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Der Kreislauf globaler Handels- und Kapitalströme am Beispiel der USA und ihres größten Gläubigers China

Hausarbeit 2014 32 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung und Zielsetzung

2 Die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen
2.1 Leistungsbilanz und Leistungsbilanzkonzept
2.2 Bilanz der Vermögensübertragungen
2.3 Kapitalbilanz
2.4 Devisenbilanz
2.5 Bilanz der Restposten

3 Die Theorie des internationalen Handels

4 Globale Handels- und Kapitalströme am Beispiel der USA und ihrem größten Gläubiger China
4.1 Internationaler Handel als funktionierendes Bündnis
4.2 Außenwirtschaftliches (Un-) Gleichgewicht 1990-2012
4.3 Kapitalströme: Finanzierungen und Investitionen 2012
4.4 Ursachen und Folgen des außenwirtschaftlichen (Un-) Gleichgewichts

5 Fazit

Anhang und Anlagen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltmarktpreisbildung im Zwei-Länder-Modell

Abbildung 2: Außenhandelsbilanzen der USA und China von 1990 bis 2012

Abbildung 3: Leistungsbilanz in Relation zum BIP

Abbildung 4: Handelsbilanzsaldi weltweit 2010 [Mrd. US$]

Abbildung 5: Leistungsbilanz, Handels- und Dienstleistungsbilanz der USA

Abbildung 6: Leistungsbilanz, Handels- und Dienstleistungsbilanz von China

Abbildung 7: Vergleich der Staatsverschuldung und des Außenhandels von USA und China 2012

1 Einleitung

1.1 Einführung

Durch die zunehmende Internationalisierung und Globalisierung in der Wirtschaft nehmen die globalen sowie ökonomischen Verflechtungen und Beziehungen verschiedener Staaten der Erde zu.[1]

Als Teilbereich der Volkwirtschaftstheorie gewinnt die Außenwirtschaftstheorie, die sich mit den internationalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ländern als auch Regionen befasst, dadurch eine immer größere Bedeutung. Sie ist untergliedert in Modelle der realen und Modelle der monetären Außenwirtschaftstheorie.[2] Während die reale Außenwirtschaftstheorie Fragestellungen des internationalen Handels und der Handelspolitik untersucht und analysiert,[3] rücken in Modellen der monetären Außenwirtschaftstheorie die Existenz unterschiedlicher Währungen, die Betrachtung des internationalen Handels von Gütern und Dienstleistungen sowie der Kapitalverkehr in den Vordergrund.[4]

Diese Arbeit befasst sich innerhalb der realen und monetären Außenwirtschaftstheorie mit den globalen Handels- und Kapitalströmen der zwei größten Volkswirtschaften der Welt.

1.2 Problemstellung und Zielsetzung

In den letzten Jahrzenten haben sich enorme globale außenwirtschaftliche Ungleichgewichte[5] sowie eine politische als auch ökonomische Abhängigkeit der USA und China voneinander eingestellt. Auf der einen Seite hat die USA ihr Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit vergrößert, wohingegen China im Gegenzug die Überschüsse in den Bilanzen vergrößerte, welche wiederum genutzt werden, um die Defizite der USA zu finanzieren.[6]

Ziel der Arbeit ist es die wachsenden Handels- und Kapitalströme zwischen USA und China und somit ihre Abhängigkeit voneinander aufzuzeigen und die ökonomische Nachhaltigkeit in Frage zu stellen. Anhand der Zahlungsbilanz, die als ökonomischer Indikator der Wirtschaftsaktivitäten eines Landes (d.h. in Form von Transaktionen oder Leistungen) gilt, werden die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte am Beispiel der USA und China untersucht und verdeutlicht.[7] Es werden unterschiedliche Ansichten führender Ökonomen zu Ursachen und Folgen von außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten auf die Weltwirtschaft wiedergespiegelt und ein kritischer Blick auf die Nachhaltigkeit gegeben.

Die Einflüsse von Wechselkursen auf die Zahlungsbilanz sowie Auswirkungen der Ungleichgewichte auf die internationalen Finanzsysteme sind nicht Teil der vorliegenden Betrachtung.

Im zweiten Kapitel wird die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen beschrieben. Kapitel drei widmet sich der internationalen Handelstheorie. Auf die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte wird in Kapitel vier detailliert eingegangen. Dieses Kapitel diskutiert die Ansichten verschiedener Ökonomen auf die Ursachen und globalen Auswirkungen des ungleich gewichteten Außenhandels. Kapitel fünf schließt die Arbeit mit einem Fazit ab.

2 Die Zahlungsbilanz und ihre Teilbilanzen

Die Zahlungsbilanz ist dem volkswirtschaftlichen Rechnungswesen zuzuordnen,[8] und wird als sogenannte Stromgrößenberechnung[9] bezeichnet. Die Zahlungsbilanz erfasst und bewertet ex post[10] alle rein monetären volkswirtschaftlichen Beziehungen zwischen Inland und Ausland innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in Inlandswährung. Dabei werden die ökonomischen Transaktionen nach Gebietsansässigen[11] und Gebietsfremden erfasst und Inländer und Ausländer nicht nach ihrer Staatsangehörigkeit unterschieden. Das „Balance of Payments Manual“ des internationalen Währungsfonds stellt die Grundprinzipien zur Erstellung der Zahlungsbilanz für die Mitglieder des Fonds auf. Die Aufstellung der Zahlungsbilanz erfolgt nach Regeln der doppelten Buchführung, d.h. Aktivseite und Passivseite sind formal immer ausgeglichen. Als Besonderheit der Zahlungsbilanz ist die Rechnung mit negativen Vorzeichen zu erwähnen sowie, dass das Zahlungsbilanzsaldo eines Landes im Endeffekt „null“ ergibt. Die Zahlungsbilanz lässt sich je nach Art und Transaktion zwischen den In- und Ausländern in vier verschiedene Teilbilanzen gliedern: Leistungsbilanz, Vermögensübertragungen, Kapitalbilanz und Restposten.[12] Im Folgenden werden zum Gesamtverständnis der Zahlungsbilanz die Teilbilanzen im Einzelnen definiert.

2.1 Leistungsbilanz und Leistungsbilanzkonzept

Die Leistungsbilanz ist untergliedert in vier Einzelbilanzen. Diese sind die Handelsbilanz, die Dienstleistungsbilanz, die Erwerbs- und Vermögenseinkommensbilanz und die Bilanz der laufenden Übertragungen.

Die Handelsbilanz beinhaltet die Aufstellung der Güterimporte und Güterexporte zwischen In- und Ausland. In der Handelsbilanz werden Warenausfuhren als Zahlungseingänge auf der Aktivseite[13] und Wareneinfuhren als Zahlungsausgänge auf der Passivseite[14] verbucht. Die Dienstleistungsbilanz ist eine Gegenüberstellung von Importen und Exporten von Dienstleistungen von Inländern und Ausländern. Zur Dienstleistungsbilanz zählen beispielhaft der Reiseverkehr, Transportleistungen oder Finanzdienstleistungen sowie Patente und Lizenzen. Werden die Handelsbilanz und die Dienstleistungsbilanz addiert, ergibt sich der Außenbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt eines Landes. In der Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen finden Arbeit bzw. Kapital aus grenzüberschreitenden Faktorleistungen ihre Berücksichtigung. Einkommen von Inländern im Ausland gehören der Aktivseite an, Einkommen von Ausländern im Inland der Passivseite. Laufende Übertragungen erfolgen in Form von Gütern oder finanziellen Zuwendungen. Aus ihnen entstehen keine direkten ökonomischen Gegenleistungen.[15]

Allgemein gilt das Leistungsbilanzsaldo als aussagefähigster Maßstab für das außenwirtschaftliche Gleichgewicht.[16] „In dermonetärenAußenwirtschaftstheoriewird unterschieden zwischen demkurzfristigenaußenwirtschaftlichen Gleichgewicht im Sinn eines Gleichgewichts auf dem Devisenmarkt und dem langfristigen außenwirtschaftlichen Gleichgewicht bei dem keine Veränderung der Nettoauslandsverschuldung mehr erfolgt (Leistungsbilanzausgleich).“[17] Demgemäß wird der langfristige Leistungsbilanzausgleich als wirtschaftspolitisches Ziel zur Vermeidung von Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft gesetzt. Jedoch muss ein Ausgleich der Leistungsbilanzen auch kritisch betrachtet werden, da eine Verbesserung der Leistungsbilanz keine Standortstärke im internationalen Vergleich ausdrücken muss, sondern ebenfalls das Gegenteil bedeuten kann.[18]

2.2 Bilanz der Vermögensübertragungen

Die Bilanz der Vermögensübertragungen befasst sich im Gegensatz zur Übertragungsbilanz mit den einmaligen Übertragungen von Inländern und Ausländern, welche keinen direkten Einfluss auf Einkommen und Verbrauch haben. Gegenbuchungen werden, ähnlich der laufenden Übertragungen, entweder in der Leistungsbilanz, wenn es sich um Waren handelt, oder in der Kapitalbilanz, wenn es sich um Kapital handelt, verbucht. Die „korrigierte Leistungsbilanz“ ist die Summe aus den Saldi der Vermögensübertragungen und der Leistungsbilanz. Sie entspricht dem gesamtwirtschaftlichen Finanzierungssaldo.[19]

2.3 Kapitalbilanz

Für Verbuchungen finanzieller Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern ist die Kapitalbilanz besonders wichtig. Erfasst werden in der Bilanz des Kapitalverkehrs neben Direktinvestitionen und Wertpapieranlangen weiterhin der Kreditverkehr und sonstige Kapitalanlagen. Direktinvestitionen, welche über die Grenzen eines Landes getätigt werden, haben unmittelbaren Einfluss auf Unternehmen.[20] Dies können Käufe, Beteiligungen, lang- oder kurzfristige Darlehen oder der Erwerb von Aktien ausländischer Unternehmen sein. Wertpapieranlagen hingegen sind Investitionen ohne Beteiligungsabsicht. Im Kreditverkehr nehmen lang- und kurzfristige Kredite, welche vom In- oder Ausland vergeben werden, v.a. zwischen Banken, „den Hauptakteuren an den internationalen Finanzmärkten“[21], einen hohen Stellenwert ein.

Erwirbt ein Inländer einen ausländischen Vermögenstitel oder vergibt ein Inländer einen Kredit an einen Ausländer, so spricht man von Kapitalexport. Kapitalexporte erhöhen die Forderungen an das Ausland. Wird ein inländischer Vermögenstitel durch einen Ausländer erworben oder vergibt ein Ausländer einen Kredit an einen Inländer, so wird dieser Vorgang als Kapitalimport bezeichnet. Kapitalimporte sorgen somit für eine Zunahme der Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland.

In der Zahlungsbilanz werden Kapitalexporte wie Warenimporte und Kapitalimporte wie Warenexporte ausgewiesen. Warenexporte, die Kapitalimporte mit ausländischer Währung zur Folge haben, werden im Generellen als Kapitalexporte in Form von Investitionen im Ausland eingesetzt. Formell gleichen sich die Leistungsbilanz und die Kapitalbilanz, als bedeutendste Größen der Zahlungsbilanz, annähernd aus.[22]

2.4 Devisenbilanz

Als Devisen werden Forderungen an das Ausland bezeichnet. Die Devisenbilanz legt die Veränderungen der Währungsreserven der Zentralbank dar. Währungsreserven bestehen „aus den Gold- und Devisenbeständen, aber auch aus Forderungen bzw. Verpflichtungen gegenüber internationalen Institutionen wie etwa dem Internationalen Währungsfonds oder aus sonstigen Auslandskrediten bzw. -verbindlichkeiten der Bundesbank (respektive der EZB)“.[23] Eine Zunahme der Währungsreserven, wie sie zustande kommt, wenn eine Hausbank Fremdwährung, etwa aus einer Einzahlung eines Exporteurs, gegen inländische Währung bei der Zentralbank eintauscht, erhöhen demnach die Auslandsforderungen. Die Forderungen werden in der Kapitalbilanz auf der Passivseite erfasst.[24]

2.5 Bilanz der Restposten

Das „Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen“ ist erforderlich, da in der Stromgrößenberechnung nicht alle Größen der Teilbilanzen aufeinander abgestimmt sind. Die Bilanz der Restposten ist somit ein Korrekturglied der Zahlungsbilanz, um den formalen Ausgleich der Zahlungsbilanz zu ermöglichen

[...]


[1] Vgl. Koch, E. (2006), S.265; Bundeszentrale für politische Bildung (2013a).

[2] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2013b).

[3] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2013e).

[4] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2013d).

[5] Weltweit größte Differenz der Handelsbilanzsaldi, siehe Anhang Abbildung 4.

[6] Vgl. Die Welt (2013).

[7] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2013b).

[8] Vgl. Engelkamp, P., Sell, F. (2011), S. 347.

[9] Berechnung von Veränderungen.

[10] Analysemethode, die auf eine (rückschauende) Beschreibung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge abzielt. Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (2013c).

[11] Personen mit ständigem Wohnsitz im Inland, oder auch ein Tochterunternehmen eines ausländischen Konzerns, das Sitz und Produktionsstandort im Inland hat.

[12] Vgl. Rübel, G. (2013), S. 7.

[13] Hier handelt es sich um Forderungen eines Inländers gegenüber einem Ausländer.

[14] Hier handelt es sich um Verbindlichkeiten eines Inländers gegenüber einem Ausländer.

[15] Vgl. Rübel, G. (2013), S. 8-9.

[16] Vgl. Edling, H. (2008), S. 205.

[17] Gabler Wirtschaftslexikon (2013a).

[18] Vgl. Rübel, G. (2013), S. 13-14.

[19] Vgl. Rübel, G. (2013), S. 9.

[20] Vgl. Koch, E. (2006), S. 272-273.

[21] Rübel, G. (2013), S. 11.

[22] Vgl. Ebd., S. 10.

[23] Engelkamp, P., Sell, F. (2011), S. 349.

[24] Vgl. Ebd., S. 349.; Rübel, G. (2013), S. 11.

Details

Seiten
32
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656667124
ISBN (Buch)
9783656667117
Dateigröße
995 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274248
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Stuttgart
Note
2,0
Schlagworte
Wirtschaft Economics Handel Kapital USA China global kreislauf MBA Ungleichgewicht Bilanz Zahlungsbilanz Außenhandel Gläubiger Schulden international Finanzierung Investition Bündnis

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