Darstellung und Durchführung der UE3 beinhaltet Ergebnisse der Klasse. In der nachfolgenden Reflexion wird die Arbeit hinsichtlich der Erreichung der Lernziele, der methodischen Ausführung und der Intention dieses Vorhabens untersucht.

2. Begründung des Vorhabens

In der Begründung des Vorhabens wird zuerst auf die Relevanz des Themas für die Lerngruppe eingegangen, indem gesellschaftliche Probleme und Schwierigkeiten mit dem Thema Schöpfung und deren Bewahrung aufzeigt werden, die sich auch in dieser Lerngruppe widerspiegeln. Anschließend wird die Zielvorstellung dieses Vorhabens erläutert und in Bezug zum Kerncurriculum gesetzt. Eine persönliche Zielsetzung anhand der Kompetenzbereiche der APVO4 folgt.

2.1. Relevanz des Themas für die Lerngruppe

Tagtäglich erreichen uns durch die verschiedenen Medien Schreckensnachrichten über neue Umweltkatastrophen: die rücksichtslose Abholzung des Regenwaldes, Chemieunfälle in Fabriken, gestrandete Wale, Überschwemmungen, etc. Solche Meldungen gehören bedauerlicherweise zu unserem und damit auch zum Alltag der SuS. Aufgrund der drastischen Veränderung unserer Welt, wird die Frage nach der Weltverantwortung der Menschen immer eindringlicher gestellt. In diesem Zusammenhang tritt auch der Schöpfungsauftrag in Gen 1, 28 „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht“ deutlich in den Vordergrund.5

Oft wird die gegenwärtige ökologische Krise von den SuS nicht mehr mit dem Begriff Schöpfung oder Schöpfung bewahren in Verbindung gebracht. Ein Großteil unserer Gesellschaft und somit auch viele der SuS assoziieren „bei dem Wort Schöpfung [lediglich] die Vorstellung der Erschaffung der Erde durch Gott.“6 Auch in dieser Lerngruppe ist ausschließlich diese Vorstellung vorhanden. Schöpfung gehört heutzutage nicht mehr zum aktiven Wortschatz oder täglichen Sprachgebrauch der Menschen. Vor allem Kinder und Jugendliche empfinden diesen Begriff als etwas Veraltetes. Aufgrund dieses fehlerhaften Wissens wird der naturwissenschaftlichen Forschung und ihren Ergebnissen über die Entstehung der Welt mehr ´Glaubwürdigkeit´ geschenkt. Die SuS kommen damit in einen Konflikt, bei dem sie mit angeblichen Widersprüchen umzugehen haben, die sie nicht in Einklang bringen können. Auch ein Großteil dieser Lerngruppe ist eher an der naturwissenschaftlichen Erklärung interessiert und verfügt darüber auch über mehr Wissen. Dabei ist den Menschen und damit auch den SuS der spezifisch theologische Gehalt der Schöpfungslehre in der Bibel unbekannt. In dieser Klasse ebenfalls sichtbar, dass einige SuS die Erzählung nicht einmal kannten. Dabei ist es vor allem die Behandlung des Themas Schöpfung und der Schöpfungsgeschichte, die die Menschen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Erde, der Natur, den Tieren und den Menschen beauftragt.

Viele Menschen sind von diesen oft lebensbedrohlichen Nachrichten emotional betroffen, doch nur bei wenigen führen diese Gefühle und Gedanken zum einem Umdenken in ihrem Handeln. Zum einen wird über das eigene Verhalten und die Verantwortung zur Bewahrung nicht mehr nachgedacht, weil die Erde als Lebensraum so verständlich geworden ist und folglich der Aspekt der Lebensnotwendigkeit verloren gegangen. Die Menschen haben keine persönliche Verbindung mehr zur Natur, weil sie nur selten mit ihr in Berührung bekommen und sie nicht bewusst wahrnehmen. Auch in dieser Religionsklasse fällt auf, dass vor allem die Jungen viel Zeit vor dem Computer verbringen, anstatt an die Frische Luft zu gehen. Eine weitere Begründung ist „die Erfahrung der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit angesichts der Komplexität unserer Umweltprobleme und der Geringschätzung ihrer Möglichkeiten der Einflussnahme.“7 Auch ein Großteil der Kinder und Jugendliche haben diese Erfahrungen gemacht. Oft, weil sie es von den Menschen in ihrer Umgebung nicht anders vorgelebt bekommen. Folglich daraus ist „eine Äußerung entmutigender Resignation und emotionaler Ablehnung des Themas Schöpfung bzw. Umwelt.“8 Diese Ablehnung lässt sich auch in der Lerngruppe aufzeigen, da viele bei der Ankündigung des Themas nicht begeistert waren. Dabei ist vielen von ihnen gar nicht bewusst, dass jede kleinste Veränderung im Verhalten der Menschen dabei helfen kann unsere Erde zu schützen.

2.2. Lernziele für das Unterrichtsvorhaben

Die in dieser Arbeit vorgestellte UE Faszination Schöpfung - ihre Bewahrung liegt in unserer Verantwortung greift die oben genannten Irrtümer, Fehlvorstellungen, Ohnmachtsgefühle und Passivität auf und strebt nach Bewusstseinsänderung. Ziel ist es, dass die SuS durch das Wahrnehmen der Natur und die Gestaltung ihrer Eindrücke, Gedanken und Gefühle sich der Faszination der Schöpfung bewusst werden und, basierend darauf und auf ihrem Wissen über die Schöpfungsgeschichte, erkennen, dass nach biblisch-christlichem Verständnis jeder einzelne Mensch, und damit auch sie persönlich, eine Mitverantwortung für die Welt trägt. Die Förderung der Gestaltungskompetenz soll den SuS ermöglichen eine persönliche Verbindung zur Schöpfung aufzubauen, damit das Thema für sie an Bedeutung gewinnt. Basierend darauf, sollen die SuS dazu angeregt werden ihren eigenen Umgang mit ihrer Umwelt bzw. Natur zu reflektieren. In dieser Arbeit soll dementsprechend untersucht werden, ob eine individuelle, gestalterische Auseinandersetzung mit dem Thema Schöpfung bewahren, die Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins der SuS einer sechsten Realschulklasse hinsichtlich unseres Schöpfungsauftrags fördert. Zur Erreichung dieses Ziels, wird die UE in drei Phasen eingeteilt.

2.2.1. Phase Faszination Schöpfung

Man kann den Begriff Schöpfung vielleicht nicht in den alltäglichen Sprachgebrauch der SuS einbringen, doch man kann ihren Wortschatz erweitern und damit auch die Bedeutung des Wortes. Weg von einem ausschließlichen Denken über die Entstehung der Welt, hin zu einem Verständnis, dass die „Schöpfung sich wesentlich in dem uns heute geläufigen Miteinander und Ineinander von Naturgeschehen und dem Wirken des kulturschaffenden Menschen zeigt“9 und damit unsere Lebensgrundlage darstellt. Dieses Verständnis wird durch mehrere Teilschritte gefördert. Zunächst setzen sich die SuS wörtlich mit den Begriffen Faszination und Schöpfung auseinander und bringen sie miteinander in Verbindung. Folglich sollen die SuS in ihrer Wahrnehmung der Natur und damit auch der Schöpfung sensibilisiert werden, indem sie sie mit ihren Sinnen erkunden und anschließend ihre Eindrücke und Empfindungen individuell durch Gestaltung ausdrücken. Am Ende dieser Phase gestalten die SuS ihr persönliches Faszination Schöpfungsbild, das auf den bisherigen Erkenntnissen, Erlebnissen und Gedanken basiert. Die Schöpfungsgeschichte wird bewusst nicht an den Anfang dieser UE gestellt, da SuS erfahrungsgemäß auf einen solchen Einstieg in ein Thema eher mit einer ablehnenden Haltung reagieren. Zudem soll für die SuS in dieser Phase der Blick für die Wunder der Welt geöffnet werden, indem sie die Schöpfung mit Kopf, Herz und Hand wahrnehmen und somit eine persönliche Verbindung zu ihrer Umwelt/Natur aufbauen. Diese persönliche Verbindung soll vor allem durch die Wahrnehmungs- und Gestaltungskompetenz gefördert werden. Die Möglichkeiten zur Gestaltung sowie deren Begründung bzw. Erläuterung werden in der ersten Stunde dieser UE besprochen. Dabei werden die bildsprachlichen und wortsprachlichen Fähigkeiten der SuS erweitert.

2.2.2. Phase Schöpfungsgeschichte Gen 1-2,4a

Auf dieser persönlichen Verbindung zur Schöpfung basiert die nächste Phase, in der die SuS sich zunächst gestalterisch mit der Schöpfungsgeschichte auseinandersetzen. Bei der anschließenden Bearbeitung der Erzählung steht vor allem die Verhältnisbestimmung zwischen der theologischen Rede von der Schöpfung, einem Mythos, und den naturwissenschaftlichen Weltbildern im Vordergrund. „Zu verhindern ist auf jeden Fall, dass antike Vorstellungen als ´zu glaubende Inhalte ´ vermittelt werden.“10 Die SuS sollen in Folge erkennen oder zumindest nachvollziehen können, dass sich die beiden Weltentstehungsdarstellungen nicht widersprechen, sondern lediglich verschiedene Fragen zum Anfang der Welt beantworten wollen. Zum Abschluss wird eine Verbindung zwischen dieser und der vorherigen Phase geschaffen, indem die SuS in Anlehnung an den Psalm 104 Gott für die wunderbare Schöpfung danken und mit Rückblick auf die gesammelten Erfahrungen eigene Dankgebete schreiben.

2.2.3. Phase Schöpfung bewahren

In der letzten Phase setzen sich die SuS näher mit dem Schöpfungsauftrag auseinander und erkennen, dass nach biblisch-christlichem Verständnis der Mensch eine Mitverantwortung für die Welt trägt. Auf dieser Grundlage sollen die SuS nun anschließend Verhaltensweisen und Handlungen von Menschen aufzeigen, die diesem Auftrag nicht nachkommen und Gottes Schöpfung zerstören, indem sie zu einem Thema ein Plakat gestalten. Dabei sollen die SuS die ökologische Krise emotional als Gefährdung ihres Lebens durchschauen und dafür sensibilisiert werden ihren Umgang mit der Natur zu reflektieren. Anschließend erarbeiten sie Handlungs- und Verhaltensoptionen zur Bewahrung der Schöpfung und setzen ihre Ideen gestalterisch in Form eines Modells um. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass das anfangs erwähnte Ohnmachtsgefühl bei der Lerngruppe nicht aufkommt. Sie sollen erleben, dass auch sie persönlich etwas für die Schöpfung tun können. All diese Schritte der individuellen Auseinandersetzung mit dem Thema, des Aufbaus einer persönlichen Verbindung zur Schöpfung und die Erfahrung, dass die Bewahrung eine sinnvolle Aufgabe darstellt, sollen eine Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins der SuS hinsichtlich des Schöpfungsauftrags fördern.

2.3. Bezug zum Kerncurriculum

Das Thema Schöpfung lässt sich im niedersächsischen Kerncurriculum für das Fach Religion den inhaltsbezogenen Kompetenzbereichen „ Nach der Verantwortung des Menschen in der Welt und der Gesellschaft fragen" zuordnen. Bezüglich des niedersächsischem Kultusministerium sollen die SuS am Ende des sechsten Schuljahrgangs „eine biblische Schöpfungserzählung wiedergeben und den Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung beschreiben“.11 Auftrag des RU ist es beim Lernen sowohl die kognitive, die affektive und die soziale Dimension zu berücksichtigen. Gefördert werden diese Dimensionen, wenn die SuS Zeit und Raum bekommen um ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und ihre eigene religiöse Sprach - und Gestaltungsform zu entwickeln.12 Vordergründig steht folgend in dieser UE die Förderung des prozessbezogenen Kompetenzbereichs Gestaltungskompetenz. Hierbei geht es darum „religiös relevante Ausdrucksformen zu gestalten und religiös begründet zu handeln.“13

2.4. Persönliche Zielsetzung

Meine persönliche Zielsetzung hinsichtlich der APVO bezieht sich auf folgende Kompetenzbereiche: Erziehen und Unterrichten. Der für diese UE elementarste Kompetenzbereich ist der des Erziehens, indem es darum geht Wertvorstellungen und Normen zu vermitteln sowie das eigenverantwortliche Urteilen und Handeln der SuS zu fördern. Besonders beim Thema Schöpfung bewahren, in dem es um Verantwortungsbewusstsein geht, um Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein, ist es wichtig als Vorbild zu dienen und mein eigenes Handeln zu reflektieren. Weiterhin strebe ich an während der UE eine vertrauensvolle Lehrer-Schüler-Beziehung zu gestalten, um die SuS dabei zu unterstützen eine persönliche Verbindung zur Schöpfung zu entwickeln. Das Ziel dieses Vorhabens ist die SuS bei der Entwicklung einer individuellen Wertehaltung bezüglich unseres Schöpfungsauftrags zu unterstützen. Die zweite angestrebte Kompetenz ist die des Unterrichtens, die davon zeugt den Unterricht fach-, sach- und schülergerecht sowie lernwirksam zu planen. Dazu gehört eine zielgerichtete Planung, die auf der Ermittlung der Lernausgangslage und der Lernvoraussetzungen der SuS basiert, sowie effektiv gewählte Methoden und Arbeitsformen.

[...]


1 im Folgenden RU

2 im Folgenden SuS

3 im Folgenden UE

4 http://www.schure.de/20411/apvo-lehr.htm

5 Der Schöpfungsauftrag gehört in den Zusammenhang der priesterlichen Schöpfungsgeschichte Gen 1, 1-2,4a.

6 Obermann, A.: Warum zerstören wir, was wir lieben?, S. 14.

7 ebd., S. 10.

8 ebd., S. 10.

9 ebd., S. 28.

10 ebd., S. 30.

11 vgl. KC, S.26-27.

12 vgl. ebd., S. 14.

13 vgl. ebd., S. 19.

Details

Seiten
24
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656614418
ISBN (Buch)
9783656696025
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269668
Institution / Hochschule
Studienseminar Cuxhaven für das Lehramt für Grund-, Haupt- und Realschulen
Note
1,7
Schlagworte
6. Klasse Realschule Schöpfungserzählung Schöpfungsgeschichte Gen 1-2 Schöpfung bewahren Verantwortungsbewusstsein Umwelt Gestaltungskompetenz gestalten malen

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Titel: Faszination Schöpfungsgeschichte. Förderung der Gestaltungskompetenz im Religionsunterricht