Lade Inhalt...

Hegemoniale Männlichkeit

Seminararbeit 2012 12 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erste Schritte – „ men’s studies

Homosozialität
Hegemoniale Männlichkeit

Bedrohte Männlichkeiten.

Geschlecht als soziale Rolle oder Konstruktion?

Fazit

Quellen

Einleitung

Im Zuge des Seminars „Männerberatung. Zur Aktualität geschlechtsspezifischer Beratungsarbeit“ mussten wir uns mit dem Thema „Männlichkeit“ beschäftigen. Zu Beginn dachte ich, dass dies eine einfache Prozedur wird, jedoch wurde ich eines besseren belehrt.

Um die Relevanz dieser Thematik näher zu definieren, beschäftige ich mich in meiner Seminararbeit mit der Fragestellung „was man unter (hegemonialer) Männlichkeit versteht?“

Anfangs gehe ich auf die ersten Schritte der Männerforschung ein. Diese starteten in den späten 1980er Jahren mit den men’s studies. Hier wird von dem männlichen „Normalen“ und dem weiblichen „Abweichenden“ gesprochen und der daraus resultierten Beschäftigung mit dem Thema der Männlichkeit und wie diese Norm definiert wurde.

Danach möchte ich den Begriff der Homosozialität näher erläurtern, die gesellschaftlichen Gemeinschaften, die dahinter stehen und auch die Aspekte der Homosozialität. Außerdem möchte ich die Einflüsse von Homosozialität auf hegemoniale Männlichkeit erläutern.

Im nächsten Kapitel soll der Begriff der hegemonialen Männlichkeit dargestellt werden, sowie die Prinzipien der Konstruktion und den Merkmalen, die die hegemoniale Männlichkeit ausmachen.

In diesem Kapitel werden auch die bedrohten bzw. marginalisierten Männlichkeiten dargestellt, die sich der hegemonialen Männlichkeit unterzuordnen haben.

Abschließen beschäftige ich mich mit der Thematik des Geschlechts, ob dieses als soziale Rolle oder als soziale Konstruktion angesehen werden kann oder soll.

Erste Schritte – „ men’s studies“

Als die ersten Geschlechterforschungen in den 1960er Jahren begannen, ging es eigentlich ausschließlich um die Frauenforschung bzw. die women’s studies. Die ersten Forschungsansätze der Männerforschung wurden erst gegen Ende der 1980er Jahre getätigt. Erst dann wurde der einseitige Blick der Geschlechterforschung ausgeweitet und man begann sich auch mit dem männlichen Geschlecht näher zu beschäftigen (vgl. Meuser 2006b: 21).

Man muss hier jedoch erwähnen, hätte es die women’s studies nicht gegeben, würden auch die men’s studies nicht existieren. Meuser sieht die men’s studies als „ […] die Reflexion des Wissenschaftssystems auf die in Frage stehende Position des Mannes in der Geschlechterverordnung, darauf, dass die männliche Herrschaft nicht mehr den Status des Selbstverständlichen bzw. fraglos Gegebenen hat.“ (Meuser 2006b: 24)

Die men’s studies sind darum bemüht, eine Dekonstruktion einer Gleichsetzung zu schaffen. Die Männerforschung will zeigen, in welcher Art und Weise die Geschlechterzugehörigkeit das Handeln von Männern, in den verschiedenen sozialen Feldern, beeinflusst wird (vgl. Meuser 2006b: 26).

Ein weiterer Aspekt, der erwähnenswert ist der, das die meisten klassischen soziologischen Theorien davon ausgehen, dass der Mann als das „Normale“ gilt und Frauen als das „Abweichende“. Auf Grund dessen, sieht man sich oft auch nicht gezwungen dieses „Normale“ zu definieren und zu benennen.

Das Subjekt der Moderne und des Fortschritts ist männlich. Die Männer messen sich auch heute noch mit Dingen, wie etwa die Erwerbstätigkeit. Als nicht hinterfragte Selbstverständlichkeit gilt auch die Modernität und Individualität des Mannes, hier mussten sich die Frauen durch lange Emanzipationsbewegungen, diese hart erkämpfen (vgl. Baur/Luedtke 2008: 7f.).

Homosozialität

Homosoziale Gesellschaftsformen sind sehr wichtig für die männliche Solidargemeinschaft. Als homosoziale Gesellschaftsform wird unter anderen männerbündische Gemeinschaften, Stammtische oder Burschenschaften verstanden, jedoch auch Berufsfelder wie die Bauwirtschaft und viele Arbeitsplätze, in welchen die zugehörigen Männer sowohl andere Männer als auch Frauen durch soziale Schließung ausgrenzen.

Die Homosozialität meint eine räumliche Trennung von exklusiven männlichen Spähern, das bedeutet, dass Frauen zu diesen Orten der Zutritt verweigert wird.

Die Homosozialität wird außerdem als Beziehungs- und Gesellungsform, stärker von Männern als von Frauen betrieben. Die Bedeutung der homosozialen Gemeinschaften ist daher so wichtig, da in ihnen die männliche Geschlechteridentität geformt wird (vgl. Meuser 2006b 29f.).

Meuser bezieht sich hier auf Bourdieu, der zwei wichtige Aspekte erwähnt, die miteinander verbunden sind. Als ersten Aspekt sieht er die kompetitive Struktur von Männlichkeit und als zweiten Aspekt den homosozialen Charakter der sozialen Felder (vgl. Meuser 2006b: 30).

„Die homosoziale Männergemeinschaft agiert gleichsam als ein kollektiver Akteur der Konstruktion der hierarchisch strukturierten Geschlechterdifferenz und produziert im gleichen Zuge Hierarchien der Männer untereinander.“ (Meuser 2006b: 32)

Außerdem fungieren homosoziale Männergemeinschaften als Verstärker von hegemonialer Männlichkeit. Die Berufswelt ist ein bedeutsamer Ort für homosozialen Männergemeinschaften, da an diesem Ort die männliche Sozialisation im Erwachsenenalter stattfindet. Nicht nur aus diesem Grund ist der Beruf ein wichtiges Handlungsfeld, ein weiterer Grund ist der, dass der Einstieg in den Beruf den Übergang zum sogenannten Mannesalter kennzeichnet. Bis heute noch gibt es hier homosoziale Bereiche, die allen bekannten Männerberufe oder Frauenberufe. Hier ist noch erwähnenswert, dass die Männerberufe bis ins 20. Jahrhundert reine homosoziale Orte waren (vgl. Meuser 2006b: 32f).

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656643074
ISBN (Buch)
9783656643067
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272108
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Note
2
Schlagworte
hegemoniale männlichkeit

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Hegemoniale Männlichkeit