Lade Inhalt...

Distributionsstrukturen für schwankende Sendungsmengen. Gestaltung, Optimierung, Anpassungsmöglichkeiten und Maßnahmen

Hausarbeit 2014 32 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgestaltung von Distributionsstrukturen
2.1. Definition
2.2. Aufbaustruktur
2.2.1. Vertikale Distributionsstruktur
2.2.2. Horizontale Distributionsstruktur
2.3. Prozessstruktur
2.3.1. Transportstrukturen
2.3.2. Distributionswege
2.4. Kommunikationsstruktur

3. Optimierung der Distributionsstruktur
3.1. Anforderungen und Strukturierung
3.2. Ist- Analyse
3.2.1. Kundenanalyse
3.2.2. Lieferservice
3.3. Planung und Optimierung
3.3.1. Standortoptimierung
3.3.2. Kostenoptimierung
3.3.3. Cross- Docking

4. Anpassungsmöglichkeiten und Maßnahmen
4.1. Entwicklung der Mengenschwankungen
4.1.1. Absatzmärkte
4.1.2. Wirtschaft
4.2. Prognosemöglichkeiten
4.2.1. Kooperationen
4.2.2. Frühaufklärung
4.3. Maßnahmen
4.3.1. Kapazitätsanpassung
4.3.2. Ressourcenanpassung
4.3.3. Outsourcing

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Mit zunehmender Dynamik und Schnelllebigkeit auf den weltweiten Märkten und der damit verbundenen Individualisierung von Kundenbedürfnissen wird auch die Gestaltung von Distributionsstrukturen für Unternehmen zu einer immer herausfordernderen Aufgabe.

Die Distributionslogistik und damit auch die Distributionsstrukturen von Herstellern und Produzenten unterliegen dadurch bedingt seit Jahren kontinuierlichen Veränderungen. Effiziente Strukturen sind die Grundlage, um auch in Zukunft den wachsenden Kundenanforderungen und der steigenden Dynamik gerecht zu werden[1]. Dazu zählen Just- in- Time- Belieferungen, sowie Express- und Next-Day Zustellungen, gleichzeitig aber auch Komplettladungen mit längeren Vorlaufzeiten.

Ständig wechselnde Bedarfsmengen der Kunden und Sendungsschwankungen spiegeln das Tagesgeschäft wieder. Während es noch vor 10 Jahren üblich war, eine große Anzahl an Paletten so lange im Unternehmen zu lagern, bis man einen kompletten LKW zur Beförderung der Ware von A nach B bestellen konnte, bestimmen heute absatzsynchrone Produktionen und variable Kleinstabrufmengen das Geschäft[2]. Bestimmte Sendungsspitzen, aber auch negative Mengenabweichungen müssen möglichst wirtschaftlich abgebildet werden.

Die Möglichkeiten flexibler und wandlungsfähiger Systeme sollen mit der vorliegenden Arbeit angesprochen und Lösungsansätze zur Gestaltung von Distributionsstrukturen bei schwankenden Sendungsmengen aufgezeigt werden.

Das Thema wird abgegrenzt vom Warenausgang beim Produzenten oder Hersteller bis zur Zustellung der Sendungen beim Empfänger.

2. Ausgestaltung von Distributionsstrukturen

In diesem Kapitel wird zunächst der Begriff „Distributionsstruktur“ definiert und die verschiedenen Strukturarten veranschaulicht. Dabei wird zum Teil bereits ein Bezug zu den schwankenden Sendungsmengen hergestellt, auf welche in diesem Abschnitt jedoch zunächst nur oberflächlich eingegangen wird.

2.1. Definition

Die Distributionsstruktur und deren Gestaltung ist ein Teilbereich der Distributionslogistik und beschreibt den Weg, den eine Sendung auf der Strecke vom Produzenten zum Endempfänger zurücklegt[3]. Nach Mathar & Scheurig (2009) bildet die „Gesamtheit aller Lager auf dem Lieferweg“[4] die Distributionsstruktur. Dieser Weg kann entweder direkt, also ohne Warenumschlag, oder aber indirekt über verschiedene Umschlagslagerstufen zurückgelegt werden.

2.2. Aufbaustruktur

Der Aufbau von Distributionsstrukturen kann sowohl nach der Anzahl an Lagerstufen, als auch nach der Anzahl an Lagern pro Lagerstufe differenziert werden. Abbildung 2.2 zeigt die klassischen vertikalen und horizontalen Distributionsstrukturen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Horizontale und vertikale Distributionsstruktur[5]

2.2.1. Vertikale Distributionsstruktur

Die vertikale Distributionsstruktur gibt Auskunft darüber, über wie viele Lagerstufen die Sendungen vom Warenausgang beim Absender bis zur Kundenanlieferung durchlaufen. Lagerstufen können sowohl Werkslager (meist Produktionslager), Zentrallager, Regionallager oder Auslieferungslager sein[6].

Basis für die Festlegung der Anzahl an Lagerstufen ist die Soll- Lieferzeit der Sendungen, aber auch die Anzahl und Größe der Lager, Umschlagskosten, Transportkosten, Auslieferungskosten, sowie erforderliche Bestände beeinflussen die Entscheidung maßgeblich.[7]

Bereits an dieser Stelle wird kurz auf die schwankenden Sendungsmengen eingegangen. Da sowohl das Erfahrungswissen in Bezug auf bestimmte Kundenabrufe an Bedeutung verliert und gleichzeitig die Prognostizierbarkeit der Sendungsentwicklung abnimmt, müssen möglichst variable Strukturen entwickelt werden, um sowohl „Schnellschüsse“, Kleinstmengen, aber auch große Ladungspartien effizient abwickeln zu können[8]. Unternehmen sollten sich nicht auf eine bestimmte Struktur und einen bestimmten Ablauf spezialisieren, sondern den Distributionsweg je nach Kundenanforderung und Auftragsvolumen flexibel gestalten.

2.2.2. Horizontale Distributionsstruktur

In der horizontalen Distributionsstruktur wird die Anzahl der Lager pro Lagerstufe sowie deren geografische Verteilung beschrieben[9].

Die Anzahl der Lager ergibt sich aus ihrer Funktion und der Entfernung zu den absatzstarken Kunden und Gebieten. Eine Aufgabe der Gestaltung horizontaler Distributionsstrukturen liegt demnach in der geographischen Kundenzuordnung zu den einzelnen Lagerstandorten[10].

Das Kernziel der Gestaltung horizontaler, aber auch vertikaler Distributionsstrukturen besteht in der Minimierung von Transport- und Lagerhaltungskosten, welche durch die Anzahl und die Lage der einzelnen Standorte entscheidend beeinflusst werden. Auf diese Thematik wird im Bereich der Kostenoptimierung in Kapitel 3.3.2. noch einmal detailliert eingegangen.

2.3. Prozessstruktur

Die Prozessstruktur beschreibt verschiedene Materialflüsse. Beginnend beim Güterfluss, der den Hauptprozess darstellt, wird in der Prozessstruktur auch der Transportmittelfluss und der Fluss von Hilfsmitteln (Paletten, Behälter, Verpackungen) betrachtet.

In Bezug auf das Thema wird in diesem Kapitel kurz auf Transportstrukturen und Distributionswege eingegangen.

2.3.1. Transportstrukturen

Im Transportprozess wird die Fortbewegung der Sendungen über verschiedene Lagerstufen hinweg beschrieben. Ein solches Transportnetzwerk besteht aus einer bestimmten Anzahl Knoten, die in der Regel durch die einzelnen Lager, Betriebsstätten oder Produktionsstandorte dargestellt werden. Diese Knotenpunkte werden durch sogenannte Kanten miteinander verbunden, auf denen Austauschprozesse von Waren, aber auch von Informationen stattfinden[11].

Knoten stellen somit Lagerstandorte dar, während die Kanten Transporte zwischen den Standorten beschreiben. Diese können in verschiedener Weise miteinander verbunden werden, so dass flexible Transportstrukturen für das Unternehmen realisierbar sind.

2.3.2. Distributionswege

Einen wichtigen Entscheidungsfaktor im Bereich der Distributionsstruktur stellt die Auswahl und Gestaltung der Distributionswege dar. Diese beschreiben den Weg und den Vertrieb einer Ware von der Erzeugung bis zur Zustellung bzw. Verwendung beim Endverbraucher[12]. In der Auswahl der Distributionswege gibt es generell zwei Möglichkeiten: Die direkte und die indirekte Distribution.

Im Bereich der direkten Distribution steht der Hersteller direkt und unmittelbar mit dem Endkunden oder Abnehmer in Kontakt, erfüllt alle Aufgaben selbst und vertreibt seine Produkte nicht über Zwischenhändler. Sinnvoll ist der direkte Distributionsweg bei transportempfindlichen Produkten, hohen Investitionsgütern und servicebedürftigen Produkten.

Im Bereich der indirekten Distribution dagegen werden Produkte über verschiedene Zwischenhändler und damit zumeist auch mehrere Lagerstufen vertrieben[13].

Um auf das Thema der Distributionsstruktur zurückzukommen, stehen dem Produzenten die Möglichkeiten einer Einweg- Distribution, also eines festen Distributionsweges, der Mehrweg- Distribution, also verschiedener, möglicher Distributionswege gegenüber.

Distributionswege können je nach Anzahl der Lagerstufen im Transportprozess und nach der Anzahl genutzter Transportwege im Güterfluss differenziert werden.

Abbildung 2.3.2. stellt die verschiedenen Möglichkeiten der Nutzung von Distributionswegen anschaulich gegenüber.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.3.2: Differenzierung von Distributionswegen[14]

[...]


[1] vgl. Bundesvereinigung Logistik (2012), Distributionslogistik

[2] vgl. Wirtschaftslexikon24 (2013), Synchronisation von Produktion und Absatz

[3] vgl. Acel & Partner (2013), Distributionsstruktur

[4] vgl. Mathar & Scheurig (2012), S. 226

[5] vgl. Schulte (1999), S. 375

[6] vgl. Mathar & Scheurig (2012), S. 226f

[7] vgl. Blom & Harlander (2003), S. 299

[8] vgl. Wurl, Hans-Jürgen, Ist die langfristige Planung noch zeitgemäß?, in: FAZ,
18. März 2012, S. 23

[9] vgl. Schuh & Stich (2013), S. 138

[10] vgl. Linke (2013), S. 21

[11] vgl. Haas & Neumair (2006), S. 567

[12] vgl. Wirtschaftslexikon24 (2013), Synchronisation von Produktion und Absatz

[13] vgl. Pepels (2001), S. 6

[14] vgl. Diedrich (2012), Distribution

Details

Seiten
32
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656680864
ISBN (Buch)
9783656680833
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275055
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,1
Schlagworte
distributionsstrukturen sendungsmengen gestaltung optimierung anpassungsmöglichkeiten maßnahmen

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Distributionsstrukturen für schwankende Sendungsmengen. Gestaltung, Optimierung, Anpassungsmöglichkeiten und Maßnahmen