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Erasmus von Rotterdams "Den Frieden wählen". Der Wert des Friedens aus philosophischer und theologischer Sicht

Hausarbeit 2012 8 Seiten

Theologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Deckblatt

1. Einleitung

2. Was ist der Frieden bei Erasmus von Rotterdam wert?
2.1 Der Frieden als Kalkül des Krieges
2.2. Der Frieden als logische und richtige Entscheidung

3. Der Frieden aus theologischer Sicht
3.1 Wann ist Krieg/Frieden gerechtfertigt?

Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Krieg“ ist in aller Munde, Kriegsnachrichten- und Drohungen überschwemmen die Medien. Trotzdem fühlen sich die meisten Menschen in unserem Land nicht existenziell bedroht, weil sie in eine schon fast sechzig Jahre anhaltende Friedensperiode hinein geboren wurden. Doch ist der Frieden so selbstverständlich und alltagsgegenwärtig?

2. Was ist der Frieden bei Erasmus von Rotterdam wert?

Zur Diskussion steht der Text „Den Frieden wählen“ von Erasmus von Rotterdam, welcher aus einem Teil seines Hauptwerkes „Klage des Friedens“ stammt.

2.1 Der Frieden als Kalkül des Krieges

Erasmus von Rotterdam bedient sich in seinem Text über den Frieden sehr oft Rechenbeispielen, wie viel ein Krieg kosten würde und stellt die Kosten des Friedens dem gegenüber. Für Erasmus ist der Krieg immer die Variante, die am teuersten ist. Demnach zieht er den Frieden auch immer vor. Laut seiner Äußerungen kostet ein Krieg nicht nur viel Geld. Ein Krieg hat auch sehr viele andere Eigenschaften und Auswirkungen, die man nicht in Geld, sondern in anderen Einheiten messen muss. Hier geht es unter anderem um den rechtsmäßigen Grund, den Geldverlust in den Kriegskassen, die Kosten einer Belagerung sowie das Angreifen (einreißen von Mauern) des Feindes.1 Er stellte fest, dass man mit einem Bruchteil der Ausgaben, den Frieden bewahren lassen, sowie viel Gutes tun kann (Bauen einer neuen Stadt ect…).

2.2. Der Frieden als logische und richtige Entscheidung

Aber nicht nur aus kostenintensiver Sicht ist die Bewahrung von Frieden für Erasmus die richtige Entscheidung. Er beginnt seine Argumentation mit dem Verhältnis von einem König/Herrscher zu seinem Volk. Wenn es diesem ein Wichtiges ist, das Glück seines Volkes aufrecht zu erhalten, sowie den bürgerlichen Besitz wie sein eigenen zu behandle und über edle Bürger herrschen zu wollen, dann würde er den Krieg verfluchen und vermeiden.2

Das Ansehen eines Herrschers kann ebenfalls massiv unter einem Krieg leiden. Das Leeren von Staatskassen, welches oben schon genannt wurde und das Berauben des eigenen Volkes gibt den Bürgern ein Bild von einem Ausbeuter, dessen Hände mit Menschenblut befleckt sind.

Solche Kriegsrelikte, wie es Erasmus nennt, sind nicht schnell und leicht vergessen und haben meist auch wirtschaftliche Auswirkungen auf ein Herrschaftsgebiet/Königreich/Land. Denn die Wissenschaft verliert an Geltung und Ansehen und der Handelsverkehr wird sehr stark eingeengt. Der Frieden hingegen macht durch den Warenhandel alles zum Gemeingut.3

Erasmus von Rotterdam befasst sich auch mit dem Stolz und der Würde eines Herrschers, der sein wahres Gesicht erst recht bewahrt, wenn er keine kriegerischen Handlungen ausübt, nur um heldenmütig zu sein und von seinem Recht Gebraucht zu machen.4

3. Der Frieden aus theologischer Sicht

Das zweite vatikanische Konzil möchte den wahren und hohen Begriff des Friedens klarlegen, die Unmenschlichkeit des Krieges verurteilen und einen Aufruf an alle Christen richten, mit Hilfe Christi, in dem der Friede gründet, mit allen Menschen zusammenzuarbeiten, um untereinander in Gerechtigkeit und Liebe den Frieden zu festigen und alles bereitzustellen, was dem Frieden dient.5

Der Friede besteht nicht darin, dass kein Krieg ist. Er lässt sich auch nicht bloß durch das Gleichgewicht entgegengesetzter Kräfte sichern. Er entspringt ferner nicht dem Machtgebot eines Starken.6

Der Frieden ist ein Werk der Gerechtigkeit des Menschen „Und wo es gerecht zugeht, da herrschen auch Friede, Ruhe und Sicherheit - für immer.“ (Jesaja 32,17), sowie ein Geschenk Gottes „Der Herr sei dir nah und gebe dir Frieden!“ (Num 6,26). Der Friede ist niemals endgültiger Besitz, sondern er ist immer wieder eine neu zu erfüllende Aufgabe. Der feste Wille, andere Menschen und Völkern und ihre Würde zu achten, gepaart mit einsatzbereiter und tätiger Brüderlichkeit, sind unerlässliche Voraussetzungen für den Aufbau des Friedens.7

Der irdische Friede, der seinen Ursprung in der Liebe zum Nächsten hat, ist aber auch Abbild und Wirkung des Friedens, den Christus gebracht hat und der von Gott dem Vater ausgeht.8 Dieser menschgewordene Sohn, hat nämlich durch sein Kreuz alle Menschen mit Gott versöhnt und die Einheit alle in einem Volk und in einem Leib wiederhergestellt.9 Er hat den Hass an seinem Eigenen Leib getötet, und durch seine Auferstehung erhöht, hat er den Geist der Liebe in die Herzen der Menschen ausgegossen.10

[...]


1 Vgl. Erasmus von Rotterdam: Den Frieden wählen

2 Vgl. Erasmus von Rotterdam: Den Frieden wählen

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. zweites Vatikanisches Konzil: Patoralkonstitution über „Die Kirche in der Welt von heute“

6 Vgl. zweites Vatikanisches Konzil: Patoralkonstitution über „Die Kirche in der Welt von heute“

7 Vgl. Ebd.

8 „Denn uns ist ein Kind geboren! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedensfürst. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. (Jesaja 9,5f.) Siehe auch Jesus als Friedenskönig und Friedensverkünder in Sach 9,9f Jes 2,4 und Jes 9,4ff

9 „Durch Christus haben wir Frieden. ….“(Eph 2,14ff.) „Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“ (Röm 5,1)

10 Vgl. . zweites Vatikanisches Konzil: Patoralkonstitution über „Die Kirche in der Welt von heute“

Details

Seiten
8
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656721147
ISBN (Buch)
9783656723073
Dateigröße
995 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279248
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Katholische Religion
Note
2,0
Schlagworte
erasmus rotterdams frieden wert friedens sicht

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