Lade Inhalt...

Die Bedeutung von Musik für ein sinneübergreifendes Lernen

Hausarbeit 2014 9 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Gliederung

1) Einleitung

2) Wie wirkt Musik?

3) Eine konkrete Methode zur Verwendung von Musik in Lernkontexten: Die Suggestopädie

4) Einsatzmöglichkeiten

5) Fazit

Literaturverzeichnis

Vorbemerkung:

Formulierungen wie Teilnehmer, Lehrer, Trainer, etc. sind als geschlechtsneutrale Sammelbegriffe zu verstehen und schließen selbstverständlich das jeweils andere Geschlecht mit ein.

1) Einleitung

Ein tief verwurzelter Vorbehalt gegenüber der Verwendung von Musik in Lernkontexten sind die Annahmen „Musik lenkt beim Lernen nur ab“ und „Ich kann mich nur auf eine Sache konzentrieren - entweder auf die Musik oder auf das Lernen“.[1] Im Bezug auf Musikarten wie beispielsweise aggressive Rockmusik ist dies durchaus gut möglich, jedoch sind die Verwendungszwecke von Musik beim Lernen breit gefächert und daher lohnt es sich einen differenzierten Blick auf die Thematik zu werfen. In der vorliegenden Arbeit soll grob skizziert werden, welche Wirkungen Musik zugeschrieben werden, wie die Methode der Suggestopädie Musik beim Lernen einsetzt und wie man Musik in Seminaren oder Trainings gewinnbringend verwendet werdenden kann.

2) Wie wirkt Musik?

Ein, auch aus pädagogischer Sicht, besonders spannender Aspekt von Musik ist, dass sie uns alle in gewisser Weise berührt und sich vielfältig auf unseren Bewusstseinszustand auswirkt. Daher wird die Musik als „die sozialste und emotionalste aller Künste“ bezeichnet.[2] Darin liegt u.a. das große Potential von Musik zur Anwendung im pädagogischen Kontext. Wir kennen die unterschiedlichen Wirkungen von Musik aus dem Alltag, wo wir beispielsweise zum Wachwerden am Morgen eher flotte Musik verwenden und zur Entspannung ruhigere Stücke präferieren, eben je nach Stimmung und Zweck.

Der Musik werden diverse positive Effekte zugesprochen, die auch großteils empirisch erforscht wurden, wobei sich die Ergebnisse jedoch teilweise widersprechen und daher nicht gänzlich unkritisch gesehen werden sollten.

Eine dieser Annahmen ist die folgende: Musik steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung. Laut Quast können sich viele Menschen besser auf eine Aufgabe konzentrieren, wenn sie dabei Musik hören, da die Musik unseren Geist, wie eine Klangglocke von Störfaktoren aus der Umwelt oder unserem Inneren (Gedanken, etc.) abschirmt, indem sie unser Bewusstsein als komplexer Sinnenreiz umfassend in Anspruch nimmt. Durch die Fähigkeit unseren Gedankenfluss zu lenken und somit Gedankenfluchten zu vermeiden, kann sich Musik besonders im Falle von Verhaltensstörungen positiv auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken. Jedoch funktioniert dieser Effekt nicht bei Jedem und ist im Allgemeinen von Faktoren wie der individuellen Gemütslage, persönlichen Hörgewohnheiten und Musikgeschmack abhängig. Insbesondere bei musikalisch sehr versierten Menschen, die Musik meist sehr bewusst wahrnehmen, wird eher Ablenkung hervorgerufen. Generell werden zur Anwendung Musikstücke mit harmonischen Melodien und klarer Linienführung empfohlen, beispielsweise barocke Instrumentalmusik von A. Vivaldi oder J. S. Bach.[3] Kopiez geht bei dem beschriebenen Phänomen eher davon aus, dass es sich hierbei um einen positiven Nebeneffekt des Mood-Effekt handelt. Damit ist gemeint, dass die verbesserte Lernleistung daraus resultiert, dass die Lerner sich durch die angenehme Musik entspannter fühlen und dementsprechend ihre Aufnahmefähigkeit gesteigert wird.[4] Eine gewisse Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit bei zumindest einem Teil der Testpersonen ist trotz allem nicht von der Hand zu weisen und somit durchaus einen Versuch wert.

Des weiteren wird der Musik nachgesagt, dass sie dazu beitragen kann die Arbeitsleistung zu erhöhen. Diese Hypothese hat einen ganzen Industriezweig heraufbeschworen, deren bekanntesten Vertreter REDITUNE und MUZAK sich mit der Herstellung funktionaler Hintergrundmusik befassen.[5] Hierbei stützt man sich auf die Annahme, dass sich aus der engen Verbindung zwischen Hörorgan und dem Emotions- bzw. Motivationszentrum (limbisches System) heraus eine motivationssteigernde Wirkung von Musik ableiten lässt. Insbesondere bei monotonen Tätigkeiten und Nachtarbeit sollen dadurch Qualität und Quantität gesteigert werden können.[6] Von Seiten der empirischen Forschung gibt es jedoch einige Bedenken zu dieser Hypothese. Zum einen konnten bei einer Feldstudie in einer österreichischen Kofferfabrik weder durch die Beschallung mit von den Arbeitern gewünschten Unterhaltungsmusik, noch durch REDITUNE-Musik signifikante steigernde Effekte erzielt werden, zum anderen ergab eine Re-Analyse von 153 Studien zu diesem Thema die von Behne durchgeführt wurde, dass in jüngsten Studien die Hälfte der Untersuchungen keine Auswirkung nachweisen konnte. Eine mögliche Erklärung könnte der sog. Hawthrone-Effekt liefern, der besagt, dass vermutlich jede Veränderung der Arbeitsumgebung in Richtung einer angenehmeren Arbeitsatmosphäre eine positive Wirkung auf die Arbeitskräfte hat.[7]

[...]


[1] Wagner, Voila. 23.

[2] Quast, Leichter. 70.

[3] vgl. Quast, Leichter. 61f.

[4] vgl. Kopiez, Wirkungen. 532.

[5] vgl. Kopiez, Wirkungen. 532.

[6] vgl. Quast, Leichter. 62.

[7] vgl. Kopiez, Wirkungen. 533f.

Details

Seiten
9
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656704508
ISBN (Buch)
9783656711957
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277817
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Schlagworte
Musik Lernen Suggestopädie Sinnübergreifend Erwachsenenbildung Seminar

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Bedeutung von Musik für ein sinneübergreifendes Lernen