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Szenenanalyse des 13. Bildes in "Leben des Galilei" von Bertolt Brecht

Facharbeit (Schule) 2010 4 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Szenenanalyse des 13. Bildes in „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht

Das Drama „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht handelt von der Gegenüberstellung von Glaube und Vernunft, d.h. von Kirche und Wissenschaft, sowie von der Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Menschheit.

In der gegebenen Szene warten Galileis Freunde, Andrea, der kleine Mönch und Federzoni, auf den Ausgang der Inquisitionssitzung. Zuvor ist Galilei nach Rom beordert worden und in einem Gespräch, das der 13. Szene vorausgeht, beschließen der Papst und der Inquisitor, Galilei zu zwingen, seine Lehre von der Bewegung der Erde um die Sonne zu widerrufen. Hierzu ist Galilei 23 Tage in Gefangenschaft gewesen und wurde verhört, In der zu bearbeitenden Szene steht die Entscheidung Galileis aus, welche im Verlauf dieser fällt.

In Bezug auf den Aufbau des Dramas stellt diese Szene den Höhepunkt desselbigen dar. Im weiteren Verlauf des Dramas fällt eine weiterer Höhepunkte auf, nämlich das Wiedersehen zwischen Galilei und Andrea Jahre nach der Widerrufung. An beiden Höhepunkten fällt Galilei; in dieser Szene, weil er widerruft, und das zweite Mal, wenn er die Wahrheit trotz Lebensgefahr wieder sucht und verbreitet und seine Genusssucht und Wissbegierde ihn zerstören.

Die vorliegende Szene ist wie folgt aufgebaut. Zunächst unterhalten sich der kleine Mönch, Federzoni und Andrea darüber, ob Galilei widerrufen wird oder nicht. Andrea ist der festen Überzeugung, dass er standhalten wird, er verteidigt Galileis Ausreise aus Venedig und zitiert Galilei, als dieser sagte, dass derjenige, der die Wahrheit wisse und diese leugne ein Verbrecher sei (vgl. S112, Z.8-10), um die anderen davon zu überzeugen, dass Galilei nicht widerrufen wird.

Auch auf Einwendungen wie von Federzoni: „Sie haben die Gewalt“ (S.112, Z.12), erwider Andrea nur Versicherungen an die anderen und sich selbst, die gegen eine Widerrufung sprechen.

Im Folgenden beginnt eine neue Gesprächsphase, die durch das Erscheinen des „Individuums aus dem Palast des Großherzogs von Florenz“ eingeleitet wird. Dieser kündigt die Widerrufung an, doch Andrea widerspricht: „Ich glaube es nicht“ (S.113, Z.13). Wie um sich selbst zu versichern, dass er Recht behalte, wiederholt er die Lehre von der Bewegung der Erde und alle Theorien, die er mit Galilei gemeinsam bewiesen hat. Durch das Schweigen, den Blick Federzonis Blick auf die Sonnenuhr im Garten und das Lauterwerden von Virginias Beten wird Spannung erzeugt, die abfällt, wenn sich Andrea und der kleine Mönch die Ohren zuhalten, um die Glücke, die die Widerrufung ankündigen soll, nicht hören zu müssen. Die Stimmung der zuvorigen Ungeduld und Ungewissheit schlägt nun zu einer „überglücklichen“ (Regieanweisung aus S.114, Z.8) um. Die drei Freund umarmen sich und Andrea spricht eine Lobeshymne darauf, dass nicht die Gewalt, die Torheit und der Tod gesiegt haben, sondern der Mensch. Der kleine Mönch gibt seine zuvorigen Zweifel zu: „Ich sagt es nicht, aber ich war voll sorge. Ich Kleingläubiger“ (S.114, Z.15-16).

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Details

Seiten
4
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656605270
ISBN (Buch)
9783656605263
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v269797
Note
1,0
Schlagworte
Bertolt Bertolt Brecht Galilei Leben des Galilei episches Drama aristotelisches Drama klassisches Drama episches Theater 13.Szene

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Titel: Szenenanalyse des 13. Bildes in "Leben des Galilei" von Bertolt Brecht