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Vom Konflikt zur Lösung. Mediation als Chance zur Persönlichkeitsentwicklung

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

A EINLEITUNG

1. Kommunikation in konflikthaften Situationen

Täglich begegnen wir Kommunikation in unserer Alltagswelt, denn jedes Verhalten ist Kommunikation, und jede Art von Kommunikation ist Leben. Sie ist „Grundlage unseres sozialen Miteinanders“[1] und gehört zu den größten Herausforderungen im täglichen Leben.

Erfolgreiche Kommunikation trägt zu guten Beziehungen und Lebensfreude bei. Sie ist ein allgegenwärtiges Phänomen, praktiziert durch Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch auf der Suche nach persönlicher und sozialer Entfaltung finden wir uns schnell auf dem Boden der kommunikativen Tatsachen wieder. Nicht das Finden von Wahrheit in einem Gespräch, sondern Spekulationen und Interpretationen von Mitteilungen jeglicher Modalitäten prägen häufig den Ausgang kommunikativen Handelns. Es gelingt nicht allen Menschen, eine Information in seinen Worten, Handlungen und Aussagen zu verstehen und Verständnis für sein Gegenüber aufzubringen. „Missverständnisse hindern uns daran, das zu verstehen, was der andere gemeint hat.“[2] Sie führen nicht selten zu Konflikten, Unzufriedenheit und Enttäuschung. Konflikte sind normal, sie gehören zu unserem Leben; jedoch können sie als andauernde und alltägliche Probleme des sozialen Lebens für den Einzelnen sehr belastend sein.

An dieser Stelle bietet die Mediation den resignierten und zugleich hoffnungsvollen Konfliktparteien eine Möglichkeit der gemeinsamen Wiederannäherung des Verstandenen an das Gemeinte. Was aber leistet und kennzeichnet Mediation und welches Potential verbirgt sich außerdem hinter diesem Verfahren?

B KOMMUNIKATION – KONFLIKT – MEDIATION

1. Definitionselemente von Kommunikation

Kommunikation ist „ein wechselseitiger Austausch von Mitteilungen zwischen zwei oder mehreren Personen“[3]. Jedes Verhalten hat im Sinne des von Watzlawick formulierten Axioms: „Man kann nicht nichtkommunizieren“[4] in einer zwischenmenschlichen Situation Mitteilungscharakter – sowohl intentional gesteuertes als auch unbewusstes Verhalten. Demnach ist das, was wir als Kommunikation erleben, eine äußerst komplexe Form von zwischenmenschlichen Interaktionen. Nicht nur Sprache bedeutet Kommunikation, sondern auch sämtliche nonverbale Signale wie Gestik und Mimik sind ein erheblicher, umfassender Teil davon. Jede Form von Kommunikation besteht aus folgenden drei Komponenten: dem Kommunikator (Sprecher, Sender), einer Botschaft (Äußerung, Nachricht) und dem Rezipienten (Empfänger). Um eine Verständigung zu ermöglichen bedarf es eines „Mindestmaß[es] an Gemeinsamkeiten des Zeichen- und Symbolvorrats und -verständ-nisses sowie des Wissens- und Erfahrungshintergrundes“[5].

2. Kommunikationsstile nach Schulz von Thun

Kommunikationsstile sind bestimmte Darstellungs- und Verhaltensweisen, mit denen Personen in Kontakt treten. Sie entsprechen bestimmten inneren Zuständen ihrer Seelenverfassung. „Mit jedem Stil verbinden sich bestimmte innere Verfassungen“[6], d.h. Eigenschaften, die durch die Personalität des Einzelnen bestimmt werden und von außen mehr oder weniger beobachtbar sind. Die gelernten, wiederkehrenden Verhaltensmuster einer Person bilden kombiniert den unverwechselbaren Stil eines Individuums.

Kommunikationsstile sind keine Persönlichkeitsmerkmale sondern erheben den Anspruch, unser Wahrnehmungsempfinden auf Phänomene des alltäglichen Kommunikationsgeschehens zu lenken. Jedem Stil lassen sich bestimmte innere Zustände zuordnen, sie entsprechen einem „Gemisch aus Bedürfnissen, Gefühlen, Stimmungen und Absichten“[7]. Wir passen unser Verhalten je nach Situation und/oder Rolle dem Verlauf des Gespräches an. Sei es nun aus eigener Priorität heraus oder aus der Erwartungshaltung der Umwelt an die Rolle, die wir gerade einnehmen, begründet. Demzufolge finden sich die idealtypischen Kommunikationsstile in Alltagskommunikationen in sogenannten Mischformen. Je nach Situation und Personalität des Einzelnen können sich diese verbinden und ergänzen und ergeben ein mehr oder weniger eindeutiges Interaktionsmuster[8].

F. Schulz von Thun unterscheidet aufgrund seiner vor allem therapeutischen Erfahrung im Wesentlichen acht unterschiedliche Kommunikationsstile. Jeder Stil beschreibt eine Darstellungs- und Verhaltensweise, zu interagieren und „mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, zu sprechen und die Beziehung zu gestalten“[9]. Jeder Stil hat seine Stärken und Schwächen, vereint Tugenden und Untugenden – jeder enthält ein bewahrenswertes menschliches Potential.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Typische Kommunikationsstile (nach Schulz von Thun, 1989)[10]

[...]


[1] Six/Gleich/Gimmler, 2007, S. 1

[2] Henninger/Mandl, 2003, S. 9

[3] Göppner, 1984, S. 17

[4] Watzlawick, 1969, S. 51

[5] Six/Gleich/Gimmler, 2007, S.21

[6] Schulz von Thun, 2005, S. 57

[7] Schulz von Thun, 2005, S. 57

[8] Ebd. S. 57

[9] Ebd. S. 57

[10] http://www.ztg.tu-berlin.de/download/legewie/images/image14.gif (Stand: 08.09.2013)

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656654759
ISBN (Buch)
9783656654742
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273231
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,0
Schlagworte
Mediation Konflikt Kommunikation Konkliktlösung Kommunikationsstile Schulz von Thun Schulmediation

Autor

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