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Die Wortstellung im Bairischen. Ein Vergleich mit dem Standarddeutschen

Hausarbeit 2014 9 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der bairische Dialekt
1.1 Definition Dialekt
1.2 Verbreitung des Bairischen
1.3 Allgemeine Kennzeichen

2. Vergleich der Wortstellung im Bairischen und Standarddeutschen
2.1 Wortstellung im Standarddeutschen
2.2 Ausnahmen in der bairischen Wortstellung

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Der bairische Dialekt

1.1 Definition Dialekt

- Dialekt: aus dem Griechischen 'diálektos' à "Unterredung": Bezug zur Mündlichkeit
- Synonym: Mundart: wird jedoch oft auch differenziert als Unterkategorie des Dialekts (quasi Ortsdialekt) verwendet (vgl. Patocka 2008, S.12 f.)

- Zwei Definitionsversuche:

"Mundart ist stets eine der Schriftsprache vorangehende, örtl. gebundene, auf mündliche Realisierung bedachte und vor allem die natürl. alltägl. Lebensbereiche einbeziehende Redeweise, die nach eigenen, im Verlaufe der Geschichte durch nachbarmundartl. und hochsprachl. Einflüsse entwickelten Sprachnormen von einem großen heimatgebundenen Personenkreis in bestimmten Sprechsituationen gesprochen wird." (B. Sowinski 1974, S. 192)

Dialekt:

"(…) Sprachsystem, das zu anderen Systemen ein hohes Maß an Ähnlichkeit aufweist, so dass eine – zumindest partielle – wechselseitige Verstehbarkeit möglich ist; regional gebunden in dem Sinne, dass die regionale Verbreitung dieses Systems nicht das Gebrauchsgebiet eines anderen Systems überlappt; keine Schriftlichkeit bzw. Standardisierung im Sinne offiziell normierter orthographischer und grammatischer Regeln aufweist." (H. Bußmann 2002, S.162)

Fazit beider Definitionen:

- regional beschränkt: diatopische Varietät
- Verwendung im Alltagsleben: diastratische Varietät
- Gesprochene Sprache ohne standardisierte Verschriftlichung
- (vgl. Graefen/Liedke 2008, S. 15 f.)

Bei einem Versuch den Begriff Dialekt genau zu definieren, treten wie oben zu sehen mehrere Probleme auf. Man kann an den Beispielen erkennen, dass Sowinski teils andere Merkmale (z.B. große Sprecherzahl) aufzählt als Bußmann (Verstehbarkeit, Ähnlichkeit).

Ebenso gibt es andere "schriftlose" nur auf mündliche Realisierung bedachte Sprachen.

- Dialekt als natürliche Sprache (vgl. Weiß 1998, S. 1-9)

N1-Sprachen: Dialekte, von einer signifikant hohen Anzahl an Sprechern als L1 (Muttersprache) erlernt, unmittelbare Derivate von I-Sprachen

- ohne Normierung und semi-natürlichen Sprachwandel

N2-Sprachen: z.B. Standarddeutsch, nicht als L1 (Muttersprache) erlernt, mittelbare Derivate von I-Sprachen, normiert mit semi-natürlichem Sprachwandel

- daher Syntax manchmal "künstlicher" als in den Dialekten

Allgemein gilt aber, dass die Wortstellung im Dialekt der in der gesprochenen Sprache stark ähnelt und natürlich der Wortstellung der Sprache von der er überdacht wird.

1.2 Verbreitung des Bairischen

In Bayern gibt es nicht nur bairische Dialekte, wie Nord-, Mittel- und Südbairisch, sondern auch angrenzende oberdeutsche Dialekte wie Ostfränkisch und Schwäbisch (Alemannisch).

Außerdem wird über die Grenzen Bayerns hinaus, in Österreich ein Bairisch-Österreichischer Dialekt gesprochen. Ebenso gibt es kleinere Sprachinseln des Bairischen in Südtirol, Ungarn, Tschechien und der Schweiz (vgl. Patocka 2008, S. 105).

1.3 Allgemeine Kennzeichen

Auf lautliche Unterschiede wird hier nicht eingegangen, da es zu viele regionale Differenzen gibt, was den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Ein allgemeines Merkmal der Dialekte und der gesprochenen Sprache ist v.a. der parataktische Satzbau.

- Fehlen von Präteritum und Plusquamperfekt:

- "doppeltes" Perfekt (vgl. Schmid 2012, S. 207-210)

Ich stahl eine Forelle vs. i hob a Forelle gestohlen

Ich hatte eine Forelle gestohlen vs. i hob a Forelle gestohlen gehabt

- Doppelte Verneinung (vgl. Schmid 2012, S. 215-218):

i hob nia nix gsogt vs. ich habe nichts gesagt

typologisches Merkmal: keine gegenseitige Aufhebung der beiden Negationspartikel im Gegensatz zum Standard (bis ca. 1600 Jhd. Doppelte Verneinung im Standard üblich! Vgl. Dialekt als natürlichere Sprache ohne Normierung (Weiß))

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Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656656333
ISBN (Buch)
9783656693949
Dateigröße
367 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273480
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Deutsche Philiologie
Note
1,7
Schlagworte
wortstellung bairischen vergleich standarddeutschen

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Titel: Die Wortstellung im Bairischen. Ein Vergleich mit dem Standarddeutschen