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Die Methode der teilnehmenden Beobachtung

Ausarbeitung 2010 11 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2. Die Feldforschung
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Historische Entwicklung

3. Die praktische Anwendung der Feldforschung
3.1 Vorbereitungsphase
3.2 Im Feld

4. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung
4.1 Definition der Beobachtung
4.2 Das Konzept der teilnehmenden Beobachtung
4.3 Probleme bei der teilnehmenden Beobachtung
4.4 Der Feldzugang
4.5 Das Protokollieren

5. Kritik an der teilnehmenden Beobachtung

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung

Ethnologen müssen „[…] den Standpunkt der Eingeborenen, seinen Bezug zum Leben […] verstehen und sich seine Sicht seiner Welt vor Augen […] führen. Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu studieren, wir müssen das untersuchen, was sie am unmittelbarsten betrifft, nämlich ihre konkreten Lebensumstände […]“ (Malinowski 1979, zit. n. Greverus 1982: 207). Mit dieser Aussage beschreibt der Anthropologe Bronislaw Malinowski treffend die Tätigkeit der Ethnologen. Um unbekannte Völker verstehen zu können, ist demnach eine direkte Kommunikation mit den fremden Menschen in ihrer Umwelt erforderlich.

1.2 Zielsetzung

In dieser Arbeit soll die teilnehmende Beobachtung als Teil der Feldforschung untersucht werden. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

- Zweckmäßigkeit der teilnehmenden Beobachtung?
- Wie sieht die Methode in der praktischen Anwendung aus?
- Welche Probleme könnten bei der Durchführung entstehen?
- Welcher Zusammenhang besteht zwischen Verstehen und Beobachtung?

1.3 Vorgehensweise

Nachdem im ersten Kapitel das Thema dieser Arbeit vorgestellt worden ist, wird das zweite Kapitel eine Definition über die „Feldforschung“ sowie eine skizzenhafte Darstellung über deren geschichtliche Entwicklung beinhalten. Eine kurze Übersicht über die praktische Anwendung der Feldforschung ist ein Bestandteil des dritten Kapitels. Das vierte Kapitel beschäftigt sich ausgiebig mit der „teilnehmenden Beobachtung“ als Methode der Feldforschung. Nach einer detaillierten Auseinadersetzung wird die Technik im fünften Kapitel kritisch analysiert werden. Die Zusammenfassung im Hinblick auf die zentralen Fragen dieser Arbeit, ist Bestandteil des sechsten Kapitels.

2. Die Feldforschung

2.1 Begriffsbestimmung

Bevor detailliert die Vorgehensweise der Feldforschung beschrieben werden kann, soll zunächst einmal geklärt werden, was sich genauer hinter diesem Begriff verbirgt.

Im Wesentlichen besteht die Aufgabe der Feldforschung darin, „Fremdheit des Untersuchungsfeldes zu überwinden und die Handlungsweisen der Akteure zu verstehen“ (Atteslander 1993: 79). Die Ethnologen müssen die Fähigkeit besitzen, spezifische Phänomene im Zusammenhang der jeweiligen Kultur betrachten zu können (vgl. Beer 2003: 12), um somit die „Gesamterscheinung menschlich-gesellschaftlichen Verhaltens zu ermitteln“ (Atteslander 1993: 79). Dies kann unter Umständen eine schwierige Aufgabe sein, denn der Forscher muss seine eigenen kulturellen Selbstverständlichkeiten ablegen, damit er sie nicht unwillkürlich auf die zu Untersuchende Gruppe reflektiert (vgl. ebd.: 79).

Die Feldforschung ist ein empirisches Vorgehen, das zwar an Theorien gebunden ist, allerdings auch gleichzeitig an eine methodische Vorgehensweise gekoppelt ist (vgl. Beer 2003: 12). Es besteht also ein Wechselspiel zwischen Theorien und Feldforschungen, da sich Hypothesen auf die gesammelten Daten vom „Feld“ stützen. Die Verknüpfung der Datensammlung und der Theoriebildung standen jedoch nicht immer in einem „interdependenten Verhältnis“ (Schmidt 1984: 40), sondern entwickelte sich erst im Laufe der ethnologischen Geschichte, die im nächsten Abschnitt näher geschildert werden soll.

2.2 Historische Entwicklung

Das Interesse an unbekannten Ländern bzw. Völkern scheint schon immer da gewesen zu sein. So kann man die ersten ethnologischen Schriften bereits in der frühen Antike finden (vgl. Kohl 2000: 101). Die herausragendsten Schriften sind Herodot (etwa 490 – 430) zuzuweisen. Seine Aufzeichnungen über fremde Kulturen beruhen auf seinen eigenen Beobachtungen, so wie auf systematischen Nachforschungen (vgl. ebd.: 101). Seine Werke übten bis in die Neuzeit großen Einfluss auf die Anthropologen aus und er gilt daher als „Vater der Ethnologie“ (ebd.: 101). Waren die Berichte im 18. Jahrhundert über „exotische“ Kulturen noch sehr vorurteilsfrei dargestellt, kamen im Hintergrund der europäischen Kolonialexpansion die Intoleranz und Herabsetzung der vermeintlich „primitiven“ Völker in den Schriften zum Ausdruck (vgl. ebd.: 105). Die arrogante Grundeinstellung trübte das „Verständnis fremder Lebensformen“ (ebd.: 105), sodass man den Reiseberichten kritisch gegenüberstehen musste. Dies war jedoch nicht der einzige Grund, weshalb die Schriften über fremde Kulturen mit Vorsicht zu genießen waren. Denn selbst als sich das „Fach gegen Ende des 19. Jahrhunderts als universitäre Disziplin etablierte“ (ebd.: 106) gab es noch eine strikte Trennung zwischen dem, der die Daten sammelte und demjenigen, der für die Interpretation zuständig war. Die Bildung einer Theorie fand zu Hause statt und obwohl der Analytiker sich nicht in eine unbekannte Umwelt begab, genoss die Tätigkeit der Theoriebildung weitaus größeres Ansehen (vgl. ebd.: 106). Erst Bronislaw Malinowski brachte den entscheidenden Bruch (vgl. ebd.: 109), denn „durch seine Formulierung der Grundsätze [schuf] er das Endprodukt einer empirischen Wende“ (ebd.: 109).

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656660101
ISBN (Buch)
9783656660095
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v273690
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Gesellschaftswissenschaften und Philosophhie
Note
2,0
Schlagworte
methode beobachtung

Autor

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