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Verfahren zur Bestellmengenermittlung im Vergleich: Modelle, Funktionsweise und Einsatzgebiete (Beispiele)

Seminararbeit 2004 11 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhalt

1 Problemstellung

2 Deterministische Modelle
2.1 Klassisches (statisches) Bestellmengenmodell
2.2 Dynamische Verfahren
2.2.1 Grundlagen der dynamischen Modelle
2.2.2 Verfahren von Wagner und Whitin
2.2.3 Dynamische Heuristiken

3 Stochastische Lagerhaltungsmodelle

4 Einsatzgebiete der Verfahren

Quellenverzeichnis

1 Problemstellung

Die Aufgabe der Bestellmengenermittlung besteht darin, festzulegen, wie viele Einheiten eines gleichartigen Gutes gleichzeitig in einer zusammenhängenden Lieferung zu beschaffen sind. Diese Problemstellung ergibt sich vor allem dann, wenn Verfahren wie JiT unwirtschaftlich oder nicht verwirklichbar sind [BOGA96, S. 1142]. Die zwei Extrempolitiken der Bestellmengenermittlung bestehen darin, dass man entweder den gesamten Bedarf für einen betrachteten Zeitraum zu einer Bestellung zusammenfasst oder jede einzelne Mengeneinheit bedarfsgenau bestellt. Da die erste Variante aber hohe Lagerhaltungs- und niedrige Bestellkosten mit sich bringt, während sich dieses Verhältnis im zweiten Fall genau umkehrt, gilt es für das jeweilige Unternehmen, eine wirtschaftliche Bestelllosgröße zu finden [BLOE01, S. 196; BLOH97, S. 316; TEMP03, S. 135f.]. Wie man erkennen kann, verlaufen die beiden relevanten Kostenblöcke gegenläufig, wodurch das Optimierungsproblem entsteht.

Die Materialkosten der Güter kann man bei dieser Berechnung außer Acht lassen, da konstante Preise (ohne Mengenrabatte etc.) angenommen werden. Dadurch wird dieser Kostenblock für die Entscheidung irrelevant, da der Gesamtbedarf bei jeder Bestellpolitik somit insgesamt immer gleich viel kostet [BLOE01, S. 198].

Da es in der Praxis verschiedene Problemstellungen für die einzelnen Unternehmen gibt, wurden viele verschiedene Modelle für die Ermittlung der wirtschaftlichen Bestellmenge entwickelt, die im folgenden näher erklärt werden sollen. Bei den statischen wird dabei im Gegensatz zu den dynamischen Modellen eine Unveränderlichkeit der Parameterwerte vorausgesetzt. Die deterministischen Modelle gehen von bekannten Gesamtbedarfmengen (z.B. durch Stücklistenauflösung [BOGA88, S. 11]) aus, während die stochastischen Modelle versuchen, eine gewisse Unsicherheit abzubilden [BLOE01, S. 195, S. 238, DOMS97, S. 70].

2 Deterministische Modelle

2.1 Klassisches (statisches) Bestellmengenmodell

Bereits 1915 entwickelte Harris ein Grundmodell, das die Bestimmung der optimalen Losgröße für die Produktion zuließ, welches man auch für die Bestellmengen-ermittlung heranziehen kann. Dieses Modell wurde schließlich 1929 von Andler im deutschsprachigem Raum eingeführt. Diesem klassischen Modell liegen folgende Annahmen zugrunde [BLOE01, S. 195; BLOH97, S. 317; DOMS97, S. 76f.]:

- Es wird nur die Disposition eines Gutes betrachtet.
- Der Verbrauch erfolgt kontinuierlich und mit konstantem Bedarf pro ZE.
- Die Anfangs- und Endlagerbestände des Planungszeitraums sind null.
- Die Lagerauffüllung erfolgt ohne Zeitverzug und nur dann, wenn alles verbraucht wurde (keine Sicherheitsbestände).
- Die Bestellmenge ist bei mehrfachen Bestellungen konstant und mit der Liefermenge identisch (keine Fehlmengen).
- Es gibt keine Restriktionen (z.B. nur bestimmter Lagerraum).
- Der Planungshorizont ist unendlich.
- Im Planungszeitraum sind die fixen Bestellkosten und die linearen Lagerhaltungskosten konstant und es herrscht keine Unsicherheit.

Anhand dieser Annahmen kann man den Lagerbestandsverlauf in der sogenannten „Sägezahnkurve“ darstellen (Abb. 1). Der durchschnittliche Lagerbestand (Ld) stellt wegen der Annahme des kontinuierlichen Verbrauchs die Hälfte der Bestellmenge r da. Wenn man diesen mit dem Lagerhaltungskostensatz pro Stück kL bewertet, erhält man die Lagerhaltungskosten KL [BLOE01, S. 197; ZAHN96, S. 413f.]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Abb.1: Lagerbestandsverlauf (in Anlehnung an [BLOE01, S. 197])

Dabei setzt sich der verwendete Lagerhaltungskostensatz vorwiegend aus den Kosten des im Lager gebundenen Kapitals und den Kosten der Lagerung pro Stück zusammen [BLOE01, S. 197, GRAP98, S. 251].

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638297080
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27744
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Lehrstuhl für BWL und Wiinf
Note
2,0
Schlagworte
Verfahren Bestellmengenermittlung Vergleich Modelle Funktionsweise Einsatzgebiete

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Titel: Verfahren zur Bestellmengenermittlung im Vergleich: Modelle, Funktionsweise und Einsatzgebiete (Beispiele)