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Die Theorie der Landnutzung nach Heinrich von Thünen

Hausarbeit 2010 13 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Theorie der Landnutzung – eine kurze Einleitung

2 Zur Person Johann Heinrich von Thünen

3 Die Theorie der Landnutzung
3.1 Annahmen Thünens
3.2 Berechnung der Lagerente

4 Die thün`schen Ringe
4.1 Anordnung der Ringe
4.2 Veränderung des Grundmodells
4.3 Das Schnapsbrennerproblem

5 Die Theorie der Landnutzung heute

6 Kritik an von Thünens Theorie

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Berechnung der Lagerente (Schätzl 2001, S.65)

Abbildung 2: Die thün`schen Ringe, Grundmodell (Haggett 2004, S.480)

Abbildung 3: Veränderung im Grundmodell (Haggett 2004, S.480)

Abbildung 4: Die Theorie der Landnutzung in Gambia (Haggett 2004, S.487)

Abbildung 5: Landwirtschaftliches Intensivgebiet nahe Canicatti (Haggett. S.486)

1 Theorie der Landnutzung – eine kurze Einleitung

Johann Heinrich von Thünen ist noch heute weltbekannt für seine Forschungsergebnisse. Seine Theorien, allen voran die Theorie der Landnutzung, erlangten Weltruhm. Es gab viele Große Namen in der Geographie, den Wirtschaftswissenschaften und den Sozialwissenschaften, doch von Thünen sticht aufgrund der Betrachtung des Ganzen heraus. Auch ist er einer der wenigen, die bereits zu seiner Zeit Zusammenhänge in der Größe und Wichtigkeit versuchte zu analysieren und zu erklären. Kaum ein Mann vor und nach ihm lieferte solch aussagekräftige Ergebnisse wie von Thünen es tat, Aussagen, die noch für unsere heutige Zeit eine Rolle spielen. (Voppel G. 1999, S. 46f)

Seine „Erbsenzählerei“ wurde erst belächelt, später hat es sich für ihn jedoch mehr als ausgezahlt. Von Thünens bekannteste Theorie, die Theorie der Landnutzung, verdient eine nähere Betrachtung. Sie beschreibt im Allgemeinen, dass die Lagerente, also „die Bodenrente abzüglich der Transportkosten zum Konsumenten“ (Leser H. 2010, S. 473), mit der Entfernung zum Markt abnimmt. (Fasse M. 1999)

2 Zur Person Johann Heinrich von Thünen

Johann Heinrich von Thünen wurde am 24 Juni 1783 in Oldenburg geboren und starb im Alter von 67 Jahren am 22 September 1850 in Mecklenburg. Bevor er erfolgreich sein Studium in Göttingen abschloss, absolvierte er eine Ausbildung. Nach seiner Heirat mit einer Gutsbesitzertochter, die bereits ein Gut in die Ehe mit einbrachte, kaufte er das Gut Tellow. 1826 veröffentlichte von Thünen die Erstausgabe des Werks „Der isolierte Staat in Beziehung aus Landwirtschaft und Nationalökonomie“, bevor er 24 Jahre später, im Jahr 1850, den zweiten Teil des Werkes veröffentlicht. (Gebhardt H. et al 2008, S.470)

Von Thünen gilt heute als Begründer der Raumwirtschaftslehre und der Ökonometrie. Er entwickelte die Partial- und die Marginalanalyse und gebrauchte diese selbst. Die Theorie der Landnutzung ist die erste Standorttheorie überhaupt. Er war Landwirt, Betriebsleiter, Sozialwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Geograph zu gleich. Johann Heinrich von Thünen ist aber nicht nur für seine Theorie der Landnutzung bekannt, sondern für viele andere sehr bedeutende Theorien, unter anderem zählen noch die Grenzproduktivitätstheorie und die Lohntheorie zu seinen Entwicklungen. Er gilt als einer der wenigen, die das Ganze betrachteten, einer, der selbst noch aus den Großen unseres Fachs heraussticht. (Brake K. 1986, S.10)

Die Ziele von von Thünen waren, die Methoden des wirtschaftens zu verbessern, eine gerechtere Einkommensverteilung zu bewirken und volkswirtschaftliche Ressourcen besser nutzen zu können. Von Thünen hatte eine tiefe Seele, er hatte edle Ansichten und hatte einen festen aufrechten Charatker mit konkreten Wert- und Pflichtvorstellungen. Sein soziales Verhalten konnte man an vielen Beispielen erkennen:

So wurde schon im ersten Jahr nach Gutsübernahme das gesamte Dorf zum Erntedankfest versorgt. Auch Kranke erhielten stets Essen von dem Gut. Von Thünen begann im Jahre 1815 eine Winterschule zu leiten, in der er seine Schüler und Lehrlinge als Lehrer in Fächern wie Landwirtschaft, Mathematik und Nationalökonomie unterrichtete. 1821 lässt er vier seiner Mitarbeiter in sein vorzeitiges Testament mit aufnehmen. Er galt als der Betriebsleiter, der die höchsten Löhne gewährt. Von Thünen forderte 1846 wegen Zoll- und Steuerproblemen eine Steuererleichterung des breiten Volkes, wohingegen die obere Schicht nicht mit einbezogen werden sollte. (Mohr H.-J. 1999, S.165f)

3 Die Theorie der Landnutzung

Die Theorie der Landnutzung besagt kurzgefasst, das „die Landnutzung im Modell von der Lagerente bestimmt wird, die sich aus dem Marktpreis der produzierten Gütermenge abzüglich der Transport- und Produktionskosten ergibt. Mit zunehmender Entfernung zum zentralen Marktort nimmt die Lagerente ab, sodass sich ringförmige Landnutzungszonen ergeben“. (Leser H. 2010, S. 950f)

3.1 Annahmen Thünens

Von Thünen sammelte alle seine Daten, die er zur Fertigstellung seiner Theorien benötigte, auf seinem Gut Tellow. Er wollte allgemeingültige ökonomische Gesetze herausarbeiten und diese verbreiten. Nachdem er das Gut 1809 erworben hatte, notierte er 10 Jahre lang alle Ausgaben und Kosten die für die Herstellung und Lieferung von Materialen wie Holz anfielen akribisch. Allerdings nahm er von Beginn an, dass:

- alle genutzten Flächen homogen sind (d.h. alle Flächen sind gleich wertvoll und gleich fruchtbar),
- ein von der übrigen Welt abgeschlossener Staat existiert,
- eine einzige große Stadt dominierend ist, diese auch gleichzeitig den einzigen Markt für die Landwirte der Umgebung darstellt und
- die Landwirte maximalen Gewinn anstreben. (Voppel G. 1999, S.47)

Die Agrarbetriebe standen im Austausch mit einer Stadt. Sie lieferten der Stadt alle agraren Produkte, als Bezahlung erhielten sie im Gegenzug von der Stadt alle nichtagraren Produkte. (Ritter W. 1998, S.43f)

3.2 Berechnung der Lagerente

Von Thünen schrieb in der Silvesternacht 1820: „Der heutige Tag wird in meinem Leben einen bedeutenden und angenehmen Abschnitt machen“ (Fasse M. 1999) Weiter sagte er, dass er nun alle Daten zusammen hätte um die Arbeit an seinem Buch zu beginnen. Johann Heinrich von Thünen analysierte seine Notizen und untersuchte diese. Er wollte die Zusammenhänge zwischen den Marktpreisen, den Produktionskosten, also Löhne und Zinsen, der Bodenrente und der Art der Bewirtschaftung des Bodens erklären können. Von Thünen kam schließlich zu dem Ergebnis, das die Lagerente nicht nur von Produktionskosten und Art der Bewirtschaftung abhängig sind, sondern so wie schon von von Thünen zuvor vermutet, auch von der Entfernung vom Markt. Die Lagerente, also „die Bodenrente abzüglich der Transportkosten zum Konsumenten“ (Leser 2010, S. 473), kann also nur bei Berücksichtigung der Transportkosten maximiert werden. Das zeigt sich auch in der folgenden Grafik. (Brake K. 1986, S.9f)

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Details

Seiten
13
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656823469
ISBN (Buch)
9783656838975
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282906
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Schlagworte
theorie landnutzung heinrich thünen

Autor

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Titel: Die Theorie der Landnutzung nach Heinrich von Thünen