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Die Bilanz im externen Rechnungswesen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 17 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Die Bilanz

2 Aufbau einer Bilanz

3 Bestandskonten

4 Erfolgskonten

5 Gewinn- und Verlustkonto

6 Von der Eröffnungs- bis zur Schlussbilanz

7 Aufgabe

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Inventar

Abbildung 2: Bilanz

Abbildung 3: Gewinn- und Verlustkonto

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: aktive und passive Bestandskonten

Tabelle 2: Eröffnungsbilanz

Tabelle 3: Eröffnungsbilanzkonto

Tabelle 4: Kassenkonto, Maschinenkonto

Tabelle 5: BGA Konto, Rohstoffkonto

Tabelle 6: Konto Forderungen a.LL, Bankkonto

Tabelle 7: Konto Vernindlichkeiten a.LL, Eigenkapitalkonto

Tabelle 8: Konto Vorsteuer, Konto Umsatzsteuer

Tabelle 9: Konto Umsatzsteuerverrechnung

Tabelle 10: Schlussbilanz

1 Die Bilanz

In der heutigen Zeit ist jeder der sich Kaufmann nennt oder sich als solcher ausgibt zu der Einhaltung bestimmter Gesetzte verpflichtet. Somit müssen diese nach § 238 Handelsgesetzbuch (HGB) eine Buchführung und nach § 242 Handelsgesetzbuch eine jährlichen Bilanz erstellen. Das dient zur Dokumentation, Rechenschaftslegung, Information, Kontrolle und Disposition.

Um dieser Verpflichtung nach zu kommen erstellt jeder Kaufmann oder der der durch Eintragung eines Handelsgewerbes zu einem Kaufmann wird, zuerst jedes Jahr nach § 240 des Handelsgesetzbuches ein Inventar. Ein Inventar ist ein Bestandsverzeichnis über Vermögen, Schulden und Eigenkapital des Unternehmens.

Das Inventar enthält alle Vermögensteile und Schulden nach Art, Menge und Wert. Wie in der nachfolgenden Abbildung 1 dargestellt, ist das Inventar nach Vermögen, Schulden und Eigenkapital untergliedert. Jeder Unterposten enthält detaillierte Angaben zu allen Vermögens- und Schuldenteile des Unternehmens. Zum Beispiel wird die Auflistung aller Grundstücke und Bauten vorgenommen. Das macht es umfangreich und unübersichtlich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Inventar

(Quelle: vgl. Schmolke, Deitermann: Industrielles Rechnungswesen, 2006, S.15)

Das Inventar wird durch eine Inventur aufgenommen. Eine Inventur wird jährlich zum Abschluss eines Geschäftsjahres aufgestellt, aber auch zur Gründung oder Übernahme eines Unternehmens sowie zur Auflösung oder Veräußerung. Nach der Art ihrer Durchführung unterscheidet man nach Buchinventur und körperlicher Inventur.

Die Buchinventur nimmt alle nicht körperlichen Bestände auf, zum Beispiel das Bankguthaben, Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen oder Forderungen aus Lieferung und Leistung. Die körperliche Inventur nimmt alle Bestände auf die man zählen, messen oder wiegen kann. Zum Beispiel Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe. Es wird nach Zeitpunkt der Durchführung nach permanenter Inventur, Stichtagsinventur und verlegter Inventur unterschieden. Da das Inventar sehr umfangreich ist, entsteht daraus die Bilanz.

2 Aufbau einer Bilanz

Die Bilanz ist die Kurzfassung des Inventars in Kontenform. Sie ermöglicht es auf einen Blick das Verhältnis von Vermögen und Schulden im Unternehmen zu erkennen. Sowie die Herkunft des Kapitals und deren Verwendung.

Eine Bilanz wird als sogenanntes T- Konto aufgebaut. Die Bezeichnung T- Konto stammt aus der Ähnlichkeit mit einem T. Sie hat zwei Seiten, die wie bei einer Wage immer im Gleichgewicht sein müssen.

Die linke Seite der Bilanz ist die Aktivseite, das Aktiva, hier wird das Vermögen aufgezeigt. Das Vermögen wird untergliedert in Anlagevermögen und Umlaufvermögen. Die Posten der Vermögensformen werden nach Flüssigkeit sortiert, das heißt wie schnell sich die Teile des Vermögens wieder veräußern lassen. Begonnen wird mit der Position die am wenigsten flüssig ist, den Grundstücken und Bauten. Die rechte Seite der Bilanz ist die Passivseite, das Passiva, hier wird das Kapital aufgeschlüsselt in Eigenkapital und Fremdkapital. Die Posten der Vermögensquelle sind nach Fälligkeit geordnet. Zu Beginn steht das Eigenkapital, welches, da es dem eigenen Besitz entspricht, nicht fällig werden kann. Danach wird das Fremdkapital nach Fälligkeit aufgelistet. Am Anfang stehen die Hypothekenschulden, diese sind meist erst nach mehreren Jahren fällig.

Das Aktiva gibt also Auskunft über die Mittelverwendung und das Passiva gibt Auskunft über die Mittelherkunft des Unternehmens. Das Eigenkapital bildet den Ausgleich der beiden Seiten, denn sämtliches Vermögen das im Unternehmen vorhanden ist und nicht aus Fremdkapital stammt gehört folglich zum Eigenkapital. So das die Summe des Aktiva und Passiva immer gleich hoch ist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Aktiva immer gleich dem Passiva ist. Sowie das Vermögen immer der Höhe des Kapitals entspricht, als auch das Vermögen der Summe von Eigen- und Fremdkapital um die zwei Seiten der Wage im Gleichgewicht zu halten.

Wie in der nachfolgenden Abbildung 2 dargestellt, entspricht die Bilanz immer demselben Aufbau um eine einheitliche Struktur und Vergleichbarkeit zu schaffen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bilanz

(Quelle: vgl. Schmolke, Deitermann: Industrielles Rechnungswesen, 2006, S.20)

Aufgabe der Bilanz ist das Feststellen des Vermögens und die Darstellung der Vermögensstruktur, die Ermittlung des Erfolgs einer Periode, das Ausweisen von Kapitalquellen und die Darstellung der Liquiditätslage. So kann das Unternehmen bewertet und mit anderen Konkurrenten verglichen werden.

3 Bestandskonten

Jeder Geschäftsvorfall verändert die Bilanz. Geschäftsvorfälle sind alle Aktivitäten des Unternehmens, wie zum Beispiel der Einkauf von Rohstoffen oder das Begleichen von Rechnungen.

Jeder Geschäftsvorfall wirkt sich doppelt auf die Bilanz aus. Im Sinne der erfolgsneutralen Geschäftsvorfälle werden vier Möglichkeiten unterschieden die Bilanz zu beeinflussen. Den Aktivtausch, bei dem zwei aktive Posten der Bilanz berührt werden. Das Gegenteil dazu ist der Passivtausch, bei dem zwei passive Positionen der Bilanz angesprochen werden. Außerdem gibt es noch die Bilanzverlängerung und –verkürzung, bei der jeweils auf der aktiv und der passiv Seite gebucht wird und diese entweder zunehmen, in diesem Fall spricht man von Bilanzverlängerung oder abnehmen, was als Bilanzverkürzung bezeichnet wird.

Daraus folgt, dass in erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle und erfolgswirksame Geschäftsvorfälle unterschieden wird. Erfolgsneutrale Geschäftsvorfälle verändern nur die Bestandskonten. Weiterführende Erläuterungen folgen in den anlehnenden Kapiteln.

Da das buchen jedes einzelnen Geschäftsvorfalles die Bilanz unübersichtlich machen würde, werden alle Geschäftsfälle auf T- Konten gebucht. Dafür wird zuerst jeder Posten der Bilanz in einem T- Konto eröffnet. Wie auch bei der Bilanz entsprechen die T-Konten der einzelnen Bilanzposten immer dem gleichen Aufbau. Die linke Seite ist die Soll-Seite und die rechte Seite ist die Haben-Seite.

Analog der Bilanz gibt es bei den Bestandskonten aktive und passive Konten. Aktive Bestandskonten weißen alle Vermögensgegenstände aus. Auf diesen Konten werden Zugänge bzw. der Anfangsbestand im Soll gebucht und Abgänge bzw. der Schlussbestand im Haben. Passive Bestandskonten zeigen alle Schuldenteile des Unternehmens auf. Hier werden Zugänge bzw. der Anfangsbestand im Haben gebucht und Abgänge bzw. der Schlussbestand im Soll. Die Kontengleichung besagt, Anfangsbestand + Zugänge = Abgänge + Endbestand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: aktive und passive Bestandskonten

(Quelle: Eigene Darstellung)

Nach dem die Konten eröffnet wurden, d.h. der Anfangsbestand aus der Bilanz übertragen wurde, werden alle Geschäftsvorfälle auf diesen Konten gebucht. Im Sinne der doppelten Buchführung steht einer Sollbuchung immer eine Habenbuchung gegenüber.

Soll an Haben

Dementsprechend werden bei einer Buchung immer zwei Konten berührt. Je nach Aktiv- oder Passivkonto verändert die Soll bzw. die Haben Buchung die Höhe des Betrages auf dem angesprochenem Konto. Ergo verändern sich die Beträge auf den Konten durch buchen von Geschäftsvorfällen das ganze Jahr über.

Am Ende eines Geschäftsjahres werden alle Konten abgeschlossen. Der Schlussbestand entsteht indem alle Zugänge mit den Abgängen differenziert werden. Wie auch bei der Bilanz muss jedes Konto wie bei einer Wage im Gleichgewicht sein. Der Schlussbestand dient also zum Ausgleich des Kontos, somit kann das Konto auf beiden Seiten mit gleicher Summe abschließen.

Die Schlussbestände der einzelnen Bestandskonten werden in die Bilanz des Unternehmens übertragen. Mit Durchführung einer Inventur werden die Schlussbestände überprüft und eine Schlussbilanz wird erstellt.

4 Erfolgskonten

Eine andere Art von Konten sind die Erfolgskonten. Sie verändern durch die Unternehmensaktivität das Eigenkapital und entstehen durch erfolgswirksame Geschäftsfälle. Erfolgswirksame Geschäftsvorfälle sind zu Beispiel in einem Industriebetrieb der Einkauf von Rohstoffen und Hilfsstoffe für die Herstellung von Produkte. Erfolgskonten drücken also den Erfolg des Unternehmens aus, Erfolg kann Gewinn oder Verlust entsprechen.

Verlust verringert das Eigenkapital, dies geschieht durch einen Überschuss an Aufwendungen. Aufwendungen stellen den gesamten Werteverzehr eines Unternehmens in einer Rechnungsperiode dar. Dies kann zum Beispiel der Verbrauch von Rohstoffe sein.

Unterschieden werden Aufwendungen in neutrale und Zweckaufwendungen. Der neutrale Aufwand ist betriebsfremd, entspricht also nicht der eigentlichen Unternehmensaktivität. Der Zweckaufwand hin gegen entspricht der Unternehmensaktivität, wie zum Beispiel die Aufwendungen für Rohstoffe oder Hilfsstoffe.

Gewinn erhöht das Eigenkapital, durch einen Überschuss von Erträgen. Erträge stellen den gesamten Wertezufluss durch die Unternehmensaktivität dar, zum Beispiel durch Umsatzerlöse. Auch Erträge werden in neutrale und Zweckerträge unterschieden. Neutrale Erträge sind betriebsfremd und entsprechen nicht der eigentlichen Unternehmensaktivität.

Dies können bei einem Industriebetrieb Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sein. Zweckerträge entsprechen der Unternehmensaktivität, wie zum Beispiel die Umsatzerlöse. Bei einer Wohnungsgesellschaft wären die Erträge durch Mieten allerdings Zweckerträge. Darum muss immer der eigentliche Unternehmenszweck in Betrachtung gezogen werden.

Zur Erfolgsermittlung wird sich einer einfachen Grundformel bedient, Erfolg = Ertrag – Aufwendungen. Durch eine Distanzrechnung oder der Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich die Erfolgsermittlung umsetzen.

Da das buchen von allen Aufwendungen und Erträgen auf dem Eigenkapitalkonto dieses unübersichtlich machen würde, erstellt man Aufwands- und Ertragskonten. Aufwands- und Ertragskonten sind also Unterkonten des Eigenkapitalkontos.

Aufwandskonten sind wie Aktivkonten zu behandeln. Zugänge werden im Soll gebucht, abgeschlossen wird das Konto im Haben. Ertragskonten sind wie Passivkonten zu behandeln. Zugänge werden im Haben gebucht und abgeschlossen wird das Konto über die Soll- Seite.

Da Aufwands- und Ertragskonten nur den reinen Verbrauch oder die reinen Einnahmen dokumentieren, haben diese Konten keinen Anfangsbestand. Abgeschlossen werden diese Konten über das Gewinn- und Verlustkonto.

5 Gewinn- und Verlustkonto

Das Gewinn- und Verlustkonto schließt alle Erfolgskonten ab. Da die Aufwandskonten im Haben abgeschlossen werden, werden die Aufwendungen im Gewinn- und Verlustkonto im Soll gesammelt. Entgegengesetzt werden Ertragskonten im Soll abgeschlossen und somit alle Erträge auf dem Gewinn- und Verlustkonto im Haben gesammelt (siehe Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Gewinn- und Verlustkonto

(Quelle: vgl. Schmolke, Deitermann: Industrielles Rechnungswesen, 2006, S.46)

Da auch das Gewinn- und Verlustkonto, wie alle T- Konten eine Wage darstellt, stehen in der Summe gleiche Werte auf beiden Seiten des Kontos. Der geringere Wert einer Seite wird durch die Angabe des Erfolges ausgeglichen.

Steht der Erfolg im Soll handelt es sich um Gewinn. Das heißt die Erträge überwiegen gegenüber den Aufwendungen. Steht der Erfolg im Haben handelt es sich um Verlust. Das heißt die Aufwendungen überwiegen gegenüber den Erträgen.

Zum Abschluss des Gewinn- und Verlustkontos wird der Erfolg, d.h. entweder der Gewinn oder der Verlust über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen. Dem entsprechend erhöht oder vermindern sich das Eigenkapital. Aufgabe des Gewinn- und Verlustkontos ist es die Quellen des Erfolges und die Erfolgslage des Unternehmens wieder zu spiegeln.

6 Von der Eröffnungs- bis zur Schlussbilanz

Zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres steht die Inventur. Durch die Inventur werden alle Vermögensteile und Schulden aufgenommen und im Inventar aufgeführt. Aus dem Inventar entsteht eine Kurzform, die Bilanz.

Die Bilanz zu Beginn des Geschäftsjahres nennt sich Eröffnungsbilanz, da sie das neue Geschäftsjahr eröffnet. Um die Bestandskonten eröffnen zu können legt man ein Eröffnungsbilanzkonto an, welches genau spiegelverkehrt zur Eröffnungsbilanz ist.

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Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656726807
ISBN (Buch)
9783656726777
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278128
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Anhalt in Köthen
Note
1,3
Schlagworte
Rechnungswesen Bilanzen Konten GuV Bestandskonten Erfolgskonten Buchhaltung Bilanzierung

Autor

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Titel: Die Bilanz im externen Rechnungswesen