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Die Vermittlung von Menschenrechten im Kindergarten. Das Konzept eines Kinderbuches

Hausarbeit 2013 19 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Menschenrechtsbildung
2.1. Menschenrechte
2.2. Bildung
2.3. Menschenrechtsbildung

3. Aufgaben und Ziele von Menschenrechtsbildung

4. Ab wann soll Menschenrechtsbildung ansetzen?

5. Menschenrechtsbildung mit Kindern

6. Konzeptioneller Kinderbuchvorschlag: „Ein Tag mit Menschenrechten“

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Welt ist aufgrund zahlreicher Nationen, Länder, Sprachen und Kulturen absolut unterschiedlich. Es scheint somit schwierig bei all diesen Unterschiedlichkeiten Gemeinsamkeiten feststellen zu können. Doch die Vielfältigkeit der Welt wurde von Menschen geschaffen und genau dieser Punkt verbindet, alle Länder, Sprachen, Nationen und Kulturen miteinander. Ohne den Menschen gäbe es die Welt nicht in der Form, wie wir sie kennen. Daraus resultiert, dass der Mensch der Gestalter der Welt ist. Eines der wichtigsten Güter der Menschheit sind die Menschenrechte, welche 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fixiert wurden und auf nationaler, sowie internationaler Ebene gültig sind. Diese Erklärung verbindet die Welt und somit die Menschen miteinander, da sie im Artikel 1 besagt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Jeder Mensch auf der Welt, ist gleich, unabhängig davon, wie unterschiedlich seine Sprache, seine Kultur, seine Religion und Hautfarbe auch sein mag. Durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurden alle Menschen dieser Welt in Form einer Erklärung miteinander verbunden. Die Welt mag unglaublich vielfältig sein, doch all diese Vielfalt liegt dem Menschen mit seinen Fähigkeiten zugrunde. Diese Erklärung hat das Ziel alle Menschen auf der Welt zu schützen und sie hält den Weltfrieden aufrecht.

Trotz dieser Erklärung und der rechtlichen Verankerung geschehen jeden Tag zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Folter, Zwangsheirat, Mord, Vergewaltigung und vieles mehr, wird jeden Tag auf dieser Welt praktiziert. Obwohl alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind und über die gleichen Rechte verfügen, gilt dieses Gesetz in der Realität häufig nicht. Sechzig Jahre sind nun vergangen und die Verwirklichung von Menschenrechten gelingt in vielen Bereichen der Welt nicht. Es muss somit ein Mittel, ein Instrument geben, welches die Macht besitzt, die Verwirklichung der Menschenrechte national und international zu fördern und zu stärken. Dieses Instrument kann Menschenrechtsbildung sein, denn es hat die Macht Wissen zu verbreiten, Denkanstöße zu geben und Handlungskompetenzen zu vermitteln. Mit diesem Instrument kann die Macht der Menschenrechte erhöht werden und Menschenrechtsverletzungen könnten sich reduzieren.

Das Instrument der Menschenrechtsbildung soll im Folgenden näher thematisiert werden. Zuerst erfolgt eine Definition der Begrifflichkeit. Um die Bedeutung von Menschenrechtsbildung näher zu spezifizieren, werden im Anschluss die Aufgaben und Ziele von Menschenrechtsbildung erläutert. Da alle Menschen vor dem Gesetz über die gleichen Rechte verfügen, stellt sich im nächsten Schritt die Frage, bei welcher Altersgruppe Menschenrechtsbildung ansetzen sollte. Dieses Instrument ist elementar für die Sicherung und Aufrechterhaltung des Weltfriedens, aus diesem Grunde sollte Menschenrechtsbildung so früh wie möglich ansetzen. Vor dem Hintergrund der UN- Kinderrechtskonvention sollten auch schon Kinder Zugang zu Menschenrechtsbildung bekommen. Aus diesem Grunde wird auf die Menschenrechtsbildung mit Kindern näher eingegangen. Zuletzt möchte ich einen konzeptionellen Kinderbuchvorschlag präsentieren, um zu verdeutlichen, dass Menschenrechtsbildung so früh wie möglich ansetzen sollte. Dieser Vorschlag soll meine Idee, dass Menschenrechtsbildung schon im Kindergarten ansetzen kann, stützen und verdeutlichen, dass ein Basiswissen über Menschenrechte auch in dieser Altersgruppe vermittelt werden kann.

2. Definition Menschenrechtsbildung

Menschenrechtsbildung setzt sich aus den Wörtern Menschenrecht und Bildung zusammen. Um die Begrifflichkeit der Menschenrechtsbildung erfassen zu können, werden zuvor die beiden Wörter getrennt voneinander betrachtet und am Ende zu einer Definition zusammengeführt.

2.1. Menschenrechte

Was genau als Menschenrecht bezeichnet wird, ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 schriftlich fixiert. Diese Erklärung ist international gültig und durch sie wird der Weltfrieden aufrechterhalten. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte bildet die Grundlage für zahlreiche weitere Menschenrechtsabkommen, wie z.B. die UN- Behindertenrechtskonvention. Die Staaten haben sich durch die Ratifizierung dazu verpflichtet für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte Sorge zu tragen.

Doch was genau sind ist überhaupt ein Menschenrechte?

„ Menschenrechte bezeichnen Freiheits- und Autonomieansprüche, welche Menschen allein der Kraft ihres Menschseins gegenüber Herrschaftsinstanzen mit Rekurs auf sanktionierende legale oder moralische Autoritäten erheben und durchsetzen können.“1

Ein Recht ist allgemein dafür da, das gesellschaftliche Zusammenleben zu regulieren. Rechte bestimmten das Verhalten und die Handlungen von Menschen, da sie den Menschen einerseits Freiheiten schenken, andererseits aber auch das Handeln von Menschen einschränken. Ziel eines jeden Rechts ist, die gesellschaftlichen Strukturen zu sichern und aufrechtzuerhalten. Durch Rechte allgemein wird ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben überhaupt erst möglich. Da es sich bei den Menschenrechten um Rechte handelt, gelten diese Grundsätze.2

Menschenrechte sind für alle Menschen von der Geburt an gültig. Alle Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität, Hautfarbe und Religion, verfügen über die gleichen Rechte. Menschenrechte schützen die persönliche Freiheit und geben den Menschen die Möglichkeit ihre Persönlichkeit nach ihren individuellen Bedürfnissen frei zu entfalten. Diese Rechte erlangt der Mensch aufgrund seines Menschseins und diese Rechte können einem nicht abgesprochen werden. Es ist dabei egal was ein Mensch in seinem Leben tut, ob er mordet oder klaut, diese Rechte behält er immer. Die Menschenrechte sind außerdem fundamental d.h. , sie schützen die elementaren Lebensbereiche eines Menschen, welche für die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit benötigt. Des Weiteren sind die Menschenrechte im Grundgesetz verankert, sodass jeder Mensch die Möglichkeit hat, seine eigenen Rechte einzuklagen.3

Insgesamt ist die Begrifflichkeit der Menschenrechte nicht starr, sondern unterliegt einem ständigen Entwicklungsprozess. Das, was heute vor dem Gesetz als Menschenrecht definiert wird, hat einen langen historischen Entwicklungsprozess hinter sich. Menschenrechte entwickeln sich, ebenso wie die Gesellschaft ständig. Aus diesem Grunde sind sie nicht starr, sondern können immer wieder erweitert und spezifiziert werden.

2.2. Bildung

Nachdem der Begriff der Menschenrechte näher thematisiert wurde, stellt sich nun die Frage, was genau man unter dem Begriff der Bildung versteht. Es gibt keine einheitliche Definition von Bildung, da sich die Bedeutung der Begrifflichkeit in der Historie einem ständigen Entwicklungsprozess unterzogen hat. Humboldt gilt mit seinem Werk „Theorie der Bildung des Menschen“ als Erfinder des Bildungsbegriffs. Aus diesem Grunde verwende ich bei der Definition sein Verständnis von Bildung.

„ Im Mittelpunkt aller besonderen Arten der Tätigkeit nämlich steht der Mensch, der ohne alle, auf irgend etwas Einzelnes gerichtete Absicht, nur die Kräfte seiner Natur stärken und erhöhen, seinem Wesen Wert und Dauer verschaffen will. Da jedoch die bloße Kraft einen Gegenstand braucht, an dem sie sich üben, und die bloße Form, der reine Gedanke, einen Stoff, in dem sie, sich darin ausprägend, fortdauern könne, so bedarf auch der Mensch einer Welt außer sich. Daher entspringt sein Streben, den Kreis seiner Erkenntnis und seiner Wirksamkeit zu erweitern, und ohne daß er sich selbst deutlich dessen bewußt ist, liegt es ihm nicht eigentlich an dem, was er von jener erwirbt, oder vermöge dieser außer sich hervorbringt, sondern nur an seiner inneren Verbesserung und Veredelung, oder wenigstens an der Befriedigung der inneren Unruhe die ihnen verzehrt.“4

Bildung ist somit nach Humboldt, die Entfaltung aller Kräfte des Menschen, welche durch praktische Tätigkeiten weiterentwickelt werden. Hinzu kommt, dass der Mensch einen natürlichen Drang hat, sich zu bilden. Durch den Bildungsprozess erlangt der Mensch an Wert.

Insgesamt ist Bildung ein Begriff, der sich stetig weiterentwickelt und somit nicht einheitlich bestimmt werden kann. Es ist ein flexibler Begriff, der sich mit dem gesellschaftlichen Entwicklungsprozess wandelt. Der Bildungsbegriff hat sich im Laufe der Historie ständig verändert und es gibt unterschiedliche Akzente bei seiner Auslegung. Meiner Meinung nach ist allen Definitionen von Bildung gemein, dass es bei Bildung immer um die Aneignung von Fähigkeiten, Kompetenzen und Wissen geht.

2.3. Menschenrechtsbildung

Nachdem die beiden Begrifflichkeiten, aus welchen das Wort der Menschenrechtsbildung besteht, definiert wurden, stellt sich die Frage, was genau nun Menschenrechtsbildung konkret bedeutet. Einfach ausgedrückt ist Menschenrechtsbildung das Lernen über die Menschenrechte. Doch Bildungsprozesse sind vielseitig und somit geht es nicht nur darum die Menschenrechte zu kennen, sondern Menschenrechtsbildung umfasst wesentlich mehr.

„Menschenrechtsbildung dient der Vermittlung von Kenntnissen, der Förderung von Handlungskompetenzen, sowie der Reflexion von Einstellungen und Haltungen auf der Grundlage menschenrechtlicher Normen und Prinzipien. Damit die emanzipatorische Intention der Menschenrechte Wirkung entfalten kann, bedarf es einer umfassenden Förderung von Kompetenzen durch die Menschen die Fähigkeit entwickeln, ihre eigenen Rechte wahrzunehmen und sich

[...]


1 Koenig, Matthias (2005): „ Menschenrechte“ Campus Verlag GmbH, Frankfurt. S. 12.

2 Fritzsche, Peter (2004): „Menschenrechte“; Ferdinand Schonigh Verlag, Paderborn. S. 14 - 15

3 Fritzsche, Peter (2004): „Menschenrechte“; Ferdinand Schonigh Verlag, Paderborn. S. 16 ff.

4 Wilhelm von Humboldt, Theorie der Bildung des Menschen. In: Werke. Herausgegeben von A. Leitzmann, Bd. I,Berlin 1903, S. 282-287.

Details

Seiten
19
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656726814
ISBN (Buch)
9783656726784
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278000
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Schlagworte
menschenrechtsbildung kindergarten konzept kinderbuches

Autor

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