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Die Ästhetik im modernen Science Fiction Film in "2001: Odysee im Weltraum" von Stanley Kubrick

Seminararbeit 2014 42 Seiten

Kunst - Fotografie und Film

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das filmische Science Fiction Genre und die Verortung von 2001: Odyssee im Weltraum

3. Werkbetrachtung und Kontextualisierung von 2001: Odyssee im Weltraum (US 1968, R: StanleyKubrick)
3.1. Hintergrund
a) Produktionshintergründe
b) Narrativer Aufbau
c) Der Monolith
3.2. Das Szenenbild in „2001“ als zentraler Handlungsträger
a) Erkenntnis und Aufbruch in der Urzeitlandschaft
b) Designing the future: Die Ästhetik des Weltraums
c) Futuristischer Minimalismus als Innenschau
d) Alt und Neu als Konklusion jenseits des Jupiters

4. Resümee

5. Bibliographie

6. Abbildungsanhang

1. Einleitung

Stanley Kubricks Weltallklassiker 2001: Odyssee im Weltraum (1968) gilt bis heute als ein Meisterwerk der Filmgeschichte, wurde 2008 vom American Film Institut (AFI) auf den ersten Platz der besten Science Fiction Filme überhaupt gewählt1 und zeigt sich stilbildend für sein Genre.

Insbesondere die Bildsprache (nur 40 von gut 140 Minuten Laufzeit2 werden gesprochen) und das Production Design3 stellen die den Film auszeichnenden Merkmale dar, da sie vor den Augen der Zuschauer glaubhaft ferne Zeiten und Sphären entstehen lassen. Bis heute - fast 50 Jahre nach dem Erscheinen von „2001“ - werden dem Film eine weitgehend realistische Szenerie sowie eine überzeugende Sicht auf das Weltall attestiert. Neben diversen Filmpreisen, u.a. vier Oscar-Nominierungen (Regie, Spezialeffekte, Ausstattung und Original-Drehbuch), erhielt Kubrick 1969 eine Oscar-Auszeichnung für die Besten Spezialeffekte.

Der Regisseur, Produzent und Autor Stanley Kubrick (1928-1999) galt schon zu Lebzeiten als ein visionärer Filmkünstler, der mit seinen Werken eine Weitsicht zeigte, die dem Publikum etwas bot, das es noch nie gesehen hatte. In 2001: Odyssee im Weltraum stellt er dies in besonderem Maße unter Beweis und lässt die Zuschauer ein Jahr vor der ersten Mondlandung (20.07.1969) glaubhaft eine Reise durch die Schwerelosigkeit des Universums auf den Mond sowie den Jupiter erleben und konfrontiert sie mit der antizipierten Realität des Jahres 2001.

Mit einem Team aus Production und Special Effects Designern gestaltete Kubrick für „2001“ eine Filmkulisse, die nicht nur den Handlungsraum definiert, sondern als zentraler Handlungsträger fungiert und eine spezifische, filmische Zukunftsästhetik etabliert. Diese Ästhetik basiert auf der beinahe dokumentarischen Abbildung der realen Gegebenheiten des Kosmos und der Raumfahrt. Im Folgenden sollen diese Thesen einer genaueren Betrachtung unterzogen und belegt werden. Methodisch gilt es dazu nicht nur Kubricks Werk aus dem Jahr 1968 in Form einer immanenten Analyse in den Blick zu nehmen, sondern es in seinem filmgeschichtlichen Kontext und genrespezifischen Wirken zu beleuchten.

Auf eine tiefergehende inhaltliche Interpretation des Films wird im Folgenden verzichtet. Ebenso finden die filmgestalterischen Mittel wie Montage, Kameraführung und Ton nur Berücksichtigung sofern ihnen Auswirkungen auf das Szenenbild zukommen.

Seit seiner Weltpremiere am 02. April 1968 gehört 2001: Odyssee im Weltraum bis heute zu den 100 einflussreichsten Filmen.4 Es verwundert daher nicht, dass er in zahlreichen Kritiken sowie wissenschaftlichen Publikationen auftaucht, die ihn nach differenten Aspekten einer Betrachtung unterziehen. Auf den Grund gegangen wird den inhaltlichen, mythischen, philosophischen wie religiösen Gehalten des Films, ebenso der Bedeutung und Funktion der Musik in „2001“, der experimentellen Narration und der filmischen Ästhetik. Letzteres kann dabei kaum losgelöst von der Setgestaltung beleuchtet werden. Von Interesse zeigt sich in diesem Zusammenhang besonders die kunsthistorisch angelegte Dissertation Raum und Zeit im filmischen Œuvre von Stanley Kubrick von Ralf Michael Fischer aus dem Jahr 2009. Darin studiert der Autor die Beschaffenheit und ‚unauflösbare Wechselwirkung‘ von Raum und Zeit im Werk von Kubrick und postuliert, dass die Filme des Regisseurs die handelnden Menschen immer in Interaktion mit einen Raum setzen.5 Dieser ‚Raum‘ wird insbesondere auf seine architektonische Gestaltung hin untersucht, jedoch nicht immer ausreichend in Verbindung mit der Handlung interpretiert.

Mit der Konstruktion des filmischen Raumes u.a. am Beispiel 2001: Odyssee im Weltraum, beschäftigt sich die zwei Jahre zuvor (2007) in Überarbeitung erschienene medienpädagogische und filmpsychologische Dissertation Der filmische Raum. Konstruktion, Wahrnehmung, Bedeutung von Rayd Khouloki, der darin zahlreiche Einzelsequenzen einer eingehenderen Analyse unterzieht und den filmischen Gestaltungsmitteln zur Raumkonstruktion sowie den Grenzen der filmischen Raumerfahrung nachgeht.

In Abgrenzung dazu wird es im Folgenden jedoch weniger um wahrnehmungspsychologische Aspekte und die Kamera als den Raum-begrenzenden Rahmen gehen, sondern um die Bewertung des Production Designs im Handlungskontext und das Herausarbeiten der Besonderheiten der für diesen Film entwickelten Szenerie sowie ihrer Bedeutung für das filmische Science Fiction Genre. Vom Szenenbild ausgehend soll also eine filmgeschichtliche Einordnung erfolgen.

Herangezogen werden dazu zum einen der Beitrag Creating Special Effects for „2001: A Space Odyssey“ von Douglas Trumbull, dem Verantwortlichen für die Spezialeffekte, welcher 1968 in der Zeitschrift American Cinematographer erschien, sowie zum anderen das Playboy -Interview von 1968 zwischen dem Journalisten Eric Nordern und Stanley Kubrick. Trumbull gibt in seiner Ausführung detaillierte technische Informationen über die verwendeten Tricks und beschreibt an einigen Stellen Produktionsschwierigkeiten. Norderns Interview ergänzt dies mit Einblicken in Kubricks visuelles und gestalterisches Konzept des Films, wobei der Regisseur dort auch über seine philosophische und naturwissenschaftliche Lektüre spricht, die in den Film Eingang fand.

2. Das filmische Science Fiction Genre und die Verortung von 2001: Odyssee im Weltraum

Science Fiction etablierte sich im 19. Jahrhundert ursprünglich als literarische Gattung bevor es im 20. Jahrhundert6 vom Medium Film aufgegriffen wurde.7 Das Genre entwirft Zukunftsvisionen und Utopien, spielt mit den Naturgesetzen und ermöglicht dem Leser und Zuschauer zumindest vorübergehend einen zeitlichen und räumlichen Transfer in ‚das ferne Fremde‘.

In besonderer Nachdrücklichkeit aktiviert der Science Fiction Film mithilfe technischer und gestalterischer Mittel die Fähigkeit beim Betrachter Sphären erlebbar zu machen, die nicht mit der eigenen Erfahrungswirklichkeit konform gehen, aber dennoch grundsätzlich imaginabel sind.8

2001: Odyssee im Weltraum transferiert die tatsächlichen Entwicklungen der Raumfahrt in den 1960er Jahren auf die Kinoleinwand, erweitert dies durch denkbare kommende Entwicklungen und kreiert für den Kinozuschauer 1968 einen Lebensraum 33 Jahre in der Zukunft und im Weltraum.

Die Illustration eines Lebens im Kosmos stellt jedoch nur eines der Motive des Science Fiction Genres dar. Neben diesen sogenannten Space Opera s 9 spielen die Auseinandersetzung mit außerirdischen Lebensformen (z.B. Alien, US 1979, R: Ridley Scott), Zeitreisen (12 Monkeys, US 1995, R: Terry Gilliam), die Entwicklung künstlicher Menschen (Blade Runner, GB/HK/US 1982, R: Ridley Scott), sowie das Entwerfen von autoritären Schreckensherrschaften (1984, GB 1984, R: Michael Radford) und Endzeitvisionen (Children of men, US/GB 2006, R: Alfonso Cuarón) eine Rolle im Science Fiction. Die Beschäftigung mit Lebensutopien, meist im Sinne zukünftiger menschlicher und gesellschaftlicher Entwurfs-Realitäten, steht im Zentrum des Science Fiction Films.10

Die Geschichten beinhalten häufig einen philosophischen Kern, der den Zuschauer auffordert über die eigene Existenz, deren Grenzen und über Ethik und Moral des - v.a. technischen - Fortschrittes nachzudenken (u.a. Metropolis, D 1927, R: Fritz Lang und Der Tag an dem die Erde still stand, US 1951, R: Robert Wise).11 2001: Odyssee im Weltraum deutet das Vorhandensein extraterrestrischer Lebensformen an, skizziert künstliche Intelligenz und stellt die Frage nach dem Menschsein und den möglichen menschlichen Entwicklungsstufen.

Nachfolgende Filmemacher sprechen „2001“ inhaltlich wie gestalterisch starke Auswirkungen auf das Science Fiction Genre zu. So beschreibt etwa der Erfinder der Star Wars- Reihe George Lucas, dass Stanley Kubrick den „ultimativen Science Fiction Film12 schuf:

It is going to be very hard for someone to come along and make

a better movie, as far as I'm concerned. On a technical level, it can be compared, but personally I think that '2001' is far superior ." 13

3. Werkbetrachtung und Kontextualisierung von 2001: Odyssee im Weltraum (US 1968, R: Stanley Kubrick)

3.1. Hintergrund

a) Produktionshintergründe

2001: Odyssee im Weltraum (OT: 2001: A Space Odyssey) basiert auf der Kurzgeschichte The Sentinel (1951) des Science Fiction Autors Arthur C. Clark. Gemeinsam mit Clark erarbeitete Regisseur und Produzent Stanley Kubrick von 1964 bis 1966 das Drehbuch zum Film, mit dem Anliegen eine filmische Reflexion über außerirdisches Leben zu erschaffen.14 Kurz nach Erscheinen des Films wurde zudem der Roman 2001: Odyssee im Weltraum von Clark veröffentlicht, der unter Mithilfe Kubricks parallel zum Drehbuch entstand und die inhaltlichen Hintergründe der Geschichte erläutert, jedoch im Vergleich zum Film einige Abweichungen enthält.15

Die Dreharbeiten begannen am 29.12.1965 in den Shepperton Studios in England, wurden in den Studios von Borehamwood bei London fortgesetzt und dauerten gut anderthalb Jahre. Gedreht wurde mit einem Mix aus 35mm, einer extrem feinkörnigen 70mm-Super-Panavision und Spezialkameras mit der Möglichkeit sich 360 Grad um die eigene Achse zu drehen.16

Bis auf eine einzige Aufnahme entstand „2001“ vollständig im Studio. Das realistische Design verdankt der Film neben dem Regisseur und Produzenten Stanley Kubrick, der zudem die Konzeption sowie die Gesamtleitung der Spezialeffekte übernahm, dem Effektteam um den anerkannten Trickfilmspezialisten Douglas Trumbull. Dazu gehörten der Art Director John Hoesli und die Production Designer Tony Masters, Harry Lange und Ernie Archer. Dieses Team aus Szenenbildnern und Tricktechnikern verantwortete die insgesamt 205 Effekt-Einstellungen sowie die zahlreichen Modelle und Kulissen.17

Um die Authentizität der Szenerie zu steigern, arbeitete Kubrick eng mit Wissenschaftlern und Ingenieuren zusammen und engagierte für die Konstruktion der Flugmodelle NASA18 -Experten. Unter anderem wurde auf die Pläne, der im Bau befindlichen Apollo 11 Rakete, mit welcher 1969 die erste Mondlandung erfolgte, zurückgegriffen.19

Der in die Trickeffekte und die Kulissen investierte außergewöhnliche Aufwand bedingte nicht nur die beeindruckend realistische Ästhetik von „2001“, sondern ebenso den Anstieg des Produktionsetats von ursprünglich 6 auf 10,5 Millionen Dollar.20

b) Narrativer Aufbau

2001: Odyssee im Weltraum lässt sich schwerlich in herkömmliche Erzählmuster einordnen. Es handelt sich um einen dialogarmen Film, der das Geschehen fast ausschließlich durch die Bildgestaltung vermittelt. Dennoch untergliedert „2001“ sich inhaltlich in drei Kapitel, „ The dawn of man “ (= Der Aufbruch der Menschheit) - welches mit einem Prolog beginnt - „ Jupiter Mission “ und „ Jupiter and beyond the Infinite “ (= Jupiter und jenseits des Unendlichen), welche sich auch visuell im Set Design und den teils sehr unterschiedlichen Schauplätzen ablesen lassen. „ The Dawn of man “ beginnt entsprechend der inhaltlichen Konnotation in einer archaischen Steppenlandschaft und wandelt sich symbolisch mit dem Fortschreiten der menschlichen Entwicklung zum Lebensraum Weltall. Innen- wie Außenaufnahmen der Raumschiffe prägen die Jupiter Mission, wohingegen das letzte Kapitel mit dem Jupiter und der Vision der Unbegrenztheit abschließt.

In 140 Spielminuten beschreibt „2001“ die Entstehung neuer Existenzformen des Lebens bis in das Jahr 2001. Der Film beginnt 4 Millionen Jahre zuvor mit der Entwicklung vom Primaten zum Menschen. Angestoßen wird diese Entwicklung durch einen über Nacht plötzlich erscheinenden schwarzen Monolithen. In der Folge dieser Konfrontation bildet sich bei den Urmenschen ein Bewusstsein heraus, sie lernen Werkzeuge zu benutzen, Fleisch zu essen und einen Totschlag zu begehen. Ein Zeitsprung in die Zukunft des Jahres 2001 schreibt die Geschichte fort und offenbart den bis dahin vollzogenen technischen Fortschritt, der die Eroberung des Weltraumes ermöglicht und den Sprung von der künstlichen Intelligenz zum empfindungsfähigen Wesen bedingt - das in Form des Bordcomputers HAL 9000 der

Raumfähre Discovery in Erscheinung tritt.

Auf dem Mond taucht schließlich zum zweiten Mal in „2001“ der Monolith auf. Diesen nach Hinweisen auf die Existenz extraterrestrischen Lebens untersuchen wollend, fliegt der Wissenschaftler Dr. Heywood Floyd zur Ausgrabungsstätte auf den Mond und nimmt dort, mit ihn begleitenden Astronauten, ein von dem Monolithen ausgehendes Signal in Richtung Jupiter wahr.

18 Monate später startet die Discovery mit fünf Astronauten, wovon drei sich in einem Kälteschlaf befinden, und dem alles überwachenden Supercomputer HAL 9000 ihre Reise zum Jupiter. Im Zuge des Fluges kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen der Besatzung und dem ‚emotionalen‘ und misstrauischen HAL, der die Astronauten bis auf den Protagonisten David Bowman tötet und in Folge dieser Auseinandersetzung von Mensch und Maschine, von diesem abgeschaltet wird. Erneut taucht der Monolith, dieses Mal in Konjunktion mit den Jupitermonden, auf.

Als Bowman sich dem Objekt mit einer kleinen Raumgondel nähert, erlebt er eine phantastische Reise jenseits menschlicher Begriffsmöglichkeiten. In einer anderen Dimension jenseits des Jupiters angekommen, altert er schließlich innerhalb weniger Filmminuten, begegnet ein letztes Mal dem Monolithen und wird als embryonales Wesen wiedergeboren. Der Film schließt mit einer optischen Gegenüberstellung des Embryos und der Erdkugel, wobei wie zu Beginn des Films Richard Strauss‘ Also sprach Zarathustra die Szene musikalisch untermalt.21

c) Der Monolith

Der filmische Plot in 2001: Odyssee im Weltraum wird vorangetrieben durch den Monolithen (Abb. 1). Das handlungstragende Requisit, das ein Artefakt extraterrestrischer Existenz darstellt, verbindet alle Kapitel und Lebenswelten und bedingt die Umbrüche der Menschheit sowie die Erweiterung des menschlichen Lebensraums. Er kann somit auch als ein Symbol für den Fortschritt und die Weiterentwicklung von Lebensformen gesehen werden.

In seinem Erscheinungsbild, das stets begleitet wird von der polyphonen Musik György Ligetis Requiem, greift der dunkle, glatte, rechteckige Granitblock auf die formalen Grundprinzipien der Geometrie zurück, etwas, woran Kubrick in „2001“ mehrfach anknüpft. Geometrische Grundformen und das ihnen innewohnende Wesen verweisen in 2001: Odyssee im Weltraum auf eine rationale, von Emotionen weitgehend befreite Sachlichkeit höher entwickelter Lebewesen.22 Die Reduktion auf seine elementare Form tritt umso deutlicher hervor, als der Monolith meist in einen geometrischen Kontext gesetzt wird (Abb. 1 + 2).

Fünf unterschiedlich große Modellvarianten wurden von dem Requisit erbaut, wobei das Kleinste einen Meter Länge, das größte Modell vier Meter maß.23

Bereits mit dem Monolithen und seiner parabolischen Relevanz wird die Tragweite von Requisiten und Kulisse in „2001“ offenbar. Kubricks „Space Odyssey“ versteht sich, wie der Regisseur selbst erläutert, als non-verbales, visuelles Erlebnis, dessen philosophischer und emotionaler Gehalt direkt in das Unterbewusstsein des Zuschauers dringen und ihn dazu verleiten sollen, eigene Gedanken zu den essentiellen Fragen nach dem Schicksal des Menschen, seiner Rolle im Universum und seiner Beziehung zu höher entwickeltem Leben, herauszubilden.24 An das Diktum des Medientheoretikers Marshall McLuhan („The medium is the message“25 ) anknüpfend verkehrt Kubrick dessen Aussage dahin gehend ins Gegenteil, als er das Medium durch die Botschaft („ in 2001 the message is the medium26 ) definiert sieht.27 Aus der sich in diesem Fall anbietenden Gleichsetzung von Medium mit der Gestalt des Mediums Film, also des Szenenbildes, lässt sich aus Kubricks Aussage die zu Beginn der Arbeit aufgestellte These ableiten, dass das Set Design in „2001“ als zentraler Handlungsträger fungiert.

[...]


1 http://www.afi.com/10top10/category.aspx?cat=7 [04.04.2014].

2 2001: Odyssee im Weltraum. [2001: A Space Odyssey]. R: Stanley Kubrick. Drehbuch: Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke. USA/GB: Metro-Goldwyn-Meyer 1968. Fassung: DVD. Turner Entertainment Co. and Warner Bros. Entertainment Inc. 2008. 143 Min.

3 Im Folgenden wird der erstmals 1939 von William C. Menzies im Zuge der Produktion von Vom Winde verweht eingeführte Begriff Production Design synonym verwendet mit Szenenbild, Set Design und Filmarchitektur und meint den bewusst gestalteten Handlungsraum eines Films. Dies geht über Architektur im eigentlichen Sinne hinaus und kann ebenfalls ein Zusammenspiel aus technischen Effekten mit der Kulisse umfassen.

4 Auf der zuletzt 2007 vom American Film Institut (AFI) herausgegebenen Liste der 100 bedeutendsten Filme aus über 100 Jahren erschien 2001: Odyssee im Weltraum auf Platz 15. Siehe: http://www.afi.com/100years/movies10.aspx [04.04.2014].

5 Fischer, Ralf Michael: Raum und Zeit im filmischen OEuvre von Stanley Kubrick. Berlin 2009. S. 13f.

6 Als erster beachtenswerter Science Fiction Film gilt der 16-minütige Kino-Kurzfilm Le voyage dans la

lune (Die Reise zum Mond) von Georges Méliès aus dem Jahr 1902, der mit einfachen Spezialeffekten eine Weltraumreise beschreibt. Vgl. u.a. dazu: Koebner, Thomas: Filmgenres. Science Fiction. Stuttgart 2007.

7 Koebner, Thomas: Filmgenres. Science Fiction. Stuttgart 2007. S. 9.

8 Benison, Jonathan: Science Fiction and Postmodernity. In: Barker, Francis (Hrsg.): Post- modernism and the Re-Reading of Modernity. Manchester 1992. S.138-158. S.144ff.

9 Die Space Opera als Sub-Genre des Science Fiction beschreibt Filme, mit dem Haupthandlungs- schauplatz Weltraum. Vgl.: Mehlem, Axel: Der Science Fiction-Film. Bremen 1996.

10 Koebner, Thomas: Filmgenres. Stuttgart 2007. S. 9f.

11 Ebd. S. 11.

12 Coate, Michae: „ 1968: A Roadshow Odyssey - The Original Reserved Seat Engagements Of '2001: A Space Odyssey'". In 70mm.com. 9. Januar 2011. Vgl.: http://www.in70mm.com/news/2004/2001_in_70mm/index.htm [13.03.2014].

13 Ebd.

14 Nelson, Thomas Allen: Stanley Kubrick. München 1984. S. 140.

15 Krämer, Peter: 2001: A Space Odyssey. London 2010. S. 8.

16 Trumbull, Douglas: Creating Special Effects for „2001: A Space Odyssey“. 1968. S. 416.

17 Kempen, Bernhard: --- Siehe: http://www.epilog.de/film/2001-odyssee-im-weltraum-gb-1968.htm [12.04.2014].

18 Die Abkürzung der US-Weltraumbehörde NASA steht für „ National Aeronautics and Space Administration “.

19 Williams/ Dudzinski/ Borowski/ Juhasz: Realizing "2001: A Space Odyssey". NASA Glenn Research Center, Cleveland 2001. S. 2.

20 Nelson, Thomas Allen: Stanley Kubrick. München 1984. S. 142.

21 Die musikalische Umsetzung von Friedrich Nitzsches (1844-1900) Werk Also sprach Zarathustra (1883-85) durch den Komponisten Richard Strauss (1864-1949) verweist auf Nitzsches zentrale Gedanken der Überwindung des Menschen auf dem Weg zum Übermenschen. Vgl.: Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra. Bd. 1. Chemnitz 1883. In: Deutsches Textarchiv http://www.deutschestextarchiv.de/nietzsche_zarathustra01_1883[04.04.2014]. Auf akustischer Ebene wird damit die bildliche Darstellung einer Wiedergeburt zu einer höheren Lebensform aufgegriffen, wobei die Verbindung dieser beiden semantischen Elemente dem Zuschauer einen inhaltlichen Interpretationsansatz bietet und erneut auch auf die Bedeutung der bildlichen Eindrücke verweist.

22 Die Bezugnahme des Filmtitels auf Homers Odyssee verweist ebenfalls auf diesen Ansatz: Der griechische Held Odysseus kann als Prototyp eines rational denkenden Geistes verstanden werden, da er Gefahren mit Besonnenheit und Kalkül begegnet. Seine Reise stellt eine Metapher für die Entwicklung der instrumentellen Vernunft zur Unterwerfung der Natur dar, wie es auch in Kubricks Odyssee thematisiert wird.

23 Agel, Jerome (Hrsg.): The making of Stanley Kubricks 2001. New York 1970. S. 34.

24 Nordern, Eric: Playboy Interview: Stanley Kubrick 1968. In: Phillips, Gene D.: Stanley Kubrick. Interviews. Jackson , Mississippi 2001. S. 47.

25 Vgl. McLuhan, Marshall/ Fiore, Quentin: The medium is the massage. Berkeley 1967.

26 Nordern, Eric: Playboy Interview: Stanley Kubrick 1968. In: Phillips, Gene D.: Stanley Kubrick. Interviews. Jackson , Mississippi 2001. S. 47.

27 Ebd. S. 47f.

Details

Seiten
42
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656763772
ISBN (Buch)
9783656764830
Dateigröße
12 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281733
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – History of Art
Note
1,0
Schlagworte
Filmarchitektur Stanley Kubrick Science Fiction Film Kunstgeschichte Filmästhetik 2001: Odysee im Weltraum

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Titel: Die Ästhetik im modernen Science Fiction Film in "2001: Odysee im Weltraum" von Stanley Kubrick