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Interkulturelles Training zur Vorbereitung auf ein Auslandssemester in Deutschland

am Beispiel litauischer Germanistik-Studenten

Hausarbeit 2012 30 Seiten

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung des Konzepts
2.1 Allgemeines zum Training
2.2 Ablauf des Trainings

3. Didaktische Begründung des Konzepts
3.1 Interkulturelles Training
3.2 Rahmenbedingungen
3.3 Teilnehmer und Lehrperson
3.4 Lernziele
3.5 Sozialform und Methoden
3.6 Medien

4. Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Didaktik ist „die Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens“ (Meyer: 14). Die Hauptaufgabe der Didaktik liegt in der Unterstützung von Lehrenden und Lernenden beim Lehren und Lernen. Die Didaktik beschäftigt sich mit den Fragen – Wer, Was, von Wem, Wann, mit Wem, Wo, Wie, Womit und Wozu – gelernt werden soll (ebd.: 15f.). Es gibt eine Reihe von didaktischen Modellen und Theorien. Dazu zählen beispielsweise „die bildungstheoretische Didaktik“, „die lernzielorientierte Didaktik“, „die Berliner Didaktik“, „die lerntheoretische Didaktik“ etc. (Kiper/Mischke 2004: 26).

Diese Arbeit stützt sich auf die lerntheoretische Didaktik. Die lerntheoretische Didaktik geht davon aus, dass die Didaktik eine Theorie des Unterrichts ist und der Unterricht ein Ort, wo die ungelösten Fragen als konkret zu lösende Lehr- und Lernprobleme auftreten. Der Unterricht wird hier als ein strukturiertes Interaktionsfeld aufgefasst, in dem Entscheidungen über Unterrichtsziele, Inhalte, Verfahren und Medien, getroffen werden sollen (Kiper/Mischke 2004: 26, zit. nach Heimann 1968: 28).

In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um ein interkulturelles Training, das der Vorbereitung der litauischen Germanistik-Studentinnen auf ein Auslandsemester in Deutschland dient. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, das erstellte Trainingskonzept darzustellen und didaktisch zu begründen. Dabei sollen aber auch alle W-Fragen der Didaktik ausführlich diskutiert werden.

Die vorliegende Arbeit ist in vier Kapitel aufgeteilt. Kapitel zwei beschäftigt sich mit der Vorstellung des Trainingskonzeptes. Als Erstes wird hier allgemeine Information zum Training geliefert, wobei das Augenmerk auf die Rahmenbedingungen, Teilnehmer und Lernziele gerichtet wird. Im weiteren Schritt befasst sich das zweite Kapitel mit der Vorstellung des Trainingsablaufes. Kapitel drei setzt sich mit der didaktischen Begründung des Trainingskonzeptes auseinander. Als Erstes wird hier das Thema „interkulturelles Training“ ausführlich behandelt. Des Weiteren beschäftigt sich das dritte Kapitel mit Rahmenbedingungen, Teilnehmer und Lehrperson sowie mit Lernzielen des entworfenen Trainings. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird ein Beitrag zum Thema „Sozialform und Methode“ geleistet. Logisch darauf folgend werden die eingesetzten Medien diskutiert. Im letzten Kapitel der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse der einzelnen Kapitel zusammengefasst und abschließende Thesen vorgestellt.

2. Vorstellung des Konzepts

2.1 Allgemeines zum Training

Die bereits in der Einleitung erwähnte Qualifizierungsmaßnahme „Interkulturelles Training zur Vorbereitung der litauischen Germanistik-StudentInnen auf ein Auslandssemester in Deutschland“ findet am 2. März 2012 statt. Die Zeitdauer der entworfenen Qualifizierungsmaßnahme ist ein Tag. Das interkulturelle Training startet um 9.00 Uhr und dauert bis ca. 19.00 Uhr. In dem Training sind insgesamt sieben Pausen mit der Gesamtdauer von zwei Stunden und zehn Minuten eingebaut.

Das interkulturelle Training findet im Hauptgebäude von Vilnius Universität (VU) in Vilnius[1] statt. Der gemietete Seminarraum, in dem das Training durchgeführt wird, ist ca. 55 m² groß und verfügt über mehrere große Fenster und über ein gutes Arbeitsklima. In dem Seminarraum stehen alle für das Training notwendigen Medien – Overheadprojektor, Tafel, Flipchart, Computer und Beamer – zur Verfügung. Die Tische und Stühle im Raum werden in Hufeisenform (Siehe Abbildung 1) angeordnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hufeisenform - Dozententisch steht frei (Meier 2003: 4)

An dem interkulturellen Training, das auf Deutsch durchgeführt wird, nehmen insgesamt 16 StudentInnen aus ganz Litauen teil. Die Teilnahme an dem Training ist freiwillig. Die Teilnehmer sind Germanistik-StudentInnen des fünften, sechsten, oder des siebten Semesters, die an dem Erasmusprogramm partizipieren und bald nach Deutschland verreisen werden. An dem geplanten Training nehmen insgesamt zwölf Frauen und vier Männer teil. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 22 Jahren. Alle Trainingsteilnehmer haben gute bis sehr gute Deutschkenntnisse und verfügen über ein allgemeines Wissen über die deutsche Literatur, Kultur, Wirtschaft und Geschichte. Die Unterschiede in den Lernvoraussetzungen variieren bei den Teilnehmern nicht stark. Alle Germanistik-Studentinnen bevorzugen die didaktischen Methoden. Auch die erfahrungsgestützten Methoden, wie die Partnerarbeit und Gruppenarbeit, sind von manchen Teilnehmern beliebt.

Die Lehrperson des Trainings ist eine Studentin litauischer Nationalität, die ihr Masterstudium im Fach interkulturelle Kommunikation/ Kompetenz an der TU Chemnitz bald abschließen wird. Die Trainerin hat zuvor Germanistik-Studium in Litauen absolviert und hat während des Bachelorstudiums ein Semester in Deutschland studiert.

Das Richtlernziel des konzipierten interkulturellen Trainings ist die Vorbereitung der Teilnehmer auf ein Auslandssemester in Deutschland. Die Sensibilisierung für interkulturelle Situationen (kulturallgemein) und die Sensibilisierung für die deutsche Kultur (kulturspezifisch) sowie Informationsvermittlung über das Studentenleben in Deutschland (kulturspezifisch) sind angestrebte Groblernziele des entworfenen Trainings. Zu den Feinlernzielen (Siehe Anhang 1) des Trainings zählt die Fähigkeit der Teilnehmer die Grundbegriffe interkultureller Kommunikation verstehen, definieren und unterscheiden zu können. Weiteres Feinlernziel ist das Erlernen, wie man mit Fremdheitserfahrungen und mit Missverständnissituationen umgeht. Auch das Erwerben vom Wissen über die Besonderheiten der deutschen Kultur sowie Wissen über das Studieren in Deutschland gehören zu den Feinlernzielen des entwickelten Trainings.

2.2 Ablauf des Trainings

Das entworfene interkulturelle Training startet mit der Einführung und Vorstellung des Trainingsablaufes. In erster Linie schreibt die Trainerin auf den Flipchart den Ablauf des Tages auf und stellt die Themenfolge des Trainings vor. Weiterhin präsentiert sie das Richtziel und die Grobziele des Trainings.

Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, fängt die Trainerin mit dem Kennenlernspiel an. Als Erstes werden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Einteilung in Gruppen erfolgt durch Ziehen von Zahlenkärtchen. Teilnehmer, die die gleiche Zahl haben, werden der gleichen Gruppe zugeordnet. So bilden sich insgesamt acht Gruppen. Jeder Trainingsteilnehmer bekommt die Aufgabe seinen Partner kreativ vorzustellen. Die StudentInnen erhalten Information darüber, wie sein Partner heißt, aus welcher Stadt er kommt und was sein Hobby ist. Die Vorstellung des Partners könnte folgendermaßen lauten: „Sonja ist ein richtiger Lesewurm und sie läuft in Vilnius oft herum“. Die Gruppen haben für diese Aufgabe fünfzehn Minuten Zeit. Sobald alle Teilnehmer startbereit sind, stellt jede Trainingsperson seinen Partner vor. Auch die Trainerin stellt sich auf die gleiche Art und Weise vor. Gleich nach dem Spiel stellen alle Teilnehmer ihre Namensschilder auf den Tischen hin.

Nach einer kurzen Pause hält die Trainerin einen Vortrag zum Thema „Grundbegriffe interkultureller Kommunikation“. Für den Vortrag benötigt die Master Studentin Beamer und Computer. Die Trainerin erörtert solche Begriffe, wie Kultur, Identität, interkulturelle Kommunikation/ Kompetenz, Stereotyp, Vorurteil, Ethnozentrismus, Assimilation, Akkommodation, Integration, Kulturschock etc.

Nach einer 15-minütigen Pause erfolgt eine anschließende Übung zum Thema „Grundbegriffe interkultureller Kommunikation“. Die Teilnehmer werden diesmal in vier Gruppen aufgeteilt. Die Aufteilung in Gruppen erfolgt durch Aufzählen bis vier. Jede Gruppe zieht drei Kärtchen mit Begriffen. Die erste Aufgabe der Teilnehmer ist es, die Begriffe zu definieren. Für die Visualisierung von Definitionen bekommt jede Gruppe eine durchsichtige Folie. Auf der Folie müssen die StudentInnen die Definitionen aufschreiben bzw. aufzeichnen, ohne den Begriff zu nennen. Für diese Aufgabe hat jede Gruppe zwanzig Minuten Zeit. Sobald die Definitionen ausgearbeitet sind, fangen die Trainingsteilnehmer mit der Vorstellung der Ergebnisse an. Zur Visualisierung von Definitionen benutzen die Teilnehmer den Overheadprojektor. Während eine Gruppe die Definitionen präsentiert, müssen die anderen Gruppen versuchen, den richtigen Begriff zu erraten. Gruppe, die am schnellsten die richtige Antwort gibt, bekommt einen Punkt. Die Gewinner werden am Ende mit Schokopralinen belohnt.

Nach der Mittagspause startet die Trainerin das geplante Rollenspiel. Durch Aufzählen bis vier werden die Teilnehmer in vier Gruppen geteilt. Die Aufgabe der Gruppe eins und der Gruppe zwei ist es, sich in bestimmte Rollen zu versetzen. Die Gruppe drei und die Gruppe vier bekommen die Aufgabe das Rollenspiel zu beobachten und anschließend auszuwerten. Die Gruppe eins und die Gruppe zwei erhalten unterschiedliche Anweisungen über das Verhalten in ihrer Kultur. Auf den verteilten Arbeitsblättern sind Begrüßungsformen, Verhaltensweisen und Arbeitsweisen der Gruppen beschrieben (Siehe Anhang 4). Die Gruppen wissen nichts voneinander. Die Gruppe eins und die Gruppe zwei haben die Aufgabe, ein Plakat für ein gemeinsames Fest zu erstellen. Die beiden Gruppen bekommen fünfzehn Minuten Zeit, sich auf ihre „neue Rolle“ vorzubereiten. Sobald die Teilnehmer mit der Aufgabe fertig sind, müssen sie im Plenum ihre eigene Kultur darstellen. Nun treffen die beiden Gruppen aufeinander und bemerken, dass sie nicht nur unterschiedliche Vorstellung einer angemessenen Begrüßung haben, sondern auch nach völlig unterschiedlichen Gesichtspunkten arbeiten und sich komplett anders verhalten. Für die Erstellung des Plakats haben die Teilnehmer halbe Stunde Zeit. Die Gruppe drei und die Gruppe vier beobachten währenddessen die Simulation und bearbeiten die Fragen zu den Themen: 1. Allgemeines zu den beiden Kulturen 2. Kommunikation und 3. Emotionen. Sobald das Rollenspiel zu Ende geführt ist, stellen die Gruppen drei und vier ihre Ergebnisse vor. Abschließend erzählen die Teilnehmer der Gruppen eins und zwei, wie sie sich während der Simulation gefühlt haben (vgl. Wangermann 2005: 120ff.).

Nach einer 10-minütigen Pause führt die Trainerin ein Gespräch über die Besonderheiten der deutschen Kultur. Das Gespräch beginnt mit einem Brainstorming. Als Erstes stellt die Trainerin die Frage, was die Besonderheiten der deutschen Kultur sind. Die Ideen der Germanistik-StudentInnen schreibt die Trainerin an die Tafel auf. Logisch darauf folgend erfolgt eine ausführliche Diskussion der Brainstorming-Ergebnisse. Danach hält die Trainerin einen Vortrag zu dem gleichen Thema. In dem Vortrag, der durch PowerPoint Präsentation unterstützt wird, handelt es sich vor allem um die Kulturstandards und die besonderen Merkmale der deutschen Kultur, wie z.B. Sachorientierung, Wertschätzung von Strukturen und Regeln, strikte Zeitplanung, Trennung der Lebensbereiche, direkte Kommunikation, Individualismus etc.

Im weiteren Verlauf des Trainings wird die Methode Culture-Specific Assimilator eingesetzt. Als Erstes verteilt die Trainerin die Arbeitsblätter (Siehe Anhang 5), auf denen ein sog. Critical Incident beschrieben ist. Die trainierten Personen müssen zu dem dargestellten Critical Incident im Multiple-Choice-Verfahren eine von vier Erklärungsmöglichkeiten auswählen. Für diese Aufgabe haben die StudentInnen zehn Minuten Zeit. Danach muss jeder Teilnehmer die gewählte Antwort, die seiner Einschätzung nach die Missverständnissituation am besten erklärt, laut sagen. So werden Teilnehmer, die die gleiche Wahl getroffen haben, der gleichen Gruppe zugeordnet. Jede Gruppe setzt sich zusammen und überlegt gemeinsam, wie sie ihre gewählte Antwortmöglichkeit begründen können. Für die Suche nach Erklärungsalternativen haben die Teilnehmer halbe Stunde Zeit. Zum Schluss stellt jede Gruppe ihre Interpretation vor. Zur Veranschaulichung der Ergebnisse benutzen die Gruppen den Overheadprojektor. Die Ergebnisse jeder Gruppe werden dann im Plenum diskutiert.

Nach einer 10-minütigen Pause halten drei ehemalige Erasmus-StudentInnen Kurzvorträge über ihre Auslandsaufenthalte in Deutschland. Die GaststudentInnen berichten nicht nur über ihre eigenen Erfahrungen und persönlichen Erlebnisse während des Erasmussemesters, sondern vermitteln u.a. Informationen über deutsche Formalitäten, deutsches Studiensystem sowie Studium und Studentenleben in Deutschland.

Abschließend erfolgt die Evaluation des Trainings. Als Erstes fast die Trainerin die wichtigsten Ergebnisse des Tages zusammen und bedankt sich für die Teilnahme. Des Weiteren geben alle Teilnehmer Feedback. Zur Feedbackgeben wird ein leeres Blatt benutzt. Auf der einen Seite des Blattes müssen die Teilnehmer alle positiven Eindrücke festhalten, wie z.B. was hat mich besonders interessiert, was habe ich gelernt etc. Auf der Rückseite des Blattes müssen die trainierten Personen alle negativen Gedanken aufschreiben, wie z.B. was hat mich nicht interessiert, was fehlte mir etc. Für das Aufschreiben bekommen die Teilnehmer fünf Minuten Zeit. Das Feedback wird erst nach dem Training ausgewertet.

Ganz zum Schluss unterhalten sich alle in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen. Die Teilnehmer haben nun die Gelegenheit offene Fragen zu klären und ein paar Worte mit den ehemaligen Erasmus-StudentInnen zu wechseln.

3. Didaktische Begründung des Konzepts

3.1 Interkulturelles Training

In dem skizzierten Konzept (Siehe Anhang 1) handelt es sich um ein interkulturelles Training. Kealey und Protheroe definieren Training als „Interventionsmaßnahme, die auf die Erhöhung des Wissens und der Fähigkeiten von Individuen abzielt, damit diese besser zurechtkommen, effektiver mit anderen zusammenarbeiten und beruflich bessere Leistungen erbringen können (Ehnert 2004: 8f., zit. nach Kealey/Protheroe 1996: 145). Dementsprechend werden interkulturelle Trainings als Workshops oder Seminare aufgefasst, in denen wichtige Informationen vermittelt werden, die die Anpassung der Teilnehmer an eine fremde Kultur und die Kommunikation mit Menschen einer fremden Kultur erleichtern (ebd.: 9, zit. nach Bhawuk/Brislin 2000: o.S.). Auch mit dem entworfenen interkulturellen Training zielt man auf die Sensibilisierung der litauischen Germanistik-StudentInnen für die deutsche Kultur.

Das entworfene interkulturelle Training ist ein Vorbereitungstraining, das dazu dient, die Teilnehmer auf das Leben und Studieren in einem anderen Land vorzubereiten. Die Vorbereitungstrainings, genauso wie das entwickelte Training, finden vor Beginn des Auslandsaufenthaltes statt (Ehnert 2004: 22, zit. nach Pusch 1994: o.S.).

Die Teilnahme an dem erstellten Training ist freiwillig. Das bedeutet, dass die Teilnehmer in dem Training aus eigenem Interesse handeln und dass sie intrinsisch motiviert[2] sind (Quilling/Nicolini 2007: 17).

Gudykunst und Hammer klassifizieren interkulturelle Trainings nach Trainingsansatz und Trainingsinhalt. Der Trainingsansatz (Lehrmethode) kann entweder didaktisch oder erfahrungsgestützt und der Trainingsinhalt kulturallgemein oder kulturspezifisch sein (Ehnert 2004: 17, zit. nach Gudykunst/Hammer 1983: o.S.).

In dem kreierten interkulturellen Training werden vorwiegend didaktische Methoden eingesetzt, weil das kognitive Verstehen vermutlich nicht nur für die interkulturelle Effektivität sondern auch für den Erfolg im Ausland von großer Wichtigkeit ist. Der entscheidende Vorteil des didaktischen Trainingsansatzes besteht darin, dass er einfach, flexibel und kostengünstig ist (ebd.: 18f., zit. nach Bhawuk/Brislin 2000: o.S.).

Auch die erfahrungsgestützten Trainingsmethoden finden in dem interkulturellen Training für Germanistik-Studentinnen Anwendung. Der Vorteil dieser Methoden besteht darin, dass die Trainingsteilnehmer mit solchen Situationen konfrontiert werden, die auch im Ausland stattfinden können. Außerdem bekommen die Teilnehmer mithilfe der erfahrungsgestützten Trainingsmethoden interpersonale Fähigkeiten, die sie in einer fremden Kultur anwenden können (ebd.: 18, zit. nach Gudykunst/Hammer 1983: o.S.).

Die Wissenschaftler stellen fest, dass weder der didaktische noch der erfahrungsgestützte Ansatz alleine sehr erfolgreich sein kann (ebd., zit. nach Gersten 1990: o.S.). Aus diesem Grund umfasst das entwickelte interkulturelle Training für Germanistik-StudentInnen aus Litauen eine Kombination beider Trainingsansätze. In dem entwickelten Training werden sowohl die didaktischen Methoden, wie der Vortrag und das Gespräch, als auch die erfahrungsgestützten Methoden, wie das Rollenspiel und der Cultur-Specific Assimilator, eingesetzt.

Das konzipierte interkulturelle Training ist teilweise kulturspezifisch aufgebaut, weil in dem Training Informationen über die deutsche Kultur vermittelt werden. Ein Nachteil solcher Trainings kann sein, dass neue Stereotype aufgebaut werden, die den Kontakt zu Angehörigen einer fremden Kultur erschweren (Ehnert 2004: 19, zit. nach Gudykunst/Hammer 1983: o.S.). In dem entworfenen interkulturellen Training wird jedoch der Versuch unternommen, die Stereotypenbildung zu vermeiden.

Das interkulturelle Training für Germanistik-StudentInnen ist aber auch ein kulturallgemeines Training zugleich, weil in dem Training ein besonderes Augenmerk auf der allgemeinen Sensibilisierung für fremde Kulturen liegt. Um die kulturallgemeine Information zu vermitteln, benötigt man jedoch sehr viel Zeit, sodass solche Trainings kaum für eine Auslandsvorbereitung eignen, wie Gudykunst und Hammer herausstellen (Ehnert 2004: 19, zit. nach Gudykunst/Hammer 1983: o.S.).

[...]


[1] Die Hauptstadt von Litauen

[2] Intrinsische Motivation ist der Antrieb des Individuums zum Lernen und Verhalten bzw. zur Auseinandersetzung mit der Welt (Kron 2004: 160).

Details

Seiten
30
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656767633
ISBN (Buch)
9783656767596
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282134
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz – Germanistik
Note
1,7
Schlagworte
interkulturelles training vorbereitung germanistik-studenten auslandssemester deutschland

Autor

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