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Kampagnen der Kommunistischen Partei Chinas 1956 und 1957

Hausarbeit 2009 12 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Hundert-Blumen-Bewegung
1.1 Erste Phase
1.2 Zweite Phase

2. Die Anti-Rechts-Bewegung

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Intellektuellen hatten in China seit Einführung des Konfuzianismus als Staatsdoktrin eine gesonderte Stellung in der Gesellschaft. Es lag in ihrer Verantwortung, die Regierung zu kritisieren, auf Missstände hinzuweisen und so gegen schlechte Staatsführung anzugehen. Dies war in ihrem ethischen Denken dermaßen verankert, dass sie selbst darauf hinweisen mussten, wenn ihnen dadurch Bestrafung und Tod drohten.[1] Somit standen stets das System und dessen korrekte Ausführung im Vordergrund. Dieser Umstand änderte sich auch in Zeiten der Volksrepublik China nicht. Allerdings änderte sich die Vorgehensweise der Regierung, mit ebensolcher Kritik umzugehen bzw. änderte sich die Art, wie man mit Intellektuellen allgemein umging. Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) übte eine widersprüchliche Politik gegenüber dieser speziellen Gesellschaftsschicht aus. Zum einen versuchte sie durch Indoktrination, das Vertrauen in das von der KP angestrebte sozialistische System zu stärken. Zum anderen spornte sie die Intellektuellen an, in ihrem Metier besondere Produktivität an den Tag zu legen. Stets war die KP-Führung darauf aus, mit Hilfe ihrer Kooperation die Wirtschaft zu stärken und die Entwicklung voran zu treiben.[2] Dazu kam, dass die Vierte-Mai-Bewegung 1919 einen enormen Einfluss auf die gebildete Schicht hatte, der aus westlicher Kultur und Ideologie bestand.[3] Somit standen die Intellektuellen zwischen der Tradition des Konfuzianismus, dem Erbe des Vierten Mai und unter dem Druck der Partei. Dementsprechend inkonsequent änderte sich daher auch ihre Rolle in der Gesellschaft.

Diese Arbeit befasst sich mit der Zeit von 1956 bis 1957, in der sie vom Rückgrat der Gesellschaft zur isolierten Schicht wurde.

1. Die Hundert-Blumen-Bewegung

1.1 Erste Phase

Als im Dezember 1955 in der Guangming Daily 光明日报 Intellektuelle dazu aufgerufen wurden, sich vermehrt in die Gesellschaft einzubringen[4], reagierte man zunächst mit Skepsis. Aufgrund der Hu-Feng-Kampagne[5], die noch im selben Jahr ihr jähes Ende gefunden hatte, waren Intellektuelle in China sehr passiv und zurückhaltend, um nicht Hu Fengs Schicksal teilen zu müssen. Diese Zurückhaltung war für die KPCh jedoch nun von Nachteil, da sie auf die Kooperation jener Wissenschaftler angewiesen war, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Es galt nun also, das Vertrauen in die Partei wieder zu stärken. Zu diesem Zweck schlug Zhou Enlai 周恩来 auf einer Konferenz der KPCh im Januar 1956 vor, den Intellektuellen mehr Respekt entgegen zu bringen, ihre Autorität zu stärken sowie ihre Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen zu verbessern. Mao Zedong 毛泽东, Vorsitzender der KPCh, unterstützte diese Vorschläge und äußerte in einer Rede am 2. Mai 1956

„Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern“ 百花齐放, 百家争鸣.[6]

Hinzu kam eine Rede von Lu Dingyi 陆定一 am 26. Mai, in der er den angestrebten Zustand in der Gesellschaft mit dem der Zeit der Streitenden Reiche verglich.[7] Diese Zeit dauerte von 475 bis 221 v. Chr. und bezeichnet die späte Zhou-Dynastie周朝, während der verschiedene philosophische Schulen auf intellektueller Ebene miteinander wetteiferten. Somit wollte man Restriktionen für den Ausdruck von Kritik lockern, die sich jedoch auf das wissenschaftliche Leben beschränken sollte, das „ohne unabhängiges Denken stagniert“.

[...]


[1] Fairbank 1987, S. 218 – 19.

[2] Ibid., S. 218.

[3] Ibid., S. 220.

[4] Ibid., S. 242.

[5] s.a. Fairbank 1987, S. 239 – 42.

[6] Kwok-sing Li 1995, S. 11; Fairbank 1987, S. 243.

[7] Fairbank 1987, S. 243.

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656674719
ISBN (Buch)
9783656674726
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275054
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Sinologisches Seminar
Note
2,0
Schlagworte
China Politik 100 Blumen Kampagne Hundert-Blumen-Kampagne Chinesisch politisch Mao Zedong Mao Tse-tung Reform Intellektuelle

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Titel: Kampagnen der Kommunistischen Partei Chinas 1956 und 1957