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Didaktische Reduktion und deren Verwendung im Unterricht

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 PROBLEMSTELLUNG

2 DIDAKTISCHE REDUKTION
2.1 Didaktische Reduktion im Allgemeinen
2.2 Quantitative Reduktion
2.3 Beispiel für quantitative Reduktion
2.4 Qualitative Reduktion
2.5 Beispiel für qualitative Reduktion

3 PROBLEME UND KRITIK DIDAKTISCHER REDUKTION

4 FAZIT

5 LITERATURVERZEICHNIS

1 Problemstellung

Diese Hausarbeit wird sich mit dem Thema der didaktischen Reduktion beschäftigen. Ich habe dieses Thema deshalb gewählt, weil es heutzutage im Rahmen von Unterrichtsplanung und –entwurf von großer Bedeutung ist und auch immer wichtiger sein wird.

Wir, als angehende Lehrer, werden später mit einer Fülle von Unterrichtsstoff konfrontiert sein. Dem liegen mehrere Faktoren zu Grunde: Zum Einen durch das verkürzte Abitur nach zwölf statt bisher 13 Schuljahren. Es muss also der gleiche Stoff in weniger Zeit verarbeitet und an die Schüler herangetragen werden, was sowohl für die Schüler, aber eben auch für die Lehrer mehr Arbeitsaufwand bedeutet. Zum Anderen ändern sich die Wissenschaften im Bereich der naturwissenschaftlichen Forschung und deren Erkenntnisse jeden Tag aufs Neue, sodass auch der Unterrichtsstoff sich jeden Tag verändert beziehungsweise sich vergrößert. Auch aus literarischer Sicht wächst der Inhalt durch Neuerscheinungen immer weiter an. Ein weiterer Grund ist unsere Geschichte: Jeden Tag geschehen neue Ereignisse, was ebenfalls zur Folge hat, dass zum Beispiel Geschichtsbücher immer weiter fortgeschrieben werden müssen und es immer mehr Inhalte werden, die den Schülern vermittelt werden müssen.

Aus diesen Gründen muss man sich als Lehrer mit der didaktischen Reduktion auseinandersetzen: Was genau beinhaltet sie? Wie ist sie konkret anzuwenden?

Dabei werde ich folgendermaßen vorgehen: Zunächst gebe ich eine Einleitung in die didaktische Reduktion, indem sie im Allgemeinen vorgestellt wird. Danach werde ich näher ins Detail gehen und die beiden Unterkategorien aufzeigen, die quantitative didaktische Reduktion und die qualitative didaktische Reduktion. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf ihren Unterschieden, ihren Gemeinsamkeiten und worin ihre jeweilige Notwendigkeit im Unterricht liegt. Außerdem werde ich zur Verdeutlichung der Theorien jeweils ein Beispiel darlegen, wie die didaktische Reduktion praktisch anzuwenden ist. Dazu muss gesagt werden, dass ich zuerst auf die quantitative didaktische Reduktion eingehen werde, da diese der qualitativen Reduktion vorausgeht. Es muss schließlich zuerst der Unterrichtsstoff selber ausgewählt werden, bevor man sich überlegt, wie er am besten vor- und aufzubereiten ist. Im Anschluss daran werde ich auch eine kritische Sicht der didaktischen Reduktion darstellen und zeigen, wo die Probleme liegen können. In einem letzten Punkt werde ich die Ergebnisse und aufgedeckten Antworten dieser Arbeit zusammenfassen und reflektieren.

2 Didaktische Reduktion

2.1 Didaktische Reduktion im Allgemeinen

Der Begriff Reduktion geht auf das lateinische reducere zurück, was soviel heißt wie: Zurückführen, zurückbringen oder zurückziehen. Allgemein lässt sich sagen, dass es sich bei der didaktischen Reduktion um einen Prozess der Verringerung, Verkürzung und der Vereinfachung handelt. Es ist eine „Rückführung komplexer Sachverhalte auf ihre wesentlichen Elemente...“ (Vogel 1986, S. 567). Wie in der Problemstellung bereits erwähnt, gibt es eine große Auswahl von Stofffülle, bei der man sich auf das Stoff-Wesentliche konzentrieren, und das Komplizierte den Schülern entsprechend überschaubar und verständlich vereinfachen sollte. Es gilt demnach sowohl die Lerngruppe selber, das Ziel des Lernens und auch das Zeitbudget zu berücksichtigen (Vgl. Lehner 2009 , S. 45). Es muss beispielsweise die Frage gestellt werden, was die Schüler in diesem Themenkomplex bereits behandelt haben und welche Vorkenntnisse sie aufgrund dessen vorweisen können bzw. bei einem komplett neuen Thema die entsprechenden Grundlagen zunächst zu erläutern. Dabei muss auch ein Bezug zu Klafkis didaktischer Analyse gemacht werden, da er dort bereits die ersten Kriterien gegeben hat, mit denen die Inhalte ausgewählt und gerechtfertigt werden können (Vgl. Aschersleben 1993, S. 25):

1. Die Gegenwartsbedeutung für die Schüler/-innen
2. Die Zukunftsbedeutung
3. Die Sachstruktur
4. Die exemplarische Bedeutung
5. Die Zugänglichkeit (Vgl. Lehner 2009, S. 19)

Des weiteren ist der erwähnte Aspekt der Zeit wichtig, wobei man sich an den Sieben der Reduktion bedienen kann: Was kann alles vermittelt werden, wenn man 15 Minuten Zeit zur Verfügung hat im Vergleich zu einem Zeitfenster von beispielsweise zwei Tagen (Vgl. ebd. S. 51).

1967 wurde der Begriff von Gustav Grüner geprägt, wobei er zwei Unterscheidungen machte: Zum Einen die vertikale didaktische Reduktion, welche die Stoffmenge eingrenzt beziehungsweise einschränkt. Zum Anderen die horizontale didaktische Reduktion, die sich mit der Konkretisierung oder der Veranschaulichung beschäftigt. In den folgenden Punkten 2.2-2.5 werden in diesem Zusammenhang die beiden Unterscheidungen quantitative Reduktion und qualitative Reduktion vorgestellt werden.

Generell muss der Lehrer dabei immer auch die Entscheidung fällen, ob der Inhalt trotz der Vereinfachung weiterhin wissenschaftlich und fachlich vertretbar ist (Vgl. ebd. , S.22-29). In diesem Zusammenhang kann auch von dem sogenannten Expertendilemma gesprochen werden: Man weiß als Lehrer, im besten Fall, möglichst viel, und daher fällt es dann umso schwerer, eine Entscheidung zu treffen, was weggelassen werden kann. Es muss sich von dem Grundgedanken verabschieden, dass alles wichtig ist und vielmehr gezielt seine Inhalte aussuchen, indem man Unwesentliches aussortiert. Dabei ist allerdings nicht willkürlich vorzugehen, sondern die Gründlichkeit und Vollständigkeit ist ein wichtiges Kriterium. Daher ist die Reduktion nicht eine didaktische Kompetenz alleine, sondern vor allem auch eine fachliche Kompetenz (Vgl. ebd. S. 87).

Allerdings wurde das Problem der Stoffmengen schon 1886 gesehen und von Ernst Mach zu Wort gebracht, ebenso im Jahr 1920 von Hilda Geiringer (Vgl. ebd. S. 29).

Aber trotz der frühen Erkenntnis dieses Problems und der ersten Ansätze zur Problemlösung, ist die didaktische Reduktion im Rahmen der Didaktik eher vernachlässigt worden (Vgl. Aschersleben 1993, S. 138). Nun jedoch, mit den in der Problemstellung genannten Gründen, wird sie immer wichtiger werden.

Abschließend jedoch kann gesagt werden, dass es für die Reduktion kein richtiges Maß gibt, es hängt immer mit verschiedenen Aspekten und Umständen zusammen, die im Laufe dieses Punktes bereits angesprochen wurden (Vgl. Lehner 2009, S. 61).

2.2 Quantitative Reduktion

Die Gründe für die Fülle an Unterrichtsstoffen wurde bereits erwähnt, sie sind aber im Kontext der quantitativen Reduktion besonders hervorzuheben, weshalb sie erneut kurz angesprochen werden. Zum Einen ist das verkürzte Abitur nach zwölf statt bisher 13 Jahren. Dadurch kommt es für die Schüler zu mehr Unterrichtsstunden und auch Nachmittagsunterricht, da der gleiche Stoff nun in einem Jahr weniger vermittelt werden muss. Zum Anderen wächst die Anzahl an neuen Erkenntnissen in der Wissenschaft und Forschung immer mehr an. Aber auch in den Geistes- oder Sozialwissenschaften sind stetig Veränderungen, seien es neue Literatur für den Sprachenunterricht wie zum Beispiel Deutsch, Englisch oder Spanisch, oder aber politische Ereignisse, die im Geschichtsunterricht eine Rolle spielen.

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Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656639060
ISBN (Buch)
9783656639053
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v272355
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
3.0
Schlagworte
Didaktische Reduktion

Autor

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Titel: Didaktische Reduktion und deren Verwendung im Unterricht