Lade Inhalt...

Abriss einer Unterrichtseinheit über Wortarten, Präpositionen und den Ethnolekt

Unterrichtsentwurf 2014 14 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse
1.1 Einführung in „das Wort“
1.2 Die Wortarten
1.3 Die Präposition
1.3 Der Ethnolekt

2. Didaktische Analyse
2.1 Beschreibung der zu fördernden und zu erreichenden Kompetenzen
2.2 Begründung der Themenwahl
2.2 Didaktische Reduktion Schlusswort

3. Literaturverzeichnis

4. Tabellenverzeichnis

1. Sachanalyse

Die Sachanalyse ist die theoretische Darstellung der Thematik. Hier wird das Thema fachwissenschaftlich aufgearbeitet und der aktuelle Stand der Wissenschaft dargestellt.

1.1 Einführung in „das Wort“

Die deutsche Sprache setzt sich aus Wörtern zusammen, die aneinander gereiht mehr oder weniger sinnvolle Sätze ergeben können. Aber wie lässt sich ein Wort überhaupt definieren? Betrachten wir einen einfachen Satz: Peter spielt Handball. Hier würde man mit Hilfe einer orthographischen Unterscheidung leicht sagen können, dass dieser Satz drei Wörter enthält. Laut Meibauer (2007) ist „ein Wort […] jede Folge von Buchstaben, die von Leerzeichen umgeben ist, aber selbst kein Leerzeichen enthält.“1 Jedoch führt diese orthographische Definition von Worthaftigkeit bei trennbaren Verben (z.B. bei anrufen; Peter ruft mich an) und bei komplexen Präpositionen (z.B. in Folge) zu Problemen. Eine weitere Definition des Wortes kann über die gesprochene Sprache gemacht werden. Meibauer nennt jedes Wort, das durch eine Sprechpause oder ein Grenzsignal von einem anderen getrennt ist, ein phonologisches Wort.2 Ebenfalls zur Debatte steht das morphologische Kriterium. Dabei wird ein Wort als ein frei auftretendes Morphem oder eine frei auftretende Morphemkonstruktion bezeichnet. Betrachtet man folgenden Satz, fällt auf, dass noch weitere Unterscheidungen gemacht werden können: Peter spielt Handball mit Handbällen. Handelt es sich bei Handball und Handbällen um zwei unterschiedliche Wörter? „Die richtige Antwort ist, dass es sich um zwei verschiedene Wortformen handelt“3, die unterschiedlich Sven Langjahr: Abriss einer Unterrichtseinheit über Wortarten, Präpositionen und den Ethnolekt dekliniert sind. Die Nennform (Lexem) eines Wortes im Lexikon ist bei Nomen der Nominativ Singular4. In diesem Fall wäre Handball das Lexem aus der Menge aller möglichen Formen des Wortes. Die Wortformen lassen sich in ihren grammatischen Merkmalen (Flexionsmerkmale) unterscheiden. Diese können zu acht Merkmalklassen zusammengefasst werden. Die folgende Tabelle stellt diese Merkmalklassen und ihre jeweiligen Eigenschaften nach Meibauer dar.

Tabelle 1: Die Merkmalklassen und ihre Eigenschaften (modifiziert nach Meibauer, 2007)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aber nicht alle Wörter sind von der Flexion betroffen. Welche Arten von Wörtern flektierbar und welche unflektierbar sind, werden im nächsten Kapitel erläutert.

1.2 Die Wortarten

Es ist zwar jedes Wort einzigartig, aber doch lassen sich aufgrund ihrer verschiedenen Eigenschaften Wörter zu Klassen zusammenfassen5. „Indem man Wörter zu Wortarten zusammenfasst, behauptet man, dass alle Wörter Sven Langjahr: Abriss einer Unterrichtseinheit über Wortarten, Präpositionen und den Ethnolekt dieser Wortart eine Menge von charakteristischen Eigenschaften haben.“6 Die Kenntnis dieser Unterscheidungsmerkmale ist nicht nur für den Grammatikunterricht relevant, sondern auch im Alltag für eine korrekte Rechtschreibung unabdingbar. Um die Wörter in unterschiedliche Wortarten zu kategorisieren, können nach Ossner (2008) semantische, morphologische und syntaktische Kriterien herangezogen werden7. Dadurch entstehen in der Literatur mehrere Auslegungsmöglichkeiten für die Gliederung von Wortarten. Während Ossner und Pafel sich vor allem an den morphologischen und syntaktischen Kriterien orientieren und sich dadurch auf neun Wortarten einigen, findet man in anderen Schulgrammatiken eine semantische Unterteilung in z.B. nur sechs Kategorien. Folgende neun Wortarten werden von Ossner klassifiziert: Verben (flektierbar durch Person, Numerus, Modus, Tempus und Genus verbi), Substantive (flektierbar durch Kasus, Numerus und Genus), Artikelwörter (flektierbar durch Kasus, Numerus und Genus), Pronomen (flektierbar durch Kasus, Numerus und Genus), Adjektive (flektierbar durch Kasus, Numerus, Komparation und Genus), Präpositionen (unflektierbar), Konjunktionen (unflektierbar), Adverbien (unflektierbar) und Partikel (unflektierbar). Eine detaillierte Beschreibung aller Wortarten würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Für die beispielhafte Unterrichtseinheit sind die Präpositionen und deren Zusammenhang mit den Artikelwörtern von entscheidender Bedeutung. Darum wird im Folgenden die Wortart „Präposition“ genauer beleuchtet.

1.3 Die Präposition

Wie oben schon beschrieben, gehören die Präpositionen zu den unveränderlichen Wortarten. Sie „stehen nie selbstständig im Satz, von ihnen hängt vielmehr immer eine Wortgruppe ab.“8 Daher sind Präpositionen Sven Langjahr: Abriss einer Unterrichtseinheit über Wortarten, Präpositionen und den Ethnolekt „innerhalb von Sätzen […] Bestandteil von Satzgliedern, welche sie in der Regel einleiten.“9 Der Ausdruck Präposition bedeutet aus dem lateinischen übersetzt, das Vorangestellte und bezieht sich damit auf dessen Wortstellung. Die Mehrzahl der Präpositionen im Deutschen ist tatsächlich vorangestellt, dazu gehören z.B. für, über, in, vor, von, neben, hinter, aus usw.10 Es gibt aber auch Sonderfälle, wie z.B. zuliebe, zufolge, gemäß, entlang, gegenüber, entsprechend, halber usw., sie sind nachgestellte Präpositionen, die als Postpositionen bezeichnet werden. „Präpositionen können ganz vereinzelt auch doppelt vorkommen, wie in um des lieben Friedens willen oder bei von diesem Zeitpunkt an, wobei eine Präposition vorangestellt und die andere nachgestellt ist.“11 Bei dieser Art von Präposition spricht man von einer Zirkumposition. Die deutsche Bezeichnung für Präposition lautet Verhältniswort. Sie „bezieht sich auf die Funktion dieser Wortart, zwei Größen zueinander in Bezug zu setzen.“12 Dieses Verhältnis kann lokal (räumlich: in, an, auf, vor, hinter, unter, zwischen,…), temporal (zeitlich: ab, seit, nach, vor, bis,…), kausal (begründend: durch, wegen,…), modal (Art und Weise: mit, ohne, für, samt, statt,…) oder neutral sein.13 Neutrale Präpositionen kommen nicht ihrer eigentlichen Bedeutung nach, sondern dienen ausschließlich als Bindeglied zwischen Verb und Objekt. Beispiele dafür sind: auf jemanden warten oder an etwas denken.14 Viele Präpositionen können auch mehrere Verhältnisse ausdrücken. So kann z.B. die Präposition in sowohl lokale (in den Wald), temporale (in drei Wochen), modale (in roter Farbe) und neutrale (sich in jemanden verlieben) Verhältnisse darstellen.15 Grundsätzlich können Präpositionen in drei unterschiedliche Komplexitätsgrade eingeteilt werden.

[...]


1 Meibauer: Einführung in die Linguistik. S.17

2 Vgl. Ebd. S. 17

3 Ebd. S. 17

4 Vgl. Gallmann: Deutsche Grammatik S. 78

5 Vgl. Pafel: Einführung in die Syntax S.7

6 Meibauer: Einführung in die Linguistik. S.130

7 Vgl. Ossner: Sprachdidaktik S. 209

8 Gallmann: Deutsche Grammatik S. 78

9 Lindow: Niederdeutsche Grammatik S. 217

10 Vgl. Pafel: Einführung in die Syntax. S. 12

11 Ebd.

12 Duden Grammatik S. 607

13 Vgl. Erben: Deutsche Grammatik S. 67

14 Duden Grammatik S. 607

15 Ebd. S. 610

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656738886
ISBN (Buch)
9783656738831
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v279978
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
abriss unterrichtseinheit wortarten präpositionen ethnolekt

Autor

Zurück

Titel: Abriss einer Unterrichtseinheit über Wortarten, Präpositionen und den Ethnolekt