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Hochbegabte Kinder als Herausforderung für Lehrkräfte

Hausarbeit 2014 11 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sind alle Kinder mit guten schulischen Leistungen hochbegabt? Eine Begriffsdefinition

3. Die Rolle des Lehrers/ der Lehrerin

4. Das Elterngespräch und seine Herausforderungen

5. Fazit

6. Bibliographie
6.1 Literatur
6.2 Internetquellen

1. Einleitung

Überflieger, Underachiever, Supersapiens. Dies sind nur einige der bekannten Schlagwörter, die prägnant für die Beschäftigung mit der Thematik von hochbegabten Kindern in unserer Gesellschaft sind. Erkenntnisleitende Fragen wie „Was steckt hinter dem zunächst undurchsichtig wirkenden Begriff „hochbegabt“?“, „Wer wird als solches bezeichnet und wie kann ein Lehrer ein entsprechendes Elterngespräch initiieren und moderieren?“ stellen die Grundlage der vorliegenden Arbeit dar.

Man stelle sich ein Kind vor, das in Klasse 5 sehr gute schulische Leistungen erbringt, aber seine Begabungen konsequent verneint. Ein Kind mit einem für sein Alter umfangreich ausgeprägten Wortschatz, das in der Lage ist, sprachliche Feinheiten differenziert zu erfassen. Ein Kind, das eine Fülle von Informationen behalten kann, einen ungewöhnlichen Sinn für Humor hat, von anderen Mitschülern und Fachlehrern als talentiert beurteilt wird und zudem sehr sensibel ist. So ein Kind ist Florian, fiktives Beispiel, das unter Berücksichtigung des innerhalb des Blockseminars erworbenen Wissens über mögliche Struktur- und Ablaufgeschehen der Moderation von Elterngesprächen im Rahmen eines Beratungsgespräches analysiert wird. Die Herausforderung für Lehrer/-innen hochbegabte Kinder zu erkennen, zu fordern und fördern ist enorm, wobei das erste Elterngespräch eine signifikante Episode darstellt, die die vorliegende Arbeit durchleuchtet und kritisch hinterfragt. Dabei wird wie folgt vom Allgemeinen zum Besonderen vorgegangen: Zunächst wird sich mit möglichen Begriffsdefinitionen von „Hochbegabung“ mit jeweiligen Schwerpunkten auseinandergesetzt und der Rolle des Lehrers/ der Lehrerin genähert und so zum Hauptaspekt hingeführt, dem Elterngespräch und seinen Herausforderungen. Daraufhin schließt am Ende der Analyse ein ausblickgebendes Fazit die Arbeit ab.

Dem Untersuchungsgegenstand liegen umfangreiche Studien und Abhandlungen zu Grunde, u.a. wird für diese Arbeit eine Tabellenübersicht von Betts und Neihart herangezogen, die verschiedene Profile besonders begabter Schüler/-innen mit entsprechenden Verhaltens- und Erkennungsmerkmalen sowie möglichen schulischen Maßnahmen kurz und verständlich verdeutlicht. Außerdem ermöglicht ein kurzer Aufsatz von Urban, der Merkmale der geistigen Entwicklung besonders begabter SchülerInnen untersucht, einen ersten Einstieg.[1] Desweiteren bietet einerseits ein Aufsatzsammelband[2] mit Beiträgen u.a. von Stapf, Hartmann und Quintmann und andererseits einer mit aufschlussreichen Beispielen und Beiträgen zur Beratung von Eltern etc.[3] einen Einblick in die komplexe Thematik.

2. Sind alle Kinder mit guten schulischen Leistungen hochbegabt?- Eine Begriffsdefinition

Die Frage „Sind alle Kinder mit guten schulischen Leistungen hochbegabt?“ kann sicherlich unterschiedlich beantwortet werden, da jedes Kind unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen und Begabungen hat bzw. entwickelt. Eine ontologische, essentialistische, überzeitlich gültige und richtige Definition von „Hochbegabung“ sollte nicht das Ziel sein. Vielmehr entsteht aus multipel anwendbaren Aspekten eine kaleidoskopische Ansicht des untersuchten Begriffs und damit ein interessant zu untersuchender Gegenstand.

Wird mit dem IQ bzw. dem Ergebnis eines IQ-Tests argumentiert, einer der möglichen Intelligenzparametern, trifft die Bezeichnung „hochbegabt“ auf Kinder mit einem IQ von über 130 zu, was nur ca. 2% der Gesellschaft entspricht.[4] Kritisch anzumerken ist an dieser Stelle jedoch, dass IQ-Tests beeinflussbar und in mancher Hinsicht zufällig ausfallen können. Ein Ergebnis, so ein mögliches Argument, kann z.B. tagesformabhängig sein und ist damit nicht absolut.[5] Trotzdem sind die Tests, wie Hartmann anmerkt, „[…] empirisch überprüft“[6] und zeichnen sich durch Leistungsfähigkeit im Hinblick auf„[…] eine Aussage über die Begabungsstruktur und die Intelligenzausprägung […]“[7] aus, d.h. Begabungsschwerpunkte und -defizite können eingeschätzt werden.[8] Denkbar wäre z.B., dass ein Kind in bestimmten Bereichen hochbegabt ist und in anderen Bereichen begabt, diese Begabung allerdings von anderen Kindern mit zunehmendem Alter ausgeglichen werden kann. Hartman erläutert weiter, dass viele der unterschiedlichen Tests durch ihre Struktur ein auffallend gutes Ergebnis durch Zufall ausschließen, ein weniger gutes hingegen möglich ist.[9] Gemeint ist damit, dass ein begabtes Kind nicht als hochbegabt eingestuft wird, der IQ eines hochbegabten Kindes gegebenenfalls jedoch leicht nach unten abweichen kann (z.B. anstatt 135 ca. 130). Eine andere Facette der Definitionsmöglichkeiten von „Hochbegabung“ kann verhaltensbasiert beschrieben werden: Hochbegabte Kinder, so Stapf, würden ein überdurchschnittliches „Interesse […] an der Sache […]“[10] zeigen und sich zudem „[…] in ein Sachproblem“[11] vertiefen können. Ein weiteres Kennzeichen ist laut der Autorin die Beobachtung der Tatsache, dass ein Kind seinen Altersgenossen voraus ist bzw. in bestimmten Bereichen herausragende Leistungen erbringen kann, die Stapf als „dispositionelle […] Befähigung für besondere Leistung […]“[12] bezeichnet und die in unterschiedlichsten Bereichen, u.a. Musik und Soziabilität, zu finden sei. Andere Merkmale sind nach Urban u.a. eine rasante, umfassende Auffassungsgabe, ein dem Kindesalter voraus entwickelter Wortschatz und eine „hohe Sensibilität für moralische Fragen“[13].[14] Hochbegabte Kinder zeigen in Anlehnung an Urbans Ausführungen frühe Anzeichen reflektiven Denkens.[15] Zusammenfassend wird im Überblickswerk „Homosupersapiens“ zwischen „[…] kognitive[-n] (Intelligenz, Kreativität) und nichtkognitive[-n] Persönlichkeitsmerkmale[-n] (Leistungsmotivation, Hoffnung auf Erfolg, Misserfolgsvermeiden […]“[16] differenziert.

[...]


[1] Vgl. http://www.davidsongifted.org/db/Articles_id_10114.aspx, 30.01.2014, 19h07.

[2] Vgl. (Hrsg.) Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.: Im Labyrinth. Hochbegabte Kinder in Schule und Gesellschaft, Münster 2001.

[3] Vgl. Hauptmann, Hannes u.a.: HomoSuperSapiens. Hochbegabte Kinder in der Grundschule erkennen und fördern, (Hrsg.) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BMW-AG, München 2002.

[4] Vgl. Hauptmann, Hannes u.a.: HomoSuperSapiens., S.17.

[5] Vgl. Hartmann, C.: Testverfahren und Begabungsdiagnostik. Tests- wann und wie? Welche Bedeutung können Testverfahren haben? In: (Hrsg.) Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.: Im Labyrinth. Hochbegabte Kinder in Schule und Gesellschaft, Münster 2001, S.4-7, hier: S. 5.

[6] Hartmann, C.: Testverfahren und Begabungsdiagnostik, S.4-7, hier: S. 4.

[7] Ebd.

[8] Vgl. ebd.

[9] Vgl. ebd., hier: S.5.

[10] Hauptmann, Hannes u.a.: HomoSuperSapiens, S. 14.

[11] Ebd.

[12] Stapf, A.: Das Erkennen von Begabungen. In: (Hrsg.) Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.: Im Labyrinth. Hochbegabte Kinder in Schule und Gesellschaft, Münster 2001, S.2-3, hier: S.2.

[13] http://www.davidsongifted.org/db/Articles_id_10114.aspx, 30.01.2014, 19h07.

[14] Vgl.ebd.

[15] Vgl. http://www.davidsongifted.org/db/Articles_id_10114.aspx, 30.01.2014, 19h07.

[16] Hauptmann, Hannes u.a.: HomoSuperSapiens, S. 17.

Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656674436
ISBN (Buch)
9783656674429
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275139
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
Schlagworte
hochbegabte kinder herausforderung lehrkräfte

Autor

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Titel: Hochbegabte Kinder als Herausforderung für Lehrkräfte