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Erarbeitung des Gleitens aus der Rückenlage unter besonderer Berücksichtigung des Aufstehens aus der Rückenlage

Unterrichtsentwurf 1998 11 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Thema der Unterrichtsreihe

II Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsreihe

III Zur Struktur der Unterrichtsreihe

IV Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsstunde

V Teilziele der Unterrichtsstunde

VI Bedingungsfeld

VII Methodisch-didaktische Schlüsselentscheidungen

VIII Legitimation

IX Sachstruktur der Reihe

X Sachstruktur der Stunde

XI Darstellung des geplanten Stundenverlaufs

I Thema der Unterrichtsreihe

Schwimmen: Vom Nichtschwimmer zum Schwimmer. Erarbeitung der ersten drei Schwimmarten unter besonderer Schwerpunktsetzung der Rückenkraultechnik

II Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsreihe

Die Schüler sollen ihre erste Schwimmart für die Bewältigung der Schwimmstrecke von 25m erlernen und ihre Wasserunsicherheit zugunsten der Schwimmfähigkeit ver- ändern

III Zur Struktur der Unterrichtsreihe

1. Stunde: Sichtungsstunde/ Wiederholende Inhalte zur Wassergewöhnung und Wasserbewältigung; freies Üben uns ausprobieren von Spielgeräten im Wasser.
2. Stunde: Festigung der Inhalte zur Wassergewöhnung und Wasserbewältigung.
3. Stunde: Erarbeitung des Gleitens in Rückenlage unter besonderer Be- rücksichtigung des Aufstehens aus der Rückenlage
4. Stunde: Erarbeitung des Wechselbeinschlages in Rückenlage mit und ohne Hilfs- geräte .
5. Stunde: Festigung des Wechselbeinschlages in Rückenlage über längere Strecken.
6. Stunde: Erarbeitung des Wechselarmzuges in Rückenlage ( Partnerunterstützung)
7. Stunde: Festigung des Wechselarmzuges in Rückenlage (erste freie Versuche)
8. Stunde: Erarbeitung der Gesamtkoordination (Rückenkraulschwimmen, Kombina- tion der einzelnen Bewegungselemente)
9. Stunde: Festigung der Gesamtkoordination (Rückenkraulschwimmen) unter be- sonderer Berücksichtigung des ausdauernden Schwimmens (Ausdauerschwimmen in Form des Intervalltrainings)
10. Stunde: Erfolgskontrolle/ 25m Schwimmen (Grundlage bildet das Deutsche Frühschwimmerabzeichen „Seepferdchen“)

IV Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsstunde

Die Schüler sollen das Einnehmen der Rückenlage, das Gleiten Rückenlage und das Aufstehen aus der Rückenlage erlernen.

V Teilziele der Unterrichtsstunde

Motorische Lernziele und Lerninhalte:

- Das Einnehmen einer möglichst widerstandsarmen Wasserlage als Grundlage für die angestrebte Schwimmfähigkeit mittels der Rückenschwimmtechnik wird ge- schult.
- Die Kombination des Gleitens in Rückenlage mit dem Brustschwimmen (vgl. Ver- laufsskizze) stellt eine hohe koordinative Leistung dar. Es werden ganzkörperliche Bewegungshandlungen erreicht.
- Durch die ganzkörperlichen Bewegungshandlungen wird eine Schulung der schwimmerischen Grundlagenausdauer angestrebt.
- Es wird die Reaktionsfähigkeit geschult, die Schüler müssen auf bestimmte Reize mit einer bestimmten Bewegungshandlung reagieren. Beim wettkampfsportlichen Schwimmen ist die besonders beim Start unerlässlich.
- Durch die Laufbewegung im Wasser (water-running) während des Abschlussspiels findet eine allgemeine Ausdauerschulung statt.

Kognitive Lernziele und Lerninhalte:

- Die Wasserunsicherheit der Schüler wird insbesondere in Rückenlage abgebaut. - Die abschließende Spielform schult das Reagieren auf Reize.

- Die Schüler sollen „Wasser“ als spaßbringendes und freudiges Element kennen- lernen.

- Die Wichtigkeit des Aufstehens aus der Rückenlage für das Erlernen des Rücken- schwimmens soll den Schülern verdeutlicht werden.

- Die Schüler sollen Bewegungsmerkmale beobachten und verbalisieren.

Sozial-affektive Lernziele und soziale Lerninhalte:

- Die Schüler sollen in ihrem Sozialverhalten positiv verstärkt werden, indem sie lernen, sich aufeinander einzustellen und miteinander zu arbeiten.

- Eine Förderung des Lernprozesses soll durch eine freudige Lernatmosphäre er- reicht werden.

- Die Selbstsicherheit der Schüler soll durch das Abbauen von Ängsten im Wasser verbessert werden.

- Die Schüler erfahren bestimmte Organisationsformen, die unerlässlich für den Schwimmunterricht sind.

VI Bedingungsfeld

a) Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen

Am Schwimmunterricht nimmt eine Nichtschwimmergruppe aus zwei 5er Klassen (5a + b) der Hauptschule II +++ teil. Die Lerngruppe nimmt freitags in der Zeit von 11:45 - 12:30 Uhr am Schwimmunterricht teil und besteht aus ca. 12 Schülern und Schülerinnen.

Der Unterrichtsort ist das Hallenbad +++, welches ca. 200m von der Schule entfernt liegt und zu Fuß erreichbar ist. Als effektive Unterrichtszeit stehen ca. 30 Minuten zur Verfügung, da die Schüler vor und nach der Schwimmstunde Zeit zum Duschen, Umziehen und für den Gang in die Unterrichtsräume benötigen.

In der Schwimmhalle werden zeitgleich 2 Schwimmgruppen und die beschriebene Nichtschwimmergruppe unterrichtet. In der Regel sind 3 Lehrkräfte anwesend. Die Materialausstattung der Schwimmhalle ist gut, es kann auf Schwimmbretter, Bälle, Pull-buoys, Tauchreifen zurückgegriffen werden.

Die Lerngruppe ist mir seit 2 Schwimmstunden bekannt. Anzumerken ist hier, das durch den zu Beginn meiner Unterrichtszeit noch nicht abgeschlossenen Organisationsrahmen (Einteilung der Nichtschwimmer/ Schwimmer) einige neue Nichtschwimmer dazugekommen bzw. Nichtschwimmer zur Schwimmergruppe gewechselt sind. Aufgrunddessen sind mir die Schüler nicht ausreichend gut bekannt.

b) Sachstruktureller Entwicklungsstand

Die Lerngruppe ist außerordentlich gut motiviert und bringt die entscheidenden Voraussetzungen für die Erlangung der Schwimmfähigkeit mit. Die Phasen der Wassergewöhnung und der Wasserbewältigung können als abgeschlossen bezeichnet werden. Ein Grund dafür ist das Freizeitverhalten der Schüler; Das Schwimmbad wird von den Schülern außerhalb der Schulzeit häufig besucht.

Als den Unterrichtsprozess störend ist die fehlende Disziplin und der ungestüme Be- wegungsdrang einiger Schüler zu bezeichnen. Häufig kommt es vor, das die Schüler Anweisungen mehrmals umsetzen obwohl dies nicht gefordert war.

Alle Schüler haben eine grobe Vorstellung davon wie man schwimmt, vor allem die ausländischen Schüler bevorzugen hier eine eigene „Kraultechnik“. Beim Rest der Lerngruppe lässt sich eine grobe Vorstellung davon, wie man das Brustschwimmen ausübt, feststellen.

Die jeweiligen Bewegungsmuster weisen entsprechend sowohl bei der Brust- als auch bei der Kraulschwimmtechnik deutliche Mängel auf, die Qualität der Umsetzung der Bewegungen ist sehr unterschiedlich. Probleme bereitet dem Großteil der Schüler das Einnehmen der Rückenlage bzw. das Aufstehen aus der Rückenlage. Zu den unterschiedlichen Bedingungen einzelner Schüler ist im Moment noch nichts zu sagen, da mir die Lerngruppe nicht ausreichend bekannt ist.

VII Methodisch-didaktische Schlüsselentscheidungen

Zur Erlangung der Schwimmfähigkeit wird der Schwerpunkt in dieser Lerngruppe auf die Vermittlung der Rückenkraultechnik gelegt. Dies bedeutet nicht, dass aus- schließlich Bewegungsmerkmale der Rückenschwimmtechnik akzentuiert werden sol- len, vielmehr liegt in der Planung der Reihe ein ganzheitliches Konzept zur Ver- mittlung der Schwimmtechniken zugrunde. Dies bedeutet, das sowohl Elemente des Brust- als auch des Kraulschwimmens Anklang im Unterricht finden. Für die Schüler bedeutet dies, dass die Bewältigung der Schwimmstrecke von 25m neigungsgerecht möglich ist. Das Rückenschwimmen hat für den Lernenden den Vorteil, das sich bei richtiger Beherrschung der Technik die positiven Effekte bzgl. der Wirbelsäulen- freundlichkeit nutzen lassen und das ein sehr guter Transfer innerhalb der Wechsel- zugtechniken besteht. Insbesondere das Erlernen der schnellsten und ökonomischs- ten Schwimmart, des Kraulschwimmens wird erheblich erleichtert.

In der heutigen Stunde wird als erster methodischer Schritt das Gleiten in Rü- ckenlage und das Aufstehen aus der Rückenlage geübt, da das Aufstehen aus der Rückenlage ein großes Problem für den Großteil der Lerngruppe darstellt. Ent- sprechend wird hier die Voraussetzung für das Vermitteln des Gleitens bzw. letztlich des Schwimmens in Rückenlage erarbeitet.

Um die Schüler auf die Wichtigkeit des angestrebten Unterrichtsziels aufmerksam zu machen wird zu Beginn eine Schwimmerin, welche fast ertrunken wäre, weil sie in Rückenlage geriet in einem Unterrichtsgespräch erwähnt (kognitive Phase I).

Anschließend folgt eine Demonstration des Aufstehens aus der Rückenlage, um den Schülern zu verdeutlichen auf welche Bewegungsanteile es dabei ankommt. Die Schüler sollen hier mithilfe einer vorbereiteten Folie die wesentlichen Merkmale des Aufstehens aus der Rückenlage erkennen und beschreiben (kognitive Phase II). Im sich anschließenden Hauptteil (Erarbeitungsphase) haben die Schüler nun Zeit sich Partnerweise zusammen zu finden um das Aufstehen aus der Rückenlage in frei- er Organisation auszuprobieren. Anschließend zieht Partner A Partner B in Rückenla- ge durch das Becken. Um das Absinken der Beine zu verhindern, sollen die in Rü- ckenlage befindlichen eine Strampelbewegung mit den Beinen ausführen. Die Roll- bewegung nach vorn unterstützend und Sicherheit vermittelnd befindet sich einer der beiden Übenden immer an der Kopfseite desjenigen, der in Rückenlage liegt.

Um den Aspekt des Gleitens in Rückenlage mit dem Aufstehen zu verknüpfen übt anschließend jeder Schüler für sich an der Überlaufrinne (Abstoßen - Gleiten - Hinstellen). Die Übungsstrecke beträgt hierbei nur wenige Meter. Da den Schülern eine grobe Vorstellung der Brustschwimmbewegung bekannt ist, kann nun das Hinstellen durch ein Zurückschwimmen in „Brustschwimmtechnik“ (auch Tauchen) ersetzt werden. Dies ist besonders für die Schüler mit der besseren Lernausgangslage nötig um eine Differenzierung innerhalb der Gruppe zu erreichen.

Der jeweilige Abstoß und das Einleiten der Gleitbewegung von der Beckenwand wird durch eine „Rakete rückwärts“ erreicht. Dies motiviert die Schüler und macht Spaß. Im anschließende Abschlussspiel für diese Stunde „Feuer-Wasser-Blitz“, das den Schülern aus dem Sportunterricht in der Sporthalle bekannt sein dürfte, werden die Elemente der Stunde nochmals in spielerischer Form gefestigt. Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit, den Schülern einen freudigen Stundenabschluss zu ermöglichen. Des weiteren wird dem Bewegungsdrang der Schüler, der zu Beginn der Unterrichts- stunde nicht in Form einer Spielform berücksichtigt wird, entsprochen.

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Details

Seiten
11
Jahr
1998
ISBN (eBook)
9783638296564
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27667
Note
1.0
Schlagworte
Erarbeitung Rückenlage Berücksichtigung Aufstehens Studienseminar Arnsberg gleiten rückenschwimmen anfängerschwimmen kinderschwimmen schwimmen lernen

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Titel: Erarbeitung des Gleitens aus der Rückenlage unter besonderer Berücksichtigung des Aufstehens aus der Rückenlage