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Modifikation der Schlüsselqualifikationen von Schülern durch Teilnahme an einer Schülerübungsfirma

Hausarbeit 2014 42 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsangabe

1 Einleitung

2 Theoretischer Teil
2.1Begriffsdefinitionen
2.2 Theorierahmen
John Dewey Wegbereiter der Reformpädagogik und
Georg Kerschensteiner Reformpädagoge
2.3 Forschungsfrage und Stand der Forschung
2.4 Hypothesenbildung

3 Empirischer Teil
3.1 Vorstellung des Interviewpartner
3.2 Qualitative Sozialforschung
3.2.1 Experteninterview
3.2.2 Auswertungsmethode

4 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

5 Fazit

6 Verzeichnisse
6.1Literatur- und Quellenverzeichnis
6.2 Abbildungsverzeichnis

7 Anhang
7.1 Interviewleitfaden
7.2 Datenschutzerklärung
7.3 Transkriptionsregeln
7.4 Transkription
7.5 Analyse nach Mayring

1 Einleitung

Im Modul 2 A der Fernuniversität Hagen wird das Thema der „ Methoden der empirischen Sozialforschung“ bearbeitet. In diesem Zusammenhang ist ein selbstgewähltes Forschungsvorhaben unter der Selektion einer der behandel- ten Methoden der empirischen Sozialforschung durchzuführen und auszu- werten. Die vorliegende Hausarbeit bezieht sich grundsätzlich auf die Schlüs- selqualifikationen und deren Veränderungen von Schülern einer achten Klas- se in einer Mittelschule, bei Teilnahme an einer Schülerübungsfirma. Bedingt durch meine berufliche Tätigkeit im Bildungssektor, vor allem im Bereich der vertieften Berufsorientierung, habe ich mein Interesse auf diese Themengebiete konzentriert. Mir stellt sich primär die Frage, ob es Einflussfaktoren gibt, die sich auf die Kompetenzen der Schüler auswirken. Und wenn ja, wie verändern sich diese bei Teilnahme an solch einer Projekt- Übungsfirma und welchen Einfluss hat diese Teilnahme auf den Schul- und Praxisalltag. Hat die abgeänderte Rollenverteilung und die entspannte Schul- Atmosphäre ebenfalls Bedeutung auf das Schulen der Schlüsselqualifikatio- nen? Ziel dieser qualitativen Sozialforschung soll es sein, Neues zu entdecken und empirisch fundiert Theorien zu entwickeln (U. Flick 2007, S. 27). Aus die- sem Grund werde ich in dieser Hausarbeit keine Theorien wissenschaftlich überprüfen, statt dessen theoretische Aussagen entdecken.

2. Theoretischer Teil

2.1 Begriffsdefinitionen

Ergänzend zum vorausgehenden Vorwort werde ich in diesem Kapitel zentrale Begriffe erläutern, um eine konkrete Zuordnung zu bestimmten Aussagen zu erleichtern.

Eine der relevanten Terminologien stellt die Bezeichnung „ Schlüssel- qualifkationen“ dar, die heutzutage auch als Soft- Skills bekannt sind. Sie stellen im Gegensatz zu spezifischen Fachkenntnissen Meta- Fähigkeiten dar, die zum Beispiel das Annehmen von Wissen ermöglichen. Schlüs- selqualifikationen beziehen sich jedoch im Unterschied zu den Soft- Skills auf sämtliche Bereiche des Lebens. Soft- Skills beleuchten vor allem die sozialen Ansprüche in der Berufswelt. Sie werden zur Darstellung von Anlagen, Fähig- keiten und Einsatzbereitschaft einer Person zur Ausführung von Handlungen verwendet. Das Hauptaugenmerk liegt ähnlich wie bei den Schlüsselqualifika- tionen, nicht mehr nur bei den fachlichen Qualifikationen, sondern bei den Charaktereigenschaften der Person selbst.

Der Fachausdruck der Schlüsselqualifikation ist alles andere als neu. Bereits 1974 wurde der Begriff „Schlüsselqualifikationen“ in der Literatur durch Die- ter Mertens geprägt. Der gelernte Volkswirt und damalige Direktor des Insti- tuts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung machte darauf aufmerksam, dass die ausbleibende Berechenbarkeit zukünftiger Entwicklungen unspezifische, außergewöhnliche Kompetenzen erforderlich macht. Mertens verdeutlichte die Wichtigkeit, schnell und flexibel auf neue Forderungen des Arbeitsmark- tes reagieren zu können und dadurch die schon erworbenen beruflichen Fä- higkeiten zu erhalten und nur den veränderten Anforderungen entsprechend einzusetzen. Diese Schlüsselqualifikationen bilden den „Schlüssel“ zur ra- schen und einfachen Erschließung von modifizierten Spezialwissen (Dieter Mertens, 1974, S. 36-43).

Der Begriff der Schlüsselqualifikation gehört heute zum festen Wortschatz der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitiker. Fast jeder versteht etwas anderes unter Schlüsselqualifikationen, da sie häufig sehr allumfassend und grundsätzlich diskutiert werden.

Zu den Schlüsselqualifikationen zählt man im Allgemeinen die Sozialkompe- tenz, Methodenkompetenz, Selbst- und Handlungskompetenz. Hinzu können kommen Gesichtspunkte wie Medienkompetenz und emotionale Kompetenz.

Allerdings sind die einzelnen Kompetenzfelder nur grob voneinander zu trennen und haben große Schnittmengen untereinander.

Nach Prof. Herbert Beck beinhalten Schlüsselqualifikationen folgende Punkte: ✔ Sie dienen der Erschließung (Schlüssel) wechselnden Spezialwissens.

-Sie beinhalten kein spezielles Fachwissen, sondern eine allgemeine be- rufliche Leistungsfähigkeit.
-Sie stellen berufs- und funktionsübergreifende Eignung mit überge- ordneter Bedeutung für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben dar.
-Sie waren schon immer von Bedeutung und stehen wegen der Wand- lungen auf allen Gebieten jetzt stärker im Mittelpunkt.
-Sie sind mehr als die herkömmlichen „Kenntnisse“ und „Fertigkeiten“, sie beinhalten weitere „Fähigkeiten“.
-Sie sind vielfältig anwendbar und liefern den „Schlüssel“ zum Pro- blemlösen bei neu gestellten Arbeitsaufgaben.
-Sie dienen der Selbsthilfe, indem sie zum selbständigen lebenslangen Lernen befähigen.

(H.Beck, Schlüsselqualifikationen - Bildung im Wandel, 1995)

Das Ziel von Schlüsselqualifikationen besteht darin, die Person zu befähigen, auch in schwierigen, unvorhergesehenen Problemsituationen sicher und kompetent handeln zu können. Die Existenz von breit gefächerten Fähigkeiten und Fertigkeiten bildet dafür die Grundlage.

Schlüsselqualifikationen unterliegen nicht dem kognitiven Willen, da sie im emotionalen Bereich der Person verankert und von der Grundhaltung ge- prägt sind. Um Schlüsselqualifikationen erlernen und schulen zu können, muss eine Veränderung des eigenen Verhaltens stattfinden , ebenso wie eine Reflexion.

In den Begriff der Schlüsselqualifikation ist somit auch der Fachbegriff Kompetenz eingebunden.

Er beschreibt die vier Säulen der Handlungskompetenzen:

- Methodenkompetenz

Bsp. problemlösendes Denken, Planungsfähigkeit

- Persönlichkeitskompetenz

Bsp. Lernbereitschaft, Kritikfähigkeit

- Fachkompetenz

Bsp. Fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten

- Sozialkompetenz

Bsp. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit

Unten gezeigte grafische Darstellung soll noch einmal die Bedeutsamkeit der Schlüsselqualifikationen in Bezug auf das Berufsleben verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Quelle:

http://www.alma-mater.de/img/images/JobSpezial/Mai%202008/Schluessel_Skills.jpg

(06.11.2013)

Seit Ablösung der Dominanz der Verhaltensforschung, dem Behavorismus in den Sozialwissenschaften ca. in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts., steht die Frage der Kompetenzen im Mittelpunkt fachlicher, sowie politischer Ausein- andersetzungen. Habermas bildet daher 1981 mit seiner Theorie des kom- munikativen Handelns den literarischen Ausgangspunkt. Sein Design geht von der soziologischen Grundfrage aus, wie soziales Zusammenleben von Menschen möglich ist. Seine Handlungstheorie teilt mit dem dialektischen Materialismus, bekannt durch Karl Marx und Friedrich Engels, die Ansicht, dass der Mensch, wenn er handelt, der Erzeuger und gleichfalls das Erzeugnis seiner zwischenmenschlich Umwelt ist. Aus der Perspektive der Akteure ist der Ort des sozialen Handelns die alltägliche Lebenswelt. Den Ausdruck der Lebenswelt übernimmt Habermas aus der Überlieferung der Phänomenolo- gie. Das Konzept erhält allerdings bei Habermas eine kommunikative Umkehr. Laut Habermas kann nur durch auch gelebte Anteilnahme am sozialen Bezie- hungen auch die Teilnahme am sozialen Leben stattfinden. Er skizziert somit ein Grundprinzip: „ Sinnverstehen (...) ist eine solipistische und undurchführbare, weil kommunikative Erfahrung. Das Verstehen einer symbolischen Äußerung erfordert grundsätzlich die Teilnahme an einem Prozess der Verständigung. Bedeutungen, ob sie nun in Handlungen, Institutionen, Arbeitsprodukten, Worten, Kooperationszusammenhängen oder Dokumenten verkörpert sind, können nur von innen erschlossen werden. Die symbolisch vorstrukturierte Wirklichkeit bleibt im Universum, das gegenüber den Blicken eines kommunikationsunfähigen Beobachters hermetisch verschlossen, eben unverständlich bleiben müsste. Die Lebenswelt öffnet sich nur einem Subjekt, das von der Sprach- und Handlungskompetenz Gebrauch macht. Es verschafft sich dadurch Zugang, dass es an den Kommunikationen der Angehörigen mindestens virtuell teilnimmt und so selber zu einem mindestens potenziellen Angehörigen wird.“ (Jürgen Habermas, 1981, Band I, S. 164-165) Habermas unterschied kommunikatives und strategisches Handeln und teilte diese wiederum in offen und verdeckt. Diese Ansätze bildeten letztendlich die Kategorisierung in die vier oben genannten Säulen.

Nun komme ich zu einer weiteren Begrifflichkeit in Bezug auf meine Hausarbeit, die Schülerübungsfirma. Sie stellt ein simuliertes Unternehmen dar, dass die reale Geschäftswelt widerspiegelt. Sie werden als Teil des pädagogischen Schulunterrichtes von Schülern aufgebaut und betrieben. Die Rolle des Lehrers ist auf die Unterstützung der Schüler bei Ihrer Arbeit begrenzt. Allerdings müssen jegliche getroffene Entscheidungen und Handlungen mit denen der realen Geschäftswelt standhalten.

Die Arbeit in den Übungsfirmen ermöglicht es den Schülern, wichtige Fähig- keiten zu erlangen, die sie später im Berufsleben benötigen. Zusätzlich bietet das Kennenlernen verschiedener Beschäftigungen den Schülern die Möglich- keit, die eigenen Begabungen und Interessen zu erkunden. Einige Grobziele einer Schülerübungsfirma sind das Erwerben übergreifenden Fachwissens, den Praxisbezug für verschiedene Unterrichtsfächer zu bekommen, ein neues Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern zu kreieren, ganzheitliches Lernen, Förderung der Berufswahlreife, Identifikation der Schüler und Lehrer mit der Schule, sowie Motivation für eine erhöhte Einsatzbereitschaft.

2.2 Theorierahmen

Einige Vorreiter der Schülerübungsfirma von Heute sind Georg Kerschensteiner (*29. Juli 1854 -† 15. Januar 1932) Pädagoge und Begründer der Arbeitsschule, sowie der Philosoph und Pädagoge John Dewey (* 20. Oktober 1859 - † 1. Juni 1952) mit seiner Theorie zur Versuchsschule.

Eine Versuchsschule ist eine, einem Labor gleichende Schulform, die in der Regel einem pädagogischen Forschungs- und Ausbildungsinstitut angeschlos- sen ist. Es findet regelmäßiger Unterricht statt, durch den Schüler eine Schul- bildung erhalten, die gleichartig der an Regelschulen sein soll. Ebenso dient sie der pädagogischen Forschung und Pädagogenausbildung. In stark gesteu- erten Staaten benötigen Laborschulen unter Umständen gesetzliche Ausnah- meregelungen, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. Dort gibt es ein ei- genes Landesgesetz, das den Unterricht an der Laborschule Bielefeld möglich macht. Um 1900 wurden die ersten Laborschulen von John Dewey in New York gegründet. Die sogenannte Bielefelder Laborschule wurde von Hartmut von Hentig (Erziehungswissenschaftler und Publizist) ins Leben gerufen und wird von der Universität Bielefeld geführt. Sie zeichnet sich durch Übungs- gruppen verschiedenen Alters, im Vorschulbereich und verschiedene Ausfüh- rungen der Bildungsorientierung aus.

Ähnlich angelegt wie die Verbindung von Forschung, Lehre, Anwendung und Erfahrung von Dewey und Kerschensteiner ist auch die innovative Schüler- übungsfirma ein Schritt zu mehr handlungsorientierten Unterricht, der zu mehr Selbstständigkeit der Schüler führen soll. In Anlehnung an Kerschen- steiners Arbeitsschule, die einer sogenannten Lern- und Buchschule ent- spricht und die Thematik der Selbstständigkeit und Aktivität der Schüler auf- greift. Desgleichen wie die Denkprozessen fördert, die zu einer planmäßig durchgeführten Arbeit führen. Die Arbeitsschule von Kerschensteiner ist gleichartig dem Schülerübungsfirmenprogramm. 1908 sagte Kerschensteiner in seiner Festrede zur Pestalozzifeier in Zürich: „ Aus unserer Buchschule muss eine Arbeitsschule werden, die sich an die Spielschule der ersten Kindheit anschließt. Das Werkzeug der Charakterbildung ist die Arbeitsschule. Der Sinn der Arbeitsschule ist, mit einem Minimum von Wissensstoff ein Maximum von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Arbeitsfreude im Dienste staatsbürgerlicher Gesinnung auszulösen.“ Diese zentralen Stichworte treffen genau den pädagogischen Ansatz der Schülerübungsfirma von Heute:

-werktätig
-selbstständig und
-gemeinschaftsbildend.

Die Schule von Heute hat sekundär auch diese Aufgaben, auch wenn wir heute in der Pädagogik andere Begriffe dafür eingeführt haben, wie Chancengerechtigkeit, Bildungschancen, Sozialisation und Werteerziehung.

Die Schulen dieser Tage haben eine zentrale Aufgabe, einerseits die Vorberei- tung junger Menschen auf das Berufsleben, ebenso wie ihre gesellschaftliche Integration. Braun und Wieland beschreiben „Berufsorientierung“ so, dass das Herzstück der Berufsorientierung an Schulen, die Befähigung der Schüler ist eigenverantwortlich und kompetent Entscheidungen für den Übergang in die Berufswelt zu treffen. Berufsorientierung ist ein Prozess, der im Zusam- menhang mit Persönlichkeitsentwicklung und Reifung steht (F. Braun/C. Wie- land 2010, S.5-6).

Vertiefte Berufsorientierung ist nicht nur ein pädagogisches Konzept zu mehr Erfahrungssammlung, sondern sie soll auch der Reflexion und Selbsteinschät- zung der eigenen Fähigkeiten dienen. Diese Art der Vorbereitung auf den Ein- stieg in die Berufswelt ist jedoch immer wieder ungenügend. Nötig sind inno- vative Lernarrangements, die durch die Verbindung von Theorie und Praxis fundierte ökonomische Bildung vermitteln. Eine große Möglichkeit für die Berufsbildung bieten Schülerfirmen, vor allem in Bezug auf die Berufswahl. Sie sind des Öfteren auch Teil des regulären Unterrichts. An Real-, Haupt- und Sonderschulen bietet man bevorzugt im Wahlpflichtunterricht „Schülerfir- ma“ zur Auswahl an. So können sich immer mehr Schülerinnen und Schüler durch ihre Mitarbeit in Schülerfirmen fundamentales Know- how über das Funktionieren von Wirtschaftsunternehmen aneignen und sich beruflich orientieren. (A. Schelzke/ D. Mette 2008, S. 7)

2.3 Forschungsfrage und Stand der Forschung

Seit ca. 1983 wurde durch das Bundesinstitut für Berufsbildung erstmals die Juniorenfirma, also eine von Schülern angeleitete Firma konzipiert und ge- führt. Damals noch primär im betrieblichen Sektor, bzw. im Berufschulbe- reich. Mit Beginn des 21 Jhdt´s weitete sich dies auch auf den schulischen Sektor aus. Bildungsdesigner und Wissenschaftler schafften somit ein ganz neues Lernformat.

Repräsentativ für den derzeitigen Stand der Forschung bezüglich der Schüler- firmen ist die Explorationstudie von Gerhard de Haan, Diana Grundmann und Michael Plesse aus dem Jahr 2009, die jedoch lediglich die Fragen nach den gemachten Erfahrungen der Lehrer, nach Kooperationspartnern, nach Struk- tur- und Organisationsmodellen, Stellenwerten der Kompetenzen, Nachhal- tigkeit, Effekten und Zielen abdecken (de Haan, Grundmann, Plesse, 2009).

Bedauerlicherweise gibt es in Bezug auf Schülerübungsfirmen wenig Studien, sondern eher nur Anleitungen und Handreichungen, die die Gründung einer Schülerfirma als konkretes Thema aufgreifen. Der EU-Forschungsbericht stellt leider fest, dass Evaluationen am Ende der Projekte oft fehlen (E & I Eu - ropean Commission, 2005, S. 36 - 37), somit entstehen Forschungsdefizite, denen ich gerne mit meiner empirischen Sozialforschung über die Schlüssel- qualifikationen, ihre Veränderungen und deren Schulung, sowie die Einbin- dung des Projektes in den Schulalltag, entgegen wirken möchte.

Die genaue Formulierung der Forschungsfrage ist immer eine Abgrenzung des Forschungsfeldes auf einen bestimmten Ausschnitt (U.Flick, 2011, S. 135).

Dabei begrenze ich zuerst das Forschungsfeld auf den Ausschnitt der Schüler- übungsfirma (Modul C), die im heutigen deutschen Bildungssystem, eines von acht Modulen des Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst darstellt, die den Schülern helfen sollen, ihre Poten- ziale und Neigungen zu erkennen. Berufsfelder sowie Bildungs- und Ausbil- dungswege im Übergang von der Schule in ein Studium bzw. in eine Duale Ausbildung kennen zu lernen, ihre Fähigkeiten in Berufen praktisch zu erpro- ben, sowohl ihre Anschlusswege zielgerichtet vorzubereiten und zu gestalten. Dieser Hintergrund veranlasste mich zu folgender Forschungsfrage:

„ Wie verändern sich die Schlüsselqualifikationen von Achtklässlern nach Teilnahme an einer Schülerübungsfirma - aus Sicht einer Lehr- kraft?“

2.4 Hypothesenbildung

Hypothesen geben die Richtung der Untersuchungen an und orientieren sich auch an heutigen Studien. Damit bilden sie ein Modell von Kausalmechanis- men, grenzen damit das Forschungsgebiet genauer ein und lenken die Auf- merksamkeit auf empirische Sachverhalte (J. Gläser, 2010, S. 78). Zwei Hypo- thesen bilden in meiner Hausarbeit die zentrale Struktur. Somit kann meine gestellte Forschungsfrage angemessen beantwortet werden. Meine Hypothe- sen ermöglichen es mir aus Daten neue theoretische Konzepte zu entwickeln. Sie machen auf Bestimmtes aufmerksam. Gleichermaßen wurde ich als Pro- jektleiterin aufmerksam auf die Wandlungen der Schüler während dieser Pro- jektphase. Daher lautet meine erste Hypothese:

H 1: „Es wird vermutet, dass die Teilnahme an einer Schülerübungsfir- ma Auswirkungen auf die Schlüsselqualifikationen der Schüler hat.“

Im Experteninterview wird hier natürlich die Frage von Vorher und Nachher noch näher beleuchtet.

[...]

Details

Seiten
42
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656634249
ISBN (Buch)
9783656634232
Dateigröße
784 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v271213
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Kulturwissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Schülerfirma Schlüsselqualifikationen Selbstlernkompetenz Soft Skills Kompetenzen Medienkompetenz Handlungskompetenz Sozialkompetenz vertiefte Berufsorientierung Methodenkompetenz Modul 2 A Fernuni Fernuni Hagen Bildungswissenschaften Pädadogik Übungsfirma empirische Sozialforschung Experteninterview

Autor

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