Lade Inhalt...

Probleme des "maskulinen" Journalismus

Auswirkungen auf die Rezeption von TV Nachrichtenbeiträgen und Aufzeigen eines Problemlösungsansatzes bei weiblichen Rezipienten

Seminararbeit 2010 10 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellungen
1.2. Forschungsstand

2. Hauptteil
2.1. Begriffsdefinition
2.2. Informationsverarbeitung beim weiblichen Geschlecht
2.3. Probleme des ‘maskulinen’ Journalismus

3. Schlussteil

4. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Die Rezeption von TV Nachrichten und die während der Rezeption von statten gehenden Informationsverarbeitungsprozesse erachte ich als sehr kontrovers diskutierte Bereiche innerhalb der Rezeptionswirkungsforschung. Weder die Rezeption als Bereich der Kommunikationsforschung noch die Prozesse der Informationsverarbeitung innerhalb der Psychologie sowie Biologie sind losgelöst voneinander zu betrachten. Stattdessen soll die Arbeit vor allem eine Beziehung zwischen Rezeption und Informationsverarbeitungsprozesse aufzeigen und in abschliessender Betrachtung mögliche Änderungen in der Konzeptualität von TV Nachrichten benennen.

Bei der Rezeption sowie den Informationsverarbeitungsprozessen geht es in meiner Arbeit vordergründig darum, die Informationsverarbeitung von Mann und Frau differenzierter zu betrachten, um genderspezifische Unterschiede herauszustreichen. Wie ich im Hauptteil zeigen werde, rezipieren Frauen TV Nachrichten anders als Männer, sie verstehen die gezeigten TV Beiträge weniger gut als Männer und können über gezeigte Beiträge weniger detailliert Auskunft geben. Anhand einer Studie von Hendriks Vettehen u.a. (2004), die postuliert, dass „Television news is frequently seen as a ‚masculine‘ genre in that it is made by men, especially for these men, and that it is largely about men“ (Hendriks Vettehen u.a. 2004: 236), versuche ich die bestehenden Informationsdefizite bei weiblichen Rezipienten zu erklären und Lösungsansätze ansatzweise aufzuzeigen. Im Hinblick auf die Konstatierung von Problemen des maskulinen Journalismus fokussiere ich auf die textuelle Ebene und lasse bewusst die Problematik der Gleichstellung von Mann und Frei im Beruf Journalismus weg.

1.1. Fragestellungen

Die in der Nachrichtenwerttheorie erhobenen Kriterien, wonach ein ‚reales‘ Abbild der Wirklichkeit möglichst „objektiv, rational und distanziert“ (Hendriks Vettehen u.a. 2004: 237) sein sollte, divergieren mit den Nachrichtenwerten „intim, emotional und menschlich“ (Hendriks Vettehen u.a. 2004: 237), die dem Informationsprozess innerhalb des weiblichen Gehirns eher entsprechen würden. Es ist daher für meine Arbeit essenziell, Lösungswege aufzuzeigen, gerade im Hinblick auf die Informationslücke, die offenbar vor allem für weibliche Rezipienten ein Problem darstellt. Die Forschungsfrage lautet demnach wie folgt:

Könnten Nachrichtenbeiträge von Frauen eher verstanden und in ihrem Sinne eher rezipiert werden, wenn die oben genannten maskulinen Kriterien abgeändert würden?

Wäre eine sanfte Abänderung in Richtung eines ‚Human-Interest‘ für weibliche Rezipienten von Vorteil, wenn es darum geht, Nachrichtenbeiträge besser zu verstehen und sie lückenloser zu rezipieren?

1.2. Forschungsstand

Die Vortragsgruppe um Michael Schlickenrieder, Sebastian Cron und Roman Weber konstatierte schon bei der Präsentation einen sehr dünn besetzen Forschungsstand beim Thema TV Nachrichtenbeiträge und deren unterschiedliche Geschlechterrezeption. Zwar konstatierte Gunter (1987: 86) schon damals, dass „in assessing the differential accumulation of information from the mass media by different segments of the audience, most researchers have focused on knowledge differences associated with education and social class“, und auch Dahlgren (1986: 127) proklamierte, dass “the audiences in turn, can be analyzed as to their understanding of these messages, how much they learn from them, which of them they can remember, and so on”. Bis in die neunziger Jahre hinein war die Fokussierung auf Geschlechterunterschiede im Bereich der TV Nachrichten praktisch inexistent. Neuere Erkenntnisse zu diesem Thema innerhalb der Genderdiskussion verdankt die Forschung vor allem den explorativen, qualitativen, aber leider kaum repräsentativen (da Probandenanzahl häufig unzureichend) Studien von Hendriks Vettehen u.a. (1996/1999/2004) von der Universität Nijmegen. Weitere sehr neue Studien untersuchen nicht mehr nur die Geschlechterspezifischen Unterschiede, sondern berufen sich auf das sogenannte ‚Psychological Gender‘, wonach Frauen wie Männer weibliche sowie männliche Denkstrukturen aufwiesen (vgl. Bauer u.a. 2010: 9-16). Der Einbezug des Psychological Gender in meine Arbeit würde aber dieser komplexen Materie nicht gerecht. Es wäre stattdessen ratsam, das Psychological Gender innerhalb einer Lizentiats- oder Doktorarbeit genauer zu beleuchten.

2. Hauptteil

Im Hauptteil erkläre ich zunächst den Begriff der TV Nachrichten, und veranschauliche, in welchem Kontext was darunter zu verstehen ist. Vor allem Dahlgrens (1986) Semantik des Begriffs soll Anwendung finden. Im Nachgang fokussiere ich auf die Informationsverarbeitung des weiblichen Geschlechts, um abschliessend die Thematik des maskulinen Journalismus zu vergegenwärtigen.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656657965
ISBN (Buch)
9783656657934
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273582
Institution / Hochschule
Universität Zürich – Philosophische Fakultät Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung
Note
1,5
Schlagworte
Journalismus maskulin Feminismus TV Nachrichten Biologie Psychologie Gehirn Medien Medienwirkung Medienwirkungsforschung Information Informationsverarbeitung Gleichstellung Gender Nachrichtenwert

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Probleme des "maskulinen" Journalismus