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Kreatives Schreiben in einer 3. Klasse

Akademische Arbeit 2005 29 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 3

2 Vorstellen der Klasse... 3

3 Weiterschreiben der Klassenlektüre... 4

3.1 Vorüberlegungen. ..4

3.2 Grobziele und Intention der Aufgabe... 5

3.3 Stundenverlauf...6

3.4 Reflexion... 7

4 Unterrichtsstunde: Einführung des Elfchens... 9

4.1 Vorüberlegungen. ..9

4.2 Grobziele und Intention der Stunde... 10

4.3 Stundenverlauf... 10

4.4 Reflexion... 11

5 Unterrichtsstunde: Fantasiereise... 13

5.1 Vorüberlegungen.. 13

5.2 Grobziele und Intention der Stunde... 14

5.3 Stundenverlauf... 15

5.4 Reflexion... 16

6 Reflexion... 19

7 Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)... 24

8 Anhang... 26

8.1 Weiterschreiben der Klassenlektüre... 26

8.2 Elfchen... 27

8.3 Fantasiereise... 28

1 Einleitung

In dieser Arbeit werden Konzepte dargestellt, wie das kreative Schreiben in der Grundschule umgesetzt werden kann. Ich habe in einer dritten Klasse, mit sehr geringen Erfahrungen bezüglich des kreativen Schreibens, verschiedene Methoden vorgestellt und umgesetzt. Nach einer kurzen Beschreibung des Klassenprofils, gehe ich auf die Lese- und Schreibkompetenz der Schüler ein. Des Weiteren wird der Verlauf der Unterrichtsstunden dargestellt und ausgewertet.

Laut dem Lehrplan[1] für die dritte Klasse der Grundschule in Bayern, sollen die Schüler immer wieder unterschiedliche Schreibanregungen nutzen und Gelegenheiten zum freien und gebundenen Schreiben erhalten. Hierbei sollen sie sprachliche Mittel kennen lernen und so ihre schriftliche Ausdrucksfähigkeit steigern. Bei der Gestaltung der Texte sollen die Schüler zunehmend selbstständiger arbeiten. Aus den Reaktionen anderer Schüler auf ihre Texte bekommen sie Anregungen für die Weiterarbeit. Die Schüler sollen Texte vorbereiten, schreiben und überarbeiten können.

Unter dem Punkt ‚Texte schreiben’, findet man mehrere Möglichkeiten das kreative Schreiben zu integrieren. Hierzu dient nicht nur das Schreiben in kreativitätsanregenden Situationen, sondern auch das Schreiben von freien Texten, Schreibspiele oder das Schreiben zu Texten.

2 Vorstellen der Klasse

In dieser Klasse absolvierte ich mit sieben anderen Studentinnen ein Praktikum, das über ein ganzes Semester ging. Ich hatte also die Möglichkeit die Klasse während des Unterrichts über eine längere Zeit genau zu beobachten.

Die Klasse umfasst 21 Schüler - elf Jungen und zehn Mädchen.

Das Klassenklima ist sehr positiv, was sich auch dadurch bemerkbar macht, dass es bei Gruppenarbeiten keine Spannungen gibt.

Vier Kinder der Klasse haben Deutsch nicht als Muttersprache, was sich im Deutschunterricht und am allgemeinen Leistungsstand bemerkbar macht. Diese Kinder sind mir vor allem beim Schreiben der Fantasiereise aufgefallen, wo sie meiner Meinung nach sehr schlechte Ergebnisse erzielt haben.

Die Leistungen der Klasse im Fach Deutsch sind gut, wobei es auch schwache Schüler gibt.

Zwei Schüler haben sehr große Probleme, sinnerfassend zu lesen und drei andere Schüler sollen ihre Schreibaufgaben immer mit Bleistift erledigen, da sie sehr fehlerhaft und schlampig schreiben. Ansonsten ist die Lese- und Schreibkompetenz der Klasse der Jahrgangsstufe entsprechend.

Die Klasse hat bezüglich des kreativen Schreibens sehr geringe Erfahrungen, da die Lehrerin sich kaum mit diesem Thema identifizieren kann und selber von sich sagt, dass sie mit dem ‚spontan kreativ sein’ ein Problem hat. Die Schüler schreiben zwar viel, meistens aber Bildergeschichten oder Aufsätze, bei denen das Thema oder ein Teil der Geschichte vorgegeben ist. Die Ergebnisse bei diesen Arbeiten sind sehr unterschiedlich. Einerseits gibt es Schüler, die gute Ideen haben, flüssig und zusammenhängend schreiben, stark in der Rechtschreibung sind und sehr gute Aufsätze schreiben. Andererseits haben manche Schüler Probleme ihre Gedanken klar und zusammenhängend aufzuschreiben und es zeigen sich größere Mängel in der Rechtschreibung.

Weiter sagt die Lehrerin, dass sie nicht weiß, wie sie die Ergebnisse des kreativen Schreibens bewerten soll. Um nicht in Schwierigkeiten zu kommen, meidet sie diese Aufgaben.

Da mir bewusst war, dass die Klasse kaum Erfahrungen im kreativen Schreiben gesammelt hat, war ich auf die Ergebnisse der Arbeiten sehr gespannt und teilweise darüber auch sehr überrascht.

3 Weiterschreiben der Klassenlektüre

3.1 Vorüberlegungen

In der Zeit meines Praktikums sollten die Schüler eine Klassenlektüre lesen. Da es kurz vor Weihnachten war, entschieden wir uns mit der Lehrerin für das Buch „Hinter verzauberten Fenstern“ von Cornelia Funke. Dieses Buch handelt von einem Papieradventskalender, der bewohnt ist und in den man hineingehen kann. Eine unserer Aufgaben war es die Lektüre einzuführen.

Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Gelegenheit hatte den Schülern einen kreativen Schreibauftrag zu geben, entschied ich mich, die Schüler die Lektüre bis zum dritten Kapitel lesen zu lassen und ihnen dann die Aufgabe zu geben, selbst aufzuschreiben was in der Geschichte als nächstes passiert. Das dritte Kapitel endet in dem Moment, als die Hauptperson Julia, nachdem sie festgestellt hat, dass sich in dem Kalender etwas bewegt, das zweite Kalendertürchen aufmachen will. Somit war für alle Schüler klar, dass sie als nächstes beschreiben sollten, was hinter dem zweiten Türchen zu sehen ist.

Da wir am Tag nach der Einführung der Klassenlektüre nicht in der Klasse waren, wurde diese Stunde von der Klassenlehrerin durchgeführt.

3.2 Grobziele und Intention der Aufgabe

Das Grobziel der Aufgabe war es, einen freien Text mit Hilfe einer leichten Schreibanregung zu erstellen (vgl. Lehrplan 2000, S. 173; Punkt 3.2.1 „Texte verfassen“).

Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Überblick hatte, ob die Schüler in der Lage sind kreative Texte zu verfassen, war mir wichtig, festzustellen, wie die Schüler auf kreative Schreibaufgaben reagieren und ob sie einen Text aus ihrer Fantasie klar und gegliedert aufschreiben können.

3.3 Stundenverlauf

[Tabellen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt]

3.4 Reflexion

Verlauf der Schreibaufgabe

Nach dem Wiederholen des Wissens über die Autorin und des bisher Gelesenen, wurde die Lektüre gemeinsam weitergelesen. Abwechselnd durften die besseren Leser der Klasse aus dem Buch vorlesen. Nachdem die Schüler das Buch bis zum dritten Kapitel gelesen hatten, wurde ihnen der Auftrag gegeben aufzuschreiben, was sich ihrer Meinung nach hinter dem zweiten Kalendertürchen verbirgt. Hierfür hat die Lehrerin den Anfangssatz ‚Hinter dem zweiten Fenster sah Julia …’ an der Tafel vorgegeben.

Nachdem mehrere Kinder gefragt hatten, ob sie denn wirklich schreiben können, was sie wollen, oder ob es etwas mit dem ersten Türchen zu tun haben sollte, hatten nur wenige Schüler Probleme ihre Vorstellungen aufzuschreiben. Nach ca. 15 Minuten waren alle Schüler fertig und haben ihre Arbeiten abgegeben.

Die restliche Zeit der Stunde wurde von den Schülern genutzt, um einen Adventskalender mit Wasserfarben zu malen.

Probleme

Laut Lehrerin haben sich im Verlauf des Unterrichts keine Probleme gezeigt. Die Schüler haben die Aufgabenstellung verstanden und fast alle konnten sie ohne weitere Fragen umsetzen.

Ergebnisse

Bei dieser Schreibaufgabe zeigten sich sehr viele verschiedene Ergebnisse.

Ein großer Teil der Schüler erledigte die Schreibaufgabe sehr gut. Anhang 1 und 2 sind Beispiele für diese Geschichten. Diese Schüler haben ihre Gedanken klar und geordnet aufgeschrieben und die Texte sind gut verständlich.

Es gab aber auch ein paar Schüler, die sich mehrere Dinge vorgestellt haben und diese einfach aufgezählt haben, wie man in Anhang 3 sehen kann.

Anhang 4 zeigt eine Geschichte, die kaum nachvollziehbar ist. Die Schülerin hat große Probleme ihre Gedanken zu ordnen und aufzuschreiben. Obwohl die bisher geschriebenen Aufsätze dieser Schülerin sehr gut sind, scheint es mir, als wäre sie mit dieser Schreibaufgabe überfordert.

Natürlich zeigen sich bei dieser Art von Aufgabe auch die Schüler, die keinen Spaß am Schreiben haben, wie man in Anhang 5 erkennen kann. Beide Schüler sind sehr schlecht im Schreiben und zeigen auch bei Aufsätzen keine guten Leistungen.

Zur Präsentation wurden die Arbeiten unter die selbst gemalten Adventskalender geklebt. Die besten Arbeiten wurden an einer Pinnwand im Treppenhaus der Schule aufgehängt (Bild links).

[Abbildungen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt]

Die restlichen Arbeiten wurden von uns im Klassenzimmer aufgehängt (Bild unten).

[Abbildungen werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt]

Obwohl einige Schüler Probleme mit der Umsetzung der Aufgabe hatten, bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Meiner Meinung nach hat es den Schülern viel Spaß gemacht ihre eigenen Ideen aufzuschreiben, den Adventskalender zu malen und schließlich die fertigen Arbeiten im Klassenzimmer zu präsentieren.

Das Ziel der Stunde wurde laut Lehrerin erreicht. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Schüler in der Lage sind ihre eigenen Vorstellungen aufzuschreiben. Ich denke, dass es den Kindern mit weiterer Übung leichter fallen wird, ihre Fantasien klarer und deutlicher aufzuschreiben.

4 Unterrichtsstunde: Einführung des Elfchens

4.1 Vorüberlegungen

Da die Schüler sich zu dem Zeitpunkt unseres Praktikums auch mit Gedichten beschäftigt haben, entschied sich die Lehrerin als Thema unserer Stunde für die Einführung des Elfchens. Bis zu diesem Zeitpunkt kannten die Schüler diese Gedichtform nicht - wir Praktikanten sollten sie ihnen vorstellen und mit ihnen üben.

Zur Einführung des Elfchens entschieden wir uns für ein Elfchen zum Thema ‚Stein’, das an der Tafel als stummer Impuls präsentiert wird:

Stein

grau rund

liegt im Garten

ich hebe ihn auf

kalt

Da die Schüler in diesem Bereich keinerlei Erfahrung haben, hilft ihnen die vorgegebene Struktur des Elfchens das Gedicht zu verfassen. Sie sollen lernen, ihre eigenen Gedanken zu einem Thema in Wörter beziehungsweise kurze Sätze zu fassen und aufzuschreiben. Durch die Präsentation der Gedichte am Ende der Stunde soll die kreative Arbeit der Schüler gewürdigt werden und sie sollen die unterschiedlichen Ergebnisse zu ein und demselben Thema sehen.

4.2 Grobziele und Intention der Stunde

In dieser Stunde sollen die Schüler eine neue Gedichtform kennen lernen und ein gleichartiges Gedicht verfassen (vgl. Lehrplan 2000, S. 173; Punkt 3.2.1 „Texte verfassen“).

Im Lehrer-Schüler-Gespräch sollen die Schüler erkennen, dass es sich hierbei um eine besondere Gedichtform handelt. Die Schüler sollen die formalen und inhaltlichen Strukturmerkmale eines Elfchens kennen lernen und anwenden können. Sie sollen ein eigenes Elfchen zum Thema Herbst schreiben, wobei sie sich hierfür an einer gemeinsam erstellten Herbstwörtersammlung an der Tafel oder an mitgebrachten Herbstgegenständen, die sie an diesem Tag mitbringen sollten, orientieren können. Nach einer gemeinsamen Präsentation der Ergebnisse, werden die Elfchen auf vorbereitete Tonpapierblätter geschrieben und im Klassenzimmer aufgehängt.

[...]


[1] Amtsblatt der Bayerischen Staatsministerien für Unterricht und Kultus und

Wissenschaft, Forschung und Kunst; Teil I; München, 25. September 2000 –

Lehrplan für die Grundschule in Bayern; S. 172- 173

Details

Seiten
29
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656733409
ISBN (Buch)
9783656733454
Dateigröße
585 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280311
Note
1,0
Schlagworte
kreatives schreiben klasse

Autor

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