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Die Entstehung und Auswirkungen einer Blase in der Finanzbranche

Unter Berücksichtigung des Kreditgeschäftes am Beispiel der US-Immobilienkrise

Studienarbeit 2013 16 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangslage und die Ursachen für Entstehung der Krise
2.1 Die Zinspolitik der Federal Reserve Bank
2.2 Die Kreditvergabe
2.3 Zweckgesellschaften und Kreditverbriefungen
2.4 Die Rolle der Ratingagenturen

3 Das Platzen der Blase

4 Die Auswirkungen

5. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Kaum eine andere Branche befindet sich momentan in einem so starken Wandel, wie die der Finanzdienstleister. Die globale Finanzmarktkrise hinterlässt weiterhin tiefe Spuren in der Finanzindustrie und vor allem bei den Banken. Das Vertrauen in die Märkte ist bei den meisten Marktteilnehmern fast vollständig erloschen. Komplexe und teilweise intransparente Finanzinnovationen, Fehleinschätzungen der Ratingagenturen, lückenhaftes Risikomanagement, ein stetig steigender Renditedruck und die expansive Zinspolitik haben unter anderem zur Finanzmarktkrise beigetragen.

Im Sommer 2007 geriet die gesamte Finanzwelt in schwere Turbulenzen. Die damals von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgehende Hypothekenkrise, die auch als Subprime-Krise bezeichnet wird, erreichte weitaus verheerendere Ausmaße als zunächst angenommen. Was anfänglich lediglich wie eine problematische Entwicklung auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt aussah, entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer Finanzkrise, die sich über den gesamten Globus erstreckte. Aufgrund des Engagements zahlreicher internationaler Geldinstitute in Geschäfte mit kreditbesicherten Wertpapieren, war es möglich, die von den US-amerikanischen Banken vergebenen Subprime-Kredite weltweit zu verteilen.1 Milliardenverluste der Kreditinstitute, die Liquiditätslücke in den Interbankenmärkten und heftige Kritik an den Ratingagenturen, warfen die Frage nach tieferliegenden Ursachen auf. Die US-Immobilienkrise verdeutlicht somit auf negative Art und Weise, wie die Krise eines lokalen Immobilienmarktes durch die Ausnutzung moderner Finanzinstrumente die gesamte globale Volkswirtschaft in Mitleidenschaft ziehen kann.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Entstehung der US-Immobilienkrise und deren Auswirkungen unter der Berücksichtigung des Kreditgeschäftes darzustellen. Dafür wird anfänglich kurz die Ausgangslage des amerikanischen Immobilienmarktes betrachtet, bevor die Ursachen und der Entstehungsprozess näher geschildert werden. Daran anschließend wird ein besonderes Augenmerk auf das Platzen der Blase und dessen Auswirkungen, speziell auf den Bankensektor, gelegt. Abgeschlossen wird diese Arbeit von einem Schlusswort, in dem die analysierten Fakten noch einmal zusammenhängend beleuchtet werden.

2 Ausgangslage und die Ursachen für Entstehung der Krise

In den Wirtschaftszyklen seit Anfang der 1990er Jahre sind die Vermögenspreise für Immobilien gestiegen. Dies hat vielen Bürger die Illusion gegeben, diese Aufwärtsbewegung werde anhalten und dass sie sich an dieser Entwicklung beteiligen sollten. Der schnelle Wirtschaftsaufschwung ab dem Jahr 2003 ließ die Erfahrungen der kurz andauernden Rezession von 2001 schnell vergessen und das Immobilienvermögen wurde zum wichtigsten Faktor, um den Crash des New Economy Booms abzubremsen.2 Immobilien wurden immer häufiger als Investitionsanlage gekauft, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinnen wieder veräußern zu können.3 Dies geschah in einer immer kürzer werdenden Zeitspanne und ein neuer Trend, das „house flipping“, entwickelte sich. Dabei wurde ein Haus gekauft, eventuell renoviert und schnellstmöglich gewinnbringend weiterverkauft.4 So kam es, dass im Jahr 2005 25% der Immobilien zu Spekulationszwecken erworben wurden.5 Deshalb wird die Subprime-Krise auch als eine Spekulationskrise bezeichnet.6

2.1 Die Zinspolitik der Federal Reserve Bank

Einen wesentlichen Anstoß für die Subprime-Krise gab die expansive Zinspolitik der Federal Reserve Bank (amerikanische Zentralbank, nachfolgend Fed genannt) in den Jahren 2003-2005. Nach dem Zusammenbruch der New Economy und den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11.09.2001 drohte die US-amerikanische Wirtschaft in eine tiefe Rezession abzurutschen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Leitzinsentwicklung USA

Quelle: Leitzinsen.info (2013), http://www.leitzinsen.info/usa.htm.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, entschied sich Alan Greenspan, damaliger Präsident der Fed, den Leitzins in mehreren Stufen zu senken (siehe Abbildung 1). Ziel dabei war es, den Märkten mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen und damit die Marktfunktionalität zu verbessern.7

Der Leitzinssatz, der im Mai 2000 noch bei 6,5% lag, wurde innerhalb von 3 Jahren um ganze 5,5% gesenkt, sodass er im Juni 2003 mit 1,0% seinen damaligen Tiefpunkt erreichte. Somit konnte sich die US-Wirtschaft wieder erholen und nahm insbesondere Mitte 2003 wieder volle Fahrt auf.8 Ziel der Fed war es dabei, durch die erhöhte Kreditnachfrage der privaten Haushalte aufgrund des fallenden Zinsniveaus, eine Produktionssteigerung und damit verbundene Investitionsausgaben zu fördern, um die lahmende Wirtschaft anzukurbeln.9 Es resultierten Importüberschüsse und eine geringe Sparquote der öffentlichen Haushalte in den USA, was zu einer Passivierung der US-Leistungsbilanz im genannten Zeitraum führte. Am internationalen Währungsmarkt herrschte ein größeres Angebot an US-Dollar, als Nachfrage bestand. Dies hätte eigentlich zu Kursabwertungen gegenüber anderen Währungen führen müssen. Über steigende Importpreise hätte diese Reaktion eine restriktivere Geldpolitik der Fed erfordert. Durch Devisenmarktinterventionen von Entwicklungs- und Schwellenländern, wie beispielsweise China, die die überschüssigen Währungsreserven der Vereinigten Staaten aufkauften und ihre Währungsreserven dadurch erhöhten, setzte diese Abwertung jedoch nicht ein. Als Folge daraus, wurden die Importpreise in den USA weiterhin stabil gehalten.10 Um der steigenden Inflationsgefahr durch die ab 2003 sich stetig bessernde Wirtschaftslage, begann das Federal Open Market Committee (nachfolgend FOMC), der Offenmarktausschuss der Fed, den Leitzins etappenweise zu erhöhen, wo er Mitte 2006 auf 5,25% festgesetzt wurde.11 Diese Zinserhöhungen sind in Verbindung mit der Vergabe von Krediten, insbesondere variabel verzinsliche, ein wesentlicher Auslöser, für das Entstehen der Hypothekenkrise.12

2.2 Die Kreditvergabe

Durch die Senkung der Leitzinsen und dem damit verbundenen Versuch die Wirtschaft anzukurbeln, sanken auch die Finanzierungszinsen für private Haushalte und Unternehmen. Besonders Amerikaner, die nach dem Crash des Aktienmarktes vorsichtig bei der Neuinvestition in Aktien waren, investierten nun in Immobilien. Dabei wurden sie von der historisch langanhaltenden Preissteigerung der Gebäude zusätzlich bestärkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Case-Shiller Home Price Indices

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1 Vgl. Zobler; Bölscher (2009), S. 11.

2 Vgl. Bischoff (2008), S. 29.

3 Vgl. Ebenda (2008), S. 29.

4 Vgl. Newhouseflip (2010), (siehe Internetverzeichnis).

5 Vgl. Hellerforth (2009), S. 118.

6 Vgl. Böttcher (2010), S. 19.

7 Vgl. u.a. Bloss (2010), S. 155 f.

8 Vgl. Ebenda (2010), S. 155 ff.

9 Vgl. Leuschel; Vogt (2004), S. 197.

10 Vgl. Zobler, Bölscher (2009), S. 34 f.

11 Vgl. u.a. Bloss (2010), S. 155 ff.

12 Vgl. Casey (2011) S. 3.

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656826712
ISBN (Buch)
9783656827238
Dateigröße
646 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282830
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
Schlagworte
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