Lade Inhalt...

Musikfestival Coachella

Die Entstehung der Open-Airs mit einer genauen Betrachtung des Coachella Festivals

Studienarbeit 2014 16 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Musikfestivals
2.1 Historie
2.2 Open Air-Festivals

3 Coachella
3.1 Nachhaltigkeit bei Coachella
3.1.1 TRASHed
3.1.2 Carpoolchella
3.1.3 10 for 1 Bottle Exchange
3.2 Mode bei Coachella

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gestaltete Mülltonnen 2013

Abbildung 2: Carpoolchella

Abbildung 3: Tauschaktion von Wasserflaschen

Abbildung 4: Michael Polish und Kate Bosworth 2013

Abbildung 5: Alessandra Ambrosio 2013

Abbildung 6: Nicky und Paris Hilton 2013

Abbildung 7: Diane Krüger 2013

Abbildung 8: Schauspielerin Ashley Benson rechts 2013

1 Einleitung

Musikfeste und -veranstaltungen sind fest in der Kulturgeschichte verbunden und lassen sich nach Aspekten moderner Musikfestivals bis in das 18. Jahrhundert zurückführen. Heute gibt es zahlreiche Festivals für immer breitere Zielgruppen in immer größeren Dimensionen. In dieser Ausarbeitung werden die wichtigsten Festivals in der Geschichte aufgezeigt und im zweiten Teil die Frage behandelt, wie bedeutend das Festival „Coachella Valley Music and Arts Festival“ heute in der Festivallandschaft ist. Ob und inwieweit wird das gesellschaftlich wichtige Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen und inwieweit ist eine Charakteristik, ein Stil in der Mode bei Coachella zu bestimmen.

Begrifflichkeiten wie Festival und Open-Air werden beschrieben und deren Historie beleuchtet.

Die Informationsquellen über das Festival Coachella sind fast ausschließlich von der eigenen, offiziellen Website und ist daher teilweise in Essay-Form geschrieben.

2 Musikfestivals

Musikfestivals sind Musikveranstaltungen, die sich über mehrere Tage oder Wochen erstrecken und in der Regel jährlich wiederkehrend an einem gleichen Ort stattfinden.1Sie zeichnen sich durch ihre Größe im Gegensatz zu alltäglich umsetzbaren Konzerten aus sowie durch ihre musikalische Vielfalt. Diese Musikfestivals, umgangssprachlich „Festivals“ genannt, gründen meist auf einer gesellschaftlichen Bedeutung und sind für bestimmte Musikrichtungen und Interessengruppen ausgelegt. Sie erreichen heute oft ein hohes, künstlerisches Niveau mit internationaler Anerkennung.2

2.1 Historie

Die Anfänge moderner Musikfeste, -festwochen bzw. -festivals sind auf die englischen Chorfestivals im 18. Jahrhundert zurückzuführen. Das Musikfest „Three Choir Festivals“ der Kathedralchöre von Gloucester, Hereford fanden jährlich seit 1724 statt, oder die „Händel-Feste“ in der Westminster Abtei im Jahre 1784 - 1787.3Kathedralen wurden zu Konzertsälen umgebaut und boten anfänglich Musikveranstaltungen zu Ehren Gottes, die sich dann weiterentwickelten zur Huldigung populärer Komponisten.

In Deutschland werden die „Bayreuther Festspiele“ zu den bedeutendsten Anfängen der modernen Musikfestspiele gezählt. Gründer ist Richard Wagner, der im Jahr 1876 seinen Musikdramen in künstlerischer Weise eine neue Aufführungsform verleihen wollte. Mit dem Bayreuther Festspielhaus schaffte er einen solchen Aufführungs-Ort.4Das älteste Festspiel der symphonischen Musik ist in Deutschland das „Niederrheinische Musikfest“, es wurde bereits ab 1817 in mehreren rheinischen Städten zu Pfingsten abgehalten.56

Desweiteren sind die Bonner Beethovenfeste als entscheidendes Ereignis in der Historie von Festivals zu nennen. Schon 1845 hatte Franz Liszt sie anlässlich der Enthüllung des Beethoven-Denkmals auf dem Bonner Münsterplatz ins Leben gerufen.7

Im 20. Jahrhundert ist in Mitteleuropa nach dem zweiten Weltkrieg ab 1945 ein sehr hohes Aufkommen neuer Festivals zu verzeichnen. Die Nachkriegszeit war in der Festival-Geschichte eine wichtige Periode, da in dieser Zeit durch das Neuaufleben und Etablieren von Theater- und Musikkultur in den Städten die Folgen des Krieges überwunden und verarbeitet werden konnten.8In den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts erreicht die Gründung von Festivals eine zuvor noch nicht dagewesene Dichte.

Neben dem Motiv, unterschiedlichsten Musikkulturen durch Festivals ein hohes künstlerisches Niveau zu verleihen, spielt der ökonomische Zweck mittlerweile ebenso eine wichtige Rolle. Viele der heutigen Festivals werden für eine immer breitere Besuchergruppe attraktiv ausgelegt, und zusätzlich profitieren gerade in den Sommermonaten, in denen die meisten Festivals stattfinden, die Ortschaften vom Festivaltourismus.9

2.2 Open Air-Festivals

Eine neue und heute übliche Form von Festivals sind Open Air-Festivals, auch Open Airs genannt. Sie sind live dargebotene, musikalische Großveranstaltungen unter Frei-Luft-Bedingungen.10

Ihren Ursprung hat die Geschichte der Open Air-Festivals in den 1960er Jahren in Amerika und wird einige Jahre später auch in Europa zum Massenerfolg.11

Im Jahr 1959 entstand das erste große und bekannte Musikfestival, das „Newport Folk Festival“. Als Erweiterung des „Newport Jazz Festivals“ wurde hier eine noch breitere Besuchergruppe angesprochen durch die Ergänzung mehrerer Musikrichtungen wie Blues und Folk neben Jazz. 1965 stieg die Besucherzahl bereits auf 80.000 und stieg von Jahr zu Jahr.12

Die Festivaleuphorie erreichte in Amerika 1969 einen Höhepunkt, als das bis heute bekannteste Open Air-Festival „Woodstock“ stattfand. Es gilt als das bedeutendste Festival in der Musikgeschichte sowie als Inbegriff der amerikanischen Hippiebewegung.13

Veranstaltungsort war eine Farm in Bethel, im Bundesstaat New York. Besonderheit dieses Festivals war das nicht vorhergesehene Ausmaß. Angepriesen in Zeitschriften als das festival for peace and music rechneten die Veranstalter mit 60.000 Besuchern. Tatsächlich machten sich rund 1 Million Besucher auf den Weg, erreichten den Festivalplatz aufgrund verstopfter Zugänge aber nicht. Für drei Tage traten rund 32 Bands und Solisten vor schätzungsweise 400.000 Besuchern auf.

Die ersten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland fanden 1965 mit einem Konzert der Rolling Stones auf der Berliner Waldbühne statt sowie 1970 das Love-and-Peace-Festival auf Fehmarn. Beide Festivals endeten aufgrund der wenigen Erfahrung solcher Open Air-Massenveranstaltungen in einem Desaster. Die Organisation war noch zu unausgereift, es traten gewaltsame Übergriffe und damit hohe finanzielle Schäden auf. Ende der 1970er profitierte der deutsche Festivalmarkt durch die Erfahrungen des Konzertveranstalters Fritz Rau, der Organisationsstrukturen aus Amerika nach Deutschland brachte, so dass 1977 bereits zahlreiche Open Airs stattfanden.14

Heute haben sich in der deutschen Festivallandschaft einige große Veranstaltungen etablieren können, ausgerichtet auf bestimmte Musikrichtungen, Regionen oder Themen. Sie ziehen jedes Jahr eine Vielzahl an begeisterten Festival-Besuchern an.

3 Coachella

Das “Coachella Valley Music and Arts Festival”, kurz Coachella genannt, ist ein Musikfestival im Coachella Valley in Indio, Kalifornien. Gegründet von Paul Tollett in 1999 zeigt es neben Auftritten vieler weltberühmter Musikstars für Alternativ-Rock, Elektropop bis hin zu Hip-Hop mittlerweile auch visuelle Ausstellungen von Installationskunst und Skulpturen. Nach einer zweijährigen Pause wegen zu wenig Profits wurde das Festival 2001 noch einmal aufgezogen und findet seither jährlich statt.15Coachella hat sich seither zu einem der bekanntesten, größten und profitabelsten Festivals Amerikas etabliert. Seit seiner Gründung sind das Line-Up sowie die Besucherzahl extrem gestiegen. Im ersten Festivaljahr waren es noch ca. 10.000 Besucher an den nur 2 Veranstaltungstagen. Heute findet das Wüsten-Festival an zwei Wochenenden im April statt. Für 2014 wurden über 170 Bands angekündigt bei einem Besucheraufkommen von weit über 100.000. Aufgrund der großen Beliebtheit liegen die Ticketpreise bei ca. 350,- - 800,- Euro.16

[...]


1Vgl. Anonymus, Österreichisches Musiklexikon (2013)

2Vgl. Anonymus, Österreichisches Musiklexikon (2013)

3Vgl. Anonymus, Österreichisches Musiklexikon (2013)

4Vgl. Willnauer (2013), S.2

5Vgl. Willnauer (2013), S.3.

6Vgl. Anonymus, Österreichisches Musiklexikon (2013).

7Vgl. Willnauer (2013), S.3.

8Vgl. Willnauer (2013), S.6.

9Vgl. Anonymus, Österreichisches Musiklexikon (2013).

10Vgl. Graf (1995), S.28.

11Vgl. Koopmans (2007), S.16.

12Vgl. Graf (1995), S.60.

13Vgl. Koopmans (2007), S.13.

14Vgl. Graf (1995), S.109-110.

15Vgl. Anonymus, Pro Sieben Online 2013

16Vgl. Anonymus, Coachella-Homepage

Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656698609
ISBN (Buch)
9783656700210
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v276676
Note
1,7
Schlagworte
Festival Musik Mode nachhaltigkeit Open-Air Coachella

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Musikfestival Coachella