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Empirische Untersuchung zu Knuspels Schreibaufgaben (Marx, 2003)

Seminararbeit 2003 14 Seiten

Mathematik - Statistik

Leseprobe

Gliederung

1. Abstract

2. Theorie – und Problemstellung

3. Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Erhebungsverfahren
3.3 Durchführung
3.4 Auswertung

4. Ergebnisse

5. Interpretation

6. Literaturverzeichnis

1. Abstract

Im Rahmen des Seminars Methoden der empirischen Sozialforschung Teil zwei wurde eine zweitägige Rechtschreibetestung in einer vierten Klasse einer Grundschule durchgeführt.

Bei den Tests handelte es sich um den in der Erprobung befindlichen Knuspel-Rechtschreibetest Form A und Form B für dritte und vierte Klassen von Prof. Dr. Harald Marx.

Um einen optimalen Ablauf zu garantieren, wurde die Durchführung der Testung im Vorfeld von den beiden Testleiterinnen geübt. Außerdem waren beide bei den Testungen anwesend und wechselten sich mit der Leitung des Tests und der Hospitation ab.

Die Testungen fanden unter guten Rahmenbedingungen statt, zum einen war die Klasse sehr motiviert und zum anderen beeinflussten die äußeren Umstände das Geschehen positiv.

Das Ziel der Untersuchung war ein Vergleich der Deutsch - beziehungsweise Rechtschreibeleistungen von Jungen und Mädchen und die Klärung der Frage, ob die Schüler bei der zweiten Testung bessere Ergebnisse erzielten als bei der Ersten .

Anhand der ausgewerteten Daten war festzustellen, dass die Klasse mittelmäßige bis gute Ergebnisse erzielte und die Mädchen besser abschnitten als die Jungen. Auch die Vermutung, dass die zweite Testung besser ausfallen würde als die Erste, bestätigte sich.

2. Theorie und Problemstellung

Die Untersuchung soll nach zwei Hauptgesichtspunkten ausgewertet werden. So werden im Folgenden die Deutsch – Leistungen der Jungen und Mädchen verglichen sowie das Abschneiden beider Geschlechter bei der ersten und der zweiten Knuspel-Rechtschreibetestung.

Die Thesen lauten: Mädchen sind besser in Deutsch als Jungen und die Schüler schneiden bei der Re-testung besser ab, als bei der ersten Testung.

1.) Es soll untersucht werden ob die Mädchen im Fach Deutsch besser sind als die Jungen.
2.) Dabei sollen explizit die Rechtschreibeleistung beider Geschlechter verglichen werden.
3.) Es soll das Abschneiden der Schüler bei den beiden Knuspel–Tests Form A und B verglichen werden.

Immer wieder hört man den Ausspruch: Jungen sind besser in Mathematik und Mädchen besser in Deutsch. Auch in einschlägiger Literatur wird darüber berichtet. Es werden Studien durchgeführt und diverse Untersuchungen sollen diese Aussage entweder bestätigen oder wiederlegen.

Fakt ist, dass sich die rechte Gehirnhälfte der Jungen, die für logische und räumliche Wahrnehmung verantwortlich ist, schneller entwickelt als die der Mädchen. Deshalb sind Jungen auch meist besser in Mathematik.

Bei den Mädchen hingegen entwickelt sich zunächst vorrangig die linke Gehirnhälfte, die für Sprach – und Leseleistung verantwortlich ist. Deshalb können die weiblichen Schüler meist eher schreiben und lesen als die Männlichen.

In der Forschung wird sogar davon ausgegangen, dass Mädchen im Gehirn eine Art eigenes Sprachzentrum besitzen und deshalb sehr sensibilisiert für Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind. Diese These wird allerdings noch erforscht und kann von daher nicht als bewiesen angesehen werden.

Als zweite Hauptthese soll das Abschneiden der Schüler in der ersten Testung Form B und der zweiten Testung Form A verglichen werden, wobei man davon ausgeht, dass in der zweiten Testung bessere Ergebnisse erzielt werden müssten. Die Art und Weise der Durchführung und die Rechtschreibeproblematik sind den Schülern bei der Re-testung bereits bekannt.

3. Methode

3.1 Stichprobe

Die beiden Testungen fanden in einer vierten Klasse einer Grundschule im Leipziger Osten statt.

An der ersten Testung nahmen 18 Kinder, fünf Jungen und 13 Mädchen teil. Nach Auskunft der Lehrerin handelt es sich bei 2 Jungen um verhaltensauffällige Kinder. An der Testung nahmen vier Ausländer und zwei Aussiedler teil. Aufgrund einer internen Schulsportveranstaltung, zum Zeitpunkt der ersten Testung, fehlten sechs Jungen.

An der zweiten Testung nahmen alle 24 Schüler dieser vierten Klasse teil, 11 Jungen und 13 Mädchen. Unter ihnen vier Ausländer und drei Aussiedler. Das Durchschnittsalter der Schüler betrug 10,6 Jahre.

3.2 Erhebungsverfahren

Knuspels Schreibaufgaben (Marx, 1996) ist ein Rechtschreibtest für zweite, dritte und vierte Klassen. Er weist curriculare Validität auf, dass heißt er richtet sich nach dem Lehrplan der jeweiligen Klassenstufe. Der Test enthält vier lustige und fantasievolle Geschichten über das Leben der Fabelwesen Knuspel (s. Marx, 1998).

Knuspels Schreibaufgaben werden unter Verwendung der Parallelform A und B als Gruppentest vorgegeben. Der Test wird von zwei Testleiterinnen durchgeführt, wobei einer der Leiter ist und der andere nur hospitiert..

Zunächst werden die Kinder vom Testleiter über die Modalitäten der Durchführung informiert und in die Handhabung eingewiesen. Knuspels Schreibaufgaben wird als Lückendiktat präsentiert. So liest der Testleiter die ganze Geschichte im Zusammenhang vor und daraufhin wird jede Teilgeschichte Satzweise bearbeitet. Jeder Satz einer Geschichte wird im Anschluss einzeln betrachtet und durch eine Nummer eingeleitet. Er wird zunächst vollständig vorgelesen, dann noch einmal abschnittsweise bis um nächsten Lückenwort und dieses wird erneut und isoliert genannt. Das ist für die Testteilnehmer das Startzeichen zum Schreiben. Für jede Klassenstufe gibt es individuell ausgearbeitete Schreibzeiten, welche zwischen 20 Sekunden pro Wort für vierte Klassen und bis zu 30 Sekunden für zweite Klassen variieren. Diese Zeiten sollten als Richtwert gelten, sie dürfen unterschritten jedoch keinesfalls überschritten werden.

Nachdem die vier Teilgeschichten von den Schülern komplett ausgefüllt wurden, können sie in den verbleibenden Minuten der Unterrichtsstunde auf der letzten Seite des Testbogens kreativ verwirklichen und ein Bild der Knuspel malen.

Die Untersuchung wird während einer Schulstunde mit den Kindern durchgeführt, deren Eltern ihr Einverständnis gegeben hatten.

3.3 Durchführung

Nach Erhalt der Testunterlagen sowie der Zuteilung zu einer bestimmten Grundschule, nahmen die Testleiter umgehend Kontakt mit dieser auf. Telefonisch wurden mit der Klassenlehrerin, die bereits durch die Direktorin weitgehend informiert war, zwei mögliche Termine für die Durchführung der Testungen ausgemacht. Am folgenden Tag wurden die Elternbriefe von den Testleitern an die Schüler ausgegeben.

Am 04.06.2003 fand dann die erste Testung zu „ Knuspels Schreibaufgaben“ in der dritten Unterrichtsstunde von 9:50 Uhr bis 10:35 Uhr statt. Das Unterrichtsfach in der vorangegangen Stunde war Deutsch.

Um eine unabhängige Testung nach den Kriterien der Testbestimmungen zu gewährleisten, war ein Klassenzimmerwechsel vor der Unterrichtsstunde nötig. Denn erst dort konnte die Sitzordnung so gewählt werden, dass alle Schüler die Testleiterin ansehen konnten, ohne sich umdrehen zu müssen oder dergleichen.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638296755
ISBN (Buch)
9783640921300
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27697
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Note
1,3
Schlagworte
Empirische Untersuchung Knuspels Schreibaufgaben

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Titel: Empirische Untersuchung zu Knuspels Schreibaufgaben (Marx, 2003)