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Interaktive Whiteboards als Unterrichtsunterstützung

Hausarbeit 2011 21 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist guter Unterricht?

3. Was ist ein interaktives Whiteboard?

4. Internationale Studien zum IWB
4.1. A study of elementary school students' viewpoints on interactive whiteboard. Lan, T.S., T.Y. Hsiao, 2011
4.2. The Interactive Whiteboard: A transitional technology supporting diverse teaching practices. Winzenried, A., Dalgarno, B., Tinkler J., 2010
4.3. Perceptions of interactive whiteboard pedagogy in the teaching of Chinese language. Xu, H.L., Moloney R., 2011
4.4. A case study investigating the teaching and learning benefits of the interactive whiteboard for both teacher and student. Lewis, S, Hallinan, E., 2009

5. Unterstützung der Gütekriterien nach H. Meyer durch das IWB
5.1. Klare Strukturierung
5.2. Echte Lernzeit
5.3. Lernförderliches Klima
5.4. Inhaltliche Klarheit
5.5. Sinnstiftendes Kommunizieren
5.6. Methodenvielfalt
5.7. Individuelles Fördern
5.8. Intelligentes Üben
5.9. Transparente Leistungserwartungen
5.10. Vorbereitete Umgebungen
5.11. Der Joker

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Mikro- Meso- und Makromethodik (Meyer, 2010, b, S.75)

2. Handlungsmuster-Familien (Meyer, 2010, b, S.77)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Didaktisches Sechseck

Abbildung 2: Übersicht der Hersteller und Board-Namen

Abbildung 3: Technischer Grundaufbau des interaktiven Whiteboards

Abbildung 4: Umfragegeräte

Abbildung 5: Bewegungsanalyse im Sportunterricht

1. Einleitung

"Over 3.6 million IWBs have now been installed globally, with the technology taking a secure hold within the education sector," sagt Colin Messenger, Senior Consultant bei Futuresource in einer Pressemitteilung im Juni 2011 auf der Internetseite des englischen Consulting Unternehmens, welches sich unter anderem mit der Analyse des Marktes für interaktive Whiteboards in 66 Ländern von 16 Herstellern beschäftigt . "And there is still a huge opportunity available here - world classroom penetration has just tipped 9%, which means there are still more than 30 million classrooms across the globe without a board. The demand is there and the future prospects are first-rate" (futuresource, 2011). Diese Nachricht zeigt unter anderem, dass die Schulen weltweit dabei sind, den interaktiven Whiteboards einen Platz in vielen Klassenzimmern zu geben. Auch in Hamburg sollten von 2007 bis 2011 im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms SIP2010 Hamburger Schulen durch eine Anschubfinanzierung für den Einsatz digitaler Medien wie zum Beispiel interaktiver Whiteboards finanziell unterstützt werden (vgl. Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Schule und Berufsbildung: „Projekt SIP2010“). Dieser weltweit und regional gesteigerte Einsatz der interaktiven Whiteboards (im Folgenden IWB genannt) lässt vermuten, dass durch dieses neue Medium ein besserer Unterricht möglich ist als mit der Tafel und den sonstigen traditionellen Lehrmedien. Zumindest sollte diese Entwicklung aber ein Zeichen dafür sein, dass ein guter Unterricht mit dem IWB weiterhin stattfinden, beziehungsweise unterstützt werden kann.

In dieser Hausarbeit wird untersucht, ob diese These theoretisch und empirisch belegt werden kann. Zugrunde gelegt werden dabei die Definitionen von gutem Unterricht nach Hilbert Meyer und die Frage, ob die Funktionen und Eigenschaften des IWB diese Definition unterstützen beziehungsweise entgegen wirken.

2. Was ist guter Unterricht?

Als wissenschaftliche Grundlage für diese Hausarbeit wird auf Hilbert Meyer zurückgegriffen, der im Laufe seiner Forschung zehn Merkmale eines guten Unterrichts herausstellen konnte, die bis heute den Lehramt Studenten für die Unterrichtsplanung an die Hand gegeben werden. Diese zehn Merkmale sind abgeleitet von seinem "didaktischen Sechseck". Das didaktische Sechseck ist der Versuch Meyers, die Schnittmengen verschiedener didaktischer und fachdidaktischer Modelle darzustellen.

"Wenn man nach solchen gemeinsamen Schnittmengen Ausschau hält, so lassen sich sechs solcher Bausteine identifizieren,...: (1) die Zielstruktur (die Wozu-Frage des Unterrichts), (2) die Inhaltsstruktur (die Was-Frage), (3) die Zeit- und Prozessstruktur (die In-welcher-Reihenfolge-Frage), (4) die Methoden- oder Handlungsstruktur (die Wie-und-Womit-Frage), (5) die Sozial- oder Beziehungsstruktur (die Wer-mit-Wem- Frage), die Raumstruktur des Unterrichts (die Wo-Frage)" (Meyer, 2010, a, S.177).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Didaktisches Sechseck (Meyer, 2010, b, S.25)

Ausgehend von diesem didaktischem Sechseck entwickelt Meyer die zehn Merkmale des guten Unterrichts, die in direkter Verbindung zu den einzelnen Elementen des Sechsecks stehen: das sinnstiftende Kommunizieren, die inhaltliche Klarheit, die klare Strukturierung, die echte Lernzeit, die Methodenvielfalt, das intelligente Üben, das individuelle Fördern, das lernförderliche Klima, die vorbereiteten Umgebungen und die transparente Leistungserwartung (vgl. Meyer, 2010, b, S.25). Diese zehn Merkmale guten Unterrichts wurden für diese Arbeit ausgewählt da hiermit die Funktionen des IWB auf ihre Unterstützung oder Entgegenwirken der jeweiligen Gütekriterien hin gut abgearbeitet werden können.

3. Was ist ein interaktives Whiteboard?

Das interaktive Whiteboard, wird, wie in der Einleitung erwähnt, in immer mehr Schulen weltweit als Unterrichtsmedium eingesetzt. Es wird in Deutschland mit verschiedenen Bezeichnungen wie digitale Tafel, interaktive Tafel oder Produktbezeichnungen, wie Smart Board umschrieben. Alle im folgenden Schaubild aufgeführten Whiteboards funktionieren nach dem Prinzip einer Projektionsfläche, auf der mit dem Finger oder einem Stift der Mauszeiger bewegt und verschiedene Aktionen ausgeführt werden sowie Programme bedient werden können (vgl. Schlieszeit, 2011, S. 25).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Übersicht der Hersteller und Board-Namen (Schlieszeit, 2011, S.21)

Der technische Grundaufbau ist bei allen Herstellern gleich. Eine Projektionsfläche, die über ein USB-Kabel an einen Computer angeschlossen ist. Das Computerbild wird über einen Beamer auf der Projektionsfläche abgebildet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Technischer Grundaufbau des interaktiven Whiteboards (myboard, 2009)

4. Internationale Studien zum IWB

Um die These, dass IWBs den guten Unterricht unterstützen, empirisch zu überprüfen, werden beispielhaft vier internationale Studien herangezogen. Diese Studien haben den Einsatz von IWBs im Unterricht als Untersuchungsschwerpunkt. In diesem Kapitel werden die Studien zunächst vorgestellt.

4.1. A study of elementary school students’ viewpoints on interactive whiteboard. Lan, T.S., T.Y. Hsiao, 2011

Für eine 2011 im American Journal of Applied Sciences veröffentlichten Studie Tian- Syung Lan und Tsung-Yen Hsiao von der Yu Da University haben 96 Schüler aus verschiedenen Klassen an der Jhushing Elementary School in Miaoli County, Taiwan über deren Sichtweise das IWB betreffend befragt. Die Schüler wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Das dritte und vierte Schuljahr und das fünfte und sechste Schuljahr. Ziel dieser Studie war es herauszufinden ob es einen Unterschied zwischen der Sichtweise der zwei Gruppen auf den Einsatz von IWBs im Unterricht gibt und wie die Schüler ihre Erfahrungen mit dem IWB beschreiben. Lan und Hsiao nutzten Fragebogen und Gruppeninterviews für diese Studie. Der Fragebogen für die Schüler war bezogen auf das Vergnügen und die Ängste bei der Arbeit mit dem IWB, die Relevanz, die dem IWB beigemessen wird, die Geschicklichkeit, die für den Umgang mit dem IWB erforderlich ist und die Auswirkungen, welche die Arbeit mit dem IWB haben kann. Das Gruppeninterview beschränkte sich auf vier Grundfragen. Als erstes wurde nach den Vorteilen gegenüber dem traditionellen Whiteboard und der Schultafel gefragt. Als zweites wurden die Schüler befragt, ob das IWB sie zu einem besseren Lernen gebracht hat und falls dies der Fall sein sollte, wie es das bessere Lernen ermöglicht. Die dritte Frage erkundigt sich, ob die Schüler irgendwelche Probleme mit dem IWB hatten. In der vierten Frage geht es darum, was der Lehrer aus Schülersicht mit dem IWB machen könnte, um die Schulstunden interessanter zu gestalten.

Das Ergebnis dieser Studie ist, dass es einen Unterschied zischen den Sichtweisen der Gruppe der jüngeren Schüler und der Gruppe der älteren Schüler bezüglich der IWBs gibt. Die Schlussfolgerung aus der Studie ist, dass die Lehrer sich über die Fragen bewusst sein müssen, die eventuell im Umgang mit dem IWB auftauchen. Des Weiteren sollten die Lehrer die Ergebnisse der Rückmeldungen aus den Interviews dieser Studie mitnehmen und effektiv weiterverarbeiten (vgl. Lan, Hsiao, 2011, S.172-176).

4.2. The Interactive Whiteboard: A transitional technology supporting diverse teaching practices. Winzenried, A., Dalgarno, B., Tinkler J.,

In dieser, im Australasian Journal of Educational Technology, 2010 erschienen Studie haben Arthur Winzenried, Barney Dalgarno und Jaqueline Tinkler von der Charles Sturt University in Sydney, Australien die Auswirkungen des IWB auf die Lehrtätigkeit im Klassenraum untersucht. Hierfür stellten sich sechs Grundschullehrer an ländlichen australischen Schulen in New South Wales für Fallstudien zur Verfügung. Es wurde untersucht, wie sich die pädagogischen Strategien mit den IWBs über die Zeit entwickeln, wie stark sich die Pädagogik der Lehrer verändert und der Grad, wie die Entwicklung der Strategien typisch für den Lehrer ist.

Ein Ergebnis dieser Studie ist, dass alle Lehrer enthusiastisch waren und eine positive Entwicklung des Engagements der Schüler sahen. Weiterhin ist es den Lehrern gelungen, die Strategien des Lehrens mit dem IWB weiterzuentwickeln. Es gab Unterschiede im Umgang mit dem IWB und wie die Lehrer ihre Unterrichtspraxis durch das IWB änderten. Eine Schlussfolgerung dieser Studie ist, dass ein vermehrter Einsatz des IWB ein Nachdenken über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten voraussetzt (vgl. Winzenried, Dalgarno, Tinkler, 2010, S. 534-552).

4.3. Perceptions of interactive whiteboard pedagogy in the teaching of Chinese language. Xu, H.L., Moloney R., 2011

In dieser Studie aus dem Australasian Journal of Educational Technology von 2011 untersuchten Hui Ling Xu und Robyn Moloney von der Macquarie University in Sydney, Australien die Empfindung des Lernens der Chinesischen Sprache für Schüler und Lehrer mit dem IWB. Die Studie wurde an Grundschulen in Sydney durchgeführt. Konkret wurde beobachtet, wie das IWB im Unterricht eingesetzt wurde, die Wahrnehmung der Schüler über die Vor- und Nachteile des IWB, die Sichtweise der Lehrer auf IWBs, und ob es eine Kontinuität im Gebrauch mit dem IWB innerhalb und außerhalb der Schule gibt. Um diese Fragen zu untersuchen, wurden Beobachtungen im Klassenraum, zwei verschiedene Befragungen mit den Schülern und Lehrerinterviews durchgeführt. Die Studie zeigt, dass nach Meinung der Schüler das IWB mehrere Aspekte des Chinesisch Lernens fördert. Weiterhin wurde eine positive Sichtweise der Lehrer auf die IWBs festgestellt, welche wiederum eine Rolle bei dem Erfolg des effektiven Unterrichtens mit dem IWB spielt (vgl. Xu, Moloney, 2011, S.307-325).

4.4. A case study investigating the teaching and learning benefits of the interactive whiteboard for both teacher and student. Lewis, S, Hallinan, E., 2009

In einer Studie aus Irland von 2009 untersuchten Simon Lewis und Emma Hallinan von der University of Limerick,Irland den Nutzen des IWB für Schüler und Lehrer an einer Grundschule in County Mayo. Daten wurden gesammelt anhand von Interviews mit 54 Schülern, Interviews mit dem Schulleiter, einem Lehrer und einem Gruppeninterview, einem Fragebogen für neun Lehrer und Unterrichtsbeobachtungen. Das Ergebnis dieser Studie ist, dass die Schüler gerne mit dem IWB arbeiten. Einige Schüler merkten an, dass wenn der Lehrer übernimmt, keine ausreichende Möglichkeit besteht, das IWB zu nutzen. Technische Probleme mit dem IWB stören Schüler und Lehrer. Für den Lehrer ermöglicht das IBW die Einbindung von Multimediainhalten in die Stunde. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass nicht genügend interaktive Inhalte zur Unterstützung des Unterrichts vorhanden sind. Weiterhin kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich die Lehrer mit Fortbildungen immer auf dem neuesten Stand halten müssen um interaktive Schulstunden zu planen, sonst würde das IWB nur als Projektionsfläche mit Projektor genutzt (vgl. Lewis, Hallinan, 2009, S. 63-66).

5. Unterstützung der Gütekriterien nach H. Meyer durch das IWB

Jürgen Schlieszeit schreibt 2011 in seinem Buch „Mit Whiteboards unterrichten“, dass durch den Einsatz von interaktiven Whiteboards eine höhere Motivation und mehr Teilnahme unter den Schülern erreicht werden kann, unterschiedliche Lerntypen und - stile bedient werden, Unterrichtsinhalte nachvollziehbar und transparent bleiben, komplexe Inhalte besser veranschaulicht werden können, die Schüler sich besser konzentrieren und die vorbereiteten Ressourcen immer ergänzt werden können (vgl. Schlieszeit, 2011, S.31). Ob die Vorteile eines IWB tatsächlich auch die Kriterien des guten Unterrichts nach Meyer unterstützen, soll im folgenden Kapitel geklärt werden.

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Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656632221
ISBN (Buch)
9783656632214
Dateigröße
6.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271180
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
interaktive whiteboards unterrichtsunterstützung

Autor

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Titel: Interaktive Whiteboards als Unterrichtsunterstützung