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Grundlagen der basalen Stimulation und Umsetzung im stationären Bereich

Hausarbeit 2013 13 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen der Basalen Stimulation®
1.1 Konzept der Basalen Stimulation®
1.2 Grundüberlegungen des Konzepts
1.2.1. Haltung
1.2.2. Kompetenzen
1.2.3 Technik
1.3 Der basale Zugangsweg zum Menschen
1.3.1. Lebenskräfte
1.3.2. Sensobiografie
1.3.3. Lebensthemen
1.3.4. Orientierungsräume
1.3.5. Elementare Wahrnehmung

2. Möglichkeiten der Umsetzung im stationären Bereich
2.1 Lebensthema „Die Außenwelt erfahren“
2.2. Lebensthema „Selbstbestimmung und Verantwortung leben“

3. Literaturverzeichnis:

1. Grundlagen der Basalen Stimulation®

1.1 Konzept der Basalen Stimulation®

Das Konzept wurde vor mehr als 35 Jahren durch Professor Dr. Andreas Fröhlich entwickelt.

Professor Fröhlich war am Institut für Sonderpädagogik der Universität Landau / Pfalz tätig. Durch seine Berufserfahrung in der Sonder- und Heilpädagogik mit schwerstmehrfachbehinderten Kindern im Rehabilitationszentrum Landstuhl, forschte er intensiv auf dem Gebiet schwerer Behinderung, Bewusstlosigkeit und Pflegebedürftigkeit.

Bis in die 1970er Jahren war es Kindern und Jugendlichen mit schwersten Behinderungen nicht möglich eine Schule zu besuchen. Diese Kinder wurden von der Schulpflicht befreit. Auf Drängen von Elternbewegungen und Pädagogen richtete das Land Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland der Bundesrepublik Deutschland ab 1975 bis 1983 einen Schulversuch im Reha- Zentrum Westpfalz, Landstuhl ein.

Im Rahmen der Erarbeitung des Konzeptes Basale Stimulation wurde festgestellt, dass auch schwerstbehinderte Kinder erlebnis- und wahrnehmungsfähig sind, dass auch sie über psychosoziale Kompetenzen verfügen - auch wenn Außenstehende dies häufig kaum registrieren können. Wie alle Menschen, haben Kinder mit schweren Behinderungen ein elementares Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung, Kommunikation und lernen.

Nur können sie diese Bedürfnisse aber schwer selbständig erfüllen. Daher mussten Formen des Zugangs zur Kommunikation mit diesen Kindern und für das Lernen der Kinder gefunden werden. Im Rahmen des Konzeptes Basalen Stimulation, das sich neben den oben genannten Grundsätzen auf Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und -physiologie stützt haben Fröhlich und seine Mitarbeiter den Kindern voraussetzungslose Wahrnehmungserfahrungen angeboten, die an sehr frühe, zumeist vorgeburtliche Erfahrungen anknüpfen:

1. Somatische Wahrnehmung=> Jegliche Berührung mit den entspannten Sinneseindrücken gehört hierzu. Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan. Der somatische Sinn entwickelt sich als erster. Die Erhaltung des Körperschemas steht im Vordergrund
2. Vestibuläre Wahrnehmung=> Das Sinnesorgan für Bewegung und Gleichgewicht, die Stimulation fördert den Lage- und Gleichgewichtssinn
3. Vibratorische Wahrnehmung=> Durch Vibrationen bekommen wir Informationen über unser Körperinneres, das Körpergefühl wird gefördert, wir nehmen Knochen und Gelenke wahr
4. Orale, gustatorische Wahrnehmung=> Kau- und Schluckbewegungen sind für uns Menschen sehr wichtig. Der Mund gehört zu unseren sensibelsten Bereichen. Der Mund hat durch seine Verbindung zur Nase eine doppelte Fähigkeit, Riechnerven und der Geschmackssinn können mitstimuliert werden. Diese Regionen sind die wahrnehmungsstärksten Körperzonen
5. Olfaktorische Wahrnehmung=> Der Geruchssinn ist an die Einatmung gebunden. Alle Geruchsinformationen und Duftbotschaften landen direkt im limbischen System und damit werden Emotionen ausgelöst
6. Visuelle Wahrnehmung=> Wir orientieren uns durch sie in unserer Umwelt, eine gewohnte Umgebung gibt uns Sicherheit
7. Auditive Wahrnehmung=>Ganzkörperliches Hören ist über Geräusche und Vibrationen möglich, die Stimulation fördert die Differenzierungsmöglichkeit und den Kontaktaufbau
8. Taktile Wahrnehmung=> Die in der Haut vorhandenen Rezeptoren reagieren auf Druck und Berührungsempfindungen. Erinnerungen an Bekanntes werden wachgerufen, die Sicherheit und Beruhigung wird gefördert.[1]

Fröhlich und seine Mitarbeiter haben dabei erfolgreich entdeckt, dass die Kinder in ihren Möglichkeiten darauf reagiert haben und so eine elementare Kommunikation entwickeln, die Kinder in ihrem Erleben begleitet und ihre Fähigkeiten fördert.[2]

Mitte der 80er Jahre wurde Prof. Christel Bienstein, Leiterin des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke auf das Konzept aufmerksam. Gemeinsam mit der Dipl.-Pädagogin und Krankenschwester passte Fröhlich das Konzept an die Pflege von Menschen mit schweren Erkrankungen an und entwickeln es bis heute immer weiter.

1.2 Grundüberlegungen des Konzepts

Formuliert von Prof. FRÖHLICH Andreas u. BIENSTEIN Christel für die Arbeit mit wahrnehmungsbeeinträchtigten Menschen: (2004)

„Wir haben aus den Grundüberlegungen des Konzeptes „Basale Stimulation®“ heraus zentrale Ziele entwickelt, die die Person des kranken Menschen ganz in den Mittelpunkt stellen. Dabei kommt es uns ganz besonders darauf an, dass kranke Menschen nicht als Objekte der Pflege gesehen werden, sondern als eigenaktive Subjekte, die derzeit der Pflege bedürfen. Aus diesem Grund beschreiben die zentralen Ziele Aktivitäten aus dem Leben der kranken Menschen, nicht pflegerische Aktivitäten aus dem Berufsleben der Pflegenden. Es ist also ein Perspektivwechsel nötig, ein Wechsel der Standpunkte, es wird erforderlich, sich in die Situation der kranken Menschen hineinzuversetzen und daraus Pflege gemeinsam zu entwickeln.“[3]

Vor wenigen Jahren kam mit den zentralen Zielen der Basalen Stimulation® in der Pflege ein neuer großer Entwicklungsimpuls hinzu (2003). Diese wurden zum besseren Verständnis in „Aktuelle Lebensthemen“ umbenannt und um das Thema „Die Welt entdecken und sich entwickeln“ ergänzt.[4]

Auf diese Lebensthemen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eingehen. Das Konzept der Basalen Stimulation ® beruht auf drei Elementen auf die ich hier nur sehr kurz eingehen werde.

1.2.1. Haltung

Jeder Mensch lebt und handelt aus einer bestimmten Haltung heraus, die von der Kultur, der Familie und den erlebten Erfahrungen geprägt ist. Der Mensch wird als „ Akteur seiner eigenen Entwicklung “ gesehen[5]. Jeder Mensch der durch Krankheit, Alter oder Behinderung in Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation beeinträchtigt ist wird als kommunikationsfähige Persönlichkeit verstanden. An diese Menschen wendet sich das Konzept der Basalen Stimulation® in der Pflege.

[...]


[1] aus: pdf. Datei Sabine Weiß: Basale Stimulation in der Pflege März 2011

[2] Int. Förderverein Basale Stimulation, elektronisch veröffentlicht unter der URL: http://www.basale-stimulation.de/konzept/entstehung/.

[3] aus: Fröhlich A., Nydahl P.: Basale Stimulation® in der Pflege. Thieme 2004.

[4] aus : Buchholz T., Schürenberg A.: Basale Stimulation in der Pflege alter Menschen(2013) S.17.

[5] aus: Buchholz T., Schürenberg A.: Basale Stimulation in der Pflege alter Menschen (2013) S.18.

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656667100
ISBN (Buch)
9783656667094
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274144
Note
1,0
Schlagworte
Basale Stimulation Altenpflege

Autor

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