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Kinder und Medien. Präventionsmöglichkeiten gegenüber möglichen Gefahren

Akademische Arbeit 2006 31 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 3

2 Das Kinder- und Jugendschutzgesetz... 3

2.1 JuSchG und Medien... 4

2.2 Fazit... 7

3 Medienpädagogik... 7

3.1 Die Geschichte der Medienpädagogik... 8

3.2 Medienkompetenz als Ziel der Medienpädagogik... 9

3.3 Medienerziehung in der Schule... 11

3.3.1 Ziele der Medienerziehung in der Schule... 13

3.3.2 Medienerziehung und Kerncurricula... 16

3.3.3 Probleme schulischer Medienerziehung... 18

3.4 Medienkompetenz und KIM-Studie... 19

3.5 Medienerziehung und Familie... 21

3.6 Schlussfolgerung... 23

4 Fazit... 24

5 Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)... 25

1 Einleitung

Diese Arbeit thematisiert die Präventionsmöglichkeiten gegenüber möglichen negativen Auswirkungen des Medienkonsums.

Gefahren einer Mediennutzung sind objektiv vorhanden. Sie sind immer auch von einem Komplex verschiedener Faktoren abhängig und ihr Auftreten ist meist mit einem exzessiven Konsum verbunden. Ausgewählt wurden zwei Beispiele. Zum einen der gesetzliche Kinder- und Jugendschutz mit Blick auf die Abschnitte zum Kinder- und Jugendschutz bezüglich der Medien. Zweitens widmet sich diese Arbeit der Medienpädagogik, die ebenfalls als der Prävention verpflichtet gilt, da sie sich an die Kinder und somit die Nutzer selbst wendet. Es wird also im Gegensatz zum ersten Beispiel versucht, die möglichen Betroffenen nicht von Gefahren fernzuhalten bzw. sie zu schützen, sondern sie werden in den präventiven Prozess aktiv mit einbezogen. Daher wurden diese zwei Beispiele gewählt, die ganz verschiedene Wege aufzeigen.

2 Das Kinder- und Jugendschutzgesetz

Wie dargestellt, sind Medienwirkungen höchst komplex und hängen von vielen Faktoren ab. Da aber unter bestimmten Bedingungen und bei bestimmten Risikogruppen Wirkungen auftreten können, gibt es Gesetze, die insbesondere Kinder und Jugendliche vor negativen Einflüssen schützen sollen.

Seit dem 1. April 2003 gilt in Deutschland ein neues Jugendschutzgesetz (JuSchG). Es beinhaltet das vorher bestehende Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit (JÖSchG) und das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdeter Schriften und Medieninhalte (GJS). (vgl. http://www.lkos-.de/lkos/data/politik /doc/8D E011F95E88F54BC1256DE9004C7F24kon53100.pdf, 15.10.2006) Das Gesetz wurde aufgrund des Amoklaufs in Erfurt überarbeitet, bei dem Robert Steinhäuser 16 Menschen und sich selbst tötete und diese furchtbare Tat in der Öffentlichkeit mit seiner Vorliebe für brutale Computerspiele erklärt wurde.

(vgl. http://www.lehrer-online.de/-dyn/bin- /343267-343540-1-jugendschutzrecht.pdf , 11.10.2006)

Den Kinder- und Jugendschutz gibt es, weil Kinder schutzbedürftig sind. Sie können noch nicht allein entscheiden, welche Medieninhalte für sie risikoreich sind und welche unbedenklich. Durch den Kinder- und Jugendschutz soll die körperliche, geistige und soziale Entwicklung junger Menschen gefördert werden. Weiter soll vor Gefährdungen während der gesamten Entwicklung geschützt werden. (vgl. http://www.bundespruef stelle.de/bpjm/redaktion/PDFAnlagen/wegweiserjugendmedienschutzpdf,pro-perty=pdf,bereich=bpjm,rwb=true.pdf#search=%22wegweiser%20jugendmedienschutz%22, 05.10.2006)

2.1 JuSchG und Medien

Im Kontext der hier bearbeiteten Fragestellung werden nur die Ausschnitte des JuSchG bezüglich Medien ausgewählt. Wird im Folgenden von „dem Jugendschutz“ gesprochen, bezieht sich dies auf den Jugendmedienschutz, die übrigen Paragrafen werden nicht weiter berücksichtigt.

Für den Bereich Medien werden nun ausgewählte wichtige Paragrafen des Abschnitts 3 des JuSchG mit dem Inhalt „Jugendschutz im Bereich der Medien“ kurz geschildert.

- § 11: Kinder dürfen Filme sehen, wenn sie von einer entsprechenden Instanz (z.B. Freiwillige Selbstkontrolle) zur Vorführung freigegeben sind. Eine neu eingeführte Ausnahme besagt, dass Kinder ab 6 Jahren in Begleitung einer personensorgeberechtigten Person (wem allein oder gemeinsam mit einer anderen Person nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches die Personensorge zusteht) Filme mit einer Freigabe ab 12 Jahren sehen dürfen. Weiter dürfen Filme nur mit einer personensorgeberechtigten Person besucht werden, wenn Kinder unter sechs Jahre sind oder Kinder zwar 6 Jahre alt sind, aber die Vorführung länger als bis 20 Uhr dauert. Gleiches gilt für Jugendliche unter 16 Jahren, bei einer Vorführung länger als bis 22 Uhr und bei Jugendlichen ab 16 Jahren bei einer Vorführung länger als bis 24 Uhr. (vgl. http://www.artikel5.de/gesetze/juschg.html#p18, 11.10.2006)

- § 13: Öffentliche Spielgeräte ohne Gewinnmöglichkeiten dürfen von unter 18-Jährigen nur genutzt werden, wenn sie für ihre Altersstufe freigegeben und gekennzeichnet sind. Es besteht somit die Pflicht, alle Computerspiele mit einer verbindlichen Altersfreigabe zu kennzeichnen. (vgl. http://www.artikel5. de/gesetze/juschg.html#p18, 11.10.2006)

- § 14: Filme, Film- und Spielprogramme, die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können, dürfen nicht für ihre Altersstufe freigegeben werden. Für eine Kennzeichnung ist die oberste Landesbehörde oder eine Organisation der FSK (Freiwillige Selstkontrolle der Filmwirtschaft) verantwortlich. Dabei gibt es die Freigabe ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren und keine Jugendfreigabe. (vgl. http:// www.artikel5.de/-gesetze/juschg.html#p18, 11.10.2006)

- § 15: Ist die Aufnahme jugendgefährdender Trägermedien (vgl. § 18) in der Liste jugendgefährdender Medien bekannt gemacht, dürfen sie Menschen unter 18 Jahren in keinster Weise zugänglich gemacht werden. (vgl. http:// www.artikel5.de/gesetze/juschg.html#p18, 11.10.2006)

Nun folgen die wichtigsten Paragrafen des Abschnitts 4 des JuSchG mit dem Inhalt „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“.

- § 18: Träger1- oder Telemedien2, die die Entwicklung junger Menschen beeinträchtigen können, sind von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in die Liste jugendgefährdender Medien aufzunehmen. Vor allem sind dies Medien, die unsittliche, porno-grafische, gewalttätige, kriegsverherrlichende, geschlechtsbetonte Darstellungen Minderjähriger oder fremdenfeindliche Darstellungen zeigen, ebenso wie sterbende oder leidende Menschen. (vgl. http://www.artikel5.de/gesetze/juschg. html# p18, 11.10.2006)

Das JuSchG ist somit für den Jugendschutz in der Öffentlichkeit zuständig und kümmert sich um Verbreitungsbeschränkungen von jugendgefährdenden Medien, vor allem von Trägermedien.

Zeitgleich trat der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) der Länder in Kraft. Dieser schafft die einheitliche Rechtsgrundlage für den Jugendschutz in den elektronischen Medien, vor allem den Telemedien. So können Bund und Länder nach einheitlichen Gesetzen entscheiden. (vgl. www.e-recht24.de/artikel/jugend­schutz/53.html, 05.09.2006)

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften wurde zeitgleich umbenannt in Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Somit sind ihre Kompetenzen erweitert worden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist für die Indizierung jugendgefährdender Medien verantwortlich, dazu gehören auch elektronische Medien bis auf den Rundfunk, der im Landesrecht geregelt ist. Ist ein Film o. Ä. indiziert worden, so darf er weder verbreitet, noch beworben oder Kindern und Jugendlichen zugänglich gemacht werden. Kommen Filme o. Ä. in die Liste der jugend-gefährdenden Medien, so werden diese mit einer Vertriebsbeschränkung belegt. Ziel soll es sein, dass nur Erwachsene Zugang zu diesen Medien haben. (vgl. www.e-recht24.de/artikel/- jugendschutz /53.html, 05.09.2006) Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ist nach dem Jugendschutzgesetz dafür zuständig, über die Jugendgefährdung von Medien zu entscheiden. Mit Beginn des Jahres 2005 wurde der gesetzliche Jugendschutzbereich der BPJM um den medienpädagogischen Bereich erweitert. Hauptaufgabe ist die Förderung wertorientierter Medienerziehung und die Sensibilisierung und Beratung der Öffentlichkeit in dem Bereich des Jugendmedienschutzes. Der pädagogische Jugendmedienschutz versucht, Eltern und Erziehende bei der Medienerziehung ihrer Kinder zu unterstützen. So soll die Wirksamkeit des Jugendmedienschutzes erhöht werden. Gefährdungen und Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden sollen vermieden und den Kindern ein kompetenter Medienumgang vermittelt werden. Auf der Homepage der BPJM finden Eltern und Erzieher Tipps zu Medien und Erziehung, Informationen zu aktuellen Entwicklungen in den Medien und vieles mehr. (vgl. Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, http://www.bundespruefstelle. de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/gesetzlicher-und-paedagogischer-jugendmedien­schutz,property=pdf,bereich=-bpjm,rwb=- true.pdf, 05.10.2006)

Zusammenfassend ergeben sich folgende Kernaussagen und Neuerungen des JuSchG hinsichtlich der Medien:

Das JuSchG verordnet nun die Alterskennzeichnung von Filmen, Videofilmen, Computerspielen und Bildschirmspielgeräten. Auch der Verkauf an Kinder und Jugendliche ist hiermit geregelt, zuvor betraf dies nur Kino- und Videofilme. Alle Angaben mit Alterskennzeichnungen sind verbindlich und nicht nur rein informativ.

Jugendgefährdende Medien sind in ihrer Abgabe verboten. Dazu zählen Darstellungen von Gewalt, Krieg, Pornografie, Leid und Tod von Menschen und Fremdenhass.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ist dafür zuständig, entsprech­ende Medien zu indizieren.

2.2 Fazit

Der Jugendschutz ist notwendig, da von den Medien und der Mediennutzung ein gewisses Gefahrenpotenzial für Kinder und Jugendliche ausgeht. Wie dargestellt bieten Medien viele Möglichkeiten für den Konsumenten, die für Kinder und Jugendliche nur kontrolliert zur Verfügung stehen dürfen. Daher ist es sinnvoll, für diese Altersgruppe bestimmte Medien einzuschränken oder die Zugänglichkeit gänzlich zu verbieten.

Problematisch wird die Überwachung bezüglich der Einhaltung der Gesetze sein – ähnlich wie bei der Erhältlichkeit von Alkohol und anderen Drogensubstanzen. Der Jugendschutz hat die Aufgabe, Kinder und Jugendliche in der Öffentlichkeit schützen, eventuell haben sie jedoch im eigenen Zuhause Zugang zu den eigentlich verbotenen Medien, da z.B. die eigenen Eltern sie konsumieren. Interessant ist auch die wiederkehrende Beobachtung, dass Eltern mit ihren Kindern im Grundschulalter Kinofilme besuchen, die erst für Kinder ab 12 Jahren freigegeben sind, wie etwa bei der Verfilmung der Bücher um Harry Potter.

3 Medienpädagogik

Kinder haben heutzutage häufiger denn je Zugang zu Medien, daher sollte der richtige Umgang mit Medien eine zentrale Rolle in der Erziehung spielen.

Durch Kompetenzvermittlung kann Schaden bei dem Konsum verhindert und der Nutzen der Medien maximiert werden. Daher ist eine gut strukturierte Medienpädagogik unerlässlich. Sie kann ein weiteres Präventionsfeld darstellen, wenn es darum geht, den eventuellen negativen Auswirkungen der Medien vorzubeugen. Allgemein umfasst der Begriff Medienpädagogik alle pädagogisch geleiteten Beschäftigungen mit Medien in Theorie und Praxis. (vgl. Baacke, 1997, S. 4) Sie ist als eine Teildisziplin der Erziehungswissenschaften anzusehen und soll Orientierungshilfen und Modelle bieten, die zu einem praktischen Umgang mit Medien befähigen und dabei auf empirischen Grundlagen basieren. Medienpädagogik soll dazu beitragen, Menschen mit den Medien vertraut zu machen und sie dazu befähigen, diese konstruktiv und vielseitig kreativ einzusetzen. (vgl. Schäfer und Hille, 2000, S. 18) Nach einer kurzen Skizzierung der Entwicklung der Medienpädagogik und ihrer Strömungen werden die Ziele und Handlungsfelder der Medienpädagogik erläutert.

[...]


1 Trägermedien sind im Wesentlichen alle Inhalte auf portablen "Offline"-Medien, z.B. Videokassetten, DVDs, CD-ROM, Bücher und sonstige Druckschriften. (vgl. http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?- url=412701.htm , 30.10.2006)

2 Telemedien sind alle "Online-Medien", mit Ausnahme des Rundfunks, vor allem WWW-Angebote, aber auch E-Mail-Inhalte. (vgl. http://www.lehrer-online.de/dyn/9.asp?url=412701.htm, 30.10.2006)

Details

Seiten
31
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656738251
ISBN (Buch)
9783668154193
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280607
Note
1,0
Schlagworte
kinder medien präventionsmöglichkeiten gefahren

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