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Praxisbericht - Dritte Praxisphase - "Geeignetes Verfahren" Heilerziehungspfleger/in

Aufgabe: Schulischer Auftrag zur Vorbereitung des geeigneten Verfahrens mit Hospitation in der Praxisstelle inkl. Planung Hospitationseinheit und Schriftliche Reflexion

Facharbeit (Schule) 2010 70 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Vorstellung der Praxiseinrichtung Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene
1.1 Träger
1.2 Vorstellung der Einrichtung
„ Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene in Musterstadt“
1.3 Personal
1.4 Beschreibung der Gesamtgruppe WG II

2. Klientel der Fördermaßnahme
2.1 Begründung der Auswahl der FM – Gruppe:
Frau Holsten, Frau Drubin und Herr Schenk
2.2 Klientel der Fördermaßnahme (FM)
Entwicklungsstand der ausgewählten FM - Gruppe [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] IST – Standermittlung
2.2.1 Herta Holsten
2.2.1.1 Lernbereich: Kognition
2.2.1.2 Lernbereich: Sozialverhalten
2.2.1.3 Lernbereich: Sprache
2.2.1.4 Lernbereich: Emotion
2.2.2 Tony Schenk
2.2.2.1 Lernbereich: Kognition
2.2.2.2 Lernbereich: Sozialverhalten
2.2.2.3 Lernbereich: Sprache
2.2.2.4 Lernbereich: Emotion
2.2.3 Melanie Drubin
2.2.3.1 Lernbereich: Kognition
2.2.3.2 Lernbereich: Sozialverhalten
2.2.3.3 Lernbereich: Sprache
2.2.3.4 Lernbereich: Emotion

3. Zielformulierung
3.1 Erfassung des Hilfebedarfes im Bereich: Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie Freizeitgestaltung und Emotionale und psychische Entwicklung der Klienten
3.2 Festlegung des heilerziehungspflegerischen Ziels in den Bereichen der Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie Freizeitgestaltung und Emotionale und psychische Entwicklung der Klienten
3.3 Teilziele für die gesamte FM – Gruppe während der Gesamtfördermaßnahme
3.4 Individuelle Teilziele der teilnehmenden Klienten
3.4.1 Frau Holsten, Herta
3.4.2 Frau Drubin, Melanie
3.4.3 Herr Schenk, Tony

4 Didaktik – Methodik
4.1 Verlauf der geplanten Fördermaßnahme Name der Fördermaßnahme: „Lass deiner Phantasie freien Lauf“
4.2 Grobe Übersicht der Fördermaßnahme (Zeitschiene)
4.3 Eine mögliche Weiterführung der Fördermaßnahme
4.4 Grundsätzlich didaktisch-methodische Überlegungen
4.5 Grobdarstellung der einzelnen Fördereinheiten (FE)

Hinweis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Mein Drittes Berufspraktikum absolviere ich im Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene in Musterstadt. Mein Einsatzgebiet ist der Wohnbereich der Wohngruppe II.

Dieser Praxisbericht soll klären, inwieweit meine heilerziehungspflegerischen Fähigkeiten und Planungskompetenzen praktisch anwendungsbereit sind.

1. Vorstellung der Praxiseinrichtung Wohnheim für geistig behinderte Erwachsene

1.1 Träger

Träger der Einrichtung ist die Muster GmbH Kreisverband Musterstadt[1].

Zu den weiteren Leistungsangeboten der Muster GmbH gehören: Kindertagesstätten,

Kinder –und Jugendheime, Erziehungsberatungsstellen, Suchtberatungsstellen, Seniorenclubs, Sozialstation, Schwangerenkureinrichtung, Ambulant betreutes Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung sowie Gesellschafter der WfbM „Muster“ gGmbH in Musterstadt. Die Geschäftsführerin der Muster GmbH Kreisverband Musterstadt ist Frau Monika Muster. Die Wohnstättenleitung des Wohnheimes der Muster GmbH für geistig behinderte Erwachsene in Musterstadt wird von Herrn Andreas Mustermann ausgeübt.

1.2 Vorstellung der Einrichtung

„ Wohnheim der Muster GmbH für geistig behinderte Erwachsene in Musterstadt“

Das Wohnheim bietet 24 Bewohnern mit geistiger Behinderung, verteilt auf drei Wohngruppen, ein Zuhause. Die Zusammensetzung der Wohngruppen ist heterogen bzw. heterogen gefügt. Die Altersstruktur der Bewohner und Bewohnerrinnen in der Einrichtung geht von 20 bis 57 Jahren. Die Konzeption der Wohnstätte sieht eine vollstationäre Betreuung vor. Hierbei ist in Folge dessen keine Tagesstruktur vorgesehen, da alle 24 Bewohner werktätig sind. Sie arbeiten zum Beispiel auf dem Kräuter –und Tierhof der Muster gGmbH in Musterstadt oder den St. Christoph-Werkstätten sowie den „Muster“ Werkstätten in Musterstadt. Das Hauptziel der Wohnstätte ist die Integration in die Gesellschaft eines jeden Einzelnen sowie ein damit verbundener, eventueller Übergang in eine selbstständigere Wohnform.

In diesem Zusammenhang liegt der Arbeitsschwerpunkt in der Umsetzung des Normalisierungsprinzips. In Wohngruppe I und II steht für jeden Bewohner oder Bewohnerin je ein Einzelzimmer zur Verfügung, respektive wird von diesen bewohnt. Darüber hinaus gibt es auf diesen beiden Wohngruppen zwei Badezimmer. Alle Wohngruppen verfügen über ihre eigene kleine Infrastruktur, d.h. jede Wohngruppe besitzt eine eigene Küche sowie einen eigenen Speise –und Gemeinschaftsraum. Im Eingangsbereich der Einrichtung befindet sich eine große Halle mit Säulen sowie einer Holz-Glas Fassade. Die überwiegende Nutzung dieser Halle ist im Rahmen großer Feste wie zum Beispiel Fasching oder Weihnachten vorgesehen aber auch Freizeitaktivitäten jeglicher Art können aufgrund der Größe hier stattfinden. Es gibt im zweiten Stock ein Dienstzimmer für das Personal mit angrenzender Personaltoilette. Im dritten Stockwerk befindet sich noch ein Therapieraum der in zeitlichen Abständen auch zum Einsatz kommt. Hier finden beispielsweise individuell für jeden Bewohner einmal in der Woche Massagestunden statt. Dies wird durch ein externes Massagestudio durchgeführt und auch gerne durch die Bewohner angenommen.

1.3 Personal

Die Betreuung erfolgt durch mindestens 50 % pädagogisch qualifiziertes Personal, wie beispielsweise Heilerziehungspfleger/innen, Heilpädagogen/innen etc..

Unterstützung bei ihrer Arbeit erhalten die Fachkräfte meistens durch Praktikanten, Zivildienstleistende oder MAE Kräfte (MAE = Mehraufwandsentschädigung (1,50 € - Kraft).

In meiner Praxistätigkeit arbeitete ich sowohl mit Fachkräften sowie mit pädagogischen Hilfskräften mit und ohne Zertifikat zusammen. Zur Zeit arbeiten in der Wohnstätte Berkenbrück 8 Betreuer, davon 2 Heilpädagoginnen, 2 Heilerziehungspflegerinnen, 2 Hilfskräfte mit Zertifikat sowie 2 Hilfskräfte ohne Zertifikat. Jede Gruppe verfügt über 2 feste Bezugsbetreuer.

1.4 Beschreibung der Gesamtgruppe WG II

Die Wohngruppe II ermöglicht acht Menschen mit geistiger Behinderung ein zu Hause.

Die Gruppe setzt sich aus fünf Bewohnerinnen (Claudia Seip 21Jahre alt, Renate Budig 34 Jahre alt, Melanie Drubin 34 Jahre alt, Antonia Kuhl 44 Jahre alt sowie Herta Holsten 57 Jahre alt) und drei Bewohnern (Tony Schenk 24 Jahre alt, Gerhard Hübel 53 Jahre alt und Utz Gotthard 56 Jahre alt) zusammen.

Das Klientel der Wohngruppe II weist unterschiedliche Behinderungen auf. Die folgenden Behinderungsarten treffen wir auf der Wohngruppe II an, unter anderem mittelgradig bis schwere geistige Behinderung häufig nach ICP (infantile Cerebralparese), sowie einen Bewohner mit Trisomie 21. Zusätzlich zu den Behinderungsarten gibt es die Beidiagnosen wie Schizophrenie (endogene Psychose, die zum Zerfall der Persönlichkeitsstruktur führt), Postoperative Ischämie (nach einer Operation auftretende, mangelnde Blutversorgung einzelner Körperteile oder Organe), Hemiparese (Lähmung einer Körperhälfte), soziale Entwicklungsdefizite sowie Störungen des Sprachzentrums.

Bei den Behinderungen handelt es sich vor allem um angeborene geistige Behinderungen, einen Ausnahme bildet auf der Wohngruppe II, Frau Holsten. Frau Holsten erlitt in ihrem 38. Lebensjahr einen Schlaganfall. Daraufhin lag sie einen Woche lang im Koma. Dieses Aneurysma (krankhafte örtliche Blutgefäßerweiterung) führte dann zur Schädigung ihres Gehirns, was zu ihrer geistigen Behinderung, sowie einer Hemiparese der linken Körperhälfte geführt hat.

Des weiteren bietet die Wohngruppe einen Platz für Herrn Gotthard, bei ihm ist Trisomie 21 als Behinderungsart festzustellen. In Folge einer in seiner Jugend vollzogenen Hüftoperation, die nicht gut verheilt ist, führte dies bei Herrn Gotthard seit dem zu Bewegungseinschränkungen. Er ist nicht in der Lage lange und schnell zu laufen, da er sein rechtes Bein immer etwas nachzieht.

Frau Seip bewohnt seit Mai 2009 ein Zimmer in der Wohngruppe. Ihre Diagnose stellt sich als anlagebedingte Intelligenzminderung im Grad einer Debilität (geistige Behinderung mit unklarer Genese) dar. In diesem Zusammenhang leidet Frau Seip unter einer starken Persönlichkeitsfehlentwicklung durch mehrere Heimaufenthalte seit dem 8. Lebensjahr verbunden mit sozialen Entwicklungsdefiziten. Es ist sehr schwierig mit Frau Seip zu arbeiten, da sie überwiegend Hilfe ablehnt sowie sich sämtlichen Fördermaßnahmen durch fern halten entzieht.

Eine weitere Bewohnerin ist Frau Drubin, bei ihr ist eine Doppeldiagnose zu verzeichnen: zusätzlich zu ihrer schweren geistigen Behinderung kommt die Beidiagnose Schizophrenie vor, darum wird sie im Kontext dazu mit Psychopharmaka behandelt.

Herr Schenk verliert sich oft in stereotypen Verhaltensweisen, im Rahmen meines bisherigen Praktikums, beobachtete ich, dass Herr Schenk sehr gerne die angeschaltete Waschmaschine durch das Waschmaschinenglas beobachtet. Des weiteren rasiert er sich mit immer gleichen Bewegungsmustern oder versteckt sich in seinem Schrank. Darüber hinaus hört er sehr gerne Musik, dabei steht er gerne im Dunkeln in seinem Zimmer.

Als ein sehr aufgeweckter Bewohner der WG II stellt sich auch Herr Hübel dar. Herr Hübel ist neben Frau Holsten und Herrn Gotthard der einzige Bewohner der Wohngruppe der eine zusätzlich zur geistigen Behinderung, angeborene Körperbehinderung hat. Sein linkes Bein ist seit Kindesalter durch eine Prothese ersetzt. Der Umgang durch ihn damit, erfolgt sehr geschickt und umgänglich. Als Beobachter fällt einem nur die Steifheit der Bewegung auf. Herr Hübel ist aktiver Fahrradfahrer und fährt jeden Morgen vom Wohnheim ca. 6 km zur Arbeit ( WfbM „Muster“ gGmbH).

Alle Bewohner sowie Bewohnerinnen haben unterschiedliche Interessen, Neigungen und Charaktere. Beispielsweise Frau Budig, eine weitere Bewohnerin der Wohngruppe. Sie zieht sich am liebsten in ihr Zimmer zurück zum schlafen oder fernsehen. Da sie von ihrer Arbeit auf dem Kräuter –und Tierhof der format gGmbH in Musterstadt sehr erschöpft ist. Aber auch eine partnerschaftliche Beziehung zu ihrem Freund sorgt dafür, dass Frau Budig lieber ihre Ruhe haben möchte.

Nun möchte ich zur letzten Bewohnerin der Wohngruppe kommen, Frau Kuhl. Sie ist ein sehr kommunikativer Mensch, sie liebt es viel zu reden, ob mit den Betreuern oder ihrem Freund Herrn Gotthard mit dem sie trotz seiner Bewegungseinschränkung gerne durch Musterstadt spazieren geht. Es entstehen in diesem Zusammenhang auch Spannungen zwischen Herrn Schenk und Herrn Gotthard, da auch Herr Schenk gerne mit Frau Kuhl zusammen sein würde. Leider kann und konnte sich Frau Kuhl noch nicht zwischen den beiden entscheiden.

Nochmals bezugnehmend auf die Unterschiedlichkeit eines jeden Bewohners möchte ich folgende Ausführungen hinzufügen. Herr Hübel spielt gerne „Mensch ärgere dich nicht“ und ist immer sehr stolz wenn er nach der wöchentlichen Zimmerreinigung gelobt wird.

Auch Herr Schenk verfügt über seine speziellen Vorlieben, er ist sehr fasziniert vom Element Wasser. Jeden Tag geht er duschen oder baden des weiteren spielt er gern mit fließendem Wasser im Waschbecken, wobei man ihn dabei aufmerksam machen muss, dass Wasser kein Spielzeug ist. Da es teuer und sparsam verwendet werden sollte. Neben dem Wasser galt Herrn Schenks Interesse auch der Musik, hier kennt er viele Interpreten und Lieder. Daher tanzt er auch sehr gern unbeobachtet in seinem Zimmer sowie auf Festen.

Seine Familie ist ihm ebenfalls wichtig, er besucht seine Mutter in regelmäßigen Abständen.

Auch Frau Drubin ist neuen Dingen sehr zugewandt: CD´s, Blumen, Taschen, Kataloginhalte z.B. Regale oder auch Dinge des täglichen Bedarfes einzukaufen ist ihre Leidenschaft. Dabei muss man sie häufig bremsen und ihr klar machen, dass alles auch Geld kostet und sie nur über begrenzten Platz in ihrem Zimmer verfügt. Sie unternimmt fast täglich Spaziergänge mit ihrem Freund aus der Wohngruppe III, die beiden sind schon seit vielen Jahren ein Pärchen. Ihre Partnerschaft ist rein platonisch, da Frau Drubin aufgrund ihrer Diagnose nicht in der Lage weitere Gefühle aufzubauen respektive zuzulassen.

Frau Budig lebt, wie schon erwähnt lieber zurückgezogen. Wenn sie keine Pflichten wie beispielsweise Küchendienst oder Flurreinigung zu erledigen hat, ist sie gern auf ihrem Zimmer. Sie hat einen regelmäßigen familiären Kontakt zu ihrer Tante, die sie auch zu Besuchen am Wochenende einlädt.

Ein wichtiges Tagesereignis ist das gemeinsame Abendbrot der Wohngruppe. Hier kommen alle Bewohner zusammen, tauschen sich über aktuelle Neuigkeiten aus, klären Probleme untereinander und planen gemeinsame Aktivitäten. Der typische Wochenablauf sieht für die Bewohner folgendermaßen aus. Jede Woche sind 2 Bewohner für 7 Tage zum Tischdienst eingeteilt, dazu gehören Frühstück –und Abendbrotvorbereitung, Tisch decken und am Wochenende die Mittagszubereitung zusammen mit einem Betreuer sowie am Donnerstag der zu erledigende Gruppeneinkauf mit Betreuer. Es gibt außerdem noch für jede Woche einen neuen Dienst für die Innenflur –und Badreinigung sowie für den Außenflur. Die dazu eingeteilten Bewohner können selbstständig entscheiden an welchem Tag der Woche sie ihren Dienst erledigen. Am Mittwoch ist für alle Bewohner die wöchentliche Zimmerreinigung zu erledigen. Die Waschtage sind für jeden Bewohner unterschiedlich respektive individuell und richten sich nach dem Aufkommen der Schmutzwäsche, hierbei ist überwiegend die Unterstützung der Betreuer notwendig.

2. Klientel der Fördermaßnahme

2.1 Begründung der Auswahl der FM – Gruppe:

Frau Holsten, Frau Drubin und Herr Schenk

Zur Auswahl meiner FM – Gruppenmitglieder möchte ich folgende Begründung abgeben.

Mir ist aufgefallen, dass alle Gruppenmitglieder von emotionalen Defiziten betroffen sind.[2]

Da alle ausgewählten Mitglieder aber über den Willen und die Eignung verfügen sich kreativ zu beteiligen ist es ein Weg die vorhandenen Teilnehmer auf diesem temporären Stück (Praktikumszeit) zu begleiten. Meinerseits möchte ich emotionale Dialoge im Gruppengeschehen durch emotionalen Austausch und Kontakt untereinander schaffen respektive erreichen. Alle Teilnehmer verfügen über Ausdrucksfähigkeit im Rahmen ihrer individuellen Persönlichkeit. Zu ihnen über den Weg des kreativen Ausdruckes durchzudringen ist mir ein Anliegen und soll zu einer positiveren Wahrnehmung ihrer Umwelt führen. Es ist für mich wichtig was die Klienten bewegt im täglichen Leben, was sie ärgert und was sie erfreut. Kommunizieren über künstlerischen Ausdruck soll zum Erfolg führen, Ängste und Spannungen der Klienten abbauen. Jeder Klient hat etwas was ihn bewegt. Darum möchte ich für die drei Beteiligten einen Ausgleich schaffen. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben über die Fördermaßnahme „Lass deiner Phantasie freien Lauf“ ihr Sozialverhalten sowie ihre emotionale Entwicklung zu stärken. Die Bewältigung von Angst, Unruhe und Spannungen sowie der Abbau von Aggressionen und die Angst vor Neuem sind die Hauptbeweggründe, weshalb ich diese drei Klienten als meine FM – Gruppe ausgewählt habe.

2.2 Klientel der Fördermaßnahme (FM)

Entwicklungsstand der ausgewählten FM - Gruppe [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] IST – Standermittlung

2.2.1 Herta Holsten

Diagnose

Als Hauptdiagnose ist bei Frau Holsten geistige Behinderung nach einem Schlaganfall im 38. Lebensjahr festzustellen. In Verbindung mit einem Aneurysma (krankhafte örtliche Blutgefäßerweiterung) führte das zur Schädigung ihres Gehirns, sowie einer Hemiparese der linken Körperhälfte. Der Grad ihrer Behinderung beträgt 100 %.

Allgemeines zu Frau Holsten

Frau Holsten lebt seit Juli 1991 in der Einrichtung. Zu ihren Neigungen gehören neben Tischtennis auch Singen, Fernsehen, Keramik, Kreuzworträtsel lösen, Musik hören sowie Würfelspiele spielen. Frau Holsten liebt es aus ihrer Vergangenheit zu erzählen, von ihrer Familie, ihrem Haus, ihren Eltern sowie ihrem Erlebten. Frau Holsten verfügt über einen reichen Schatz an Liedern, Gedichten, Sprüchen und Witzen jeglicher Art. Sie nutzt oft die Gelegenheit sich musisch-kreativ zu beteiligen beziehungsweise sich zu betätigen.

Im negativen Kontext dazu ist sie oft überfordert was ihre tägliche Lebensgestaltung betrifft. Beispielsweise versteckt sie mit voller Absicht benutzte Inkontinenzmaterialien und Essensreste. Oft ignoriert sie Anweisungen der Betreuer und macht bewusst, dass Gegenteil von dem was man ihr sagt. Des weiteren missachtet sie mit Absicht die Regeln des Zusammenlebens und ignoriert ihre Pflichten zum Beispiel gießt sie dann nicht die Blumen, obwohl dies fester Bestandteil der ihr übertragenen Aufgaben ist.

2.2.1.1 Lernbereich: Kognition

Alltägliche Lebensführung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Frau Holsten kann in diesem Zusammenhang im Bereich der täglichen Lebensführung aus ihren Erfahrungen sowie ihrem noch vorhandenem Wissen schöpfen. Sie ist sehr gut in der Lage Wurstteller sowie Salate für das Abendbrot zuzubereiten, sie trennt ihre Wäsche in Bunt –und Weißwäsche, erledigt ihre Zimmerreinigung gut mit geringen Hinweisen durch die Betreuer.

Ebenfalls kann sie in Begleitung kleine Einkäufe im Dorfladen besorgen. Frau Holsten muss aber auch bei ungeliebten Arbeiten durch Anleitung und Unterstützung durch die Betreuer begleitet werden beispielsweise bei Gruppeneinkäufen im Rahmen ihres Tischdienstes.

Individuelle Selbst –und Basisversorgung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Frau Holsten isst sehr gerne und wenn möglich sehr viel, da ihr in diesem Zusammenhang das Maß fehlt. Durch intensive Förderung und Begleitung über mehrere Jahre ist es gelungen, dass Frau Holsten ein normales Körpergewicht erlangt hat. Ohne Hilfe der Betreuer wäre Frau Holsten in der Art und Menge, was die Auswahl der Speisen betrifft einem starken Gewichtsproblem unterworfen. Was die Hygiene von Frau Holsten betrifft ist sie in diesem Bereich nur teilweise eingeschränkt. Duschen, Zähneputzen sowie An- und Auskleiden stellen für sie kein Problem dar.

Aber beim Nehmen eines Bades ist Unterstützung unbedingt nötig, da Frau Holsten aufgrund ihrer Beidiagnose (Hemiparese) nicht allein dazu in der Lage wäre. In Bezug auf ihre Inkontinenz bzw. das zu verwendende Material benötigt sie lediglich Hilfe beim Entsorgen. Hier sind tägliche Kontrolle und Erinnerung durch einen Betreuer nötig, da sie dieses auch gern versteckt.

Infrastruktur, Mobilität und Hilfsmittel [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Frau Holsten verfügt aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung über orthopädische Schuhe für die tägliche Fortbewegung. Sie nutzt aber um zur Arbeit zu gelangen den Fahrdienst der WfBM.

Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Frau Holsten erhält dahingehend ständige Motivation, Begleitung und Unterstützung durch die Betreuer was die Auswahl und Menge von gesunden Nahrungsmitteln betrifft. Frau Holsten vollzieht jeden Abend Sport auf dem Hometrainer (Fahrrad), was ihr sehr gut gelingt, trotz ihrer Hemiparese. Einhergehend mit dem dadurch erfolgtem Gewichtsverlust konnte bei Frau Holsten eine verbesserte Mobilität erreicht werden.

2.2.1.2 Lernbereich: Sozialverhalten

Gestaltung sozialer Kontakte und Beziehungen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Sozialverhalten

Frau Holsten hat engen Kontakt zu ihrer Schwester, ihrem Sohn sowie dessen Familie. Dort verbringt sie überwiegend Feste zum Beispiel Weihnachten aber auch Feiertage. Ihre soziale Beziehung zu den Mitbewohnern ist eine sehr schwierige, da sie sich oft in den Vordergrund stellt und den anderen Mitbewohnern oft nicht die Chance gibt, sich besser entfalten zu können. Das führt im täglichen Gruppenleben häufig zu Meinungsverschiedenheiten sowie Konflikten untereinander.

Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie Freizeitgestaltung

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Sozialverhalten

Frau Holsten ist neuen Dingen sehr aufgeschlossen, dass spiegelt sich insbesondere auch aufgrund ihrer Neigung an kreativen Aktivitäten wieder. Sie war umgehend bereit an der durch mich stattfindenden Fördermaßnahme teilzunehmen.

Weiter ist Frau Holsten durch ihre motorische Beeinträchtigung (Hemiparese) etwas beschwert in der Ausübung diverser körperlicher Aktivitäten z.B. tanzen.

Dahingehend ist sie schnell erschöpft, obwohl sie Spaß an jeglicher Aktivität hat. Insbesondere in Gruppenaktivitäten nutzt Frau Holsten die Möglichkeit ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Neuen Menschen tritt, soweit ich das beobachten konnte, sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber.

Arbeit und Beschäftigung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Kognition und Sozialverhalten

Die Arbeit in der WfbM „Muster“ gGmbH in Musterstadt spielt für Frau Holsten eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Sie geht gerne arbeiten und äußert sich hinsichtlich dessen immer positiv.

2.2.1.3 Lernbereich: Sprache

Kommunikation und Orientierung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Kognition und Sprache

Frau Holsten kann lesen und schreiben, sie spricht klar und deutlich und verfügt über einen umfangreichen Wortschatz.

Sie ist sogar in der Lage einzelne Wörter auf Englisch oder

Russisch zu sagen und die dazu gehörige Übersetzung zu benennen. Darüber hinaus kann sich Frau Holsten in gewohnter Umgebung wie Musterstadt sehr gut orientieren.

2.2.1.4 Lernbereich: Emotion

Emotionale und psychische Entwicklung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Emotion und Sozialverhalten

Bei der Bewältigung von Angst, Unruhe sowie Spannungen ist einfühlsames Begleiten und Handeln durch die Betreuer weiterhin nötig. Die Konflikte mit ihren Mitbewohnern versucht sie stetig, mit Vergesslichkeit zu begründen und zeigt sich daher nur wenig beeindruckt, was die Lösung ihrer Probleme betrifft. Im Kontext dazu besteht die Wichtigkeit darin, Frau Holsten ihr Verhalten aufzuzeigen und gemeinsam zu reflektieren. Weiterhin ausgleichende Angebote zu schaffen und gemeinsam mit ihr zu arbeiten.

2.2.2 Tony Schenk

Diagnose

Die Hauptdiagnose bei Herrn Schenk ist geistige Behinderung nach frühkindlicher Hirnschädigung. In Verbindung dazu leidet Herr Schenk an einer Sehschwäche, was dazu führt, dass Herr Schenk eine Brille tragen muss.

Allgemeines zu Herrn Schenk

Herr Schenk lebt seit November 2004 in der Wohnstätte für geistig behinderte Erwachsene in Musterstadt. Zu seinen Neigungen gehören Musik sowie Küchenarbeiten die er gut und gewissenhaft erledigt.

2.2.2.1 Lernbereich: Kognition

Alltägliche Lebensführung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich Kognition

Herr Schenk ist gut in der Lage die Tätigkeiten des täglichen Lebens mit Hilfe und bei Bedarf unter Kontrolle des Betreuers durchzuführen. Es ist ihm möglich unter Anleitung den Tisch

einzudecken sowie das Schneiden von Gemüse selbst durchzuführen. Auch das Zubereiten von Wurstplatten bereitet ihm unter Anleitung wenig Schwierigkeiten, trotz seiner eingeschränkten feinmotorischen Fähigkeiten. Herr Schenk rasiert sich täglich, dabei ist Nachkontrolle nötig, da er sonst einige Hautpartien auslässt. Herr Schenk besitzt die Eigenart sich beim Rasieren nicht im Spiegel anzugucken, da er sich nicht gerne sieht.

Ein primärer Betreuungsschwerpunkt ist die Ordnung im eigen Bereich respektive seinem Zimmer. Er kann hier keine Grundordnung halten und benötigt täglich die Motivation sein Zimmer aufzuräumen. Da er auch gerne Lebensmittel im selbigen versteckt, die dann anfangen zu verschimmeln.

Individuelle Selbst –und Basisversorgung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Herr Schenk besitzt klare Zu –und Abneigungen gegenüber bestimmten Lebensmitteln z.B. isst er sehr gerne Zwiebeln, aber keinen Käse. Er bereitet sich seine Brote selbstständig zu und wählt dahingehend seine Lebensmittel aus.

Seine persönliche Hygiene beinhaltet sich regelmäßig zu duschen, zu baden oder zu waschen sowie sich zu rasieren.

Hier ist selten Motivation nötig, da er dies weitestgehend selbstständig ausübt und Wasser sein Lieblingselement ist. Herr Schenk wählt seine Kleidung selbst aus, es ist aber oft so, dass ihm die Kleidung witterungsgerecht bereit gelegt wird. Da Herr Schenk gern seine Lieblingsstücke auch mal mehrere Tage trägt.

Infrastruktur, Mobilität und Hilfsmittel [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Herr Schenk verfügt über keinerlei Hilfsmittel was seine tägliche Fortbewegung betrifft. Er nutzt täglich, um zur Arbeit zu gelangen, den Fahrdienst der WfbM.

Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Herr Schenk ist sich der gesundheitsfördernden Aspekte von Gemüse und Obst durchaus bewusst, dennoch kann er auch kleinen Naschereien nicht widerstehen.

Das führt zwangsläufig zu Zahnproblemen. Hier ist weiterhin Kontrolle und Sorge zu tragen, dass Herr Schenk auch weiterhin auf seine Zahngesundheit achtet. Zu den speziellen pflegerischen Aufgaben gehört bei Herrn Schenk das Eincremen zur Linderung von Akne, dies wird stellvertretend durch die Betreuer ausgeführt.

2.2.2.2 Lernbereich: Sozialverhalten

Gestaltung sozialer Kontakte und Beziehungen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Sozialverhalten

Herr Schenk ist ein ruhiger, junger Mann, dem Harmonie und eine angenehm ruhige Atmosphäre wichtig sind. Er geht Spannungen und Ärger aus dem Weg. Streitereien, auch wenn sie ihn nicht persönlich betreffen, beschäftigen ihn sehr lange, und er redet dann den ganzen Tag von ihnen. Es bereitet ihm trotz seines ruhigen Wesens Schwierigkeiten, Kontakte und Beziehungen zu anderen Bewohnern aufzubauen, da er ihnen immer wieder Dinge entwendet. Ein bis zweimal monatlich, an Feiertagen oder wenn er Urlaub hat besucht, Herr Schenk seine Mutter. Zur Kontaktaufnahme benötigt er die Unterstützung der Betreuer.

Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie Freizeitgestaltung

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Sozialverhalten

Herr Schenk hört und tanzt gerne im eigenen Zimmer nach Musik, dass ist sein Hobby. Hierfür findet er große Begeisterung, er kennt viele Interpreten und Titel. Zu anderen Aktivitäten ist er zu motivieren, wenn es dem Betreuer gelingt, seine Unruhe und Ängste vor Neuem zu dämmen. Ansonsten versteckt er sich gerne im Bad oder in seinem Zimmerschrank.

Arbeit und Beschäftigung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Kognition und Sozialverhalten

Herr Schenk geht einer täglichen Arbeit in der WfbM „Muster“ gGmbH in Musterstadt nach.

Diese macht ihm nach eigener Aussage Spaß und er geht gerne in die WfbM.

2.2.2.3 Lernbereich: Sprache

Kommunikation und Orientierung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Kognition und Sprache

Herr Schenk nutzt zur Kommunikation Einwortsätze sowie Wortgruppen, um mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren. Sofern er dazu noch nervös oder aufgeregt ist, kommt noch ein stottern dazu.

Aber Herr Schenk ist dennoch gut in der Lage, sein Anliegen verbal zu vermitteln. Seine Orientierung im Wohnbereich sowie der WfbM ist gut, da dies seine

vertraute Umgebung darstellt. Außerhalb dieser Umgebung benötigt er die Begleitung einer ortskundigen Person.

2.2.2.4 Lernbereich: Emotion

Emotionale und psychische Entwicklung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereiche: Emotion und Sozialverhalten

Herr Schenk leidet oft unter innerer Unruhe und Ängsten, gerade wenn er mit neuem konfrontiert wird oder eine Anforderung an ihn gestellt wird. Dies führt dazu, dass er sich zurückzieht und versteckt. Es ist ihm dann nicht mehr möglich, sich gewissenhaft auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Weiterhin ist hier das einfühlsame Eingehen durch eine ihm vertraute Person nötig, beispielsweise durch Schaffung von Angeboten die im emotionalen Bereich liegen, um Ängste und Spannungen seinerseits abzubauen.

2.2.3 Melanie Drubin

Diagnose

Die Hauptdiagnose bei Frau Drubin besteht in schwerer geistiger Behinderung. Als Beidiagnose ist Schizophrenie festgestellt worden. Frau Drubin leidet zusätzlich unter einer Sehschwäche, was das Tragen einer Brille bzw. Sehhilfe erforderlich macht. Der Grad ihrer Behinderung beträgt 100 %.

Allgemeines zu Frau Drubin

Frau Drubin lebt seit März 1994 in der Einrichtung.

Frau Drubin hört gern Musik, am liebsten Schlager oder Volksmusik. Bezüglich ihrer diagnostizierten Schizophrenie war vor der stationären Aufnahme eine akute Wesensänderung zu verzeichnen. Ihr Verhalten wurde deutlich aggressiver bis hin zu Wutausbrüchen oder Wahnvorstellungen. Dies konnte mit Psychopharmaka bis zum heutigen Zeitpunkt gut eingestellt werden. Frau Drubin nimmt gerne nach vorheriger Motivation an Kreativangeboten teil.

2.2.3.1 Lernbereich: Kognition

Alltägliche Lebensführung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Frau Drubin kauft sehr gerne ein. Sie ist sehr interessiert an neuen Dingen, die sie am liebsten alle auf einmal kaufen möchte. Zu ihren Vorlieben gehört es, Kataloge durch zu blättern und die entdeckten Sachen möglichst schnell zu kaufen. Daraus resultieret, dass sie ihre Einkäufe nicht plant. Das heißt, sie hat keine Vorstellung von Art und Menge von Einkäufen und preisbewusstem Einkauf. Sie ist oft nicht in der Lage klare Wünsche zu äußern und entscheidet sich sehr schnell um. Im Rahmen meines Praktikums stellte ich dies beim Schuheinkauf mit Frau Drubin fest, trotzdem wir gemeinsam ein Paar Winterschuhe ausgesucht haben, trägt Frau Drubin diese nicht, da sie ihr auf einmal nicht mehr gefallen.

In diesem Zusammenhang ist Hilfestellung und ständige Begleitung nötig.

In Bezug auf die Zubereitung von Mahlzeiten gelingt es Frau Drubin unter ständiger Anleitung ihren Tischdienst gut zu bewältigen z.B. Wurstteller zubereiten oder den Tisch zu decken. Frau Drubin benötigt bei der Wäschepflege immer wieder die Hilfestellung des Betreuers, da sie nicht selbstständig in der Lage ist, die Wäsche zu sortieren sowie die Waschmaschine zu bedienen. Das Aufhängen der Wäsche erledigt sie allein.

Ihre Zimmerreinigung bewältigt sie allein, hier ist aber Motivation und Kontrolle durch die Betreuer nötig, da Frau Drubin auch gern Teilbereiche ihres Zimmers auslässt.

Der Umgang mit Geld bereitet ihr erhebliche Schwierigkeiten, da sie über keinerlei Wertvorstellung in Bezug auf Geldeinteilung verfügt. Darum wird ihr täglich das Taschengeld in kleinen Beträgen ausgezahlt.

Individuelle Selbst –und Basisversorgung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

In der Auswahl von Art und insbesondere Menge der Nahrung hat Frau Drubin große Schwierigkeiten. Ohne die Begleitung und Hilfestellung der Betreuer würde sich Frau Drubin sehr ungesund und unkontrolliert ernähren. Hier ist weiterhin Begleitung nötig.

Frau Drubin erledigt ihre Körperpflege beispielsweise duschen selbstständig. In diesem Zusammenhang sind nur teilweise Hinweise erforderlich. Auch bei der Toilettenbenutzung benötigt Frau Drubin keine Hilfe, da sie das sachgerecht und selbstständig erledigt.

Infrastruktur, Mobilität und Hilfsmittel [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

In diesem Punkt ist Frau Drubin physisch auf keinerlei Hilfsmittel angewiesen. Sie nutzt täglich, um zur Arbeit zu gelangen den Fahrdienst der WfbM.

Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Kognition

Es müssen Frau Drubin täglich durch die Betreuer Medikamente verabreicht werden, da sie dazu nicht allein in der Lage wäre beziehungsweise ist. Zu Arztterminen ist eine betreuende Begleitperson nötig, da sie nicht allein imstande ist Ärzte aufzusuchen.

Im Punkt der Ernährung ist Frau Drubin nicht in der Lage selbstständig auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Es bedarf immer wieder an Angeboten und Hinweisen was gesunde Lebensmittel betrifft. Sport ist ebenfalls ein wichtiger Faktor zur Normalgewichtserhaltung, deshalb macht Frau Drubin jeden Abend Sport auf einem Stepper.

2.2.3.2 Lernbereich: Sozialverhalten

Gestaltung sozialer Kontakte und Beziehungen [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Lernbereich: Sozialverhalten

Frau Drubin ist nicht in der Lage Beziehungen zu Mitbewohnern aufzubauen respektive diese zu pflegen. Außer der platonischen Beziehung zu einem Bewohner aus der WG III ist sie mehr ein Einzelgänger. Sofern sie durch andere Bewohner verärgert wird, reagiert sie auch mit Aggressionen. In Bezug auf das Einhalten von Absprachen sind Erinnerungen durch die Betreuer nötig. Überwiegend ist Frau Drubin gegenüber dem Betreuungspersonal stets höflich und freundlich. Zu ihren Angehörigen besteht kein Kontakt mehr.

[...]


[1] vgl. Konzept der Muster-Wohnstätte für erwachsene geistig behinderte Menschen, Stand: November 2006

[2] vgl. hierzu 2.2.1.2, 2.2.2.2 und 2.2.3.2 Lernbereich: Sozialverhalten [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben sowie Freizeitgestaltung sowie 2.2.1.4, 2.2.2.4 und 2.2.2.4 Lernbereich: Emotion [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Emotionale und psychische Entwicklung der Klienten

Details

Seiten
70
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656652342
ISBN (Buch)
9783656652335
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273513
Note
1
Schlagworte
praxisbericht dritte praxisphase geeignetes verfahren heilerziehungspfleger/in aufgabe schulischer auftrag vorbereitung verfahrens hospitation praxisstelle planung hospitationseinheit schriftliche reflexion

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Titel: Praxisbericht - Dritte Praxisphase - "Geeignetes Verfahren" Heilerziehungspfleger/in