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Philipp Franz von Siebold, Leben und Werk

Hausarbeit 2004 18 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Japanologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Zeitalter der Entdeckungen

2. Die ersten Europäer in Japan

3. Die ersten Holländer

4. Das Leben auf der künstlichen Insel Dejima

5. Der Status der Holländer

6. Rangaku (蘭学) Westliches Lernen

7. Siebolds Werdegang vor seiner Japanreise

8.Siebolds Ankunft in Japan

9. Siebolds Forschung in Japan

10.Siebolds Reise nach Edo und ihre Folgen

11.Die Siebold Affäre

12. Siebolds Familie und seine Abreise aus Japan

13. Siebold wieder in Europa

14. Siebolds als Vermittler

15. Siebolds zweite Japan Reise

16. Siebolds Abschied

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken von Philipp Franz von Siebold. Einem der großen Deutschen Forscher und Wissenschaftler des neunzehnten Jahrhunderts. Siebold war nicht nur ein sogenannter plant hunter, wie man im englischen die Personen bezeichnet, die in den letzten Jahrhunderten die Welt auf der Suche nach neuen Pflanzen durchkämmten, mit denen man Fortschritte im Bereich der Medizin oder in der Lebensmittel-versorgung machen wollte.

Vielmehr war Siebold, wie viele andere Wissenschaftler seiner Zeit, ein universeller Wissenschaftler. Das heißt er beschäftigte sich nicht nur mit einem Thema sondern mit vielen zugleich. Er betrieb Forschungen im Bereich der Botanik, Zoologie, Sprach und Kulturwissenschaften. Darüber hinaus engagierte sich Siebold sehr für sein geliebtes Japan, das gerade neu seine Jahrhunderte lange selbstgewählte Isolation aufgab. Sein Ziel war es ein Vermittler zwischen Japan und dem Westen zu sein.

Um die Umstände des Lebens und Wirkens von Philipp Franz von Siebold in Japan besser verstehen zu können, habe ich am Anfang dieser Hausarbeit einen Schwerpunkt auf die ersten Europäer in Japan gelegt. Im Mittelpunkt stehen sowohl die Zeiten seines ersten und zweiten Japanaufenthaltes, als auch sein Leben und seine Forschung in der Zwischenzeit.

1. Das Zeitalter der Entdeckungen

Die Renaissance Zeit, das 15. und 16. Jahrhundert, wird auch das Zeitalter der Entdeckungen genannt, denn damals entdeckte Christoph Columbus Amerika (1492), fand Vasco da Gama den Seeweg nach Indien (1498) und umsegelte Fernao der Magalhaes die Erde (1519-1521).

Die Entdeckungsfahrten der Renaissance waren im großen Maßstab organisierte, von Herrschern und Kaufleuten finanzierte Expeditionen. Zum einen versprachen sich die europäischen Könige und Händler davon einen gewinnbringenden direkten Handel mit den reichen Ländern Indiens und Ostasiens, zum anderen erhofften sich vor allem Spanien und Portugal durch die Ausdehnung ihrer Machtbereiche auf die außereuropäische Welt nicht nur ökonomische, sondern auch politische und militärische Vorteile für ihre Länder. Neben diesen Motiven spornte im 15. Jahrhundert immer noch der Kreuzzugsgedanke und später dann der Missionseifer zur Erschließung neuer Länder an: der islamische Einfluss im Mittelmeerraum sollte ebenso zurückgedrängt werden, wie das Christentum in der ganzen Welt verbreitet werden.[1]

2. Die ersten Europäer in Japan

Japans erster Kontakt zu Europäern fand im Jahr 1542 statt, als portugiesische Schiffbrüchige in Satsuma an Land gingen. Schon im Jahr 1545 begann der portugiesische Handel mit Japan. 1549 begann der Jesuit Francisco de Xavier mit seiner Missionstätigkeit in Japan. Da die japanischen Fürsten am Handel mit Europäern interessiert waren, zeigten sie sich großzügig in der Zulassung von Missionsstationen. Neben der Missionierung war auch der portugiesische Handel sehr erfolgreich.

Währenddessen kam der Jahrhunderte lange japanische Bürgerkrieg zum Ende. Durch Oda Nobunaga (1534-1582), Toyotomi Hideyoshi (1536-1598) und Tokugawa Ieyasu (1542-1616) wurde Japan geeinigt.

Hideyoshi und seine Nachfolger wussten, dass die Europäer in Südostasien Kolonien gründeten, und Missionare schienen die Vorboten militärischer Eroberungen zu sein. Größere Gefahr jedoch bildete das vage, unbegreifbare Treueverhältnis, dass die japanischen Christen an einen nebelhaften Herrscher (Papst) in Rom band. Die so schwer errungene Nationale Einheit schien durch den katholischen Glauben bedroht zu sein.[2]

3. Die ersten Holländer

Die Geschichte der holländisch- japanischen Beziehungen begann im Jahr 1600 mit der Ankunft des Schiffes „De Liefde“, (Nächstenliebe), also ca. 50 Jahre nach der „Entdeckung Japans“ durch die Portugiesen.

Holland befand sich zu dieser Zeit gerade am Anfang eines goldenen Zeitalters, das auf dem Gewinn aus einem aggressiven überseeischen Merkantilismus beruhte.

Das Ziel der Holländer unterschied sich nicht von dem der anderen Länder und bestand hauptsächlich aus Handelsbeziehungen. Im Gegensatz zu den Spaniern und Portugiesen vermieden sie allerdings missionarischen Eifer, und hielten eine politische Vorherrschaft nicht für eine Voraussetzung für den Profit, was sich im Falle Japans als großer Vorteil erwies.

In der Tat konnte sich Holland als einziger europäischer Handelspartner bis zur erzwungenen Landesöffnung durch die Amerikaner im Jahre 1854 behaupten. Der Handel war beständig, aber für beide Seiten nicht besonders lohnend.[3]

Im Jahre 1602 wurde die VOC (Vereenigte Oost-Indische Compagnie) mit dem Ziel, die Aktivitäten der holländischen Gesellschaften in Ost und Südostasien zu stärken gegründet. Sie stellte eine Handelsmonopolgesellschaft in dieser Region dar, und war daher auch mit politischen Aufgaben beauftragt. Sie verfügte über eine Reihe von angestammten Hoheitsrechten, wovon das Wichtigste war, dass sie im Namen der Generalstaaten, d.h. der regierenden Körperschaft, d.h. der regierenden Provinzen der Niederlande, Verträge mit anderen Mächten abschließen durfte.[4]

[...]


[1] Chronik der Menschheit, S.370

[2] Das japanische Kaiserreich, S. 138

[3] Die Geburt des modernen Japan in Augenzeugenberichten, S. 26

[4] Chronik der Menschheit, S. 456

Details

Seiten
18
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638298117
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v27888
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Japanologie
Note
1,0
Schlagworte
Philipp Franz Siebold Leben Werk Interkulturelle Kommunikation

Autor

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