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Jonathan Meese als Fortsetzung Schillers? Der Aspekt des Spiels in der Kunst Meeses

Hausarbeit 2011 30 Seiten

Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Friedrich Schiller - „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“
2.1 Wichtige Thesen
2.2 Der Spielbegriff

3. Jonathan Meeses „Erzstaat Atlantisis“
3.1 Eröffnungsperformance
3.2 Spiel als Performance
3.2.1 Rollenspiel
3.2.2 Wortspiel
3.2.3 Werkimmanente Bedeutung des Spiels

4. Vergleich mit Joseph Beuys
4.1 „Kukei, akopee-Nein!, Braunkreuz, Fettecken, Modellfettecken“
4.2 „Soziale Plastik“
4.3 „Diktatur der Kunst“ versus „Ich trete aus der Kunst aus“

5. Schillers Spielbegriff und die „Diktatur der Kunst“ – Parallelen

6. Fazit

7. Abbildungen

8. Abbildungsverzeichnis

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Die Raketenabschussbasis der Kunst, rattenscharf klargemacht, ist ein Plateau der Neutralität, dort dürfen alle und alles spielen. Spiele total, lieber Jonathan, indem Du das Spiel sich selbst spielen lässt, ja, ja, ja, wie 'Die Liebhaberin' oder Scarlett Johansson oder Dr. No oder alle, alle Bluthundbabies!“[1]

Was Jonathan Meese in diesem kurzen Zitat äußert, ist nicht weniger, als das Konzept seiner Kunst, formuliert in seiner „eigenen Sprache“. Der 1970 geborene Künstler gilt als Deutschlands jüngster und radikalster Maler und Aktionskünstler.[2]

Sein Werk umfasst neben Malerei und Performances auch Skulpturen, Installationen, Collagen, Manifeste, Videokunst und Theaterarbeiten. Seine Kunst ist bevölkert von „Macht-Menschen“, Mythen und Geistesgrößen der Historie, Stars und Sternchen der Popkultur oder Helden aus Filmen: Hitler, Caligula, Stalin, Marquise de Sade, Richard Wagner, Balthus, Zardoz oder Dr. No sind nur einige der Figuren, die wiederkehrender Bestandteil der künstlerischen Produktion Meeses sind. Während seiner Performances brüllt er schon mal so lange «Heil Hitler», bis ihm der Schaum vor dem Mund steht.

Doch wie kann man diesen auf den ersten Blick eigenwilligen und provokanten Künstler fassen?

In der vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden, Meese mit Friedrich Schiller zu erklären. In seiner Abhandlung „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ von 1795 hebt Schiller die Bedeutung der Kunst für den Menschen hervor: der einzige Weg zur individuellen wie zur gesellschaftlichen Freiheit seien Schönheit und Kunst.[3] Für Schiller wurde das Spiel zum Schlüsselbegriff seiner Philosophie der Freiheit, denn „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (15. Brief, S. 64)[4].

Zunächst soll die Rolle des Spiels bei Schiller isoliert werden, um anschließend anhand einer ausgewählten Performance von Meese – „Erzstaat Atlantisis“ – einen Vergleich vorzunehmen. Welcher Stellenwert kommt dem Moment des Spiels bei Meese zu? Welche Relevanz „spielt“ es in Meeses Kunstkonzept, dass im einleitenden Zitat schon angedeutet wurde? In einem Vergleich mit Joseph Beuys, der eine offene Form des Kunstbegriffs propagierte und mit seinen Aktionen in den 1960er Jahren für Aufsehen sorgte, soll die Besonderheit der „Meeseschen“ Kunst herausgearbeitet werden, um abschließend zu einem Urteil über den Einfluss des „Spielbegriffs“ Schillers für die Kunstproduktion Meeses zu gelangen.

2. Friedrich Schiller - „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“

2.1 Wichtige Thesen

Schillers Abhandlung „Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen“ zählt zu den ästhetischen Schriften Schillers, in denen ganz im Sinne der Aufklärung Freiheit als Ziel und Ideal erscheint. Schiller geht hier dem Verhältnis von Kunstfreiheit, politischer Freiheit und der Freiheit des Individuums auf den Grund und bestimmt im Zuge dessen den Beitrag der Kunst zur Ausbildung von Humanität, sowie zur Vervollkommnung des Menschen.[5] Nur Schönheit und Kunst als solche seien in der Lage den Menschen menschlich und frei zu machen: „weil es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert“ (3. Brief, S. 13).[6] Den Anlass für Schillers These bildet die Entwicklung der Französischen Revolution, in der die Freiheitsbewegung in den jakobinischen Terror umgeschlagen ist.

Die grundlegende Opposition, die dem Text zugrunde liegt, ist die zwischen antiker und moderner Welt. Während die griechische Antike im Zeichen der Totalität stand, also der Mensch dort noch Teil der Natur und „ganz“ war (vgl. 10. Brief), ist der moderne Mensch der „Zerstückelung seines Wesens“ anheimgefallen:

„Ewig nur an ein einzelnes kleines Bruchstück des Ganzen gefesselt, bildet sich der Mensch selbst nur als Bruchstück aus, ewig nur das eintönige Geräusch des Rades, das er umtreibt, im Ohre, entwickelt er nie die Harmonie seines Wesens, und anstatt die Menschheit in seiner Natur auszuprägen, wird er bloß zu einem Abdruck seines Geschäfts, seiner Wissenschaft.“ (6. Brief, S. 25).

Diese Zerrissenheit in der arbeitsteiligen Moderne führt also zur Fragmentierung und Entfremdung des Individuums, dessen „sinnlich-intellektuelle Doppelnatur“[7] aus dem Gleichgewicht geraten ist: Auf der einen Seite Verstand und Abstraktionsvermögen, auf der anderen Seite Einbildungskraft, Intuition und Gefühl[8]. Die Frage, die Schiller aus diesem Zusammenhang heraus entwickelt, lautet also: Wie kann die verlorengegangene Totalität zurückgewonnen werden?[9]

2.2 Der Spielbegriff

„Durch eine höhere Kunst“ (6. Brief, S. 30) sei die Ganzheit des Menschen, also die Harmonie von Verstand und Gefühl, wieder herzustellen. Im Kontrast zur Welt der Arbeit, der Pflicht, dem Ernst des Lebens als Ausdifferenzierung der arbeitsteiligen Gesellschaft eröffnet sich in Gestalt der Kunst eine eigene und andere Welt: eine autonome Welt des freien, zwanglosen Spiels[10].[11] Schiller propagiert hier eine Definition von Kunst als ein in sich selbst vollendetes, zweckfreies, eigenen Regeln gehorchendes Spiel, das sich auch als solches dem Rezipienten darbietet.[12] Durch das Spiel der Ideen in der Kunst wird der Mensch erst wirklich frei und damit wirklich Mensch, da allein die Kunst dazu imstande ist, die im Widerstreit liegenden sinnlichen und geistigen Kräfte des Menschen harmonisch zu entfalten.[13] Schiller ersetzt im 12. Brief das Gegensatzpaar von Gefühl und Vernunft durch die Unterscheidung von „sinnlichem Trieb“ bzw. „Stofftrieb“ einerseits und „Formtrieb“ andererseits (vgl. 12. Brief, S. 47ff.). Diese beiden streitenden Triebe, die erst beide zusammen den Menschen konstituieren, vermag nur der auf das Schöne gerichtete Spieltrieb des Menschen zu vereinigen und in Balance zu bringen[14].[15] Das Konzept des Spiels steht also in Korrelation mit den Begriffen Schönheit und Kunst. Menschliche Ganzheit wird dabei zum Ausnahmezustand im sonst ernsten Leben. Doppeldeutig bleibt indes, ob Menschlichkeit und Freiheit auf den Bereich von Schönheit und Kunst begrenzt bleiben oder durch die Kunst darüber hinaus im „ernsten Leben“ begründet werden.[16]

Was genau Schiller unter dem zunächst abstrakt verwendeten Begriff des „Spiels“ versteht, wird erst im letzten Brief konkretisiert. „Spiel“ bildet hier den Gegenpol zur „Zweck- und Nutzenorientierung“[17], also vor allem zur Arbeit. Zu den anschaulichen Beispielen, die Schiller unter dem Begriff „Spiel“ versammelt, zählen das Löwenbrüllen, der Vogelgesang, das freie Fantasieren („Phantasiespiele“, S. 117), der Tanz und die Höflichkeit (vgl. 27. Brief, S. 115-124). Endpunkt und gleichzeitiger Höhepunkt in der „Spielreihe“ sind die schöne Kunst und der ihr zugeordnete ästhetische Spieltrieb: „[…] endlich [macht] die Einbildungskraft in dem Versuch einer freien Form den Sprung zum ästhetischen Spiele.“ (27. Brief, S. 118).[18]

Schiller geht noch einen Schritt weiter, indem er die Utopie eines „ästhetischen Staates“ entwirft:

„Mitten in dem furchtbaren Reich der Kräfte und mitten in dem heiligen Reich der Gesetze baut der ästhetische Bildungstrieb unvermerkt an einem dritten, fröhlichen Reiche des Spiels und des Scheins, worin er dem Menschen die Fesseln aller Verhältnisse abnimmt und ihn von allem, was Zwang heißt, sowohl im physischen als im moralischen entbindet.“ (27. Brief, S. 121).[19]

Schiller konzipiert hier eine eigene „Politik“, die eine neue menschliche Gemeinschaft fördern soll, welche nicht mehr durch die „abstrakten Formen des Gesetzes“ sondern „durch die Bande der erlebten Erfahrung“[20] zu einer Einheit wird. Das freie ästhetische Spiel wird so zum „Begründer einer neuen Lebenskunst“[21].

Schillers berühmter Satz „[…] er [der Mensch] ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (15. Brief, S. 64) bündelt die hohe idealistische Bedeutung, die Schiller dem „Spiel“ im Selbstwerdungsprozess des Menschen zuordnet.[22]

3. Jonathan Meeses „Erzstaat Atlantisis“

3.1 Eröffnungsperformance

„Erzstaat Atlantisis“ ist der Titel einer Ausstellung des Künstlers Jonathan Meese, die vom 1. Mai bis 30. August 2009 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen inszeniert und mit einer Performance des Künstlers eröffnet wurde. Erstmalig wurde zu diesem Anlass das nahezu komplette plastische Werk Meeses - 53 Bronzeplastiken - dem Publikum präsentiert, ergänzt um großformatige Gemälde, zahlreiche Collagen, Klang- und Filminstallationen sowie szenographisch-utopische Einbauten.[23]

Platons Atlantismythos wurde wegen seines Glücksversprechens und seines Untergangsszenarios immer wieder in Literatur[24], Musik und Bildender Kunst rezipiert. So sind auch Atlantis-Interpretationen anderer Künstler, darunter Uwe Bremer, Leon Krier und Joseph Beuys, im „Erzstaat Atlantisis“ vertreten.

Mit dem am Rhein gelegenen Arp Museum wurde ein mythischer Ort gewählt; im Fluss soll der sagenumwobene Nibelungenschatz[25] liegen. Die Performance Meeses am 4. April 2009 - dem „Tag der Machtergreifung der Kunst“ - beginnt mit der Überquerung des Rheins auf einer Fähre vom Marsch einer Blaskapelle begleitet. Meese, mit einer Uniform bekleidet, wild salutierend und gestikulierend, proklamiert während der Überfahrt zum Museum sein Konzept der „Diktatur der Kunst“ in Form eines improvisierten Liedes: „Das ist ja wohl herrlich, die totale Kunst wird bald herrschen, die totale Kunst wird bald herrschen und die Politiker gehen alle nach Haus, das ist doch großartig […]“[26].. Er verkündet die Abschaffung der politischen Systeme und die Befreiung des Individuums durch die Kunst. Nach dem Anlegen der Fähre schwenkt Meese seine Flagge der „Diktatur der Kunst“ - mit den Symbolen Quadrat, Dreieck, Kreis und Unendlichkeitsschleife - um anschließend mit der Kapelle Richtung Museum zu marschieren (vgl. Abb. 1). Ein Militärjeep bringt den Künstler zu der wartenden Menschenmenge, wo er halt macht um erneut gestikulierend - diesmal mit einer Pistole in der Hand - und salutierend seine Parolen mit Bezug auf die „Diktatur der Kunst“ auszurufen (vgl. Abb. 2). Begleitet von Presse und Medienvertretern setzt er seinen Weg ins Arp Museum Rolandseck fort. Dort erwarten die Austellungsbesucher zahlreiche Büsten und Statuen mit „martialischen Gesten, drohend ausgefahrenen Riesenpenissen und ordensdekorierten Brüsten“[27] (vgl. Abb. 3), die auf Namen wie „General ´PONY´ [Es ist nie zu spät, Tierbaby zu sein]“, „Babyadmiral Nullpe, Seeschlacht No Problem [Gefecht bei SALAMI und Lakritze]“ hören. Dem maßstabsgetreuen Aufbau der von Platon beschriebenen Stadt Atlantis steht der sogenannte „Erzraum“ im Zentrum der Schau gegenüber: vergangenheitsorientierte Utopie versus „totale Zukunft“.[28] Der begehbare Erzraumtempel ist aus Quadrat, Dreieck, Kreis und Unendlichkeitsschleife gebildet – den auf der Fahne vom Anfang der Performance zu sehenden Idealformen der Kunst. Im Graben häufen sich die Gerippe der „Demokraten“. Der Erzraum wird zur Bühne Meeses, von der zum ersten Mal während der Performance seine „Heil Hitler“ -Rufe mit Hitlergruß ertönen (vgl. Abb. 4). Zum Schluss der Performance, auf seiner über zweieinhalb Meter hohen Erzdrachenbaby–Plastik „Doc Flashflesh“ sitzend, brüllt Meese erneut „Heil Hitler“ und scheint sich dabei immer weiter in eine Zustand der Ekstase zu steigern (vgl. Abb. 5): „Sieg Heil Heil Heil Heil, Scarlett Johansson Heil Heil Heil Heil, Adolf Hitler Heil Heil Heil Heil […].“[29] Am Ende steigt der erschöpfte Künstler in ein Auto - mit ein wenig Schaum im Mundwinkel.

3.2 Spiel als Performance

3.2.1 Rollenspiel

In seiner Performance gibt Meese den Diktator des fiktiven „Erzstaates Atlantisis“ im Arp Museum. Die Uniform, das Eisernes Kreuz um seinen Hals, die Pistole, das alles sind Requisiten eines „Machtmenschen“, wie Meese ihn nennen würde. Doch die Übereinstimmung endet nicht in der Verkleidung: Meese geht soweit, dass er die Rhetorik und die Gestik eines Diktators nachahmt. Beim Einmarsch der Kapelle[30] auf der Fähre begrüßt Meese die Musiker mit militärischem Gruß, marschiert auf der Stelle und schwenkt seine „Diktatur der Kunst“-Fahne. Die Rede Meeses wiederum erinnert in ihrem Aufbau an eine Propagandarede. Diese Form der Rede unterscheidet sich von der klassischen rhetorischen Rede dadurch, dass ihr ein argumentierender Aufbau fehlt. Sie baut sich alleine über Schlagwörter auf -„Diktatur der Kunst“, „total“, „Metabolismus“, „Nostalgie“, „Heil Hitler“, usw. - der Rest ist nur noch Füllwerk. Propaganda hat nicht mehr das einzelne denkende Individuum im Auge, sondern zielt auf die Beeinflussung der Massen ab.[31] Dass es sich hierbei um eine Anspielung auf die Propaganda des Nationalsozialismus handelt, ist an der Verwendung des Superlativs „total“ oder „größtes“ erkennbar.[32] Auch die ganze Inszenierung des Auftritts - Marschmusik, Militärjeep, Fahnen, usw. - fügt sich in die Abfolge von Anspielungen auf Diktatur und Propaganda.

Obwohl er seine Rolle[33] auf den ersten Blick gut zu beherrschen scheint, kommt der improvisatorische Moment seiner Performance immer wieder zum Vorschein: die Versprecher, die Füllwörter, die kurzen Pausen, die Wiederholungen (die allerdings auch Teil seiner Propagandasprache sind). Eine „Szene“ der Performance stellt Meeses Improvisationstalent besonders gut heraus: bei seiner Überfahrt mit der Fähre begegnet das Boot einem Kreuzfahrtschiff in Form eines Wals. Meese vermag es, dieses Ereignis in seine Parolen zu integrieren:

„Ich seh da schon Moby Dick. Das ist ja das Größte! Wir sind auf Kollisionskurs mit Moby Dick! […] Los Ahab versenk endlich das mickrige Menschen-Ich! […] Das Baby Moby Dick ist die totale Kunst! […]“[34].

Herauszuheben ist außerdem die Intensität seines „Rollen spiels “: Seine Performances, so auch die besprochene, zeichnen sich dadurch aus, dass sich der Künstler in seiner extremen Präsenz bis zur völligen Erschöpfung verausgabt und teilweise sogar in einen ekstatischen bzw. tranceartigen Zustand zu geraten scheint.[35]

Doch wieso gebärdet Meese sich wie ein großer Diktator? Die Antwort liegt in dem Begriff „Neutralisierung“. Die vorangegangen Überlegungen zu Meeses Performance legen den Schluss nahe, dass Propaganda als Kern des gesamten Werks angesehen werden kann und synonym dazu die Person Adolf Hitler als Inbegriff von Propaganda.[36] Indem Meese die ästhetischen Phänomene, Symbole und Figuren dieser Zeit in seine Kunst aufnimmt, diese sich einverleibt, legt er die Struktur des Nationalsozialismus offen und hebt so gleichzeitig die ikonografische Überlegenheit der Zeichen auf. In Konsequenz wird der Mythos Hitler gebrochen, der den Nationalsozialismus erst ermöglicht hat.[37] Diesen Vorgang kann man als Neutralisierung bzw. Reinigung der Zeichen definieren.[38]

[...]


[1] Scherf, David: "Wie werde ich...". Jonathan Meese, Kunst-Chaot mit Geheimsprache, in: Spiegel online Schulspiegel vom 20.09.2007 (http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,506479,00.html am 29.09.2011).

[2] Vgl. Benkert, Julie (Regie): Deutschland deine Künstler - Jonathan Meese. Deutschland 2008.

[3] Vgl. Matuschek, Stefan: Kommentar, in.: Friedrich Schiller. Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, hrsg. von Stefan Matuschek, Frankfurt a.M. 2009, S. 129.

[4] Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, hrsg. von Stefan Matuschek, Frankfurt a.M. 2009. Die Seitenzahlen im Text verweisen auf die entsprechenden Seiten dieser Ausgabe von Schillers „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“.

[5] Vgl. Oschmann, Dirk: Friedrich Schiller, Köln [u.a.] 2009, S. 90.

[6] Vgl. Matuschek, Friedrich Schiller, S. 129.

[7] Ebd. S. 134.

[8] Beherrschen seine Gefühle die Vernunft, dann ist der Mensch ein „Wilder“, zerstört die Vernunft die Gefühle, so ist er ein „ Barbar“ (vgl. 4. Brief, S. 19.).

[9] Vgl. Oschmann, Friedrich Schiller, S. 90.

[10] Die Zuordnung des Spiels zur Kunst und Ästhetik wurde schon von Kants in seiner „Kritik der Urteilskraft“ vorgenommen. Die „ästhetische Erziehung“ schließt an die Kantische Philosophie an. (vgl. Matuschek, Friedrich Schiller, S. 144.).

[11] Vgl. Sandkaulen, Birgit: Allerlei Spiele. Anmerkungen zu Schillers ästhetischer Erziehung (http://www.uni-jena.de/Sonderausgabe_Schiller_aesthetische_Erziehung.html am 29.09.2011).

[12] Vgl. Oschmann, Friedrich Schiller, S. 88.

[13] Vgl. Koopmann, Helmut (Hsrg.): Schiller-Handbuch, Stuttgart 1998, S. 617.

[14] Der Moment der Balance gleicht laut Schiller einem Schwebezustand zwischen Empfinden und Denken. Er nennt diesen Moment auch „ästhetischen Zustand“.

[15] Vgl. Oschmann, Friedrich Schiller, S. 92.

[16] Vgl. Matuschek, Friedrich Schiller, S. 132.

[17] Matuschek, Friedrich Schiller, S. 217.

[18] Vgl. ebd., S. 217 f.

[19] Das „fröhlichen Reich des Spiels und des Scheins“ erscheint hier als „Oase der Freiheit“ im Gegensatz zum „Staat als Antagonismus der Kräfte und Rechte seiner einzelnen Bürger“ und zum Staat als Gesetz (vgl. ebd., S. 218 f.).

[20] Rancière, Jacques: Ist Kunst widerständig?, Berlin 2008, S. 22.

[21] Ebd. S. 22.

[22] Vgl. Kersten, Wolfgang: Abstraktion als Spiel?. Paul Klee und Friedrich Schiller, in: Klassik und Avantgarde. Das Bauhaus in Weimar 1919 – 1925, hrsg. von Hellmut Th. Seemann und Thorsten Valk, Göttingen 2009, S. 40.

[23] Vgl. Seiffert, Claudia: Arp Museum Bahnhof Rolandseck Presseinformation. Jonathan Meese – Erzstaat Atlantisis, 2009 (http://www.bazonbrock.de/download/MEESE.pdf am 29.09.2011).

[24] Ein bekanntes Beispiel der Literatur ist Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“.

[25] Die Nibelungensage ist ein im deutschen und skandinavischen Mittelalter weitverbreiteter heldenepischer Stoff, der über Jahrhunderte in zahlreichen voneinander abweichenden Fassungen überliefert ist.

[26] Bauer, Jan (Regie): Film zur Ausstellung mit einer Dokumentation der Performance "Babyface 'Hagen von Tronje' ist African King (Okkultismus ist zu traurig und muss schnell weg, Wie Lutschkunst) und eine Audioführung durch die Ausstellung. Deutschland 2009, 04:36.

[27] Schreiber, Daniel J.: Erzstaat Atlantisis, in: Jonathan Meese. Erzstaat Atlantisis, hrsg. von Oliver Kornhoff, Köln 2009, S. 94.

[28] Vgl. SEIFFERT, Arp Museum Bahnhof Rolandseck Presseinformation.

[29] BAUER, Film zur Ausstellung, 25:35.

[30] Hier kommt einem gleich die Assoziation mit militärischer Marschmusik in den Sinn.

[31] Vgl. Spang, Kurt: Rede, Bamberg 1987, S. 36 - 40.

[32] Die Sprache im Nationalsozialismus enthielt häufig Superlative und hob die „Größe“ einzelner Personen und/oder ihrer Leistungen mit Worten wie „einmalig“, „einzig“, „gigantisch“, „historisch“, „total“, „ungeheuer“ usw. hervor. (Vgl. Volmert, Johannes: Politische Rhetorik des Nationalsozialismus, in: Sprache im Faschismus, hrsg. von Konrad Ehlich, Frankfurt a. M. 1989, S. 152.)

[33] Meese schlüpft für seine Performances in die verschiedensten Rollen und Masken, vom Diktator bis Jesus Christus.

[34] Bauer, Film zur Ausstellung, 01:18.

[35] Vgl. Gronen, Klaus: Bedeutung und Eignung des Begriffes Avantgarde für die zeitgenössische Kunst am Beispiel Jonathan Meese und John Bock, Berlin 2007. S. 14.

[36] Vgl. Mampe, Doris: Esst die totale Wurst! Über Propaganda in der Malerei von Jonathan Meese, in: Jonathan Meese. Erzstaat Atlantisis, hrsg. von Oliver Kornhoff, Köln 2009, S. 46.

[37] Vgl. Mampe, Esst die totale Wurst, S. 47.

[38] „Sein [Hitlers] Gesicht ist ein ganz hartes, klares Bild. Es funktioniert wie Pornografie, immer noch. Es wurde nicht neutralisiert, weder von uns, noch hat man dieser Figur die Chance gegeben, sich selbst zu neutralisieren.“ (Tittel, Cornelius: Jonathan Meese. Radikal schon vor dem Zähneputzen, in: Die Weltwoche vom 26.06.2006 (http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2006-26/artikel-2006-26-radikal-schon-vor-dem-zaehneputzen.html am 01.09.2011).

Details

Seiten
30
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656708155
ISBN (Buch)
9783656709169
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277868
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Schlagworte
Meese Schiller Spiel Performance Provokation Atlantis Philosophie Beuys

Autor

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Titel: Jonathan Meese als Fortsetzung Schillers? Der Aspekt des Spiels in der Kunst Meeses