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Die Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen

Akademische Arbeit 2006 40 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Umstellung auf IFRS als Ansatzpunkt einer Harmonisierung

2. Konzeptionelles Verständnis einer integrierten Rechnungslegung

3. Performancemessung im integrierten und wertorientierten Berichtswesen am Beispiel des Lufthansa-Konzerns

4. Eignung der IFRS im Rahmen einer integrierten Rechnungslegung
4.1. Positive Aspekte eines harmonisierten Rechnungswesens
4.2. Eingeschränkte Eignung der IFRS für Zwecke der internen Performancemessung
4.3. Partielle Integration als Lösungsansatz

5. Fazit

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Umstellung auf IFRS als Ansatzpunkt einer Harmonisierung

Seit Beginn der neunziger Jahre ist ein Paradigmenwechsel in der laufenden Unternehmensrechnung deutscher Unternehmen zu beobachten.[1] Die traditionell praktizierte Zweiteilung der Unternehmensrechnung, d. h. die Differenzierung in ein externes pagatorisches[2] Rechnungswesen und ein internes kalkulatorisches Rechnungswesen, gerät in Zeiten der wachsenden Kapitalmarktorientierung und dem Prozess der Internationalisierung der Rechnungslegung zunehmend in die Diskussion.[3] Während im angelsächsischen Raum seit jeher für die externe und die interne Performancemessung mit identischen Rechengrößen gearbeitet wird, ist dies im deutschen Raum erst seit den neunziger Jahren zunehmend praxisrelevant. Davor wurde traditionell eine adressatenbezogene Trennung der laufenden Unternehmensrechnung praktiziert.[4]

Eine externe Unternehmensrechnung zielt in diesem Zusammenhang vornehmlich auf Adressaten außerhalb des Unternehmens ab. Sie verwendet die pagatorischen Erfolgsmaße Aufwand und Ertrag und verfolgt vor allem die zentralen Zwecke der Ausschüttungsbemessung und Information. Adressat einer internen Unternehmensrechnung ist hingegen das Management, wobei kalkulatorische Kosten und Erlöse als Erfolgsmaße dienen. Diese sind zwar aus den Aufwendungen und Erträgen hergeleitet, weisen jedoch nicht mehr einen unmittelbaren Zahlungsbezug auf. Die Rechenzwecke der internen Unternehmensrechnung sind u. a. die Preiskalkulation und die laufende Erfolgsmessung zum Zwecke der Wirtschaftlichkeitskontrolle. Zudem wird sie zur Fundierung fallweiser Entscheidungen des Managements genutzt.[5] Bei einer laufenden Erfolgsmessung ergeben sich i. d. R. Divergenzen zwischen interner und externer Unternehmensrechnung, d. h. das Ergebnis der externen GuV lässt sich nicht vollständig in das unternehmensweit aggregierte Ergebnis der internen Erfolgsrechnung überführen.[6]

Seit einem Jahrzehnt fordern Vertreter der Praxis und Wissenschaft eine Annäherung beider Unternehmensrechnungen. Als Auslöser der Diskussion wurde die Neustrukturierung des internen Rechnungswesens der Siemens AG bezeichnet, welche u. a. zu einem teilweisen Verzicht auf eine eigenständige interne Ergebnisrechnung führte.[7] Die Umstellung der Konzernrechnungslegung auf IFRS bietet nun vielen Unternehmen die Gelegenheit, die Organisation des gesamten Rechnungswesens (internes und externes) zu überprüfen und neu zu strukturieren. Es ist zu beobachten, dass viele Unternehmen, die ihre Rechnungslegung auf IFRS umstellten, ihr internes an das externe Rechnungswesen anpassten in Form einer integrierten Unternehmensrechnung.[8] Das interne Reporting eines Unternehmens erfolgt dann ebenfalls auf Basis extern ermittelter IFRS-Größen (sog. integriertes Reporting). Es wird praktisch eine gemeinsame Datenbasis für die interne und externe Unternehmensrechnung geschaffen. Auf dieser Basis wird u. a. auf Konzern- und nachgelagerten Hierarchieebenen (z. B. Segmente, Geschäftsbereiche, etc.) die laufende Performancemessung durchgeführt.[9] Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Ablösung von kalkulatorischen Wertgrößen der internen Unternehmensrechnung durch die pagatorischen Größen der externen Unternehmensrechnung. Die Entwicklung zu integrierten Formen der Unternehmensrechnung wird häufig mit den Begriffen Harmonisierung (1), Vereinheitlichung (2) oder Konvergenz (3) beschrieben, welche es zunächst an dieser Stelle zu definieren gilt.

Harmonisierung (1) bedeutet eine Angleichung von internem und externem Rechnungswesen. Für viele Unternehmen erscheint das Vorhandensein von nur einem Rechnungswesen als ein erstrebenswertes Ziel.[10] Allerdings wird selten eine unmittelbare Übernahme und Verwendung der Daten der externen Rechnungslegung für das Controlling praktiziert. Vielfach werden von den Unternehmen im Zuge ihrer integrierten Rechnungslegungssysteme spezifische, wenn auch nur wenige, Anpassungen bei ihrer internen Ergebnisermittlung durchgeführt.[11]

Eine Vereinheitlichung (2) des Rechnungswesens hingegen bezieht sich auf die vollständige Verschmelzung von internem und externem Rechnungswesen. Diese Vorstellung wird allerdings in Theorie und Praxis kritisch betrachtet, denn dies könnte nur durch die Aufgabe eines Rechnungszweckes oder durch eine Verminderung der für die einzelnen Rechnungszwecke erwünschten Datenqualität realisiert werden.[12]

Unter Konvergenz (3) wird der Prozess hin zu einer Vereinheitlichung oder Harmonisierung verstanden. So beschreibt dieser Begriff den Prozess zur Wiederherstellung einer gewissen Einheit der externen und internen Unternehmensrechnung sowie eine Rückbesinnung auf gemeinsame Zielsetzungen.[13]

Obwohl die Implementierung internationaler Rechnungslegungsstandards und die wachsende Durchsetzung integrierter Rechnungslegungssysteme[14] nicht unmittelbar in Verbindung stehen, kann jedoch vermutet werden, dass diese Entwicklung durch die zunehmende Verwendung der IFRS als externe Bilanzierungsstandards zumindest begünstigt wurde. Dadurch würde die Internationalisierung als wichtiger Antreiber für eine Harmonisierung des externen und internen Rechnungswesens gelten.[15] Eine Anwendung der IFRS verändert u. U. Kosten und Nutzen von Controllinginstrumenten. So können Instrumente kostengünstiger werden, weil bestimmte vorher benötigte Daten nun durch die Rechnungslegung bereits vorhanden sind.[16] Oder es tritt der Fall ein, dass der marginale Nutzen von Instrumenten abnimmt, weil ähnliche Informationen in der Rechnungslegung bereits angeboten werden. Bei der Umstellung eines Unternehmens auf IFRS sollte deshalb eine Prüfung der Struktur des gesamten Rechnungswesens stattfinden. Zudem stellen die gemäß IFRS ermittelten Informationen mit ihrer Ausrichtung u. a. auf die Entscheidungsnützlichkeit im Vergleich zu den handelsrechtlich ermittelten Daten eine besser geeignete Basis für Zwecke der internen Unternehmenssteuerung dar und bilden somit einen möglichen Ausgangspunkt für etwaige Harmonisierungsbestrebungen.[17]

In diesem Zusammenhang wird häufig ausgeführt, dass es sich hierbei um eine einseitige Annäherung bzw. Angleichung handeln würde, nämlich des Controllings an die externe Rechnungslegung durch die Übernahme von IFRS-Größen.[18] Die externe Rechnungslegung nach IFRS wird hingegen durch umfangreiche Standards determiniert und biete somit wenig Freiraum für eine Angleichung an die Controllingerfordernisse. Allerdings sind die Standards in einigen Fällen nicht unbedingt fest determiniert, da seitens des IASB fortlaufend Änderungen praktiziert werden. Die Daten des Controllings werden z. T. auch unmittelbar für die IFRS-Rechnungslegung übernommen.[19] Es kann an dieser Stelle ebenfalls von einer Angleichung bzw. Annäherung der Rechnungslegung an das Controlling gesprochen werden.

Abschließend betrachtet kommt es infolge einer Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS bei vielen Unternehmen zu einer Harmonisierung von interner und externer Unternehmensrechnung. Im Folgenden wird der konzeptionelle Aufbau einer solchen integrierten Rechnungslegung dargestellt.

2. Konzeptionelles Verständnis einer integrierten Rechnungslegung

Der sich abzeichnende Wandel vieler Unternehmen zu einer integrierten Form der Rechnungslegung zeigt, dass eine Konvergenz bzw. Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen allgegenwärtig ist.[20] Insbesondere international agierende Großunternehmen und Konzerne setzen zunehmend integrierte Rechnungslegungssysteme ein.[21] Dabei verzichten sie im internen Reporting auf den Ansatz eigenständiger kalkulatorischer Größen und greifen zunehmend auf unveränderte Erfolgsgrößen der externen Rechnungslegung zurück.[22] Wesentliches Merkmal einer integrierten Unternehmensrechnung ist eine möglichst hohe Kongruenz der internen Performancemessung für Planungs-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben auf Unternehmens-, Segment- oder Geschäftsbereichsebene mit den extern publizierten Ergebnisgrößen der IFRS-Berichterstattung. Die Grundidee einer Integration von externer und interner Unternehmensrechnung lässt sich durch folgende Merkmale charakterisieren:

- den Verzicht auf eine laufende Verrechnung kalkulatorischer Kostenarten in der internen Performancemessung, da dies die Abstimmung zwischen internem und externem Ergebnis komplex und zeitaufwendig macht,
- ein integrierter Kontenplan für die externe und interne Berichterstattung sowie
- einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einschließlich der damit verbundenen Abgrenzungssysteme.[23]

Praktisch bedeutet die Integration beider Rechenwerke im Wesentlichen den Rückgriff auf eine einheitliche Definition von Ergebnisgrößen und die Verwendung einer einheitlichen Datenbasis, welche aus den operativen buchhalterischen Vorsystemen und sonstigen Datenquellen extrahiert wird.[24] Im Falle einer traditionellen Trennung zwischen externer und interner Unternehmensrechnung existieren sog. Zweikreissysteme. Dabei kann die Verbuchung von Geschäftsvorfällen im internen Buchungskreis (Betriebsbuchhaltung) von der Verbuchung im externen Buchungskreis (Finanzbuchhaltung), vielfach auch unbeabsichtigt, abweichen und zu Divergenzen führen.[25] Ziel einer integrierten Unternehmensrechnung ist die Schaffung eines einheitlichen Datensystems (sog. Einkreissystem) auf Grundlage der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der externen Rechnungslegung (IFRS). Dieser einheitliche Datenpool bildet die Basis sowohl für die externe als auch die interne Unternehmensrechnung (einheitliche Buchführung/integrierter Kontenplan für externe und interne Berichterstattung). Auf den Ansatz kalkulatorischer Elemente wird seitens der internen Unternehmensrechnung dabei grundsätzlich verzichtet. Abbildung 1 verdeutlicht noch einmal das konzeptionelle Verständnis einer integrierten Unternehmensrechnung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Grundkonzeption einer integrierten Rechnungslegung (eigene Darstellung)

Mit der Integration von internem und externem Rechnungswesen ist jedoch nicht gemeint, dass durch die externe Rechnungslegung sämtliche internen Rechnungen abgelöst werden. Diese erstreckt sich explizit nicht auf bestimmte Planungs-, Kalkulations- und Verrechnungsroutinen, welche für die interne Controllingzwecke weiterhin bestehen bleiben. Auch die Nutzung eigenständiger kalkulatorischer Größen für kurzfristige Entscheidungsrechnungen auf der operativen Produkt- und Prozessebene kann von einer integrierten Performancemessung unberührt bleiben.[26]

3. Performancemessung im integrierten und wertorientierten Berichtswesen am Beispiel des Lufthansa-Konzerns

Im Folgenden wird dargestellt, wie sich die IFRS-Größen des einheitlichen Datenpools auch mit vergleichsweise geringem Aufwand in Konzepte der Unternehmenssteuerung integrieren lassen und die Herleitung wertorientierter Erfolgsmaße erleichtern. Dadurch können die für die externe Berichterstattung ermittelten Werte und Informationen nicht nur in der Kommunikation mit dem Kapitalmarkt, sondern auch für Zwecke der internen Steuerung verwendet werden.[27] Zunächst soll an dieser Stelle der Begriff einer wertorientierten Unternehmenssteuerung definiert werden.

In ihrem grundsätzlichen Ziel strebt die Wertorientierung eine Ausrichtung sämtlicher Unternehmensaktivitäten auf das Ziel der Steigerung des Unternehmenswertes an.[28] Angesichts dieser Grundintention der Wertorientierung steht sie in einer engen Beziehung zum Controlling, denn jede Handlung bzw. Entscheidung in einem Unternehmen übt einen mehr oder weniger direkten Einfluss auf den Unternehmenswert aus und lässt sich damit als Gegenstand einer wertorientierten Unternehmenssteuerung thematisieren.[29] Das Controlling nutzt dabei wertorientierte Kennzahlen wie z. B. den Economic Value Added (EVA) oder den Cash Value Added (CVA).[30] Mit ihnen soll überprüft werden, welche Strategien bzw. Investitionen wertsteigernd oder wertvernichtend sind. Als Performancemaßstab sollen sie die Effizienz einzelner Unternehmenseinheiten, Geschäftsbereiche, Segmente, etc. darstellen und beurteilen.[31] Das Wertmanagement vieler großer Konzerne auf Basis wertorientierter Kennzahlen wie EVA und CVA wurde mit dem integrativen Grundsatz „intern gleich extern“ eingeführt, d. h. die wertorientierte Steuerung setzt direkt auf den Zahlen des externen Rechnungswesen an (integrierte Rechnungslegung).[32] Im Folgenden wird das Wertmanagement-Konzept des CVA am Beispiel des integrierten Reportings unter IFRS im Lufthansa-Konzern dargestellt.

Seit Anfang der neunziger Jahre strebt der Lufthansa-Konzern eine Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen an. Grund waren erheblich auftretende Divergenzen im Ergebnisausweis beider Rechenwerke (Zweikreissystem).[33] Danach kam es zu einer Neustrukturierung des gesamten Berichtswesens. Methoden, Verfahren und Systeme der Berichterstattung wurden modernisiert, was zu einer ersten Annäherung des Ergebnisausweises im ersten und zweiten Rechnungskreis führte. Die wachsende Bedeutung der internationalen Kapitalmärkte und die damit verbundene Internationalisierung der Rechnungslegung führten zu höheren Anforderungen an die Transparenz der Berichterstattung. Für die Lufthansa wurde es immer wichtiger, nicht nur relevante Informationen für die interne Steuerung zu generieren, sondern auch die Entwicklung der Größen des externen Rechnungswesens nach außen kommentieren zu können. Vor diesem Hintergrund wurde die Frage diskutiert, inwieweit ein unterschiedlicher Ergebnisausweis im internen und externen Rechnungswesen sinnvoll bzw. wünschenswert ist.[34] Im Zuge einer strategischen Neuorientierung wurde 1995 der Lufthansa-Konzern in die Geschäftsfelder Passage, Logistik, Technik, Catering, IT-Services und Touristik aufgeteilt. Entsprechend ihrem Unternehmenszweck wurden alle Konzerngesellschaften ihrem jeweiligen Geschäftsfeld zugeordnet.[35] Dabei gilt der Grundsatz intern gleich extern, d. h. das Konzernberichtswesen und die wertorientierte Steuerung setzt entsprechend der Konzernorganisation nach Geschäftsfeldern auf den Abschlüssen der geschäftsfeldführenden Gesellschaften an. Die Datenbasis des internen und externen Rechnungswesens wurde auf Konzernebene sukzessiv angepasst und seit 2004 ein einheitlich definiertes operatives Ergebnis auf Basis der IFRS ausgewiesen. Die Entwicklung von einer getrennten internen und externen Berichterstattung zu einer vollständigen Harmonisierung auf Konzernebene dauerte mehr als zehn Jahre und erfolgte in Teilschritten.[36]

Im Lufthansa-Konzern stellt der CVA die finanzielle und wertorientierte Spitzenkennzahl im Berichtswesen und Wertmanagement dar. Die Gemeinsamkeit aller wertorientierter Steuerungsansätze ist darin zu sehen, dass die Performance als Überrendite bzw. Übergewinn in Bezug auf die Kapitalkosten des Unternehmens gemessen wird.[37] Abbildung 4 zeigt, dass sich der CVA aus der Differenz zwischen dem erwirtschafteten Cashflow und einem Mindestcashflow ergibt, welcher aus den Kosten für das investierte Kapital resultiert. Er fällt als absolute Übergewinngröße positiv aus, wenn der erreichte Cashflow größer ist als der zur Deckung der Bedürfnisse der Kapitalgeber notwendige Mindestcashflow.[38] Der erwirtschaftete Cashflow wird durch die Größe EBITDA+ (Earnings before Interest, Tax, Depreciation, Armortization sowie Nettoveränderungen der Pensionsrückstellungen) dargestellt, welche unmittelbar auf der Basis von IFRS-Größen abgeleitet wird.[39] In die Berechnung des Mindestcashflow gehen das eingesetzte Kapital (Kapitalbasis), die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) sowie der Kapitalwiedergewinnungsfaktor (KWF) ein. Die WACC repräsentieren den Verzinsungsanspruch auf das im Unternehmen gebundene Kapital und werden bei der Lufthansa bzw. deren einzelnen Geschäftsfeldern als Zinssatz eingesetzt. Der KWF wird angesetzt, um den Verbrauch des Anlagevermögens im Produktionsprozess zu berücksichtigen.[40]

[...]


[1] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2004b), S. 301 ff.

[2] Vgl. RUHNKE, K. (2005), S. 193 f.: Der Grundsatz der Pagatorik erfordert eine Bewertung, welche auf tatsächlich gezahlten Beträgen, Zahlungsmitteläquivalenten oder künftigen Zahlungen beruht. Demnach geht es bei der Erfassung von Aufwendungen und Erträgen ausschließlich um eine Periodisierung von Zahlungen. Kalkulatorische Kosten werden nicht berücksichtigt.

[3] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2006), S. 50; RUHWEDEL, F./SCHULTZE, W. (2004), S. 489; OEHLER, K. (2004), S. 209; QUADT, R./TISKENS, C./VITS, J. (2005), S. 1082.

[4] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2005), S. 191; SCHÖN, D./KRÖNINGER, L. (2005), S. 89.

[5] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2005), S. 191 f.

[6] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2005), S. 192: Divergenzen ergeben sich u. a. bei einer internen Verwendung kalkulatorischer Kostenarten, deren Ergebniseffekte durch die verschiedenen Verrechnungsstufen einer Kostenrechnung spätestens auf Bereichs- bzw. Segmentebene nicht mehr im Detail nachvollziehbar sind. Vgl. WEIßENBERGER, B. (2004b), S. 302 f.: Zu den kalkulatorischen Kostenarten einer eigenständigen internen Erfolgsmessung gehören in der Unternehmenspraxis die kalkulatorischen Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, kalkulatorische Wagnisse, kalkulatorische Miete sowie der kalkulatorische Unternehmerlohn.

[7] Vgl. ZIEGLER, H. (1994), S. 178 f.: Die Siemens AG ermittelte ab 1992/1993 ein operatives Ergebnis als Performancemaßstab zum Zwecke der internen Erfolgsrechnung. Dieses konnte mit nur wenigen Überleitungsrechnungen und unter pauschaler Berücksichtigung von kalkulatorischen Zinsen auf das betriebsnotwendige Vermögen aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach HGB, mittlerweile IFRS, hergeleitet werden.

[8] Vgl. WAGENHOFER, A. (2006), S. 12; WEIßENBERGER, B. (2006), S. 50; KLEY, K.-L. (2003), S. 7.

[9] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2006): In diesem Fall nutzt die interne Erfolgsrechnung hauptsächlich bilanzielle Ergebnisgrößen zur Performancemessung. Die Wertschaffung wird dann intern wie extern durch einheitliche Kennzahlen abgebildet (sog. integrierte Performancemessung).

[10] Vgl. WAGENHOFER, A. (2006), S. 2.

[11] Vgl. WAGENHOFER, A. (2006), S. 2 f.; EICK, K.-G. (2006), S. 47.

[12] Vgl. HARING, N./PRANTNER, R. (2005), S. 147; WAGENHOFER, A. (2006), S. 19; SCHÖN, D./KRÖNINGER, L. (2005), S. 89.

[13] Vgl. KÜTING, K./LORSON, P. (1999), S. 47 ff.; HARING, N./PRANTNER, R. (2005), S. 147 f.

[14] Vgl. HARING, N./PRANTNER, R. (2005), S. 151: Eine Befragung von 83 deutschen und österreichischen Unternehmen ergab, dass fast 90% ein konvergentes Rechnungswesen anstreben. 40% dieser Unternehmen haben den angestrebten Prozess der Vereinheitlichung oder Harmonisierung bereits abgeschlossen. Bei den befragten Unternehmen handelte es sich vornehmlich um Großunternehmen.

[15] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2006), S. 50 f.; GÜNTHER, T./SCHIEMANN, F. (2005), S. 621; HORVÁTH, P./ARNAOUT, A. (1997), S. 254 ff.; ZIEGLER, H. (1994), S. 175 ff.

[16] Vgl. WAGENHOFER, A. (2006), S. 12 ff.: Müssen aufgrund der internationalen Rechnungslegung Informationen und Daten erstellt werden, die für Controllingzwecke alleine zu teuer wären und deshalb nicht verwendet wurden, können diese nun praktisch kostengünstig mitgenutzt werden.

[17] Vgl. HARING, N./PRANTNER, R. (2005), S. 148; WAGENHOFER, A. (2006), S. 12 f.; WEIßENBERGER, B. (2004a), S. 72.

[18] Vgl. WAGENHOFER, A. (2006), S. 13.

[19] Vgl. WAGENHOFER; A. (2006), S. 18; GÜNTHER, T./SCHIEMANN, F. (2005), S. 621; HALLER, A. (2006), S. 166: Durch die Abänderung der externen Segmentberichterstattung (ED 8) findet eine weitgehende Angleichung zwischen interner und externer Segmentberichterstattung statt. Das führt letztendlich zu einer zusätzlichen Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen.

[20] Vgl. WEIßENBERGER; B. (2004a), S. 72.

[21] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 63 ff.; BORCHERS, S. (2006), S. 267 ff.; ERDMANN, M.-K./BOURHIS, J.-M./PASCOUD, V. (2005), S. 735 ff.

[22] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2004a), S. 72 f.

[23] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2006), S. 67.

[24] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2006), S. 67 f.; BORCHERS, S. (2006), S. 271.

[25] Vgl. WEIßENBERGER, B. (2005), S. 192: Dies resultiert u. a. durch die interne Verwendung kalkulatorischer Kosten.

[26] Vgl. BIEL, A. (2004), S. 207; WEIßENBERGER, B. (2006), S. 68: Bewährte Instrumente wie z. B. Deckungsbeitragsrechnungen sind auch künftig unverzichtbar. Diese müssen für interne Controllingzwecke weiterhin bestehen bleiben.

[27] Vgl. EICK, K.-G. (2006), S. 39; WEIßENBERGER, B. (2005), S. 186.

[28] Vgl. GÜNTHER, T./SCHIEMANN, F. (2005), S. 607; WEBER, J. et al. (2004), S. 6 f.; PAPE, U. (2004), S. 1.

[29] Vgl. WEBER, J. et al. (2004), S. 6 f.

[30] Vgl. WEBER, J. et al. (2004), S. 5: Das Modell des EVA (Stern Stewart & Co.) und das Konzept des CVA (Boston Consulting Group) wurde jeweils von Unternehmensberatungsgesellschaften entwickelt.

[31] Vgl. NOWAK, K. (2003), S. 136.

[32] Vgl. VELTHUIS, L./WESNER, P./SCHABEL, M. (2006), S. 875; BORCHERS, S. (2006), S. 272: Im Rahmen seiner Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS setzte u. a. der Bayer-Konzern das wertorientierte Management auf Basis des CVA bereits 1994 zentral ein und führte es im Jahr 1997 konzernweit ein.

[33] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 63: In der größten Unternehmenskrise des Lufthansa-Konzerns 1991 wurde intern bzw. kalkulatorisch noch ein Gewinn ausgewiesen, während sich extern ein Milliardenverlust und Illiquidität abzeichnete.

[34] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 63.

[35] Vgl. FURCK, K. (2005), S. 64: Geschäftsfeldführende Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns sind die Deutsche Lufthansa AG (Passage), Lufthansa Cargo AG (Logistik), Lufthansa Technik AG (Technik), LSG Sky Chefs (Catering), Thomas Cook AG (Touristik) und die Lufthansa Systems GmbH (IT-Services).

[36] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 65: Zunächst wurde sukzessiv auf kalkulatorische Elemente verzichtet. 1998 erfolgte erstmalig ein IFRS-Konzernabschluss. Mit der Entwicklung eines wertorientierten Steuerungskonzeptes 1999 erfolgte letztendlich die Neuregelung des internen Berichtswesens auf Konzernebene, d. h. das Zweikreissystem wurde in ein Einkreissystem mit einer einheitlichen Datenbasis überführt. Seit 2001 basiert das monatliche Berichtswesen auf einem IFRS-nahen Ergebnis. Auch im internen Berichtswesen werden die IFRS monatlich konsequent angewendet. Seit 2004 wird auf Konzernebene kein eigenes internes Ergebnis mehr berichtet.

[37] Vgl. BORCHERS, S. (2006), S. 274.

[38] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 66: Vereinfachend wird ein positiver CVA mit einer Unternehmenswertsteigerung gleichgesetzt (wertorientierte Unternehmenssteuerung).

[39] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 64.

[40] Vgl. BEISSEL, J./STEINKE, K.-H. (2004), S. 66; BORCHERS, S. (2006), S. 279 f.: Beim KWF handelt es sich inhaltlich um eine ökonomische Abschreibung, über die sichergestellt wird, dass am Ende der Nutzungsdauer nicht nur die Kapitalkosten verdient wurden, sondern auch die Investition zurück gewonnen bzw. reproduziert werden konnte.

Details

Seiten
40
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656763000
ISBN (Buch)
9783668136700
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282111
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Schlagworte
harmonisierung rechnungswesen

Autor

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Titel: Die Harmonisierung von internem und externem Rechnungswesen