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Morgenthaus, klassischer Realismus und die Rolle der Krim im Ukraine-Konflikt

Essay 2014 13 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Morgenthaus Theorie als Erklärung des aktuellen internationalen Systems

2. Die zentrale These Morgenthaus
2.1. Die wichtigsten Grundsätze des politischen Realismus
2.2. Die Interessenbegriff im Sinne von Macht
2.3. Das Konzept von “Balance of Power”

3. Theorieanwendung: Der Fokus auf die ukrainische Krise: Die Annexion von Krimea

4. Allgemeine Bemerkungen und Diskussionen

Bibliographie

Der Autor der vorliegenden Arbeit ist kein Deutsch-Muttersprachler. Bitte haben Sie Verständnis für grammatikalische Fehler und Uneinheitlichkeiten im Ausdruck.

1. Morgenthaus Theorie als Erklärung des aktuellen internationalen Systems

“The experience of the 1960s has dispelled the illusion that truth can show power the way in direct confrontation. But historical experience reassures us that truth can indeed make people ‘see a lot of things in a new light’. And when people see things in a new light, they might act in a new way.” Hans Morgenthau

Das internationale System und dessen Einfluss auf die internationale Gemeinschaft kann am besten durch die Analyse von Realismus verstanden werden. Im Laufe der Geschichte hat sich diese Vorgehensweise eine entscheidende Rolle bei der Erklärung der wichtigsten Ursachen von einigen verheerenden Kriegen und Politiken in der Geschichte der Menschheit gespielt. Realismus ist der Ansicht, dass die Weltpolitik durch Wettbewerbseigeninteresse angetrieben ist.Deshalb glauben die Realisten, dass die entscheidende Dynamik unter den Ländern der Kampf um die Macht ist, in dem Bemühen, seine militärische Sicherheit und wirtschaftlichen Wohlstand im Wettbewerb mit anderen Ländern zu verbessern. Sie sind der Meinung, dass die Nationalstaaten einheitlich sind und geografisch-basierte Akteure in einem anarchischen internationalen System ohne Autorität, die die Wechselwirkungen zwischen den Staaten nicht regeln kann. Die Staaten, als die höchste Ordnung, stehen im Wettbewerb zueinander. Der Staat fungiert als rational autonomen Akteur in der Verfolgung ihrer eigenen Interessen mit einem primären Ziel, ihre eigene Souveränität und Überleben zu erhalten und zu gewährleisten. Der Realismus gilt, dass bei der Verfolgung seiner Interessen, Staaten werden versuchen, die Ressourcen zu sammeln, und dass die Beziehungen zwischen den Staaten durch relative Machtebenen bestimmt sein werden. Die Machtebenen werden wiederum von militärischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten des Staates bestimmt.Für eine realistische Theorie der internationalen Beziehungen ist die Selbstinteresse, die an der Machtspiel zwischen den Nationen manifestiert ist, der wichtigste Aspekt.

Hans J.Morgenthau gehört zu den einflussreichsten Gelehrten aus der deutschen Emigration. Der von ihm entwickelte politikwissenschaftliche Ansatz des Klassisschen Realismus gilt als der geistesgeschichtliche Ausgangspunkt des systematischen Studiums der politikwissenschaftlichen Disziplin der internationalen Politk überhaupt. Morgenthaus Wirken ist bis in die Gegenwart feststellbar: einerseits sind moderne Elemente in Morgenthaus eigenem Ansatz erkennbar, andererseits ist aus seinem Klassischen Realismus eine breit gefächerte Denkschule hervorgegangen, der Neorealismus. Als sein Hauptwerk “Politics AmongNations“ 1948 erschienen wurde, führte es zu einem grundsätzlichen Durchbruch in der Theorie internationaler Beziehungen: denn Morgenthau hat ein systematisches Studium der Politik angeboten, wie sie wirklich sei, nicht, wie sie sein sollte.

2. Die zentrale These Morgenthaus

In seinem Hauptwerk „Politics AmongNations“ (1948) stellte er die internationale Umwelt nicht als eine Welt der Harmonie dar, die von einzelnen Übeltätern vorübergehend gestört wurde, sondern als permanenten Schauplatz von Macht- und Interessenkonflikten. Die Machtzentriertheit der internationalen Politik erklärte Morgenthau aus der Natur des Menschen einerseits und den anarchischen Strukturbedingungen des internationalen Systems andererseits. Die dramen der beiden Weltkriege und die Tatsache des unerwartet aufkommenden Kalten Krieges wusste Morgenthau mit Hilfe seiner Mächtegleichgewichtstheorie plausibel zu erklären.

Morgenthau erklärte die Weltpolitik aus der Idee des Machtgleichgewichts heraus. Die Weltpolitik erfordert ein Verständnis des Phänomens der Macht, welches sich auf den Ebenen des Individuums, der sozialen Gruppe, der Nation und des Staatenbundnisses wieder findet. Morgenthau hat die Wirkungen der Macht in seinen weltimmanenten und transzedentalen Bedeutungen analysiert und in konkreten Fallstudien operationalisiert.

Morgenthaus Hauptwerk “Politics AmongNations” ist als die "Bibel der Internationalen Beziehungen" zu betrachten. Morgenthaus Definition von "Macht" ist wahrscheinlich die am häufigsten genannte Bedeutung des Begriffs in allen Sozialwissenschaften - Macht als Besitz der Kontrolle oder Befehls über andere, der Wille, andere zu machen, was man sich wünscht.

Die Macht ist daher wesentlich, weil sie die Verfolgung der Willen des Volkes und mögliche Gewinne versucht, und teilt nicht einen natürlichen Wunsch zu dominieren. Folglich ist die Zentralität von Interesse in der Politikwissenschaft eine der markantesten Aussagen, die von den Realisten gemacht wurde.

2.1. Die wichtigsten Grundsätze des politischen Realismus

Morgenthau definiert in seinem Hauptwerk “Politics AmongNations” die wichtigsten Grundsätze des politischen Realismus: 1. Die Politik ist durch objektive Gesetze, die ihre Wurzeln in der menschlichen Natur haben, geregelt. Die menschliche Natur hat sich nicht geändert; 2. Die internationale Politik ist als Konzept der Interessen im Sinne von der Machttrennung von anderen Handlungsfeldern wie Wirtschaft, Ethik, Religion usw definiert. Ohne diese Trennung konnte man zwischen politischen und nicht politischen Fakten / Fragen nicht unterscheiden, noch ein Maß für die systematische Ordnung auf die politische Sphäre bringen. Es ist sinnlos und trügerisch, um nach Hinweisen auf die Außenpolitik ausschließlich in den Motiven von Staatsmännern zu suchen; Geschichte zeigt keine genaue und notwendige Korrelation zwischen der Qualität der Motive und die Qualität der Außenpolitik in beiden moralischen und politischen Bedingungen. Eine realistische Theorie vermeidet die Gleichsetzung der Außenpolitik mit der ideologischen Vorlieben. Der politische Realismus erfordert eine scharfe Unterscheidung zwischen dem, was es wünschenswert und überall zu allen Zeiten ist und was unter konkreten Umständen von Zeit und Ort möglich ist. Der politische Realismus hält eine rationale Außenpolitik eine gute Außenpolitik; ein perfektes Gleichgewicht der Kräfte wird in der Realität kaum zu finden; 3. Die Idee der Interesse ist das Wesen der Politik und ist von den Umständen von der Zeit und Ort unabhängig. Die Art der Interesse, die in einer bestimmten Periode der Geschichtedas politische Handeln bestimmen hat, hängt von der politischen und kulturellen Kontext, in dem die Außenpolitik formuliert wurde, ab; das gleiche gilt für das Machtkonzept: den Inhalt und die Art und Weise ihrer Verwendung ist durch die politische und kulturelle Umfeld bestimmt. Realismus geht nicht davon aus, dass bestehende Bedingungen, unter denen der Außenpolitik operiert, nicht geändert werden können.Der Nationalstaat ist die entscheidende Bezugspunkt der zeitgenössischen Außenpolitik. Die Transformation der heutigen Welt kann nur durch die Manipulation der wiederkehrenden Kräfte, die die Vergangenheit, wie die Zukunft gestaltet haben, erreicht werden; 4. Die Universal-moralischen Prinzipien können nicht auf die Aktionen der Staaten in ihrer abstrakten universellen Formulierung angewandt werden, sondern muss über den konkreten Umständen von Zeit und Ort gefiltert werden. Die Vorsicht, die Abwägung der Folgen alternativer politischer Handlungen, ist die höchste Tugend in der Politik; 5. Der Realismus weigert sich, die moralischen Ambitionen von einer bestimmten Nation mit den moralischen Gesetze, die das Universum regieren, zu identifizieren. Wir sind in der Lage, andere Nationen zu beurteilen. Nachdem wir sie beurteilt haben, sind wir in der Lage, eine Politik, die die Interessen der anderen Nationen respektieren wird, zu gestalten- im Hinblick auf den Schutz und Förderung der eigenen Nationen-. Die Moderation in der Politik spiegelt die Moderation des moralischen Urteils; 6. Der Unterschied zwischen Realismus und andere Schulen des Denkens ist tiefgründig. Der politische Realist hält die Autonomie der politischen Sphäre, erkennt jedoch, dass es verschiedene Facetten der menschlichen Natur existieren.

Der Realismus sieht die menschliche Natur, wie sie wirklich ist und argumentiert, dass man damit arbeiten muss und sie nicht weggeben soll. Eine gute Theorie soll einen guten Grund mit empirischer Gültigkeit kombinieren und der Realismus tut es. Die Tatsache, dass es auf sehr alte Gedanken basiert ist, bedeutet es kein Problem - in der Tat ist es eineUnterstützung ,da die menschliche Natur sich über die Zeit nicht verändert hat.

2.2. Die Interessenbegriff im Sinne von Macht

Der Realismus definiert "die Interesse im Sinne von Macht", was bedeutet, dass die Politik autonom von anderen Dingen (wie Wirtschaft, wo die Interesse als Vermögen definiert sind) untersucht werden kann. DieInteresse bietet eine rationale Grundlage für das politische Handeln, wenn auch echte Action von dem politischen Handeln für eine Vielzahl von Gründen weicht. Die Gründe des Führers zu studieren, ist für diepolitische Studien zwecklos, weil die Aktionen eigentlich zählen (und man kann gute Gründe, aber schlimme Folgen haben usw.); man kann nicht die Aktionen der Staatsmänner nicht aus ihren Ideologien folgern. Die Aktionen können von der rationale Denken aus vielen Gründen abweichen - man kann in gewöhnlicher Weise handeln ohne die neuen Realitäten zu berücksichtigen.

Die vorherrschenden Konzepte der internationalen Beziehungen-gleich unabhängige souveräne Staaten-steht im Widerspruch mit der Realität unabhängiger und äußerst ungleicher Staaten.Es ist ein häufiger Fehler, die Probleme der bösen Menschen zu verfolgen, und deren Beseitigung als die Lösung zu betrachten.Dieser "dämonologischen" Ansatz führt auch dazu die Menschen, die reale Bedrohung der Macht der anderen Staaten, herunterzuspielen. Als Folge werden die Menschen so denken, dass es die Probleme unlöslich sind, wenn eigentlich einige löslich sind.Esgibtabereinnormatives Element dieserTheorie: der Realismusschreibt- basierend auf das Gleichgewicht der Macht- eine rationale Außenpolitik: “Aware of the inevitable gap between good-that is, rational--foreign policy and foreign policy as it actually is, political realism maintains not only that theory must focus upon the rational elements of polical reality, but also that foreign policy ought to be rational in view of its own moral and practical purposes.” (S. 10 )

Die Menschen sind durch ihre Interessen getrieben und Konflikte kommen von der widerstreitenden ähnlichen Interessen. Während das Interessenkonzept, das als Macht definierbar ist, ein universelles und zeitloses Konzept ist, kann die Interesse und das Machtstreben sehr unterschiedlich sein. Für die Realisten, ist die reine Moral an sich nicht relevant; die "höchste Tugend" ist "Vorsicht" (S. 12)oder die Folge einer Aktion auf politische Interessen / Macht. Realismus ist gegen die Idee, dass der Gott auf "unserer" Seite ist. Realismus kontrastiert mit legalistischen oder moralischen Ansätze zur internationalen Angelegenheiten. Echte Menschen sind multi-dimensional, nicht nur politisch, aber es ist möglich, die politische (das Streben nach der Machtbeteiligung) Unabhängigkeit voneinander zu isolieren, so wie man die wirtschaftliche (die Interessenverfolgung an Reichtum) Unabhängigkeit studieren kann.

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Details

Seiten
13
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668282384
ISBN (Buch)
9783668282391
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282420
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
morgenthaus realismus rolle krim ukraine-konflikt

Autor

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Titel: Morgenthaus, klassischer Realismus und die Rolle der Krim im Ukraine-Konflikt