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Die Jomsvikinga Saga und ihre zentralen Figuren

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 26 Seiten

Skandinavistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historizität der Jómsvíkínga Saga
2.1. Die dänischen Könige
2.2. Die Schlacht bei Hjávrúngavágr
2.3. Die Stadt Jómsborg

3. Über die Gattung der Jómsvíkínga Saga
3.1. Königssagas
3.2. Isländersagas
3.3. Vorzeitsagas
3.4. Schlussfolgerung und heutiger Forschungszustand

4. Die zentralen Figuren der Saga
4.1 Zu dem Sagainhalt
4.2 Die Sagaprotagonisten
4.2.1 Die Jómsvikinger
4.2.2 Die Könige in der Saga
4.2.3 Die Frauen in der Saga
4.3 Zu den Handlungssträngen

5. Hauptmotive und Stilistik
5.1 Níð-Motivik
5.2. Die Zahl Drei und die Traumschildreung
5.3 Motiv der Menschenopferung
5.4 Die Göttinnen Þorgerðr Hávlgabrúðr und Irpa

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Jómsvíkínga Saga ist eine isländische Saga über die dänischen Seekrieger, welche die

Jómsborg, die sich an der heutigen polnischen Küste befindet, im 10. Jh. bewohnten. Die erste schriftliche Version der Saga wurde vermutlich um das Jahre 12001 von einem unbekannten Isländer niedergeschrieben. Die Geschichte wird von der Gründung des Kriegerbundes bis zu seinem Ende in der Schlacht bei Hjávrúngavágr wiedergegeben. Die Saga besteht aus zwei þættir unterschiedlicher Natur. Der erste hat die Rolle einer historischen Einleitung, die vor der eigentlichen Jómsvíkínga Saga steht; er behandelt das dänische Königsgeschlecht bis zu der Zeit von Haraldr Blauzahn. Es ist immer noch eine Frage der Forschung ob dieser Abschnitt ursprünglich zu der Saga gehört hat, da er nicht in allen Überlieferungen vorkommt. Der zweite þáttr erzählt die eigentliche Geschichte der sogenannten Jómsvikinger - von der Gründung der Jómsborg von dem Dänen Pálnatóki bis zu der historischen Schlacht bei Hjávrúngavágr, bei der die Jómsvikinger von dem norwegischen Jarl Hákon vernichtend besiegt werden.

Die Jómsvíkínga Saga ist in mehreren verschiedenen Redaktionen erhalten. Neben den vier verschiedenen isländischen Versionen, die signifikante Unterschiede aufweisen, gibt es weitere Manuskripten, die nur eine Kopie der isländischen Versionen sind. AM 291, 4to ist aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten. Dieses Manuskript ist unvollständig, da die ersten und letzten Blätter unlesbar sind. Es gibt auch bestimmte kleine Lücken und eine Seite fehlt. Aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts ist die Überlieferung in dem Codex Holmianus, Pergament 7, 4to. In dieser Version sind manche Kapitel ausgelassen, daher ist sie etwas kürzer als AM 291 4to. Codex Holmianus befindet sich im Moment in der Königlichen Bibliothek in Stockholm. Er ist nach Schweden geraten als ein Teil der Jörgen Seefeldt Sammlung und ist gut erhalten und lesbar. Die Redaktion AM 510, 4to wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts geschrieben. Sie ist viel voller als alle anderen, da sie aus vielen Quellen zusammengesetzt ist. In ihr ist aber der erste þáttr komplett ausgelassen worden. Aus diesem Grund u.a.: „ Flere forskere (bl.a. Gjessing, Krijn, F. Jónsson) har ment at denne inledning ikke tilhørte den opr. J.s., men var tilfjøet senere [...].“2 Eine weitere „[...] Fassung, die bruchstückweise in die grosse Óláfssaga Tryggvasonar (Fornmannasögur I und Flatreyjabók I) eingeschaltet ist“3, ist auch bekannt. Weitere Redaktionen liegen der Darstellung der Fargskinna und der Heimskringla zugrunde. „[...] Arngrímr Jónssons lat. Übs. nach einer heute verlorener volkssprachlichen Membran [...]“4 geht zusammen mit der AM 510, 4to zurück auf eine gemeinsame Vorlage - die vermutlich erste schriftliche Version der Saga von dem Jahre 1200.

Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist die Jómsvíkínga Saga auf ihrer Gesamtheit zu untersuchen, im Mittelpunkt der Untersuchung werden die Hauptprotagonisten sein, die mit ihrer Lebhaftigkeit und Glaubwürdigkeit einen großen Eindruck auf den Leser machen. Um die Komplexität der Saga völlig zu verstehen, ist aber auch eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten des Werkes - Motive, Stil, Figuren, erforderlich.

Ich habe mich für die Redaktion der Jómsvíkínga Saga in dem Codex Holmianus aus verschiedenen Gründen entschieden. An erster Stelle ist diese Überlieferung, obwohl an manchen Stellen gekürzt, komplett - sie umfasst beide þættir, sowohl den ersten, der von den dänischen Königen erzählt, als auch den zweiten, der die eigentliche Geschichte der Jómsvikinger wiedergibt. Weiterhin, im Gegensatz zu den anderen erhaltenen Redaktionen, die einen ziemlich wortreichen und manchmal sogar wässrigen Stil haben, hat der Verfasser dieser Version mit allen Mitteln versucht die Erzählung kürzer und kompakter zu halten. Wiederholungen, die in den anderen Überlieferungen so oft vorkommen, sind hier fast nirgends zu finden. Das bewirkt einen höheren Interesse- und Spannungsgrad. Die Episoden, die entweder ausgelassen, oder stark gekürzt wurden, handeln meistens von Personen, die eine unwesentliche Rolle in der Saga spielen.

2. Historizität der Jómsvíkínga Saga

Viele Elemente der Jómsvíkínga Saga sind historisch und manche der darin beschriebenen Ereignisse haben auch tatsächlich stattgefunden. In diesem Kapitel möchte ich mich mit dem historischen Wert der Saga auseinandersetzen und einige Elemente nach ihrer Historizität untersuchen.

2.1 Die dänischen Könige

Der erste þáttr der Saga, der die Geschichte der dänischen Könige ab der Zeit von Gormr dem Alten bis Haraldr Blauzahn wiedergibt, ist zum großen Teil historisch authentisch. Knútrs Sohn, Gormr, mit dessen Geburt die Saga, anfängt ist eine historische Person gewesen. Svend Aggesøn nennt diesen König Gormr løghæ5, also „der Alte“ muss ein späterer Zusatz sein. Über Gormr wissen die heutigen Historiker nicht allzu viel; ein wesentlicher Teil der Information, die über ihn erhalten ist, ist auf dem älteren und kleineren Jelling Stein gefunden. Während seiner Herrschaft, circa 940-950, und während der Regierung seines Sohnes Haraldr, erlebte Dänemark einen starken Aufschwung. Die Jelling Steine sagen auch viel über Haraldr Blauzahn aus. Zu dem Beginn seiner Herrschaft hat Haraldr die Jómsborg gegründet um seinen Einfluss in dem baltischen Raum zu erweitern. Es ist gut möglich, dass ein Däne der Anführer der Festung war; der Name Pálnatóki ist aber in keiner anderen Quelle zu finden, deswegen wird es angenommen, dass er eine durchaus fiktionale Figur ist.

Viele der Protagonisten sind tatsächlich ein Teil der skandinavischen Geschichte und die Saga geht definitiv auf historische Ereignisse zurück. Mit der Zeit aber werden diese „ [...] so stark literarisch überformt, daß die Saga bloß geringen Qu.wert für die polit. Gesch. Dänemarks und Norwegens im frühen MA besitzt und auch für die Kultur- und Religionsgesch. nur von begrenzter Aussagekraft ist.“6

2.2 Die Schlacht bei Hjivrúngavigr

Zweifellos historisch ist die Schlacht bei Hjávrúngavágr, die im Jahre 994 stattgefunden hat7.Die Beteiligung des dänischen Königs an defensive militärische Aktivität an der baltischen Küste in dem 10. Jh. und eine Schlacht gegen das rebellierende untergebene Norwegen um diese Zeit sind historische Geschehnisse. Die Hauptprotagonisten unter den Jómsvikingern - Sigvaldi und sein Bruder Þorkell, Búi und Vagn sind auch in skaldischen Dichtungen über die Schlacht bei Hjávrúngavágr erwähnt. Im Großen und Ganzen ist aber die Saga ein nicht historisches Werk.

Selbst die obengenannten geschichtlichen Figuren werden außerhalb des echten historischen Kontextes dargestellt als Mitglieder des legendären und fiktionalen Bundes der Jómsvikinger. Aus geographischer Sicht wird die Schlussfolgerung gezogen, dass die Attacke aus dänischer Seite kam, gerichtet höchstwahrscheinlich nach Hlaðir, die zentrale Machtbasis von Hákon. Die Schlacht wird von mehreren Skalden erwähnt, meistens um den Sieg von Hákon zu loben - Vigfús Víga- Glúmsson, Tindr Hallkelsson beschreibt die Schlacht in seinem Werk Hákonardrápa; Þórleifr Rauðfeldarsons preist den Jarl an, weil er neun starke Vikinger zu Oðinn geschickt hat. Diese Szene könnte sehr gut der Beschreibung der Hinrichtung der Jómsvikinger in der Saga zugrunde liegen. Von einer dänischen Flotte unter der Führung von Sigvaldi, in dessen Begleitung auch Búi und Vagn sind, wird berichtet. Obgleich die Jómsvikinger in keinem Werk namentlich genannt werden, ist es sehr gut möglich, dass sie an der Schlacht teilgenommen haben.

2.3 Die Stadt Jómsborg

Die Existenz der Stadt Jómsborg wird schon durch die ersten archäologischen Befunden an diesem Ort von O. Kunkel und K.A. Wilde, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg gemacht, bestätigt. Die Grabungen zeigen, dass Jómsborg eine zeittypische Handelsstadt mit einer Festung war. Weitere Beweise dafür sind mehrere Erwähnungen in Texten verschiedener Herkunft. Dass sie aber eine Vikingerfestung war, Hauptsitz des Bundes der Jómsvikinger, deren Einwohner strengen Regeln gehorchten, ist längst bestritten worden. Die Jómsborg ist höchstwahrscheinlich eine typische für ihre Zeit Handelsstadt gewesen. Zum ersten Mal wurde die Stadt in zwei Gedichten von Arnórr jarlaskáld erwähnt, die zum Lob des Königs Magnús und seinen Sieg über die Slaven in ihrer Stadt Jómi geschrieben wurden, von der Mitte des 11. Jahrhunderts. Eine Handelsstadt namens Jumne an der Mündung der Oder beschreibt auch Adam von Bremen. Ihm nach bestand die Bevölkerung von Jumne aus wendischen Heiden; diese waren jedoch offen für Handeln mit Christen, solange sie ihr Glauben innerhalb der Stadt nicht propagierten. Der Name Julin trägt die Stadt in den späteren Werken lateinischer Autoren, darunter ist sie auch in Saxo zu finden. Bei Svend Aggesøn ist der Name Hyumsburgh zu treffen, Äquivalent des isländischen Jómsborg.

That Svend´s Hyumsburgh is the same as Wollin (Julin) and Old Norse Jómsborg is certain, for Svend, Saxo and the Old Norse writers all describe the same Danish expeditions to Wendland in which the town figures and they call it respectively Hyumsburgh, Julin and Jómsborg.8 Dass die Stadt unterschiedlich beschrieben wird, liegt an den verschiedenen Quellen der Autoren.

Adam von Bremen schildert sie als eine Handelsstadt, da seine Information darüber von deutschen Handelsleuten stammt. In den älteren nordischen Werken ist die Jómsborg als eine Vikingerfestung vorgestellt. Beide Beschreibungen sind richtig aber einseitig, da es zu dieser Zeit für Handelsstädte typisch war, auch eine Festung zu haben. Die Grabungen von O. Kunkel und K. A. Wilde lassen die Spuren drei verschiedener Kulturen erkennen. Ein Teil der Befunde ist germanischer mittelalterlicher Natur. Darunter sind die Ruinen von Häusern wendischen Typs und andere Befunde deuten darauf hin, dass slavische Stämmen den Ort bewohnt haben. Sowohl nordische, als auch slavische Töpferei wurde entdeckt und in den Wänden mancher Häuser gab es Reste und Teile von Schiffen nordischer Konstruktion. Die Befunde weisen auf eine große für die damalige Zeit Einwohnerzahl - zwischen 5000 und 10 000. Die Handelsstadt und die Festung wurden um ca. 950 gegründet, also es ist sehr wahrscheinlich, dass Haraldr Gormsson der Gründer davon war. Folglich kann behauptet werden, dass die Jómsvíkínga Saga viel Wahres über die Jómsborg aussagt; allerdings ist die Stadt auf keinen Fall eine isolierte Vikingerfestung gewesen.

3. Über die Gattung der Jómsvíkínga Saga

Die Frage über die Gattung der Jómsvíkínga Saga ist schwierig zu beantworten. Sehr oft wird es angenommen, dass sie der Gattung der Königssagas gehört, da sie viele der typischen Merkmale dieser Gattung trägt. Weiteren Hypothesen nach könnte sie auch der Gruppe der Isländersagas oder der Vorzeitsagas gehören. Die Jómsvíkínga Saga ist vielfältig in ihrem Sujet, gibt sowohl historische Ereignisse wieder, als auch fiktionale, mythische Geschehen. Daher ist es ziemlich schwierig, sie eindeutig nur in eine Sagagattung der altnordischen Literatur einzuordnen.

Dem heutigen Stand der Forschung nach, wird die Jómsvíkínga Saga zusammen mit der Orkneyinga Saga und der Færeyinga Saga der Gruppe der politischen Sagas zugeordnet9, weil die drei Sagas mehrere typische Merkmale gemeinsam haben.

3.1 Königssagas

Die Königssagas sind eine Gruppe historiographische Prosatexte, die in Norwegen, wie in Island gepflegt wurden. Sie haben hauptsächlich die Geschichte der norwegischen Könige vom 9. bis zu 13. Jahrhundert zum Inhalt, berichten aber teilweise auch von den dänischen Königen und von den Orkadenjarlen. In formaler Hinsicht lassen sich die Königssagas zwei Kategorien zuordnen: vitae und origo gentis10. Die vitae Sagas stellen die Lebensgeschichten einzelner Könige dar. Die origo gentis sind volksgeschichtliche oder nationalgeschichtliche Werke, die Zeiträume über mehrere Jahrhunderte rekonstruieren und die Entstehung und Vorgeschichte verschiedener Königsdynastier schildern. Der erste þáttr der Jómsvíkínga Saga könnte mit Recht für eine vitae Königssaga gehalten werden, da er die Geschichte der dänischen Herrscher von Gormr dem Alten bis Haraldr I. Gormsson wiedergibt. Der zweite þáttr aber passt ganz schlecht zu dieser Kategorisierung. Zu den typischen Merkmalen der Königssagas zählen „einerseits der Wunsch nach historischer Wahrheit, anderseits das Bestreben, unterhaltsam zu erzählen.“11 Unterhaltsam ist die Geschichte der Jómsvikinger zweifelsohne, aber auf Kosten der Historizität. Die vielen abenteuerlichen Züge, sowie die übernatürlichen Elemente wie z.B. die Erscheinung der Göttin Þorgerðr Hávlgabrúðr und ihrer Schwester Irpa erhöhen den Spannungsgrad, bringen aber zu der drastischen Senkung des historischen Wertes der Saga bei.

Die drei Träume, die König Gormr in seinem neuen Haus hat, sind mystischer Natur; solcher sind auch die wahrsagenhafterischen Fähigkeiten seiner zukünftigen Frau diese Träume zu deuten.

3.2 Isländersagas

Die Isländersagas sind handschriftlich überlieferte Prosaerzählungen, die von der isländischen Geschichte etwa zwischen 930 und 1030 handeln, allerdings aus der Perspektive späterer Jahrhunderte. Sie unterscheiden sich von den anderen Sagas, die auf Island und von Isländer verfasst wurden, in der zeitlichen und räumlichen Begrenzung ihres Stoffes. Sie wiedergeben Sujets vielfältiger Natur. Einige Sagas haben das Schicksal eines Geschlechts zum Thema, andere erzählen die Geschichte einer einzigen Person und andere sind die novellenartige Erzählung eines bestimmten Ereignisses. Der zweite þáttr der Jómsvíkínga Saga erinnert stark an eine Isländersaga in dem Sinne, dass er die Entwicklung des Geschlechts von Pálnatóki verfolgt. Aber gegen die Theorie, dass diese Saga zu den Isländersagas gehört, spricht der Fakt, dass Pálnatóki kein Isländer ist, sondern ein Däne. Alle Isländersagas sind anonym überliefert und es gibt keinen sicheren Hinweis in der zeitgenössischen isländischen Literatur auf eventuelle Verfasser. Auch das hat die Jómsvíkínga Saga gemeinsam mit den Sagas dieser Gattung. Einige typisch für die Isländersagas erzähltechnische Merkmale hat der Verfasser der Jómsvíkínga Saga auch benutzt. Oft werden in die Sagastrophen die sogenannten lausavísur eingeflochten, die von den Protagonisten gedichtet sein sollen. Es ist aber nicht sicher ob diese Strophen tatsächlich von den historischen Personen gedichtet wurden oder ob sie von dem Sagaerzähler stammen. In der Jómsvíkínga Saga sind solche lausavísur auch zu finden.

„Und dann sind da für die Isländersaga so bezeichnenden großartigen Szenen, die ihren Höhepunkt in pointierten, teils sarkastischen Äußerungen finden.“12 Solche Szenen, die mit ihrem ironischen Kommentar beeindrucken, kommen auch in der Jómsvíkínga vor. Ein Beispiel dafür ist Búis Replik, als er einen Axtschlag ins Gesicht bekommt:

Ok í þessu svarfi hleypr Þorkell miðlángr af skipi sínu á skip Búa, ok havggr af honum vavrina ok havkuna alla frá niðr ígegnum, ok fjúka tennrnar or höfðinu. Þá mælti Búi: vesna mun nú hinni davnsku þickja at kyssa oss í Borgundarholmi.13

In vielen Hinsichten ist die Jómsvíkínga Saga eine Isländersaga. Aber aus dem Grund, dass sie von der dänischen und norwegischen, und nicht von der isländischen Geschichte handelt, kann sie auch dieser Gattung nicht eindeutig zugeordnet werden.

3.3 Vorzeitsagas

Wie die Isländersagas und þættir basieren die Vorzeitsagas auf einer Überlieferung mit zeitlich langem Abstand zu den erzählten Ereignissen. Sie erzählen „von Helden, die vor der isländischen Landnahme lebten“14, daher auch ihre Bezeichnung15. Im Gegenteil zu den Isländersagas ist hier das Ziel des Verfassers nicht eine historisch zuverlässige Geschichte zu erzählen, sondern eine eher mythische Welt mit verschwommenen Grenzen zwischen real und fiktional wiederzugeben.

[...]


1 Beck, H. [Hrsg.]: Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Bd. 16. Berlin/New York: de Gruyter, 2000. S.

69.

2 Brøndsted, J., [Hrsg.]: Kulturhistorisk leksikon for nordisk middelalder, Bd. 7. København: Rosenkilde og Bagger, 1962. S.607.

3 Hempel, H.: „Die Formen der Iómsvikinga saga“ in: Kock, A. [Hrsg.]: Arkiv för nordisk filologi, Bd. 39, S. 1. Lund/Leipzig: Gleerup/Leipzig, 1923. S. 1-58. S. 1.

4 Beck, H. [Hrsg.], Berlin/New York, 2000. Bd. 16. S. 69.

5 faul, dt.

6 Beck, H. [Hrsg.], Berlin/New York, 2000. Bd. 16. S. 70.

7 Vgl. Simek, Rudolf/ Pálsson, Hermann: Lexikon der altnordischen Literatur. Zweite, wesentlich vermehrte und überarbeitete Auflage von Rudolf Simek. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2007. S. 215.

8 Blake, N.F.: The Saga of the Jómsvikings. London [u. a.]: Nelson, 1962. S. viii - ix.

9 Vgl. Beck, H. [Hrsg.], Berlin/New York: 2000. Bd. 16. S. 70.

10 Ursprung des Geschlechts, dt.

11 Woerner, Gert [Hrsg.]: Kindlers Literaturlexikon, Bd. IV, Werke Her-Lys. Zürich: Kindler, 1982. S.5334, unter Konungasögur.

12 Uecker, Heiko: Geschichte der altnordischen Literatur. Stuttgart: Philipp Reclam, 2004. S.119.

13 Þorkelsson, Jon [Hrsg.], 1855. S. 42.

14 Mundal, Else: Sagaliteratur in: Haugen, Odd Einar [Hrsg.]: Altnordische Philologie. Norwegen und Island. von Nahl, Astrid [Übers.], S. 341-390. Berlin/New York: de Gruyter, 2007. S. 376.

15 fornöld - Vorzeit, dt.

Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656687108
ISBN (Buch)
9783656687092
Dateigröße
750 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v275775
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
2,7
Schlagworte
jomsvikinga saga figuren

Autor

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Titel: Die Jomsvikinga Saga und ihre zentralen Figuren