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Befragung zu Korrelation der Arbeitsbedingungen und Burnout in der stationären Krankenpflege

Eine quantitative Untersuchung

Studienarbeit 2014 21 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffserklärung Burnout

3 Erklärungsansätze von Burnout

4 Fragestellung/Hypothese

5 Methodisches Vorgehen

6 Datenerhebung

7 Datenauswertung

8 Hypothesenbetrachtung

9 Ausblick/kritische Auseinandersetzung

Literaturverzeichnis

Anlage

1 Einleitung

In den Krankenhäusern im Großherzogtum in Luxemburg sehen sich die Verantwortlichen mit den gleichen Problemen konfrontiert wie in Deutschland. Der demographische Wandel ist verantwortlich für eine zunehmende Anzahl pflegebedürftiger Menschen. Die Pflegeheime werden zukünftig mit einer längeren Verweildauer ihrer Klienten zu tun haben, wohingegen sich die Krankenhäuser mit einer kürzeren Verweildauer auseinander setzen müssen. Damit geht auch eine Erhöhung der Fallzahlen einher.

Diese Erhöhung der Arbeitsbelastung kann zur Folge haben, dass Pflegekräfte sich vermehrtem Stress ausgesetzt sehen. Dieser vermehrte Stress führt auch dazu, dass im Pflegebereich eine hohe Fluktuationsrate herrscht. Die Förderung des Berufsverbleibs ist eine wichtige Strategie, um den, zukünftig noch weiter steigenden Bedarf an Pflegekräften zu decken. Denn diese hohe Fluktuation stellt eine starke Belastung für die betroffenen Krankenhäuser dar, die sich um neue Pflegekräfte und deren Einarbeitung im Stationsablauf kümmern müssen.

Diese Schwerpunktarbeit soll sich mit Burnout in der Pflege beschäftigen. Die Forschungsfrage lautet:

„Gibt es Arbeitsbedingungen im Stationären Alltag die einen Burnout begünstigen?“

Die Hypothese lautet: „Arbeitsbedingungen korrelieren positiv mit Burnout.“

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein quantitativer Forschungsansatz gewählt. Im Rahmen dieses Ansatzes wurde eine Befragung durchgeführt. Dieser erfolgt in schriftlicher Form mittels eines Fragebogens, der an den MBI-D (Maslach Burnout Inventory Deutsche Übersetzung im Weiteren Verlauf nur MBI-D genannt) angelehnt ist.

Beim MBI-D handelt es sich um ein standardisiertes und anerkanntes Instrument. Der Fragebogen wird an die Mitarbeiter der internistischen Station des Centre Hospitalier Luxemburg in der Hauptstadt Luxembourg verteilt.

Das Ergebnis der Untersuchung soll zeigen, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Variablen besteht.

2 Begriffserklärung Burnout

Es ist auch nach mehreren Jahren der Forschung immer noch nicht gelungen eine einheitliche Definition oder Ursache für Burnout zu ermitteln. Nach Dorsch ist Burnout ein „Syndrom, das bei professionellen Helfern als Folge von Überlastung auftritt, u. a. gekennzeichnet durch die emotionale Erschöpfung, Dehumanisierung (zynisch abwertende Haltung gegenüber dem Hilfesuchenden) und das Gefühl, der beruflichen Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein.“[1] Cherniss definiert Burnout als: „ein Prozess, in dem sich ein ursprünglich engagierter Mitarbeiter von seiner Arbeit zurück zieht, als Reaktion auf Beanspruchung und Belastung im Beruf“[2]

Im Folgenden wird eine Tabelle dargestellt, die illustriert, wie sehr der Gesundheitsbereich im Verhältnis zu anderen Bereichen von der Burnout- Symptomatik betroffen ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[3]

3 Erklärungsansätze von Burnout

Burnout ist ursprünglich ein rein technischer Begriff, der das Abbrennen von Brennstoffelementen beschreibt. Es kam aber auch zu einer Übertragung des Begriffs in die Psychologie beziehungsweise die Medizin, die ein „sich verausgaben“ mit der Bezeichnung verbinden. Das psychologische Phänomen eines Burnouts wurde 1969 erstmalig von Bradley erwähnt. Er merkte noch an, dass es sich dabei um ein Phänomen handelt, dass vorwiegend bei Menschen in helfenden Berufen vorzufinden ist.[4]

Leider ist es der Fachwelt bis heute nicht gelungen, eine einheitliche Definition des Burnoutsyndroms zu erstellen.

Bisher gibt es lediglich Kategorien, die in Bezug auf Burnout immer wieder benannt werden. Dies sind einerseits Definitionen in Bezug auf die Persönlichkeit des Individuums,wie auch die Außenwelt welche meist mit Organisationen gleichgesetzt werden.

Andererseits decken sich viele Teile von Definitionen, die Burnout betreffen, mit denen von Depressionen.

Festgehalten werden kann mittlerweile, dass es sich bei Burnout um eine Symptomatik mit mehreren Ebenen handelt. Die Symptome, die Burnout bedingen und hervorrufen können, stehen nicht in einer Abhängigkeit zueinander. Es spielen beim Burnout mehrere Faktoren eine Rolle, die aber alle für sich genommen betrachtet werden müssen mit dem Ergebnis, dass ähnliche Faktoren bei einzelnen Personen unterschiedliche Wirkungen hervorrufen können.

Die Meinung der Wissenschaft kann sich aber darauf festlegen, dass Menschen von Burnout eher betroffen sind, die eine helfende Tätigkeit ausüben und seelischen Belastungen ausgesetzt sind. Diese Meinung betont die Bedeutung des individuellen Charakters der Betroffenen. Vor allem besonders- oder hochmotivierte Persönlichkeiten seien von Burnout betroffen.[5]

Dass eine Burnout Symptomatik positiv mit Arbeitsbelastungen korreliert, wird in den letzten Jahren diskutiert. Es scheint, dass ein Missverhältnis zwischen dem individuellen Anspruch an die Arbeit und den organisatorischen Rahmenbedingungen einen Einfluss auf die Entwicklung eines Burnouts hat. Durch dieses Ungleichgewicht ist die betroffen Person auf Bewältigungsmechanismen angewiesen, um wieder ein inneres Gleichgewicht herzustellen. Auf die Dauer führt dieser Prozess allerdings zu einer Abwärtsspirale, was zu Depressiven Symptomen führen kann.

Wenn man die Definitionen und Erkenntnisse zusammenfasst, stellt man schlussendlich fest, dass meist eine emotionale Ermüdung, hervorgerufen durch ein negatives Auffassen der Umwelt eine Rolle spielt.

Eines der bekanntesten Modelle über Burnout ist das von Maslach und Jackson. Es beruht auf empirischen Daten und geht davon aus, dass der Auslöser eines Burnoutprozesses die empfundenen Anforderungen sind, welche die persönlichen Ressourcen überschreiten. Wenn die Fähigkeit der distanzierten Anteilnahme nicht mehr in dem Maße vorhanden ist wie sie benötigt wird, setzt sich der Burnoutprozess in Gang. Die verschiedenen Phasen des Burnouts laufen in einer bestimmten Reihenfolge ab:

Der Prozess beginnt mit einer emotionalen Erschöpfung welche in die Depersonalisationsphase übergeht, den Abschluss des Prozesses bildet die reduzierte Leistungsfähigkeit.

Die emotionales Erschöpfung manifestiert sich durch Zynismus gegenüber den Patienten. Weiterhin ist eine gefühlskalte Einstellung festzustellen. Diese Phase mündet dann in eine persönlichen Distanzierung von der Tätigkeit. Diese Phase kann in einem Teufelskreis münden, denn dadurch, dass man distanziert und zynisch mit den Patienten umgeht, was zwangsläufig in einer Verschlechterung der Pflegequalität mündet, sinken auch die Chancen eines beruflichen Aufstiegs bzw. kann es zu Rügen von der Team/- Pflegedienstleitung kommen. So ist man einer Art „doppelten Belastung“ ausgesetzt.

Wenn die emotionale Ermüdung und die Depersonalisationsphase weit genug fortgeschritten sind, der Druck von außen zunimmt und man keine ausreichenden Bewältigungsmechanismen mehr hat, führt dies zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit.[6]

4 Fragestellung/Hypothese

Diese Schwerpunktarbeit soll einen Zusammenhang zwischen den stationären Arbeitsbedingungen und Burnout auf einer internistischen Station des CHL untersuchen.

Die Fragestellung lautet:

„Gibt es Arbeitsbedingungen im stationären Alltag die einen Burnout begünstigen?“

Begründung : Burnout wird in der Fachwelt als ein Phänomen gesehen, dass vorwiegend in der Arbeitswelt anzutreffen ist. Es stehen die individuellen Merkmale des Menschen nicht im Vordergrund sondern die Rahmenbedingungen des Arbeitsalltags in Wechselwirkung mit der Psyche des Arbeitnehmers. Es wird mehrheitlich Angenommen, dass es Arbeitsbedingungen gibt, die in einem Zusammenhang mit Burnout stehen.

Hypthese:

Es gibt Arbeitsbedingungen, die mit Burnout positiv korrelieren.

5 Methodisches Vorgehen

Bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine nicht-experimentelle Querschnittsstudie. Diese ermöglicht eine korrelative Aussage, ist aber anfällig gegenüber Confounder, die die abhängigen und unabhängigen Variablen beeinflussen könnten.

Untersuchungsdesign:

Hierunter versteht man das konkrete Vorgehen zur Beantwortung der Forschungsfrage. Im aktuellen Fall wurde eine Datenerhebung vorgenommen.

Diese wurde auf der internistischen Station im Centre Hospitalier Luxemburg durchgeführt. Die Station hat 40 Mitarbeiter, davon 16 Infirmiers (frz. Bezeichnung für Krankenpfleger) und 24 aide soigantes (frz. Bezeichnung für Krankenpflegehelfer). Die Station verfügt über 50 Betten.

Es nahmen alle 40 Mitarbeiter an der Umfrage teil.

Der Untersuchungsablauf stellte sich wie folgt dar. Es wurde eine Literaturrecherche in den wissenschaftliche Datenbanken der Universität Trier und der Hamburger Fernhochschule durchgeführt. Weiterhin wurde der Fokus auf Burnout und Arbeitsbedingungen gelegt.

[...]


[1] Dorsch, 2004: S. 157

[2] Knorr/Lay, 2011: S. 21

[3] Quelle: Mikrozensus 1998 und telefonische Befragung 2000 (n = 419)

[4] vgl. Enzmann & Kleiber 1990: S.11

[5] vgl. Cherniss 1999: S. 65 ff.

[6] vgl. Maslach 1993: S. 25ff

Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656710905
ISBN (Buch)
9783656711926
Dateigröße
628 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v278224
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Schlagworte
befragung korrelation arbeitsbedingungen burnout krankenpflege eine untersuchung

Autor

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Titel: Befragung zu Korrelation der Arbeitsbedingungen und Burnout in der stationären Krankenpflege