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Entwicklung der Beziehung zwischen Sallust und Caesar im historischen Zeitgeschehen

Seminararbeit 2012 17 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Zeitgeschehen
2.1 Lebenslauf Sallusts
2.2 Historischer Hintergrund:

3. Beziehung zwischen Sallust und Caesar
3.1 Beziehung Sallusts zu Caesar im Brief aus dem Jahre
3.2 Beziehung Sallusts zu Caesar im Brief aus dem Jahre
3.3 Beziehung Sallusts zu Caesar in der Forschungsliteratur

4. Freiheitsbegriff Sallusts

5. Fazit

6. Bibliographie

1. Einleitung

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll sich mit der Beziehung zwischen Sallust und Caesar auseinandergesetzt werden. Dabei soll versucht werden, eine Entwicklung der Beziehung zwischen Sallust und Cäsar dazustellen. Hierzu beziehe ich mich zunächst auf die beiden Briefe Sallusts an Cäsar und im folgenden auf die Sekundärliteratur, welche die weiteren von Sallust verfassten Quellen ebenfalls ins Auge nimmt. Schließlich soll eine mögliche Entwicklung in einem kurzen Fazit dargestellt werden und auch auf das Hauptthema der Briefe, Sallusts Verständnis eines rechtmäßigen Staates und seinen Freiheitsbegriff, kurz eingegangen werden.

Vorgeschoben dazu wird außerdem das Leben Sallusts und das historische Zeitgeschehen beleuchtet, besonders in zeitlicher Nähe zum Verfassungsdatum der beiden Briefe. Außerdem soll hier auf die Frage nach der Echtheit der beiden Epistulae aufmerksam gemacht werden. Um den Rahmen dieser Arbeit einzuhalten möchte ich hier jedoch nicht zu einer diesbezüglichen Diskussion anregen, sondern gehe von der Echtheit beider Briefe aus.

2. Das Zeitgeschehen

2.1 Lebenslauf Sallusts

Geboren wurde Gaius Sallustius Crispus im Jahre 86 v. Chr., wahrscheinlich in Amiternum, einer kleinen Siedlung nordöstlich von Rom.1Andere Interpretationen schließen wiederum nicht aus, dass er dort geboren wurde.2Nach Rom gelangte er vermutlich erst als junger Erwachsener.3Bereits vorher genoss er Bildung, welche durch die wohlsituierte finanzielle Lage seiner Eltern ermöglicht wurde. In Rom wurde Sallust zunächst alshomo novus wahrgenommen, was teilweise Benachteiligungen nach sich gezogen haben könnte. Als junger Landadeliger gelang es ihm jedoch, unter dem Schutz eines nicht sicher zu identifizierenden Politikers, vermutlich Crassus, innerhalb von dessen Klientel eine eigene Anhängerschaft aufzubauen.4

Vermutlich ist Sallust schon nach kurzer Zeit in die Aktivitäten der Nobilität integriert, auch was die unpolitischen Tätigkeiten der Privilegierten angeht. Dass Sallust bereits in den Jahren zu Beginn seiner politischen Karriere ein treuer Anhänger Caesars war, ist zweifelhaft.5Vermutlich im Jahre 54 hat Sallust schließlich sein erstes politisches Amt, die Quästur, inne. Bald darauf, im Jahre 52, folgt das Volkstribunat. Seine politische Orientierung an Caesar und der Popularenpartei stammt auch aus dieser Zeit, welche politisch sehr unruhig war. Sallusts politischer Nähe sowie den Zuständen der Zeit ist es geschuldet, dass er im Jahre 50 aus dem Senat ausgestoßen wird.6In dieser Situation ist Caesar seine einzige Zuflucht, an die er sich wenden kann. Bereits wenig später, nach Ausbruch des Bürgerkrieges 49 v. Chr., reicht Caesars Einfluss jedoch aus, Sallust wieder zurück in Amt und Würden zu setzen. Zu Beginn des Bürgerkrieges wird von Sallust als erfolglosem Truppenführer am oberen Adriatischen Meer berichtet, danach gibt es über längere Zeit keine Informationen über seinen Verbleib. Als nächstes wird Sallust im Zusammenhang mit einem Truppenaufruhr genannt, den er beschwichtigen soll. Dabei scheitert er jedoch und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Im darauffolgenden Afrikafeldzug Caesars wird Sallust mit Verwaltungsaufgaben betraut. Seinem dabei unter Beweis gestellten Organisationstalent ist es wohl zu verdanken, dass Cäsar ihn schließlich zum Statthalter der ProvinzAfrica novamacht.7

Nachdem er sich jedoch dort des Amtsmissbrauches schuldig gemacht hat, indem er sich selbst über die Maßen bereichert hat, ist es einzig Caesar zu verdanken, dass eine Klage in Rom abgewiesen wird. Selbige Klage sowie der Tod Caesars sind wohl die Hauptgründe, welche schließlich für Sallusts Ausscheiden aus der Politik zwischen 45 und 44 ausschlaggebend sind. Mit dem erworbenen Gold setzt sich Sallust zur Ruhe und widmet sich der Schriftstellerei. Bis zu seinem Tode im Jahr 35 oder 34 v. Chr. entstehen unter anderem seine Werke „Die Verschwörung des Catilina“ und „Der Krieg gegen Jugurtha“.8

2.2 Historischer Hintergrund:

Die Betrachtung des historischen Hintergrundes, welcher für die Umstände der Entstehung der politischen Schreiben entscheidend ist, bezieht sich im wesentlichen auf die Zeit des römischen Bürgerkriegs von 49 bis 45 v. Chr. Auf diese Zeit soll hier speziell eingegangen werden. Entscheidend für Sallust werden außerdem die Jahre ab ca. Mitte der 50er Jahre sein, da Sallust hier als politische Person auftritt. Weil in dieser Arbeit speziell auf Sallust und Caesar eingegangen werden soll, ist es sinnvoll, die Betrachtung des historischen Hintergrundes auch in dieser Hinsicht zu beschränken. Deshalb soll das Thema hier durch den Tod Caesars eingeschränkt werden und außerdem speziell auf seine Historie eingegangen werden. Als geeigneter Einstieg erscheint das Konsulat Cäsars. Im Jahre 60 v. Chr. hatte Caesar sich bereits einen Namen als erfolgreicher Truppenkommandeur gemacht. Außerdem war er bereits Prätor gewesen und hatte im Rahmen der Catilinarischen Verschwörung auch als Persönlichkeit bereits auf sich aufmerksam gemacht.9

59 kehrte Caesar von seiner Statthalterschaft in Spanien zurück nach Rom und strebte das Konsulat an, welches den nächsten Schritt für einen ambitionierten Politiker darstellte. Entscheidend ist hierbei die spezielle politische Situation, welche Caesar im genannten Jahr für sich zu nutzen hoffte. Gnaeus Pompeius, der im Jahre 62 nach Rom zurückgekehrt war, befand sich in einem Konflikt mit dem selbstbewussten Senat. Pompeius hatte in den Jahren zuvor eine herausragende Position für sich im Osten des Reiches erstritten. Der bereits erwähnte Konflikt mit dem Senat hatte nun zum Gegenstand, inwiefern der Senat die von Pompeius angestoßenen Veränderungen im Osten absegnen würde.10

Als Konsul bot sich in dieser speziellen Situation für Cäsar die Möglichkeit, sich den mächtigen Feldherren zu Dankbarkeit zu verpflichten. In Kooperation mit Pompeius gelang es Cäsar, sich bei den Konsulatswahlen durchzusetzen. In diesem Zusammenhang bildeten Cäsar, Pompeius und Crassus, welcher vergeblich versucht hatte, bäuerliche Interessen gegen den Senat durchzusetzen, das sogenannte 1. Triumvirat. Dieses war eine Interessengemeinschaft der eben Erwähnten, sozusagen eine informelle Absprache, bei der Politik gemeinsame Ziele zu verfolgen.11

Bei der Ausführung dieser Ziele gerät der Konsul zunehmend in Konflikt mit Cato, welcher als einer der politischen Führer der Senatsaristokratie wahrgenommen wurde. Auch mit Bibulus, dem zweiten Konsul, bahnt sich ein kurioser Konflikt an, welcher schließlich darin gipfelt, dass Caesars Anhänger das Rutenbündel, Symbol der Amtsgewalt, des Bibulus zerbrechen und ihn mit Mist überschütten. Da Bibulus sich nun für den Rest seiner Amtszeit zurückzog, war Caesar in seiner Amtsgewalt noch weniger eingeschränkt und konnte die Interessen des Triumvirats weitestgehend durchsetzen.12

Im folgenden konnte sich Caesar für die Zeit nach seinem Konsulat einige Provinzen als Statthalter sichern, wie beispielsweise Gallien. Eine Amtsausübung war für ihn unbedingt vonnöten, da er sonst für seine Verbrechen hätte angeklagt werden können. Nach Ende seines Konsulats begab sich Cäsar also in die Außenpolitik. Der schwerwiegende Grundsatzkonflikt mit dem Senat bestand jedoch weiter fort.13

In den Jahren bis ungefähr 51 führte Caesar in seinen Provinzen diverse Kriege, auf welche hier jedoch nicht näher eingegangen werden soll. Nach seiner überaus erfolgreichen Außenpolitik versucht Caesar nun, wieder in der Innenpolitik Fuß zu fassen. Dies gestaltet sich allerdings dadurch schwierig, dass er für den Fall, kein Amtsinhaber zu sein, stets von einer Anklage ausgehen muss. Gegen eine sofortige Anklage war Caesar durch seine noch geltende Befehlsgewalt über die Legionen aus den gallischen Kriegen geschützt.14Deshalb beantragte er eine Verlängerung seines Kommandos bis zu seinem zweiten Konsulat, welches für das Jahr 48 vorgesehen war. Pompeius, der sich seit längerer Zeit sukzessiv von Caesar abgewandt hatte, konnte sein Kommando verlängern, wohingegen der Antrag Caesars abgelehnt wurde. Auch der Mitwirkung von Pompeius wird es angerechnet, dass der Senat daraufhin beschloss, Caesar bereits nach dem 1. März des Jahres 50 seines Kommandos zu entheben. Durch Bestechung des Volkstribuns Curio gelang es Caesar, den Beschluss zu verzögern. Infolge einer weiteren Eskalation des Streites entlud sich die Unvereinbarkeit beider Interessen in gewalttätigen Auseinandersetzungen, welche schließlich im Ausbruch des Bürgerkriegs Anfang des Jahres 49 mündeten.15In die Zeit kurz vor Beginn des Bürgerkrieges fällt der erste Brief Sallusts an Caesar.

Die Partei der Gegner Caesars, welche in der Literatur auch als Republikaner bezeichnet werden, stützte sich dabei in der Hauptsache auf die militärische Macht des Pompeius.16Nach dem überraschend schnellen und direkten Einmarsch Caesars musste Pompeius jedoch einsehen, dass er nicht in der Lage sein würde, den Vormarsch aufzuhalten. Somit fiel Rom in Caesars Hände.17

Dort kann Caesar die Senatoren, welche nicht geflohen sind, nicht dazu bewegen, seinen Plänen zuzustimmen, kann jedoch trotzdem seine Herrschaft durchsetzen. Im weiteren Verlauf des Bürgerkrieges gelingt es Caesar rasch, mit den Anhängern des Pompeius in Spanien aufzuräumen und auch schwelende Aufstände (die Meuterei von Placentia) beizulegen. Bei seiner Rückkehr nach Rom wird er zum Diktator ernannt.18So konnte er sich seinen Weg ins Konsulat bahnen und war in der moralischen

[...]


1Schmal, Stephan: Sallust, Hildesheim 2001: 10.

2Syme, Ronald: Sallust, Darmstadt 1975: 13.

3Eisenhut, Werner; Lindauer, Josef: Sallust. Werke. Lateinisch und deutsch, Zürich² 1994: 8.

4Schmal 2001:9-11.

5Syme 1975: 29.

6Eisenhut und Lindauer 1994: 371-374.7Syme 1975: 34-36.

8s. 6

9Jehne, Martin: Caesar, 4. aktualisierte Auflage,München 2008: 30.

10Jehne 2008: 35-37.

11Jehne 2008: 38-41. 12Jehne 2008: 42-44.

13Jehne 2008: 44, 48.

14Jehne 2008: 73-78.

15Bringmann, Klaus: Krise und Ende der römischen Republik, Berlin 2003: 76, 182.16Jehne 2008: s. 30.

17Jehne 2008: 81.

18Jehne 2008: 84-87.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656710776
ISBN (Buch)
9783656712565
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v277987
Note
2,0
Schlagworte
Sallust Caesar;

Autor

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