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Blended Learning als Zukunft des Studiums. Der BA Bildungswissenschaften der FernUniversität Hagen

Hausarbeit 2012 23 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. E-Learning: Ein Überblick
2.1 Systematisierungsansätze
2.2 CBT und WBT
2.3 Blended Learning
2.4 Learning Content Management Systeme

3. Blended Learning am Beispiel eines Moduls der FernUniversität in Hagen
3.1 Studienbriefe
3.2 Moodle
3.3 Lern-Apps

4. Vor- und Nachteile des Blended Learning

5. Fazit

6. Literatur und Quellen

7. Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Die vorliegende Hausarbeit ist thematisch in das Seminar „Neue Formate beruflicher Weiterbildung“ eingebettet. Motiviert durch verschiedene Berührungspunkte mit Studierenden der FernUniversität in Hagen wird in dieser Arbeit das Thema Blended Learning bearbeitet.

Unter der Fragestellung „Blended Learning als Zukunft des Studiums?“ wird zunächst ein Überblick über das Themenfeld e-Learning gegeben. Eingeführt wird mit Systematisierungsansätzen zum e-learning, um danach die e-Learning-Formen Computer Based Training, Web Based Training und Blended Learning sowie das Learning Content Management System vorzustellen.

Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit Blended Learning am Beispiel eines Moduls der FernUniversität in Hagen. Dazu werden die Funktionsweise und der Stellenwert von Studienbriefen, der Lernplattform Moodle und von Lern-Apps skizziert.

Auf Grundlage dieser Darstellung werden Vor- und Nachteile des Blended Learning aufgezeigt.

Im Fazit soll dann die eingangs gestellte Frage, ob Blended Learning als Zukunft des Studiums angesehen werden kann, beantwortet werden.

2. E-Learning: Ein Überblick

Mit e-Learning ist im Allgemeinen elektronisches Lernen gemeint, wobei darunter im Verlauf der Zeit jeweils unterschiedliche Formen subsumiert wurden. Ursprünglich wurde es als Sammelbegriff für durch Informationstechnologie „gestütztes Lernen bzw. alle Formen elektronisch unterstützten Lernens“ (Baumgartner et al. 2002: 27) verwendet. Dabei lag der Fokus zunächst auf dem elektronisch unterstützten Lernen, unter dem nach Baumgartner et al. das „satelittengestützte Lernen, Lernen per interaktivem TV, CD-Rom, Videobändern“ (ders.: 4) verstanden wurde. Mit dem Aufkommen des Internets wurde der Begriff e-Learning vorübergehend mit der Bedeutung des netzgebundenen beziehungsweise webgebundenen Lernen verknüpft, bis er abermals als Sammelbegriff für „alle Arten medienunterstützten Lernens“ (ebd.) Verwendung fand. Heute schließt e-Learning „sowohl Lernen mit lokal installierter Software (Lernprogramme, CD-ROM) als auch Lernen über das Internet“ (ebd.) (unter anderem Web Based Training[1] ) ein.

2.1 Systematisierungsansätze

Was e-Learning aber ist wird dadurch noch nicht geklärt, da „medienunterstütztes Lernen“ noch sehr unscharf formuliert ist. Daher bietet es sich an, eine weitere Definition heranzuziehen, die „den technologischen Aspekt der Lernunterstützung mit dem Einsatzzweck zu verbinden sucht“ (Rippien 2012: 56). Eine solche Definition liefern Seufert et al.. Nach dieser ist e-Learning „Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt bzw. ermöglicht wird. Wichtig ist, dass diese Technologien mit dem Lernprozess selbst unmittelbar verbunden sind und nicht nur rudimentäre Hilfsmittel darstellen.“ (Seufert et al. 2001: 13) Dieser Definitionsversuch ist immer noch nicht sehr spezifisch aus diesem Grund schlagen die Verfasser zur Präzisierung eine Differenzierung vor, in der e-Learning verortet und realisiert werden kann. Sie unterscheiden zum einen zwischen personalem (Einzelpersonen) und organisationalem Lernen (Organisationen). E-Learning kann demnach lokal oder verteilt bereitgestellt werden. Erstes sagt aus, dass die Lernressource örtlich gebunden ist und letztes, dass diese über das Netz bezogen wird. Des Weiteren wird differenziert nach zeitlichen Aspekten hinsichtlich der Kommunikation. Erfolgt sie direkt, zum Beispiel über Videokonferenzen und Chat, spricht man von einer synchronen Kommunikation, bei einer zeitversetzten zum Beispiel über Foren oder E-Mail, von einer asynchronen Kommunikation. Findet ein gemeinschaftlicher Lernprozess statt, wird dieser im Zusammenhang mit e-Learning als kollaborativ bezeichnet, ist dies nicht der Fall, so spricht man von individuellem Lernen. Zuletzt unterscheiden Seufert et al. nach dem Grad der Auseinandersetzung mit den bereitgestellten Informationen. Demnach wird das Rezipieren der Informationen als statisch angesehen und die aktiv-interaktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten als interaktiv bezeichnet. (Vgl. ebd.) Durch die Differenzierung, so Rippien, wächst „die Begriffstiefe, denn hier wird e[-]Learning als die technische Rahmung für personales wie für organisationales Lernen begriffen, und es wird in der Folge mit Merkmalen belegt, die sich wiederum auf technische Gestaltungsmöglichkeiten nicht nur durch Distribution von Lerngegenständen, sondern auch der Auseinandersetzungsformen damit beziehen.“ (Rippien 2012: 57)

Einen Überblick über das Begriffsfeld e-Learning liefert Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Begriffsfeld in Anlehnung an Back, Bendel et al. 2001: 34, zitiert nach Rippien 2012: 58.

E-Learning umfasst demnach, sowohl Lernen mit lokal installierter Software, hier dargestellt als CBT[2], als auch netzbasiertes Lernen, welches in den hier dargestellten verschiedenen Formen, unter anderem als WBT oder Online-Learning vorliegen kann. Distance, Virtual und Tele Learning sind e-Learning Formen, die auf verschiedene Formen des Online Learning zurückgreifen. Aus der Übersicht (Abbildung 1) wird auch deutlich, dass Back, Bendel et al. neben dem Lernen im e-Learning „auch immer den Prozess des Lehrens“ (Rippien 2012: 58) mit einbeziehen.

Unter Berücksichtigung dessen, dass der Begriff des e-Learning im Laufe der Zeit abhängig von der zur Verfügung stehenden Technologie einem Wandel unterliegt, haben Sauter et al. 2004 einen Definitionsversuch unternommen, „indem sie die Nutzung der Informationstechnologie als Abfolge von technologischen Entwicklungsstufen abbilden.“ (Ebd.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Stufenmodell des e-Learning bei Sauter et al. 2004: 21.

In ihrem Stufenmodell zeichnen Sauter et al. für die betriebliche Bildung und Weiterbildung die zunehmenden Integrationsmöglichkeiten der durch die Internettechnologien ermöglichten e-Learning-Lösungen nach (vgl. Sauter et al. 2004: 20f.). Im Nachfolgenden sollen die darin verwendeten technologischen Lösungen - CBT, WBT, sowie Blended Learning - skizziert werden. Der Blended Knowledge Process wird nicht näher betrachtet, da dieser eher für lernende Organisationen relevant ist und im Kapitel 3 ausschließlich das Blended Learning betrachtet wird. Es wird geklärt, was Learning Content Management Systeme sind.

2.2 CBT und WBT

Computer und Web Based Training sind nach Röll der Kategorie Computer Supported Learning und damit nur unter bestimmten Voraussetzungen dem e-Learning zu zuordnen (vgl. Röll 2003: 299f.). Diese sollen jedoch nicht näher erläutert werden.

Computer Based Training kurz CBT, „ist eine Lehr- und Lernmethode, bei der ein Lernender oder auch mehrere Lernende gemeinsam ein computergestütztes Trainingsprogramm offline bearbeiten.“ (Sauter et al. 2004: 20) Es stellt die erste Entwicklungsstufe des e-Learning dar (vgl. ders.: 21) Bei dieser Methode werden Informationen in einem abgegrenzten Lernprogramm (vgl. ders.: 20) bereitgestellt, die zumeist durch Animationen oder Simulationen unterstützt werden (vgl. Röll 2003: 299). Die Lerninhalte sind dabei zumeist statisch, wobei die Inhalte des Mediums (CD oder DVD) interaktiv gesteuert werden können. Es findet „keine Interaktion mit anderen Lernenden und /oder Betreuern“ (ebd.) statt. Nach dem von Seufert et al. vorgelegten Differenzierungsraster handelt es sich dabei um personales lokales e-Learning, bei dem die Lernprozesse individuell ablaufen und die Inhalte als statisch anzusehen sind.

Im Unterschied zum CBT ist das Medium des Web Based Training das Internet oder Intranet (vgl. Röll 2003: 300; Sauter et al. 2004: 20). Weiter grenzt sich das WBT vom CBT dadurch ab, dass das WBT „kein einzelnes, abgegrenztes Lernprogramm, sondern ein integriertes Lernmodul [ist], das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung optimal nutzt“ (Sauter et al. 2004: 20). Es ist die technologische Weiterentwicklung des CBT und stellt nach Sauter et al. die 2. Entwicklungsstufe des e-Learning dar (ders.: 21). WBT‘s können nach Röll als Online-Kurse angesehen werden, bei denen die Lerninhalte selbständig erarbeitet und Aufgaben bearbeitet werden. Zudem ist es auch möglich, sofern angedacht, einen „Austausch mit der Gruppe, den Mitlernenden und den Lehrenden“ (Röll 2003: 300) durchzuführen. Als Möglichkeiten des Austausches werden „Schwarze Bretter, Newsgroups, Foren, E-Mail-Tutoring, Chats und interaktive Fragebögen“ (ebd.) genannt. Dadurch, so Röll weiter, „ist ein hoher Grad an Interaktion möglich“ (ebd.). Demnach fällt das Web Based Training allgemein in die Differenzierungskategorie personales verteiltes e-Learning, welches je nach Realisierung synchron oder asynchron, individuell oder kollaborativ, mit statischen oder interaktiven Lerninhalten ausgestaltet sein kann.

2.3 Blended Learning

Blended Learning steht für verschiedene Weiterbildungsmethoden die möglichst optimal miteinander Verknüpft werden (vgl. Röll 2003: 328). Es ist ein:

„integriertes Lernkonzept, das die heute verfügbaren Möglichkeiten der Vernetzung über Internet oder Intranet in Verbindung mit ‚klassischen‘ Lernmethoden optimal nutzt. Es ermöglicht Lernen, Kommunizieren, Informieren und Wissensmanagement, losgelöst von Ort und Zeit in Kombination mit Erfahrungsaustausch, Rollenspiel und persönlichen Begegnungen in klassischen Präsenz[phasen].“ (Sauter et al. 2004: 68)

Es werden also verschiedene Formen des e-Learning mit unterschiedlichen Ansätzen klassischer Lernformen und Präsenzphasen verbunden, um deren jeweilige Vorteile zu nutzen und die jeweiligen Nachteile abzumildern (vgl. ders.: 69). Dabei werden „[s]ynchrone, asynchrone und Face-to-Face-Kommunikation“ (Röll 2003: 329) miteinander verknüpft. Kombiniert werden können im Rahmen des Blended Learning zudem „Präsenz“, „Checks“, „Foren“, „Virtuelle Bibliothek“, „Download“, „Computer Based Training“, „Web Based Training“, „Teletutorial“, „Projekte“ und „Tutorials“ (ebd.). Die Präsenzphase dient beispielsweise der Vermittlung von Lehrstoff. Sie wird mit Foren kombiniert, um einen Austauschen zu ermöglichen. WBT’s helfen den Lehrstoff vertiefend zu behandeln. (Vgl. ebd.) Dabei werden wie zuvor angesprochen, Elemente der Face-to-Face-Kommunikation, hier die Präsenzphase, zum Beispiel in Form eines Workshops, sowie der synchronen, zum Beispiel in Form eines Chats, und der asynchronen Kommunikation, zum Beispiel über Foren, miteinander verknüpft. Je nachdem welche e-Learning-Formen verwendet werden, lassen sich diese in die Kategorien von Seufert et al. einordnen.

Wichtig an dieser Stelle ist es, festzuhalten, dass beim Blended Learning die Lernbedürfnisse des Lernenden in den Mittelpunkt gerückt werden. „Die Lernenden erhalten entsprechend ihrem Lerninteresse und -bedarf ein individuelles Lernprogramm.“ (Ders.: 330) Dies ist so zu verstehen, dass der Lernende aus den zur Verfügung stehenden Elementen diejenigen kombiniert, die seinem Lerninteresse und -bedarf entsprechen. Der Lernende erhält damit ein individuelles Produk. Zudem können vom Lernenden „zusätzliche Lernangebote nachgefragt werden“ (ebd.).

Blended Learning ist als ein konstruktivistisches Lernkonzept anzusehen, „bei dem der Erwerb des Wissens im Kontext zu den bereits vorhanden Deutungsschemata steht“ (ebd.). Kurzum zielt das Modell des Blended Learning statt auf Qualifikation auf Kompetenzen. Es fokussiert den Bildungsnachfrager und entspricht damit „dem Anspruch nach selbstgesteuertem, selbstorganisiertem und lebensweltorientiertem Lernen“ (ebd.).

2.4 Learning Content Management Systeme

Blended Learning greift zurück auf die im Folgenden skizzierten Learning und Content Management Systeme, die sich auch kombinieren lassen und zunehmend Bedeutung im Bildungsbereich erlangen (vgl. Baumgartner et al. 2002: 24).

Unter Learning Management Systemen (LMS) sind Lernplattformen zu verstehen, in denen „selbst erstellter oder zugekaufter Content[3] in einer Datenbank verwaltet und den Lernenden zur Verfügung gestellt“ (ders.: 18) wird. Mit dem System der Lernplattform ist es möglich, den individuellen Lernprozess des Lernenden nachzuverfolgen. So kann zum Beispiel nachvollzogen werden welche Online-Kurse (Content) bereits bearbeitet und welche Punktwerte bei zu absolvierenden Tests erzielt wurden. Darüber hinaus kann den Lernenden die Möglichkeit geboten werden, sich auf der Lernplattform, über Chats (synchron) und Diskussionsforen (asynchron) miteinander auszutauschen und zusammen zu arbeiten. (Vgl. ebd.)

„Die kleinste Lerneinheit in einem LMS ist der Online-Kurs selbst. Wiederverwendbarkeit (…) von Content ist deshalb nur auf der Kurs-Ebene möglich, in dem Sinne, dass ein Kurs von mehreren Teilnehmer-innen bearbeitet werden kann.“ (ebd.) Dies soll durch Abbildung 3, in der ein Learning Management System schematisch dargestellt wird, verdeutlicht werden. Als Beispiele für originäre LMS können unter anderem ILIAS (vgl. ebd.) – Integriertes Lern-, Informations- und Arbeitskooperations-System – und Moodle – Modular Object-Oriented Dynamic Learning Environment (vgl. Moodle 2012) – genannt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Schematische Darstellung eines Learning Management Systems, in Anlehnung an Baumgartner et al. 2002: 18.

Content Management Systeme (CMS) wurden ursprünglich „für die Organisation und das Management von Inhalten konzipiert“ (Baumgartner et al. 2002: 21) und haben sich mittlerweile zu „komplexen Redaktionssystemen entwickelt, die sowohl die Abläufe eines kooperativen webbasierten Arbeitsprozesses koordinieren, als auch bei der Online-Erstellung der Inhalte (…) helfen“ (ebd.).

In Abbildung 4 werden die Abläufe in einem CMS schematisch dargestellt. Mit Hilfe verschiedener Autorentools werden verschiedene Inhalte (Content Komponenten wie zum Beispiel Grafiken, Bilder oder Texte) durch die Autoren erstellt und in einer zentralen Datenbank abgelegt (hier mit Ebene der Autoren abgebildet). Diese Inhalte werden dann auf der „Ebene der Genehmigung“ vom Chefredakteur überprüft, gegebenenfalls editiert und zur Veröffentlichung genehmigt. Auf der nachfolgenden Ebene können verschiedene Redakteure nun auf diese Inhalte zugreifen und sie zu größeren Beiträgen zusammenstellen, die dann zur Online-Veröffentlichung freigegeben werden. Hinterlegen die Besucher der Website ihre Interessenprofile (zum Beispiel Kunst, Motorsport und Wirtschaft), so bekommen diese vom CMS die entsprechenden Inhalte angezeigt. (Vgl. ebd.)

[...]


[1] kurz WBT

[2] Computer Based Training

[3] Englisch für Inhalte; steht hier für die angebotenen Online-Kurse.

Details

Seiten
23
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656694779
ISBN (Buch)
9783656696124
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276274
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
blended learning zukunft studiums bildungswissenschaften fernuniversität hagen

Autor

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