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Posttraumatische Belastungsstörungen

Am Beispiel von selbstverletzendem Verhalten und Suizid bei Jugendlichen

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition
2.1 Posttraumatische Belastungsstörungen
2.2 Selbstverletzendes Verhalten
2.3 Suizid

3. Ursachen und Auslöser

4. Merkmale, Ausdrucksformen und Methoden

5. Behandlungsmöglichkeiten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema posttraumatische Belastungsstörungen und wird diese anhand von selbstverletzendem Verhalten und Suizid bei Jugendlichen näher untersuchen. Zunächst werden die Begriffe posttraumatische Belastungsstörungen, selbstverletzendes Verhalten und Suizid definiert, um einen informierenden Einstieg für die Arbeit zu schaffen. Danach wird auf die Entstehung einer solchen Störung eingegangen und die Auslöser erklärt. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, wie solch ein Krankheitsbild zu erkennen ist und welche Merkmale dieses aufweist. Kann man Menschen PTBS sogar ansehen? Hierbei werden zudem die unterschiedlichen Methoden erklärt, die genutzt werden um sich selbst Schaden zuzufügen oder Suizid zu begehen. Außerdem werden in dieser Arbeit die Behandlungsformen der Krankheit und deren Wirkung dargestellt. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Untersuchung in einem Fazit zusammengefasst.

2. Definition

2.1 Posttraumatische Belastungsstörungen

Posttraumatische Belastungsstörungen, oder auch posttraumatisches Belastungssyndrom genannt, sind das Resultat aus einer lebensbedrohlichen Situation und die psychische Störung nach einem oder mehreren extrem belastenden Ereignissen, auch wenn man sich selbst nicht in Lebensgefahr befand. Beispiele für solche belastenden Ereignisse sind Unfälle, Katastrophen, Vergewaltigung, sexueller Missbrauch oder Folter. Aber auch Mobbing, Arbeitslosigkeit oder Entlassungen können als Auslöser fungieren. Dadurch, dass ein solches Trauma als lebens- oder existenzbedrohende Situation empfunden wird und den individuellen Erfahrungshorizont übertrifft, überfordert es die Verarbeitungsmöglichkeiten des Gehirns und es kommt zu einer Belastungsstörung. Selbst die Konfrontation mit Leichen oder körperlich Versehrten kann individuell als existenzbedrohende Lage interpretiert werden und ein Trauma auslösen. Alle Menschen ab dem vierten Lebensjahr können betroffen werden (vgl. De Gruyter 2012: 252).

Hauptsymptome der posttraumatischen Belastungsstörungen können Alpträume, in denen das Erlebte wiedererlebt wird, Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsstörungen und Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen, Emotionslosigkeit, Angstzustände oder sogar Suizidversuche sein. Frühestens einen Monat nach dem Erlebten kann eine Diagnose gestellt werden (vgl. De Gruyter 2012: 252).

2.2 Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzung ist eine Form der Autoaggression gegen sich selbst ohne suizidale Absicht. Sie hat zum Ziel dem eigenen Körper absichtlich Schaden zuzufügen, um zum Beispiel innere Spannung abzubauen, sich selbst zu bestrafen oder zu stimulieren, oder lediglich um Aufmerksamkeit zu erlangen (vgl. De Gruyter 2012: 1913).

Zum einen gibt es leichte Selbstverletzungen, wie sich selbst zu schlagen, zu kratzen, zu schneiden oder Brandwunden zuzufügen und zum anderen schwere, wie zum Beispiel Amputationen oder Kastrationen. Des Weiteren unterteilt man die Betroffenen in zwei Gruppen. Die eine behandelt es offen und teilt es den behandelnden Ärzten mit, die andere hält es geheim. Selbstverletzendes Verhalten tritt meist im Zusammenhang mit psychischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen oder dissoziativen Störungen auf (vgl. De Gruyter 2012: 1913).

Selbstschädigendes Verhalten wird ebenfalls festgestellt, wenn die betroffene Person eine größere Menge einer Substanz zu sich nimmt, die entweder nicht ärztlich verschrieben wurde oder nicht als therapeutische Dosis angesehen wird. Auch die Einnahme illegaler Drogen, welche Selbstschädigungen bewirken sollen, einer ungenießbaren Substanz oder das Verschlucken eines ungenießbaren Objekts wird als Selbstschädigung definiert (vgl. Hawton/Rodham/Evans 2008: 27).

2.3 Suizid

Der sogenannte Selbstmord, auch Freitod genannt, ist die absichtliche Selbsttötung aufgrund einer unüberwindbaren Lebenskrise oder auch ein extremer Ausdruck der Autoaggression. Die Betroffenen wollen damit ihren Leidenszustand beenden. Vor allem Personen die unter Schizophrenie, Depressionen, Substanzabhängigkeit, politischer Verfolgung oder sozialer Isolation leiden, sind anfällig Suizid zu begehen. Das Risiko, Selbstmord zu begehen, steigt mit dem Alter und es gibt in Deutschland jährlich 9000 – 10000 registrierte Freitode, von denen 70 – 80% Männer sind (vgl. De Gruyter 2012: 2023; Dorrmann 2006: 29 ff.).

Methoden des Suizids sind Erschießen, Erhängen, Ertränken, Sprünge aus großer Höhe, Arzneimittel- oder Kohlenmonoxid-Vergiftung oder das Abhacken von Extremitäten. Es gibt aber auch passiven Selbstmord, wie zum Beispiel eine lang andauernde gefährliche Lebensweise oder die bewusste Verweigerung von lebenserhaltenen Maßnahmen im Krankheitsfall (vgl. De Gruyter 2012: 2023; Schwalm 2005: 20).

Juristisch ist die absichtliche Selbsttötung kein Verbrechen oder Mord. Dem Strafgesetzbuch zufolge gehören zu einem Mord als Straftat immer mindestens zwei Personen (vgl. Schwalm 2005: 17 ff.).

Als Suizidversuch wird ein misslungener Selbstmord bezeichnet, der keinen tödlichen Ausgang hat. Davon gibt es in Deutschland jährlich über 100000 Fälle, von denen circa zwei Drittel Frauen sind. Formen des Suizidversuchs sind Versuche ohne wirkliche Selbsttötungsabsicht und solche die nur zufällig nicht tödlich enden. Solche Suizidenten werden aufgrund von Selbstgefährdung vorübergehend in einer entsprechenden Einrichtung untergebracht. Unterlassene Hilfeleistung beim Auffinden von Suizidenten ist laut §323c StGB strafbar (vgl. De Gruyter 2012: 2023).

3. Ursachen und Auslöser

Viele Kinder und Jugendliche, die den Suizid als einzigen Ausweg aus ihrer Misere sehen, kommen meist aus einer krisen- und belastungsbehafteten, gesellschaftlichen Situation. Die Selbstmordrate steigt noch weiter an, wenn die betroffenen Teenager keine Möglichkeit haben sich mitzuteilen. Diese Aufgabe liegt nicht nur in den Händen von Schulen und sozialen Einrichtungen, sondern vor allem im sozialen Umfeld und der Familie. Beispiele für Auslöser eines Suizidversuchs sind negative Einstellungen zu sich selbst und zu anderen. Man ist beim Kontakt mit anderen Menschen verunsichert und fühlt sich unwohl. Es sind meist nicht die leicht zu erkennenden Gründe, die dem Betroffenen bewusst erscheinen, sondern mehr die unterbewusst im Hintergrund aufgebauten Ängste und Befürchtungen. Bei Kindern und Jugendlichen ist es schwer ein genaues, sogenanntes präsuizidales Syndrom festzustellen. Oft jedoch ist die Einengung der Möglichkeiten eines Heranwachsenden ein Grund und der damit verbundene Aggressionsstau (vgl. Rutz 2002: 183 ff.).

Selbstverletzendes Verhalten wird von den Betroffenen als ein Ventil benutzt, um Aggressionen gegen sich selbst oder andere abzubauen. Sie wollen damit des Weiteren auf sich und ihr Problem aufmerksam machen. Das Unterdrücken eines solchen Autoaggressiven Verhaltens führt zu einem Aggressionsstau, der unter Umständen in einem Suizidversuch endet. Auch Magersucht, Esssucht, risikoreiches Verhalten oder andere Arten von Süchten sind ein Ausdruck von selbstverletzendem Verhalten. Man kann dies als individuellen Selbstheilungsprozess verstehen. Die Betroffenen versuchen mit Hilfe dieser Methoden Autoaggression abzubauen und sich zu kurieren. Die Patienten benutzten ihre Sucht als Füllmittel für das, was ihnen fehlt. Autoaggressives Handeln ist somit eine Form der inneren Verarbeitung eines Problems, um überleben zu können (vgl. Rutz 2002: 185 ff.).

Zu einer vernünftigen Erziehung von Kindern und Jugendlichen gehört es, ihnen den Umgang mit Aggressionen wie Ärger, Wut oder Hass beizubringen. Man muss ihnen zeigen, wie sie damit umgehen können und wie sie diese in den Griff bekommen. Sie müssen lernen, diese in sogenannte prosoziale und lebensfähige Handlungen umzuwandeln und Enttäuschungen, Entbehrungen und Frustrationen hinzunehmen und mit Hilfe eines gesunden Ventils abzubauen. Wenn man ihnen dies nicht beibringt, kann es für viele Jugendliche und Kinder schwer werden damit umzugehen und in einer vernünftigen und gesunden Weise darauf zu reagieren (vgl. Rutz 2002: 185 ff.).

Bei Kindern wird die Bildung der Psyche sehr stark von der Außenwelt bestimmt. Wenn Kinder eine ausgeglichene Psyche aufbauen, können sie auch mit schwierigen und belastenden sozialen Bedingungen umgehen, ohne dass die Hirnleistung Schaden nimmt. Wenn Kinder unter Suizidalität leiden, wurde ihre Psyche gestört und sie empfinden anstatt Ausgeglichenheit eher Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und Ausweglosigkeit. Oft verstehen sie ihren Suizid als einzige Handlung ihrerseits, die ihnen mächtig und eigenständig erscheint (vgl. Rutz 2002: 186 ff.).

Bei Kindern kann man nur selten direkte Suizidversuche erkennen, vielmehr sind sie kaschiert und nicht direkt ersichtlich. Die Gründe dafür liegen bei jugendlichen Mädchen oft in Beziehungs- und Liebesproblemen und der Trennung von der Familie. Männliche Jugendliche werden eher von zu hohem Leistungsdruck und der Angst, nicht gut, stark oder geschickt zu sein, getrieben. Oft gibt es bei den Betroffenen kein familiäres Umfeld, das ihm konstruktiv helfen kann, aber auch in intakten familiären Verhältnissen kann es zu Suiziden kommen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der oder die Betroffene zu stolz oder zu schamhaft ist, um sich den Familienmitgliedern oder Freunden mitzuteilen. Wenn ein Jugendlicher sich mitteilen kann und für seine Probleme einen Ansprechpartner hat, sinkt die Suizidgefahr massiv ab. Muss er jedoch seine Schwierigkeiten alleine bewältigen und stauen sich die gestörten Gefühle auf, kommt es um einiges schneller zu einem Selbstmordversuch. Der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, wird daher von dem sozialen Umfeld oft als der einzige Grund für den Suizid genannt, dabei ist es lediglich das letzte Glied in einer Kette aus Enttäuschungen, Leid und Verzweiflung. Einzeln betrachtet sind die Ereignisse, die zu einem Suizid geführt haben, nicht so gravierend, doch wenn die Person mit allen Problemen alleine zu kämpfen hat und man alle Faktoren als ein Ganzes sieht, kann man das Ausmaß und damit die Gründe einer solchen Handlung erst erkennen. Je verschlossener die Person ist und je weniger sie vor dem Tod von ihren Problemen preisgibt, desto unverständlicher ist ihr Selbstmord (vgl. Rutz 2002: 187 ff.).

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Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656748991
ISBN (Buch)
9783656748984
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281402
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,0
Schlagworte
PTBS Posttraumatische Belastungssörungen Suizid Suizid bei Jugendlichen Selbstverletzendes Verhalten

Autor

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Titel: Posttraumatische Belastungsstörungen