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Der Mongolen-Sturm in der islamisch-arabischen Welt

Hausarbeit 2014 20 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Kapitel
1.1. Entstehung des Kontakts zwischen den Mongolen und dem muslimischen Reich
1.2. Die wichtigsten Gründe für den mongolischen Einfall im Choresm-Reich
1.2.1. Warum hat der choresmische König die Gesandten töten lassen?
1.3. Der 1. Krieg zwischen den Mongolen und dem muslimischen choresmischen Reich
1.4. Kriegsführung der Mongolen in diesem muslimischen Königreich
1.5. Beschreibung der Mongolen in muslimischen Quellen
1.6. Deutung des Einfalls der Mongolen in muslimischen Gebieten

2. Kapitel
2.1. Der mongolische Einfall in das abbasidische Kalifat in Bagdad
2.2. Deutung des mongolischen Einfalls in Bagdad und Zerfall des abbassidischen Kalifats
2.3. Moderne Kriegsstrategie der Mongolen in Bagdad

3. Kapitel
3.1. Die entscheidende Schlacht zwischen den Mongolen und Muslimen
3.2. Beschreibung der mongolischen Kriegsstrategie in Ägypten
3.3. Deutung des mongolischen Einfalls

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

0. Einleitung:

Diese Einleitung dient vor allem dazu, Antworten auf die zwei folgenden Fragen zu geben:

1. WAS wird in dieser Arbeit erklärt?

In dieser vorliegenden Untersuchung werde ich einen allgemeinen Überblick über den Mongolensturm in der islamisch-arabischen Welt geben.

2. WIE werde ich diesen Mongolensturm bearbeiten?

In dieser Arbeit konzentriere ich mich nur auf die großen Reiche der islamischen Nation. Wie ich in der Untersuchung darstellen werde, war die islamische Welt in drei großen Reichen aufgeteilt: Das abbassidische Kalifat in Irak; Das choresmische Königreich in Asien; Der Mamelucken-Staat in Ägypten.

Der Mongolensturm erfolgte in der folgenden Reihenfolge:

Zunächst einmal haben die Mongolen das muslimische choresmische Reich in Asien angegriffen. Danach sind die Mongolen weiter nach Irak gezogen, wo sie das islamische Kalifat in Bagdad zerstört haben. Da die Mongolen ihre Invasion in Afrika weiter durchführen wollten, mussten sie von daher an die Eroberung Ägyptens denken, weil sie Ägypten als Tor nach Nord- und Südafrika betrachtet haben.

Bei der Darstellung und Analyse des mongolischen Einfalls in den einzelnen muslimischen Reichen habe ich mich mit den folgenden Fragen beschäftigt:

- Wie haben muslimische Historiker die Mongolen beschrieben?
- Haben die Mongolen neuere Formen der Kriegsführung und -strategie bei dem Einfall in muslimische Gebiete eingeführt? Welche?
- Wie haben muslimische Historiker und Gelehrte den mongolischen Einfall in den einzelnen muslimischen Gebieten gedeutet? Gab es Unterschiede?

Der Mongolensturm in der islamisch-arabischen Welt

1. Kapitel

1.1. Entstehung des ersten Kontakts zwischen den Mongolen und dem muslimischem Reich

Im 13. und 14. Jahrhundert war das muslimische Reich in 3 Reiche aufgeteilt:

- Das Königreich des Choresm-Schahs. Es umfasste fast alle muslimischen Staaten in Asien und war der erste Nachbar zu den Mongolen. Zwischen den beiden Polen, dem der Mongolen und dem des Choresm-Shahs wurden Friedens- und Handelsverträge abgeschlossen.
- Das abbasidische Kalifat, welches nur noch tatsächlich den Irak regierte, war durch die Altersschwäche der Dynastie gekennzeichnet.
- Der Mamelucken-Staat, welcher Ägypten, Syrien, Jemen und Saudi Arabien regiert hat.
Aus dieser kurzen Darstellung der islamischen Welt kann man erschließen, dass der erste muslimische Kontakt mit den Mongolen durch das Königreich des Choresm-Shahs entstanden ist.

1.2. Die wichtigsten Gründe für den mongolischen Einfall im Choresm-Reich:

Im Folgenden wird detailliert erklärt, warum sich die Mongolen entschieden haben, militärisch gegen die Muslime zu ziehen:

- Dschingis Khan hatte sich inzwischen entschieden, das muslimische Kalifat in Bagdad anzugreifen, um seine Schätze zu sammeln. Aus wirtschaftlichen Gründen musste er daran denken, einige Nachschubstationen in der Mitte der Strecke zwischen dem Mongolenreich und Bagdad zu errichten, damit seine Krieger und seine Tiere regelmäßig und immer genug Ernährung bekommen könnten, wenn sie die lange Strecke gehen müssten.
Diese Stationen wurden in Kaukasus-Gebieten gegründet, die für ihre wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Schätze bekannt waren. Sie gehörten aber zum muslimischen Reich des Choresm-Shahs, mit dem die Mongolen einen Friedensvertrag abgeschlossen hatten.
- Aus militärischen Gründen: Die Mongolen konnten Bagdad nicht angreifen, solange sie noch einige muslimische choresmische Gebiete hinter sich hatten, welche die Mongolen auch angreifen oder den mongolischen Nachschub unterbrechen konnten.
- Da die Mongolen in ihren Kriegen siegreich waren, hatten sie vor, alle benachbarten Gebiete anzugreifen und zu ihrem Territorium dazu zu gewinnen. Der nächste Nachbarstaat war das kulturell und wirtschaftlich reiche Königreich des Choresm-Shahs.
- Da der König des Chorems-Shahs „Alaudin Mohammed“ jeden Handel mit den Mongolen verboten bzw. abgebrochen hatte, herrschten in den mongolischen Gebieten Armut und Elend, sodass sie auch Kleidung oder Lebensmittel für sich selbst oder für ihre Tiere kaum gefunden haben.[1]
Deswegen hatten die Mongolen zwei Möglichkeiten: Entweder müssten sie einen Friedens- und Handelsvertrag mit den Muslimen abschließen oder sie müssten diese Gebiete militärisch angreifen.
Zunächst einmal haben die Mongolen einen Friedens- und Handelsvertrag mit dem muslimischen Reich abgeschlossen, damit mongolische Händler durch das muslimische Königreich des Choresm-Shahs unter mongolischem Schutz ziehen konnten.
Dieser Friedensvertrag konnte aber den Mongolen nicht erlauben, durch das muslimische choresmische Reich gegen das abbasidische Kalifat in Bagdad militärisch durchzuziehen. Aus diesem Grund musste Dschingis Khan einen anderen „militärischen“ Plan durchführen.
- In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass sich der muslimische choresmische König gegenüber mongolischen Händlern hinterlistig und betrügerisch verhalten hatte:

Der choresmische König „Alaudin Mohammed“ hatte 450 mongolische Händler eingesperrt, die unter mongolischem Schutz durch sein Gebiet zogen. Er beschuldigte sie, Spione für das mongolische Reich zu sein. Er ließ sie töten und beschlagnahmte ihre Waren. Er ließ jedoch einen Händler entkommen, um dem Mongolenherrscher von dem Massaker zu berichten.

Dschingis Khan war aber sehr klug und wollte das Problem diplomatisch lösen. Er schickte drei Gesandte mit einer Nachricht zu dem König Alaudin, die Auskunft für das Geschehen sammeln und eine friedliche bzw. diplomatische Lösung für das Problem finden sollten: Zum Beispiel sollte der muslimische König die eigentlichen Attentäter zu Dschingis Khan schicken, der sie bestrafen wollte. Der König, der das mongolische Gesuch beleidigend fand, ließ einen töten und der Rest entkommen, um davon zu berichten.[2]

1.2.1.Warum hat der choresmische König die Gesandten töten lassen?

Die Historiker sind sich hier nicht einig:

- Die Händler waren doch Spione, welche Dschingis Khan geschickt hat, um das islamische Reich des Choresm-Shahs auszuspionieren und zum Krieg zu provozieren.

[...]


[1] Vgl. As-Sallaby, Aly: Die Mongolen (Tataren) zwischen der Ausbereitung und dem Zusammenbruch, Kairo, 2009, Iqra Verl., S. 84

[2] Vgl. Ansary, Tamim: Die unbekannte Mitte der Welt, Globalgeschichte aus islamischer Sicht, Frankfurt am Main, 2010, Campus Verl., S. 159.

Details

Seiten
20
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656635840
ISBN (Buch)
9783656635789
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272096
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta – Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften
Note
1,9
Schlagworte
mongolen-sturm welt

Autor

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