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Erfolgreich als Personal Trainer: Wie sieht ein Check up aus?

Bachelorarbeit 2010 58 Seiten

Gesundheit - Sport - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

1. Die neue Dienstleistungsbranche - Personal Training
1.1 Zum Begriff des Personal Trainings
1.2 Zur Geschichte des Personal Trainings
1.3 Zur gegenwartigen Situation der Branche des Personal Trainings in Deutschland
1.4 Forschungsstand wissenschaftlicher Arbeit zur Dienstleistungs­branche Personal Training
1.5 Wissenschaftliche Fragestellungen
1.6 Arbeitsstandpunkte
1.7 Anlage der Arbeit

2. Check up und das erfolgreiche Coaching
2.1 Zum Begriff Checkup
2.2. Ansatz des Check up - Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfahigkeit
2.2.1 Zusammenhang Gesundheit und Bewegung
2.2.2 Zusammenhang Gesundheit und Ernahrung
2.2.3 Psychische Verfassung und Gesundheit
2.3. Grundsatze fur den Personal Trainer
2.4. Die Hauptbestandteile des Check up
2.4.1 Benotigtes Equipment fur die Durchfuhrung des Check up
2.5 Realisierung einiger Hauptbestandteile eines Check up
2.5.1 Befragung zur Person
2.5.2 Befragung zum Ernahrungsverhalten
2.5.3 Korperanalyse anhand einfach zu messender Werte
2.5.4 Korperanalyse bezuglich detaillierter Korperzusammensetzung
2.6 Check up - Varianten
2.6.1 Korperanalyse bezuglich der Vitalfunktionen
2.6.2 Motorische Basisdiagnostik bezuglich der Ausdauer - Leistungsdiagnostik in der Check up Softwarelosung von Medo.check
2.7 Trainingsstrategie in Abhangigkeit vom Testergebnis
2.7.1 Trainingsziele auf der Grundlage des Ergebnisses der Erhebungen
2.7.2 Trainingsstrategie unter Beachtung des Faktors Komplexitat der Bestandteile des Check up

3. Ruckblick und Schluftfolgerung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Danksagung

Ich mochte mich an dieser Stelle bei all denjenigen, die mich in den letzten Mona- ten unterstutzt und begleitet haben, ganz herzlich bedanken.

Zunachst mein besonderer Dank an meine Betreuer Prof. Dr. Kuno Hottenrott und Martin Steiner, die mich zu bei der Themaprazisierung unterstutzt und immer den passenden fachkundigen Rat gegeben haben.

Auch ein gropes Dankeschon an Marko Spielau, der mir verholfen hat, den "roten Faden" der Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren und mich auf das Wesentlich- ste bei der Konzepierung derArbeitzu konzentrieren.

Christian Reinhard danke ich fur seine Unterstutzung in der wissenschaftlichen Aufarbeitung meiner Thesis.

Ein besonderes Dankeschon gilt meiner Oma Dr. Christa Konopka, die mich mit ih- ren konstruktiven und zugleich kritischen Anmerkungen bei der Fertigstellung mei­ner Arbeit unterstutzt hat. Die themenubergreifenden Disskusionen zum Personal Training und nicht zuletzt die moralische Unterstutzung haben mich nicht nur zu- nehmend fur wissenschaftliche Fragestellungen bei der Konzeption der Arbeit interessiert sondern auch den letzten "Kraftakt" bei der Fertigstellung derArbeit er- leichtert.

Bei Dennis Horn bedanke ich mich fur die Bereitstellung seiner erhobenen Daten bezuglich des Personal Training, die mireinen guten DenkanstoG bei der Konzepie­rung meiner Arbeit gegeben hat. Zugleich mochte ich mich bei Eginhard KieG sehr herzlich fur das ambitionierte Gesprach bedanken, in dem ich viele wichtige Hin- weise bezuglich derArbeit als Personal Trainer erfahren habe.

Zuletzt mochte ich meinen Eltern fur ihre Unterstutzung vor und wahrend meiner Bachelorarbeit danken. Der Ruckhalt der Familie gab mir oftmals neuen Mut und Energie, insbesondere meiner Oma, deren Unterstutzung und Geduld nicht zu be- messen sind.

Vorwort

Die Menschen in den modernen, fuhrenden Industrielandern leben in einer Hoch- leistungsgesellschaft.

Dem steht entgegen, dass diese Menschen nicht selten zu einer ungesunden Le- bensweise gezwungen sind und auch das Gesundheitsbewusstsein bei vielen nicht sonderlich entwickelt ist. Es kommt zu Diskrepanzen, die die Menschen buchstab- lich am eigenen Leibe zu spuren bekommen.

Daher ist es geradezu folgerichtig, dass die Fitnessbranche, also eine Dienstlei- stungsbranche, die den Menschen hilft, sich sportlich zu betatigen, entstehen musste und fur bestimmte Personengruppen der Trend aus den USA zur individuel- len Fitness- und Gesundheitsbetreuung auch bei uns ein Ausweg aus dem Dilem­ma zu sein scheint.

Weil die berufliche Situation von Fuhrungskraften in Wirtschaft und Politik es kaum zulasst, dass diese Leute Fitnesscenter nutzen konnen, ist eine neue innovative, anspruchsvolle Dienstleistung zur individuellen Betreuung notwendig: Personal Training.

Obwohl nach Aussage von Reidl. S. (2003 S. 14) der Terminus Personal Training kein exotisches Fremdwort mehr ist, gibt es im Zusammenhang mit dieser Dienst­leistung noch viele offene Fragen:

- Die Berufsbezeichnung Personal Trainer ist nicht geschutzt (Freese & Weig- mann, 2003, S. 8). Selbst eine einheitliche Definition zu dieser Berufsbe­zeichnung gibt es nicht.
- Eine staatlich geregelte Ausbildungsform und festgelegte Ausbildungsinhalte existieren nicht.
- Jeder konnte Personal Trainerwerden und sich Personal Trainer nennen.
- Im Internet finden sich relativ viele Web-Seiten, auf denen sich sogenannte Personal Trainer anbieten. Fundierte Literatur, an der sich diejenigen orien- tieren konnten, die diesen Berufergreifen mochten, istjedoch selten.

Wir denken, dass wir im Fortgang dieser Arbeit auf weitere offene Fragen und un- geloste Probleme aufmerksam werden.

Wie bei jeder Dienstleistung sollen auch beim Personal Training das Bemuhen um optimale Zufriedenheit des Hilfesuchenden primar sein. Zunachst wird ermittelt, wie sich die Qualitat dieses Berufsbildes gegenwartig charakterisieren lasst.

Weil dem Trainierenden durch den Personal Trainer zu einem optimalen Resultat bei der individuellen Fitness- und Gesundheitsbetreuung verholfen werden sollte, muss der Personal Trainer alle diesbezuglichen Faktoren kennen, die diesem Ziel entgegen stehen und die, die helfen konnen, das Ziel zu erreichen. Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit sollen Fragen zum Check up stehen, da nur dieser die er- forderlichen Fakten offen legen kann.

1. Die neue Dienstleistungsbranche - Personal Training

1.1 Zum Begriff des Personal Trainings

Der Terminus Personal Training kommt aus dem englischsprachigem Raum und wird auch im deutschsprachigen Raum englisch ausgesprochen. Entstanden ist er wohl in Amerika. Nehmen wir eine Ubersetzung vor, wird uns klar, dass es um das Trainieren einer Person geht.

Obwohl Personal Training ein Terminus ist, den es noch gar nicht lange in der eng- lischen bzw. amerikanischen Sprache gibt, finden sich heute schon in mancher jungeren Literatur Definitionen.

Wahrend Wade (1996) zur Kennzeichnung des Begriffes lediglich von einem spezi- ell auf eine Person maGgeschneidertes Fitnessprogramm spricht, das Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination trainiert, kann man im Brockhaus Sport (Der Brockhaus Sport, 2007, S. 347) lesen:

"...ziel- und erfolgsorientiertes Einzeltraining, abgestuft auf die Bedurfnisse des Trainierenden.

Im Vordergrund steht der einzelne, der mit Hilfe eines kompetenten Beraters (Personal Trainer) unter Berucksichtigung seiner Lebenssituation Unterstutzung z.B. in den Bereichen Entspan- nung, korperliche Fitness, leistungsorientiertes und sportartspezifisches Training und Ernahrung bekommt."

Diese schon viel differenziertere Charakterisierung dessen, was man unter Perso­nal Training versteht, wird vom KieB (2003, S.8) um einen weiteren Aspekt erganzt, wenn er schreibt, dass durch ein "individuelles, raumliches und zeitlich flexibles sowie ganzheitliches Gesundheitsmanagment" der Klient seine Ziele effektiv und effizient erreicht.

Nicht unwesentlich ist, was Freese (2006, S. 15) unter dem Begriff des Personal Trainings verstanden wissen will. Er schreibt:

" Die Kernidee des Personal Trainings besteht nicht nur darin, maGgeschneiderte Trainings- und Ernahrungsplane zu erstellen, sondern die betreute Umsetzung und Einhaltung der Trai­nings- und Ernahrungsempfehlungen, die zum Erreichen der gesetzten Ziele notwendig sind." (Freese, 2006, S.15)

1.2 ZurGeschichte des Personal Trainings

Merkmale wie Freese (2003) sie zur Kennzeichnung des Personal Trainings nennt, konnten dieser neuen Dienstleistungsbranche nicht von Anfang an zugeordnet werden. Das ist der Entwicklungsgeschichte geschuldet.

Mit der Welle des Bodybuildings nahte auch die Geburtsstunde des Personal Trai­nings (Jones, 1996, S. 8).

Als in den 1930er Jahren in den USA das Krafttraining und Gewichtheben als Wett- kampfsport durch die Bruder Weider bekannt wurde, entwickelte sich in der ameri- kanischen Bevolkerung zunehmend die Bewunderung und Anerkennung fur korper- liche Fitness. Daraufhin eroffneten Vic Tanny und Jack La Lanne die ersten Fit- nessclubs in Los Angeles. La Lanne gehort zu den ersten, die Mitte des 20. Jahr- hunderts fur die neue Bewegung Fitnessprogramme und -gerate entwickelten (Brooks, 2004, S. 4). Durch seine spater verstarkte Offentlichkeitsarbeit mittels seiner Trainingsshows fur das Fernsehen trug er dazu bei, dass das Interesse in der Offentlichkeit wuchs und die Zahl der Freizeitsportler in den Fitnessstudios stieg (Jones, 1996, S. 9). Zunachst waren meist erfahrene Bodybuilder bzw. Club- mitglieder mit langjahriger Trainingserfahrung als Anleitende tatig. In der Folgezeit erwarben sich wohlhabende Mitglieder von Fitnessstudios durch das Anbieten von Geld von solchem "Profi" eine Trainingsanleitung und -betreuung (Clark, 2008 S. 4). Leider war solche mehr oder weniger nur auf das Sporttreiben zu zweit ausge- richtet.

In Deutschland fand die Entwicklung der Fitnessbranche erst viel spater als in den USA statt. Bei Kramer (2007, S. 11) konnen wir lesen, dass die Dienstleistung Per­sonal Training in Deutschland erst Mitte der 90er Jahre bekannt ist.

Aber bereits 1987 hatte der Kolner Sportstudent Thomas Schlechter den Service des Privattrainings unter dem Namen "Fitness Express" in Koln und Umgebung angeboten (Laidlaw, 1998, S. 21).

Spater wurden auch die Medien auf Personal Training aufmerksam. Der Stern pub- lizierte z.B. 1989 erstmals den Artikel " Ein Mann fur mich alleine". Darin wurde die private Dienstleistung eines Sportlehrers in einem Hamburger Fitnessclub be- schrieben (Draf, 1996, S. 132). Ebenfalls im Stern wurde 1996 unterdem Titel "Der Bodyguard - Wer es sich leisten kann, holt den Trainer ins Haus" ein Bericht uber einen zeitlich und ortlich flexiblen Trainer veroffentlicht, bei dem eine "Turnstunde" um 150 D-Mark kostete. Ein individueller Fitnessplan, eine kinesiologische Behand- lung und eine psychologische Betreuung waren die Bestandteile dieser individuel- len Beratung (Hinkhofer, 1989, S. 130).

KieB (2003, S. 9) verweist darauf, dass die Anzahl an Veroffentlichungen zum Thema Personal Training von Kunden und Trainern in Fachmagazinen und Zeit- schriften bis Mitte der 90er Jahren deutlich zugenommen hatte. Das wiederum liess die Zahl derjenigen ansteigen, die die Dienste eines Personal Trainers in Anspruch nahmen; aber auch die ubrige Fitness- und Wellnessbranche profitierte davon.

1.3 Zur gegenwartigen Situation der Branche des Personal Trainings in Deutsch­land

Dass die Fitness- und Wellnessbranche in der heutigen Zeit zu den stabilsten Wirt- schaftszweigen gehort und gehoren wird, lasst sich von folgenden Zahlen schluss- folgern:

- 25 Millionen Menschen in Deutschland sind in organisierten Sportverbanden sportlich aktiv

- 4, 66 Millionen trainieren in Fitnessstudios (Vgl. Focus, 2005).

Freese (2006) ist davon uberzeugt, dass auch das Personal Training Profiteuer ge- sellschaftlicher Entwicklung ist. Er ist der Auffassung, dass sich das durch das Streben der Gesellschaft nach Individualisierung und einem Schonheitsideal sowie durch den Hang zur Exklusivitat begrunden lasst.

Beim Weltwirtschaftsgipfeltreffen "World Economic Forum" 2006 in Davos wurden dem Beruf des Personal Trainer fur das Jahr 2020 die besten Erfolgsaussichten prognostiziert (KieB>, 2007).

Bei Horn (2009) konnen wir lesen, dass Schatzungen zufolge in Deutschland ca. 2 000 bis 3 000 Menschen unter der Anleitung eines Personal Trainers um korper- liche Fitness bemuht sind. Von diesen Trainern sind wahrscheinlich 500 bis 600 als freiberufliche Personal Trainer tatig. Weil angenommen wird, dass insgesamt 900 Personal Trainer in Deutschland arbeiten, kann davon gesprochen werden , dass 300 bis 400 nebenberuflich in dieser Dienstleistungsbranche Geld verdienen. An anderer Stelle wird davon gesprochen, dass sich die Zahl der Nebenberufler auf 600 belaufen konnte.

Dass keine exakte Zahlen vorliegen, liegt daran, dass - wie wir schon erwahnten - Festlegungen zu Berufsbezeichnungen und -ausbildungen fehlen (Teichert, 2008, S. 17).

Viele scheinen jedoch Personal Training fur eine sehr lukrative und interessante Marktnische zu halten. KieB (2007, S. 28ff) dammt diesen Optimismus etwas ein, wenn er darauf verweist, dass diese Dienstleistung mittlerweile die Phase des Ver- drangungswettbewerbs erreicht hat.

Diese Aussage mag wohl fur einige Gebiete in Deutschland zutreffend sein, steht aber im Gegensatz zu dem, was eine Befragung von 200 Menschen im Raum Halle (Sachen - Anhalt) ergab. Wir sind uns naturlich bewusst, dass die Befragung von 200 Menschen noch keine reprasentative Aussage darstellt, dennoch soll das Er- gebnis bei der Einschatzung der gegenwartigen deutschen Personal - Trainer - Si­tuation nicht unerwahnt bleiben. Es wurden den Befragten die folgenden Fragen gestellt:

Frage 1: 1st Ihnen derBegriff Personal Trainergelaufig?

Frage 2: 1st Ihnen ein Personal Trainer personlich bekannt, an den Sie sich

wenden konnten, wenn Sie die Absicht hatten, einen Personal Trainer fur Ihre sportliche Betreuung in Anspruch zu nehmen?

Frage 3: Kennen Sie eine Person, die mit einem Personal Trainertrainiert?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1. Befragung von 100 sportlich aktiven Personen nach dem Zufallsprinzip zum Bekanntheitsgrad des Berufsbildes des Personal Trainers

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. Befragung von 100 sportlich inaktiven Personen nach dem Zufallsprinzip zum Bekanntheitsgrad des Berufsbildes des Personal Trainers

Unter den Befragten waren 100 Menschen, die sportlich aktiv sind und 100 Men- schen, die sich sportlich nicht betatigen. Die Beantwortung der Fragen fallt bei bei- den Gruppen fast gleich aus.

Wie diese Befragung schlussfolgern lasst, scheint ein Personal Trainer im Raum Halle/Saale noch ein relativ unerschlossenes Arbeitsfeld vorzufinden. Nicht nur in diesem Falle, sondern generell fallt auf, dass sich das Bild des Personal Trainings in wesentlichen Aspekten sehr uneinheitlich und unausgewogen darstellt. In der Praxis des Personal Trainings scheinen erhebliche Unterschiede in den verschie- densten Aspekten, Faktoren und Problemkreise die Regel zu sein. Das wird auch deutlich, wenn man die Web-Seiten vergleicht, mit denen die Personal Trainer auf sich aufmerksam machen.

Auf den Web-Seiten von 11 verschiedenen Personal Trainern ( ausgewahlter Be- reich Halle / Leipzig im Umkreis von 50 km ) finden sich die nachfolgend hier wort- lich wiedergegebenen Qualifikationsbezeichnungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese nicht enden wollende Liste der Qualifikationsangaben spricht unserer Mei- nung nach in Bezug zuroben angesprochenen Problematikfursich.

Nicht wesentlich anders sieht es bei dem aus, was von den einzelnen Personal Trainern als Dienstleistung angeboten wird. Da wird z. B. vom selben Personal Trainer „ Gewichtsmanagment“ und „Gewichtreduzierung“ angeboten. Ein anderer bietet ,,gesundheitsorientiertes Training“ an, wahrend der nachste von „medizini- sches Fitnesstraining“ spricht. Ein Personal Trainer versucht sich zu charakterisie- ren, in dem er bekannt macht, dass er seit seiner Kindheit Basketball spielt, wah­rend ein anderer es damit versucht, dass er sich als Firmeninhaber, Besitzer eines

Shops fur flexible Fitnessprodukte ausweist. Sicherlich gehort dieses Werben zu den MarketingmaGnahmen. Die genannten Beispiele werfen jedoch ein bezeich- nendes Licht auf die Personal Trainer Szene.

Es verwundert daher nicht, dass aus wissenschaftlicher Sicht eine umfassende Aufarbeitung zum Personal Training noch nicht existiert. Es wurden nur einzelne Problemkreise bearbeitet.

1.4 Forschungsstand wissenschaftlicher Arbeit zur Dienstleistungsbranche Perso­nal Training

Diese existierenden wissenschaftlichen Arbeiten ( Diplomarbeiten in der Sammlung der Hochschulschriften der Deutschen Sporthochschule Koln, der Fakultat fur Sportwissenschaft der Ruhr - Universitat - Bochum und der Hochschule Wismar) wurden von Horn (2009) in ihren wesentlichen Schwerpunkten in einer Ubersicht bekannt gemacht. Das muss daher hier nicht wiederholt werden.

Der von ihm deutlich gemachte Forschungsstand macht ebenso wie seine eigene Diplomarbeit deutlich, dass vieles dieser Branche im Werden begriffen ist. Das mag auch der Grund dafur sein, dass mancher Problemkreis im Abstand weniger Jahre in jungeren Diplomarbeiten erneut bearbeitetwird.

Didaktisches Material fur die Hand des Personal Trainers findet sich als Ergebnis dervorliegenden Arbeiten kaum.

Die Diskrepanz zwischen der Tatsache, dass sich Personal Trainingsangebote oberhalb der exklusiven Fitnessstudios prasentieren (Schonegge, 2005, S. 1) und dem Fakt, dass etwa ein Drittel der Personal Trainer keine oder eine unzureichende Ausbildung haben, veranlasst uns eine Beantwortung folgender Fragen anzustre- ben, um so einen Beitrag zur Bereitstellung didaktischen Materials zu leisten.

1.5 Wissenschaftliche Fragestellungen

Welche Grunde machen den Check up fur eine erfolgreiche Betreuung eines Klien- ten durch einen Personal Trainer unverzichtbar?

Wie muss ein Personal Trainer mit einem Check up arbeiten, damit dieser zur Ar- beitsgrundlage fur ein erfolgreiches Coaching wird?

1.6 Arbeitsstandpunkte

Die nachfolgend aufgefuhrten Arbeitsstandpunkte bilden die Grundlage fur die vor- liegende Arbeit. Sie geben die Auffassungen des Autors wieder. Die Nummerierung stellt keine Rangordnung dar.

1. Arbeitsstandpunkt: Es ist bewiesen, dass gesundheitlicher Zustand und korperliche bzw. geistige Leistung eines Menschen sich bedingen.
2. Arbeitsstandpunkt: Der Check up ermoglicht den Vergleich von Aus- gangssituationen und Zustand nach InterventionsmaGnahmen.
3. Arbeitsstandpunkt: Ohne Check up ware ein Personal Trainer nicht in der Lage, dem Klienten eine individuell angepasste, effektive und effiziente Coachingstrategie vorzuschlagen.
4. Arbeitsstandpunkt: Ein Check up muss die Ziele und Motive des Klien­ ten erfragen und Prioritaten in der Arbeitsfolge setzen, damit er vom Klienten akzeptiertwerden kann.
5. Arbeitsstandpunkt: Der Personal Trainer muss mit sehr viel Sensibilitat und psychologisch klug auf den Klienten zugehen, da sonst Schamgefuhl des Klienten und ein Verletzten der Intimzone und -sphare zur Barriere fur ein erfolgreiches Coaching werden konnten.
6. Arbeitsstandpunkt: Der Check up wird zur Arbeitsgrundlage fur den Per­ sonal Trainer, wenn Eingangsuntersuchungen durch Objektivitat, Reliabilitat, Validitat, Nutzlichkeit und ZweckmaGigkeit gekennzeichnet sind.
7. Arbeitsstandpunkt: Der Check up sollte den Personal Trainer dabei un- terstutzten, sich auf den Klienten zu konzentrieren und jede Ablenkung durch Unwesentliches vermeiden.

1.7 Anlage der Arbeit

Um ein Verstandnis fur die Arbeit des Personal Trainers zu wecken, soll ein kurzer Einblick in die Geschichte allgemein und die Entwicklung dieser Dienstleistungs- branche in Deutschland bis zur Gegenwart gegeben werden.

Faktoren, die entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit eines Menschen haben, sollen aufgezeigt werden, damit der Personal Trainer sich ihrer bewusst ist und er sie somit bei seiner Arbeit berucksichtigen kann.

Zunachst wird eine Begriffsklarung des Terminus „Check up“ vorgenommen.

Ebenfalls im ersten Teil der Arbeit wird versucht, mit Hilfe von Trainingswissen- schaften, Sportmedizin, Psychologie, Ernahrungswissenschaft, Biomechanik und Sportmotorik zu begrunden, weshalb der Check up eine unverzichtbare Ausgangs- grundlage fur das erfolgreiche Coaching durch den Personal Trainer ist.

Im Hauptteil der Arbeitwerden existierende Vorschlage in der Literatur und Soft- warelosungen zum Check up mit unserer Auffassung vergleichen, dazu Wertungen angestrebt und ein Vorschlag unterbreitet, der im Arbeitsalltag eines Personal Trai­ners umgesetztwerden konnte 2. Check up und das erfolgreiche Coaching

2.1 Zum Begriff Check up

Der Begriff Check up kommt aus dem Englischen und bedeutet ubersetzt sinnge- maR> soviel wie uberprufen, kontrollieren. Brouwers (2003) setzt den Begriff Check up gleich mit Gesundheits- / Eingangsuntersuchung. In fachspezifischer Literatur findet sich keine Definition.

Bei der Begriffssuche im Internet wird man haufig auf die Seiten der gesetzlichen Krankenversicherung im Zusammenhang mit medizinischer Vorsorgeuntersuchung gefuhrt.

So wie der Arzt eine erfolgreiche Behandlung des Patienten nur nach einem grund- lichen „Durchchecken“ des Gesundheitszustandes einleiten kann, so ist auch der Personal Trainer nur nach einem grundlichen Check up in der Lage die richtige Coachingstrategie zu entwickeln.

Daher ist nicht verwunderlich, dass die Herangehensweise des Arztes auch bei der Eingangsuntersuchung fur den Gesundheits- / Eingangscheck im Personal Training Bedeutung hat.

In fast jedem Beitrag zum Personal Training wird auf die Wichtigkeit und Dringlich- keit der gewissenhaften Voruntersuchung des Coaches hingewiesen, aber wie er sie zu machen hat, wird ihm nicht gesagt. Hier ist er sich relativ selbst uberlassen, wenn wir von der Softwarelosung Medo.check sowie einigen Ausfuhrung von Brouwers L. in dem Buch von E. KieR> (2003) „Erfolgskonzept Personal Training“ absehen. Allgemein gultiges Wissen kann uns bei de Losung dieses Problem hel- fen.

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Details

Seiten
58
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656689911
ISBN (Buch)
9783656689898
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v274528
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Department für Sportwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
berufsbild personal training check notwendigkeit coaching

Autor

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Titel: Erfolgreich als Personal Trainer: Wie sieht ein Check up aus?