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Kunsttherapie und Kleinkindpädagogik

Anwendungsbereiche, Funktionen und kunsttherapeutische Praxis

Hausarbeit 2003 15 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Kunsttherapie

3. Kurzer geschichtlicher Hintergrund zur Kunsttherapie

4. Versuch einer Definition von Kunsttherapie

5. Anwendungsbereiche der Kunsttherapie

6. Die Funktion der Kunsttherapie bei Kindern

7. Die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern

8. Die sozialpädagogischen Aufgabenstellungen in der Kunsttherapie

9. Epilog

10. Literaturverzeichnis

11. Internetseiten

„Das Individuum ist mithin sowohl Bild wie Künstler

Es ist der Künstler seiner eigenen Persönlichkeit“

( Alfred Adler, 1930 )

1. Einleitung

Jeder Mensch ist ein Künstler, denn die eigentliche Kunst entsteht vor dem geistigen Auge des Betrachters, so wie sein Selbstbild. Somit kann die Kunst als Spiegel der Identität und Persönlichkeit sowie als Hilfsmittel zur Selbstevaluation betrachtet werden. Für viele Menschen ist die Kunst auch eine kreative Form der persönlichen Selbstverwirklichung, gerade wenn es darum geht seinen Seelenfrieden zu finden. Denn in der Kunst sollte es keine Grenzen geben, da es ja um das persönliche Erleben und Ausleben der kreativen Bedürfnisse geht. Die Kunst spielt auch eine große kulturelle Rolle in der menschlichen Geschichte. Jede Nation hat ihre eigene Kunstgeschichte und somit ganz individuelle Variationen und Standpunkte gesetzt. Die Kunst ist für uns Menschen eine wichtige Bereicherung in unserem Leben, da wir uns an seiner Vielfalt, Ausdruckskraft und Ungebundenheit erfreuen können. Somit liegt es also nahe, dass wir uns die positiven Eigenschaften der Kunst zu nutzen machen können, um für die Menschen eine positivere Ausgangslage in vielerlei Hinsicht zu schaffen. Die Kunst als Mittel und Medium einsetzen um einen Ausgleich der unterschiedlichsten Bedürfnisse zu schaffen, und somit die Kunst zu einer Therapieform anzuerkennen. Die Rede ist von „Kunsttherapie“, eine Therapieform die in Deutschland erst seit den 60er Jahren publik wurde. Es handelt sich um eine Therapie, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Förderung und Unterstützung angewendet werden kann. Ich möchte mein Augenmerk jedoch auf die Kleinkindpädagogik setzen, da ich der Meinung bin, dass unsere Kinder der elementare Grundbaustein zu unserer Zukunft sind. Zudem haben Kinder einen ganz besonderen Bezug zur bildnerischen Darstellung, der für sie eine ganz individuelle Form der Kommunikation darstellt. Da es so viele verschiedene Möglichkeiten, Methoden und Variationen in der Kunsttherapie gibt, setzte ich die Schwerpunkte in dieser Ausarbeitung also in der Kinderpädagogik und in der bildnerischen Darstellung. Wichtig ist mir auch ein chronologischer Aufbau der Innhalte, um die ganzen Zusammenhänge besser Darstellen zu können. Deswegen werde ich den Begriff „Kunsttherapie“ sowie seine geschichtlichen Hintergründe auch näher erläutern.

Anschließend werde ich kurz auf die verschiedenen Anwendungsbereiche und Funktionen der Kunsttherapie eingehen, bevor ich dann auf die kindliche Darstellungsform des Malens, auf die kunsttherapeutische Praxis mit Kindern sowie die sozialpädagogischen Aufgabenstellungen in der Kunsttherapie übergehe.

2. Darstellung der Kunsttherapie

„Die heilsame Wirkung der Kunst kann sich im freien Gestaltungsprozess entfalten, bislang verschüttete Gefühle oder Probleme treten ins Bewusstsein, Handlungsmöglichkeiten können ausprobiert, durchgespielt und zum eigenen Empfinden in Beziehung gesetzt werden.“[1]

Der Begriff „Kunsttherapie“ ist vielen Menschen durchaus bekannt, aber was verbirgt sich hinter diesem Wort? Die „Kunst“ ist ein wichtiger Bestandteil einer Kultur des zivilisierten Lebens, durch ihr kann viel zum Ausdruck gebracht werden. Die Begrifflichkeit der „Therapie“ wurde schon von den Griechen der Antike für unter- schiedliche Heilungsprozesse verwendet. Wie schon erwähnt, wurde in Deutschland erst in den 60er Jahren von der Kunsttherapie gesprochen. Gleichzeitig tauchten aber auch Begriffe wie die „Kreativitätstherapie“ und „Gestaltungstherapie“ auf. Die unterschiede lagen in den verschiedenen Schulen und den damit verbundenen unterschiedlichen Terminologien.[2]

Als Berufsfeld ist die Kunsttherapie noch wenig institutionalisiert. Sie wird in der Literatur als eine junge Disziplin bezeichnet und aus unterschiedlichen Richtungen, zum Beispiel medizinisch, psychoanalytisch oder psychiatrisch geprägt. Unter der Kunsttherapie wird fast immer eine Heilungsmethode verstanden, darüber hinaus gibt es aber auch Menschen, die eine Kunsttherapie nicht als Heilungsmethode, sondern als einen Bildungsprozess verstehen. Dieser Bildungsprozess beinhaltet ein Erleben im Sinne von Selbsterfahrung.

Bei der Kunsttherapie gibt es natürlich sehr viele verschiedene Methoden und Herangehensweisen so können z.B. Mittel wie: Musik, Tanz, Theater, Poesie, Bildnerische Mittel, usw. eingesetzt werden. Aber bei allen Mitteln geht es immer darum die eigene Situation zu einem positiveren Wohlbefinden zu steigern. Dies kann durch die Förderung einer Genesung erfolgen, aber auch durch die bessere Erfassung eines Selbstbildnis ( z.B. durch die Steigerung des Selbstvertrauens, indem man sich seine persönlichen Stärken vor Augen führt ).

3. Kurzer geschichtlicher Hintergrund zur Kunsttherapie

Die Kunsttherapie gehört mit zu den ältesten Formen des Heilens, und hat somit eine alte Tradition. Die Behandlung von seelischen oder psychomatischen Störungen mit Musik, Tanz, Theater, usw. findet schon in den Anfängen der Heilkunst, so z.B. auch in der Medizin der antiken Griechen statt. Die Tempelhäuser beinhalteten oft ein Theater, Odeon oder ein Stadion für Spiel-, Musik- oder Bewegungsaktivitäten. Heilung und Kunst waren somit zur Heilkunst verbunden.

Später orientierte sich die Medizin zunehmend und ausschließlich an den natur- wissenschaftlichen Methoden. Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts erlebte die Kunsttherapie einen neuen Aufschwung. Die „ganzheitliche Sicht des Heilens“ wurde durch das Aufkommen der Psychologie geprägt, da die Erkenntnis kam das der Körper und der Geist eine unzertrennliche Einheit für die Gesundheit darstellen. Neuere Erkenntnisse und Anregungen kamen im 20. Jahrhundert vor allem durch Künstler und Künstlerinnen, die eigentlich mehr zufällig zu therapeutischen Tätigkeiten gestoßen waren und damit eine Basis für einige moderne Therapieformen schufen.[3]

[...]


[1] Zitat von: Schottenloher, G.: in: www.Kunsttherapieausbildung.de

[2] Vgl. Dunkel, J. / Rech, P., „Zur Entwicklung und inhaltlichen Bestimmung des Begriffs >Kunsttherapie< und verwandter Begriffe“, in: Petzold, H. / Orth, I., „Die neuen Kreativitätstherapien“, Paderborn, 1990, Bd.1, S.73 ff

[3] Vgl. Petzold. H. / Sieper, J.: „Mariginalien zur Psychologie mit kreativen Medien“, in: Petzold. H. / Sieper, J., „Die neuen Kreativitätstherapien“, Paderborn, 1990, Bd. 2, S.519 ff.

Details

Seiten
15
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638292030
ISBN (Buch)
9783638868457
DOI
10.3239/9783638292030
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Emden
Erscheinungsdatum
2004 (Juli)
Note
1
Schlagworte
Kunsttherapie Augenmerk Kindes Kunsttherapeutische Arbeitsmethoden

Autor

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Titel: Kunsttherapie und Kleinkindpädagogik