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Durchführung einer von Schülern gestalteten Ausdauerralley (Schwimmsport)

Unterrichtsentwurf 1999 12 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Thema der Unterrichtsreihe

II Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsreihe

III Zur Struktur der Unterrichtsreihe

IV Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsstunde

V Teilziele der Unterrichtsstunde

VI Bedingungsfeld

VII Methodisch-didaktische Schlüsselentscheidungen

VIII Legitimation

IX Sachstruktur der Stunde/ Reihe

X Darstellung des geplanten Stundenverlaufs

I Thema der Unterrichtsreihe

Ausdauerschwimmen: Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Herz- Kreislaufsystems und der allgemeinen Schwimmfähigkeit durch variabel gestaltetes Ausdauerschwimmen

II Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsreihe

Die SchülerInnen sollen ihre (z.T. kürzlich erworbene) Schwimmfähigkeit festigen, indem sie das Ausdauerschwimmen in verschiedenen Variationen durchführen. Desweiteren sollen die an der Schwimmbewegung beteiligten Muskeln gekräftigt, sowie die schwimmerische Grundlagenausdauer verbessert werden

III Zur Struktur der Unterrichtsreihe

1. Stunde: Festigung des Brustschwimmens
2. Stunde: Festigung des Kraulschwimmens
3. Stunde: Festigung des Rückenkraulschwimmens [ Bei allen Stunden zur Festigung der jeweiligen Schwimmtechnik steht das Verbessern mittels ausgewählter Tech- nikübungen im Vordergrund. Insbesondere das Kontrastüben erweist sich hier als Mittel der Wahl, um Schülern die jeweils richtige Bewegungsausführung zu ver- deutlichen ]
4. Stunde: variabel gestaltetes Ausdauerschwimmen ohne Geräte [Die SchülerInnen schwimmen längere Strecken in den vermittelten Schwimmlagen. Im Vordergrund steht hier, daß die SchülerInnen lernen, längere Schwimmstrecken kontinuierlich zu bewältigen ].
5. Stunde: variabel gestaltetes Ausdauerschwimmen mit Geräten [ Definition von Ausdauertraining, Die SchülerInnen erfahren hier, das man ein schwimmerisches Ausdauertraining mithilfe von Geräten wie Schwimmbrettern, Pull-buoys, Bällen etc. abwechselungsreich und interessant gestalten kann ].
6. Stunde: Ausdauertraining in Form einer Punkteralley [ Die SchülerInnen führen verschiedene von der Lehrperson präsentierte Übungsformen durch. Diese Stunde dient der Begegnung mit der spielerischen Organisationsform "Punkteralley" ]
7. Stunde: SchülerInnen erarbeiten in Kleingruppen favorisierte Übungsformen zur Schulung der allgemeinen schwimmerischen Grundlagenausdauer [ Die SchülerInnen er proben ihre favorisierten Bewegungsformen in Kleingruppen, probieren aus und teilen diese der Lehrperson mit. Weiterhin ordnen sie den jeweiligen Ü- bungen eine bestimmte Punktzahl zu, die bei der späteren Durchführung dieser Übungen gutgeschrieben wird.]
8. Stunde: Ausdauertraining in Form einer von Schülern gestalteten Punk- teralley [heutige Stunde].

IV Leitende Zielvorstellung der Unterrichtsstunde

Die SchülerInnen erproben das von Ihnen erarbeitete Schwimmprogramm in spieleri- scher Form und festigen dabei ihre schwimmerischen Fertigkeiten, kräftigen die schwimmspezifische Muskulatur und verbessern die Leistungsfähigkeit des Herz- Kreislaufsystems..

V Teilziele der Unterrichtsstunde

Motorische Lernziele und Lerninhalte:

- Die SchülerInnen festigen durch das variabel gestaltete Schwimmen mit Trai- ningsgeräten bewegungskoordinatorische Elemente des Schwimmens
- Die SchülerInnen kräftigen die schwimmspezifische Muskulatur und beugen so mukulären Dysbalancen vor
- Die SchülerInnen verbessern die Leistungsfähigkeit des kardio-pulmonalen Sys- tems durch Übungsformen mit hohem Ausdaueranteil
- Durch die Auswahl der Übungen findet eine Schulung der schwimmerischen Grundlagenausdauer statt
- Das intensive Üben führt zu einer verbesserten Wassersicherheit und Schwimm- fähigkeit Kognitive Lernziele und Lerninhalte:
- Die SchülerInnen erfahren das schwimmerische Ausdauertraining auch als spaß- bringendes "Training". Im Gegensatz dazu steht das monotone Bahnenschwim- men beim leistungssportlichen Schwimmtraining.
- Die SchülerInnen können sich aktiv an der Gestaltung des Ausdauertraining betei- ligen und bringen so ihre Interessen bzgl. des Schwimmens mit in die Unter- richtseinheit/ -Stunde mit ein.
- Die SchülerInnen sollen „Wasser“ als spaßbringendes und freudiges Element ken- nenlernen.
- Die SchülerInnen verbalisieren Bewegungsformen/ Übungsformen.

Sozial-affektive Lernziele und soziale Lerninhalte:

- Die SchülerInnen planen für andere SchülerInnen und führen die Übungsformen in Kleingruppen durch. Dies führt zu einer Stärkung der sozialen Kompetenz.
- Eine Förderung des Übungsprozesses soll durch eine freudige Lernatmosphäre erreicht werden.
- Durch das Sammeln von Punkten als Team wird die Fähigkeit der SchülerInnen sich auf ein Ziel hin zu einigen, zu verständigen und gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen verbessert
- Die SchülerInnen erfahren Bestätigung ihrer Leistung durch den Vergleich mit Mitschülern

VI Bedingungsfeld

a) Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen

Am Schwimmunterricht nimmt die Klasse 5b der Hauptschule II +++ teil. Jeweils freitags in der Zeit von 11:45 - 12:30 Uhr wird die aus 21 Schülern und Schülerinnen bestehende Lerngruppe von mir betreut. Es handelt sich dabei um SchülerInnen, die Schwimmen können. Einige haben die Schwimmfähigkeit erst vor kurzen erlangt (vgl. Unterrichtsentwurf Nr. 3) können jedoch gut in die Gruppe integriert werden. Der Unterrichtsort ist das Hallenbad +++, welches ca. 200m von der Schule entfernt liegt und zu Fuß erreichbar ist. Als effektive Unterrichtszeit stehen ca. 35 Minuten zur Verfügung, da die Schüler vor und nach der Schwimmstunde Zeit zum Duschen, Umziehen und für den Gang in die Unterrichtsräume benötigen.

Die Materialausstattung der Schwimmhalle ist gut, es kann auf Schwimmbretter, Bäl- le, Pull-buoys, Tauchreifen und div. Spielgeräte zurückgegriffen werden. Ein Materi- alwagen steht direkt neben dem Beckenrand. Weiterhin kann nach Absprache mit Vereinsvertretern ein Großteil der Sportgeräte des ansässigen Schwimmvereins TUS +++ genutzt werden.

b) Sachstruktureller Entwicklungsstand

Innerhalb der Lerngruppe gibt es ein großes Leistungsgefälle. Einige SchülerInnen haben vor kurzem das Schwimmen erlernt und weisen gegenüber den Schülern, die z.B. in ihrer Freizeit häufig im Hallenbad anzutreffen sind oder in Sportvereinen das Schwimmen durchführen, deutliche Defizite auf. Da die Gruppe sehr homogen arbei- tet und die "schlechten" SchwimmerInnen nicht ausgegrenzt werden, sehr ich keine Nachteile in der Zusammensetzung der Gruppe bzgl. des Lernprozesses. Innerhalb der Stunden muss bei bestimmten Übungsformen deutlich nach Leistungsstand diffe- renziert werden, dies stellt für den Lernprozess jedoch kein Hindernis dar.

Insbesondere in der heutigen Stunde sehe darin jedoch kein Problem, da die Schüler in Kleingruppen frei entscheiden können was geübt wird und am Ende das Gesamt- ergebnis der Kleingruppe zählt. So kann jeder Schüler seinen Fähigkeiten entspre- chend zum Erfolg seines Teams beitragen. Der Begriff "Ausdauertraining" wurde mit den Schülern erarbeitet, somit wissen sie, dass es bei der Auswahl der Übungen um Formen mit schwerpunktmäßig längeren zu bewältigenden Strecken geht. Entspre- chend einigten wir uns auf ein Streckenmaximum pro Übung von 4 Querbahnen (ca. 80 m).

Die unsichereren SchwimmerInnen können zudem auch im Flachwasserbereich der Schwimmhalle den Großteil der Übungen durchführen.

VII Methodisch-didaktische Schlüsselentscheidungen

Für die Verbesserung der schwimmerischen Grundlagenausdauer und für die Verbes- serung der Schwimmfähigkeit wird in dieser Stunde eine Spielform gewählt, die im Wesentlichen durch von Schülern erarbeitete Inhalte geprägt ist. Dies hat den Vor- teil, dass die SchülerInnen ihre Ausdauerleistungsfähigkeit in motivational äußerst günstiger Atmosphäre schulen. Des weiteren erfahren die SchülerInnen, dass ein schwimmerisches Ausdauertraining nicht ausschließlich in Form von monotonem "Bahnenschwimmen" durchgeführt werden kann. Die Stunde ist deutlich geprägt von einem handlungstheoretischem Ansatz. Die Schüler vereinen ihr Denken und Handeln, indem sie sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung einen ho- hen Anteil an Aktivität zeigen. Der hohe Grad der Schülerbeteiligung bei der Planung und Durchführung dieser Stunde trägt entsprechend dazu bei, daß die Lernziele er- reicht werden.

Die Organisationsform "Punkterallye" haben die SchülerInnen vorher kennengelernt (vgl. Darstellung der Reihe). Durchführung: Es geht hier um auf Schwimmbrettern präsentierte Übungsformen/ -aufgaben, die jeweils einen unterschiedlichen Punkte- wert erhalten (Bsp.: "Schwimme 4 Querbahnen Kraul", dafür erhältst du 100 Punk- te). Das Ziel für alle Kleingruppen (3 SchülerInnen) besteht darin, in der Unterrichts- stunde möglichst viele Punkte zu erschwimmen. Die Auswahl der Übungsformen bzw. die Reihenfolge der Übungen steht den Schülern frei. Weiterhin können sich die SchülerInnen in der Kleingruppe darauf einigen, ob gemeinsam eine Übung durchge- führt wird oder "solo" trainiert wird. Alle von den Einzelmitgliedern erschwommenen Punktzahlen werden addiert.

Im Anschluss an das Punkteschwimmen erfolgt eine Siegerehrung, in der kein Schü- lerInnen zu kurz kommt und eine allgemeine Besprechung der Stunde, in der die SchülerInnen die Möglichkeit erhalten Anmerkungen zur Stunde verbal zu äußern.

Planung: Für die Auswahl der Übungen sind die SchülerInnen verantwortlich. In den vorangegangenen Stunden hatten die SchülerInnen in Kleingruppen die Möglichkeit, Übungsformen auszuprobieren, zu erfinden. Zusätzlich hatten die SchülerInnen die Aufgabe, den Übungen einen bestimmten Punktewert zuzuordnen. Die erarbeiteten Übungsformen wurden von der Lehrperson gesammelt und zu einer Arbeitskarte um- funktioniert.

VIII Didaktische Reduktion

Innerhalb der trainingswissenschaftlichen Methodik zum Ausdauertraining wird eine Vielzahl von Trainingsmethoden beschrieben. Um die Schüler 9ihrem Entwicklungs- stand entsprechend an das schwimmerische Grundlagenausdauertraining heranzu- führen, habe ich ein spielerischen Ansatz gewählt. Neben dem Extensiven bzw. in- tensiven Intervalltraining wird sowohl die Dauermethode als auch das sog. Fahrtspiel aufgeführt. Da die Schwimmtechnik der Schüler als nicht sonderlich ausgereift zu betrachten ist und diese so größtenteils als Schwimmbeginner zu bezeichnen sind, wird die jeweilig erlernte Schwimmbewegung sehr schnell unsauber ausgeführt. Die Schüler festigen so nicht die richtige Schwimmbewegung, sondern eignen sich u.U. eine falsche Bewegungsausführung an. Aus diesem Grund wird auf die Dauermetho- de bzw. das Fahrtspiel verzichtet. Das intensive Intervalltraining bleibt dem leis- tungssportlichen Schwimmen vorbehalten und stellt mit Belastungsspitzen von bis zu 90% der jeweiligen Wettkampfleistung eine zu hohe Belastung für die Lerngruppe dar. Aufgrund der Darstellungen wird der Großteil der Schwimmübungen einen inter- vallartigen Charakter haben. Die Belastung wird nicht gesondert (z.B. über die Herz- frequenz) gesteuert, da das Erfassen der individuellen Trainingspulsfrequenz nicht erarbeitet wurde. Dies kann durch die Schaffung der schwimmerischen Grundlagen- ausdauer vorbereitet werden, um anschließend längere Strecken nach individuellem Trainingspuls zu schwimmen bzw. die Schüler weiterführend an das selbstständige Steuern von Ausdauerbelastungen heranzuführen. Insbesondere im Sinne einer prä- ventiven Lebensführung erscheint dieser Gedanke sehr sinnvoll. Die jeweilige Pausenlänge zwischen einzelnen Übungsformen bestimmen die Schüler selbst.

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Details

Seiten
12
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638296571
Dateigröße
924 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27668
Note
1.0
Schlagworte
Durchführung Schülern Ausdauerralley Studienseminar Arnsberg schwimmtraining ausdauerschwimmen schwimmsport schwimmen unterrichtsentwurf ausdauertraining

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Titel: Durchführung einer von Schülern gestalteten Ausdauerralley (Schwimmsport)