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Innovation und Profitabilität in der Elektrobranche: SIEMENS - von der Werkstatt zum Weltunternehmen

Seminararbeit 2004 21 Seiten

BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

I. Die Unternehmensgeschichte der Firma Siemens von 1847 bis 1914
1. Die Siemens & Halske AG
2. Die Siemens-Schuckertwerke GmbH

II. Bahnbrechende Innovationen der Firma Siemens zwischen 1847 und 1914

III. Regressionsanalysen
1. Zusammenhang zwischen Belegschaft und Innovationskraft im Hause Siemens (1878 bis 1914)
2. Zusammenhang zwischen Innovationskraft und Profitabilität
2.1. Die Siemens & Halske AG (1897 bis 1918)
2.2. Die Siemens-Schuckertwerke GmbH (1904 bis 1918)

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Vielen Dank an Dr. Frank Wittendorfer, dem Leiter des Siemens-Archivs, für die hilfsbereite Unterstützung bei der Datenrecherche.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Der Zeigertelegraf, 1847

Abb. 2: Die Dynamomaschine, 1866

Abb. 3: Eine Station der Indo-Europäischen Telegrafenlinie in Persien, um 1880

Abb. 4: Das Kabelschiff Faraday, Blick von der Kommandobrücke, um 1875

Abb. 5: Skizze der Differentialbogenlampe, 1878.

Abb. 6: Die erste elektrische Eisenbahn, 1879

Abb. 7: Straßenbeleuchtung auf dem Potsdamer Platz in Berlin, um 1882

Abb. 8: Unterpflasterbahn in Budapest, um 1896.

Abb. 9: Schnellbahnwagen auf der Strecke Marienfelde-Zossen, um 1900

Abb.10: Die Tantallampe, 1905.

Abb.11: Die Entstäubungspumpe, 1906

Diagramm 1: Die Belegschaft des Hauses Siemens 1878 bis 1914

Diagramm 2: Die Innovationskraft des Hauses Siemens 1878 bis 1914

Tabelle 1: Regressionsanalyse Belegschaft - Innovationskraft

des Hauses Siemens

Diagramm 3: Streudiagramm mit Regressionsgerade Belegschaft -

Innovationskraft des Hauses Siemens

Tabelle 2: Regressionsanalyse Innovationskraft - Eigenkapitalrentabilität

der Siemens & Halske AG.

Diagramm 4: Streudiagramm mit Regressionsgerade Innovationskraft - Eigenkapitalrentabilität der Siemens & Halske AG

Tabelle 3: Regressionsanalyse Innovationskraft - Eigenkapitalrentabilität

der Siemens-Schuckertwerke GmbH.

Diagramm 5: Streudiagramm mit Regressionsgerade Innovationskraft - Eigenkapitalrentabilität der Siemens-Schuckertwerke GmbH

Einleitung

2002 feierte der deutsche Elektrokonzern Siemens AG seinen 155. Geburtstag. Dieses Unternehmen verkörpert wie kein anderes „Made in Germany“. Die breite Produktpalette reicht heute von der Gasturbine bis zum Mikrochip, von der Glühbirne bis zum Ultraschallgerät, vom Computer bis zur Waschmaschine (Vgl. Decurtins, 2002: 9).

Dies sollten ausreichende Gründe sein, sich im ersten Kapitel, der erfolgreichen Unternehmensgeschichte zu widmen. Der Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist besonders interessant. Warum konnte sich Siemens in den vergangenen 150 Jahren aus einer kleinen Zehn-Mann-Werkstatt zu einem der größten Konzerne der Elektroindustrie mit heute rund 386.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von nahezu 50 Milliarden Euro entwickeln (Vgl. Feldenkirchen, 2003: 11)? Welche Faktoren sind für diesen Unternehmenserfolg von Bedeutung gewesen? Bei der Darstellung ist eine Trennung in Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH sinnvoll. Die Siemens & Halske AG konzentrierte sich auf die Schwachstromtechnik und die Siemens-Schuckertwerke GmbH auf die Starkstromtechnik. Siemens war somit in beiden Bereichen der Elektroindustrie vertreten.

Im zweiten Kapitel werden die bedeutendsten Erfindungen des Hauses Siemens vorgestellt, die einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt im 19. Jahrhundert geleistet haben. Auch hier liegt die Betrachtung auf den Zeitraum von der Unternehmensgründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Im dritten Kapitel wird mit Hilfe der Regressionsanalyse zunächst der Zusammen-hang zwischen Belegschaft und Innovationskraft[1] untersucht, um danach den Zusammenhang zwischen Innovationskraft und Profitabilität[2] zu bestätigen. Auch hier wird zwischen den beiden Stammgesellschaften Siemens & Halske AG und Siemens-Schuckertwerke GmbH unterschieden, weil die Indikatoren zur wirtschaft-lichen Entwicklung wie z.B. Gewinn und Eigenkapital in verschiedenen Bilanzen archiviert sind.

I. Die Unternehmensgeschichte der Firma Siemens von 1847 bis 1914

1. Die Siemens & Halske AG

Die Firmengeschichte beginnt am 12. Oktober 1847, als der Ingenieur und Artillerie-Offizier Werner Siemens[3] (1816-1892) und Mechanikermeister Johann Georg Halske (1814-1890) in einem Berliner Hinterhaus, in der Schöneberger Straße 19, eine feinmechanische Werkstatt eröffneten. Die „Telegraphen Bau-Anstalt von Siemens & Halske“, eine offene Handelsgesellschaft, war geboren. Das Startkapital betrug 6842 Taler[4], welches Justizrat Johann Georg Siemens (1805-1879), ein Vetter Werners, gegen eine Gewinnbeteiligung über sechs Jahre, bereitstellte. Zunächst fertigte Johann Georg Halske mit einigen Mitarbeitern in mühsamer Handarbeit elektrische Telegrafen, Eisenbahnläutewerke mit elektrischer Auslösung und Pressen zur nahtlosen Isolierung elektrischer Leiter mit Guttapercha[5]. Der Kapitaleinsatz war gering.

Werner von Siemens nutzte seine Kontakte zur preußischen Telegrafenkommission, die er in seiner Militärzeit aufbauen konnte. Durch diese staatlichen Aufträge konnte „zunächst weitgehend unabhängig von Konjunkturschwankungen gearbeitet werden“ (Feldenkirchen, 2003: 29). Die Auftragslage der Firma war auf lange Zeit gesichert. Demzufolge war das finanzielle Risiko ebenfalls gering.

Im Sommer 1848 erhielt die Firma den Auftrag für den Bau einer Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main[6]. Weitere Aufträge, wie beispielsweise alle wichtigen Großstädte Norddeutschlands mit Berlin zu verbinden und Telegrafen-linien im preußischen Rheinland zu verlegen, folgten. Die Bilanz des Geschäftsjahres 1848 wies einen Umsatz von 5.000 Euro aus.

Bereits 1851 lieferte Siemens & Halske die ersten Schreibtelegrafen nach Russland. Nur zwei Jahre später konnte mit dem Bau des russischen Staatstelegrafennetzes begonnen werden. Werners Bruder Carl Siemens verstand es, als Leiter der Firmenfiliale in St. Petersburg ab 1855, der Firma durch langjährige Wartungs-verträge kontinuierliche Einnahmen zu sichern. Das Russlandgeschäft wurde „zu einer wichtigen Säule der Firma“ (Feldenkirchen, 2003: 33). „Als sich infolge des verlorenen Krimkrieges und der anschließenden politischen Unsicherheit die geschäftlichen Aussichten in Russland (...) verschlechterten, bemühte sich Siemens & Halske um die Erschließung neuer ausländischer Märkte“ (Feldenkirchen, 2003: 35f.). In England, wo bereits 1850 eine Agentur von Siemens & Halske unter der Leitung von Wilhelm Siemens (1823-1883) eingerichtet wurde, entwickelten sich die Geschäfte so günstig, dass am 01. Oktober 1858 die Umwandlung in eine selbständige Zweigstelle mit eigenen Werkstätten vorgenommen werden konnte. „Das Interesse der englischen Niederlassung galt vor allem dem Kabel-geschäft“ (Feldenkirchen, 1995: 55). 1863 eröffneten die Siemensbrüder in Charlton bei Woolwich in der Nähe von London eine eigene Kabelfabrik.

1867 zog sich Johann Georg Halske aus der Geschäftsleitung zurück.

Zusammenfassend lässt sich über die Aufbauphase, die Zeit seit der Unternehmens-gründung bis Mitte der 1860er Jahre, folgendes festhalten: Werner von Siemens war es gelungen „das weltweit operierende Telegrafengeschäft zusammenzuhalten und nunmehr rein auf Familienbasis weiter zu betreiben“ (Feldenkirchen, 2003: 42f.). Die wenig komplex gegliederte Organisationsstruktur des Unternehmens erlaubte ein Höchstmaß an Flexibilität.

Ein neuer Abschnitt in der Firmengeschichte wurde durch die Erschließung eines neuen Unternehmensbereichs, die Starkstromtechnik, eingeleitet. Hier war nicht mehr nur die individuelle Handarbeit des Feinmechanikers, sondern der Einsatz von Maschinen gefragt. Aus diesem Grund wurde 1867 erstmalig mit Fremdkapital von Banken gearbeitet, um Investitionen tätigen zu können.

Nicht nur die Verlegungen der Erd- und Seekabel der Telegrafenlinien, sondern auch die Innovationen in der Verkehrs- und Lichttechnik trugen nun zum Geschäftserfolg des Unternehmens bei. Um der steigenden Nachfrage nach Starkstromkabeln gerecht zu werden, folgte 1876 der Bau einer deutschen Kabelfabrik in Berlin.

In den Jahren 1896 bis 1900 waren die Umsatzsteigerungen besonders hoch.

„1889 schied (...)Werner von Siemens aus dem regulären Geschäft aus, behielt aber weiterhin bestimmenden Einfluss“ (Feldenkirchen, 2003: 46).

Werner von Siemens hatte sich stets gegen jede Veränderung der Rechtsform wehren können. Nun aber verlangten die veränderten Rahmenbedingungen der Industrie eine Neuausrichtung des Unternehmens. „Zum 1. Januar 1890 wurde die bisherige Offene Handelsgesellschaft Siemens & Halske in eine Kommanditgesellschaft umge-wandelt“ (Feldenkirchen, 1995: 61).

[...]


[1] im Sinne von Anzahl der Patente

[2] im Sinne von Eigenkapitalrentabilität

[3] seit 1888 Werner von Siemens

[4] das entspricht in etwa 10.000 Euro

[5] eingedickter Pflanzensaft des Guttaperchabaumes mit thermoplastischen Eigenschaften

[6] die erste Ferntelegrafenlinie Europas

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638300025
ISBN (Buch)
9783640099009
Dateigröße
828 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v28126
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Wirtschaftswissenschaftliches Institut
Note
2,0
Schlagworte
Innovation Profitabilität Elektrobranche SIEMENS Werkstatt Weltunternehmen

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Titel: Innovation und Profitabilität in der Elektrobranche: SIEMENS - von der Werkstatt zum Weltunternehmen