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MRSA bei Mukoviszidose

Eine klinische Studie

Hausarbeit 2010 17 Seiten

Medizin - Krankenhauswesen, Klinische Medizin

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung (Abstract)

1. Einleitung
1.1 Multi-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)
1.2 Multiresistente Staphylokokken (MRSA) bei Mukoviszidose
1.3 Aktuelle Studien über MRSA bei Mukoviszidose
1.4 Zielsetzung der Arbeit

2. Methoden und Material
2.1 Art der Studie / Auswahl der Studienteilnehmer
2.2 Auswertungsverfahren
2.3 Auswahl der Quellen

3. Ergebnisse
3.1 MRSA bei CF - Datenbank
3.2 Baseline - Charakteristika der Patienten
3.3 Die Eradikationstherapien und deren Erfolg

4. Diskussion
4.1 Zusammenfassung der Hauptergebnisse
4.2 Vergleich mit derzeitigem Forschungsstand
4.3 Stärken und Schwächen / Limitationen
4.4 Schlussfolgerungen

5. Literaturverzeichnis

Danksagung

Kurzzusammenfassung (Abstract)

Hintergrund: Der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) stellt ein immer größer werdendes Problem für Patienten mit Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) dar. Welchen Einfluss die MRSA auf CF-Patienten hat, ist bis auf wenige Studien noch nicht vollständig verstanden, genauso wenig ist eine evidenzbasierte Therapie zur MRSA-Eradikation bekannt. Das US- amerikanischen Ärzteblatt „The Journal of the American Medical Association (JAMA)“ publizierte aktuell eine Studie, aus der hervorgeht, dass eine MRSA-Infektion bei CF mit einem 1.3 größeren Mortalitätsrisiko einhergeht (JAMA 2010). Es handelte sich dabei um eine Kohorten-Studie, welche 19 833 CF-Patienten im Alter von 6 bis 45 Jahren untersuchte.

Zielsetzung: In dieser Arbeit sollte die Prävalenz einer MRSA-Besiedlung bei den CF-Patienten des Christiane Herzog-Zentrums der Charité bestimmt werden. Außerdem sollte ein Überblick über die Behandlungsstrategien und deren Eradikationserfolg verschafft werden. Dies sollte ggf. eine Grundlage für die Entwicklung klarer Behandlungsstrategien werden.

Methodik: Es handelt sich hierbei um eine klinische Studie, wobei 11 Patienten eingeschlossen wurden. Die Patienten wurden mittels computergestützten Suchsystems nach bestimmten Gesichtspunkten (ausschließlich CF-Patienten mit MRSA-Infektion) ausgesucht und in die Studie aufgenommen. Hinterher erfolgte die Datenrecherche in den Patientenakten. Ergebnisse: Die Studienergebnisse bestätigen den bisherigen Standpunkt, dass eine evidenzbasierte Therapie derzeit nicht besteht. Aus den angewandten Therapiemethoden ließen sich nämlich keine klaren Behandlungsstrategien ableiten. Die MRSA-Prävalenz (Punktprävalenz) des Christiane Herzog-Zentrums der Charité beträgt ca. 4 % (p = 0,0394). 36 % der Studienpopulation (4 Patienten) konnten erfolgreich eradiziert werden versus 64 % mit persistierender MRSA. Die Mehrzahl war zudem bereits vor der MRSA-Besiedlung mit S. aureus infiziert und ist außerdem chronisch mit Pseudomonas aeruginosa besiedelt.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse bestätigen z.T. den bisherigen Forschungsstand und bieten ebenfalls einen Anreiz für neue Forschungen evtl. in puncto Prädisposition für MRSA. Weiterhin bleiben präventive und strikte hygienische Maßnahmen als auch Isolierungen infizierter Patienten die geeignetsten Mittel die Keiminfektion zu kontrollieren und einzudämmen.

1. Einleitung

1.1 Multi-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA)

Bei der MRSA handelt es sich um Staphylococcus aureus-Stämme, welche multiresistent gegenüber zahlreiche, derzeit verfügbare Antibiotika sind, darunter vor allem die Klasse der "-Lactam- Antibiotika (z. B. Penicillin). Die Resistenzen sind aber auch gegen andere Antibiotikaklassen gerichtet, wie z.B. gegen Chinolone, Tetracycline, Aminoglykoside, Erythromycin und Sulfonamide. Staphylokokken sind kugelförmige, fakultativ anaerobe, Gram-positive Bakterien, welche unbeweglich sind und keine Sporen bilden . Neben einer ausgeprägten Umweltresistenz, erstrecken sich die Überlebenszeiten über mehrere Monate. Als eine von den verschiedenen Spezies der Gattung besitzt Staphylococcus aureus aufgrund zahlreicher Virulenzfaktoren die ausgeprägteste pathogenetische Potenz. Die Fähigkeit "-Lactamasen und veränderte Penicillinbindendeproteine zu bilden, verleiht diesen Bakterien potentiell Resistenzen gegenüber Penicillinen sowie anderen "- Lactamen (Kreuzresistenzen). Als nosokomiale Infektion sind vor allem hospitalisierte Patienten von der MRSA betroffen. Vergleichsweise geringer betroffen sind ebenfalls Bewohner von Alten- und Pflegeheimen (Witte 2004).

1.2 Multiresistente Staphylokokken (MRSA) bei Mukoviszidose

Die chronische Besiedlung mit Bakterien in den Bronchien stellt eines der schwerwiegenden Gesundheitsprobleme bei Mukoviszidose dar.

Vor allem die Staphylokokkeninfektion bei Mukoviszidose hat immer mehr an Bedeutung gewonnen, zumal der Staphylococcus aureus neben Pseudomonas aeruginosa und Hämophilus influenza zu den häufigsten Bakterien bei Mukoviszidose zählt. In den vergangenen Jahren wird zudem oft über Staphylokokken berichtet, die gegen viele Antibiotika Resistenzen entwickelt haben. Hierbei handelt es sich um MRSA, den multiresistenten bzw. Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus. Dieses stellt ein großes Problem bei der adäquaten Therapie von Patienten dar.

20 % aller im Labor getesteten Staphylokokken sind in vielen Ländern schon multiresistent. Zwischen 4% und 13% der mikrobiologischen Proben bei Mukoviszidose weisen in Deutschland je nach CF-Ambulanz auf eine MRSA-Infektion hin (Eichler 2006). Die Hände der Patienten und des Personals sowie kontaminierte Gegenstände sind Hauptübertragungswege der Infektion. Daher erweisen sich strenge Maßnahmen zur Hygiene und Isolation als wichtige Voraussetzungen zur Eindämmung der Infektionsausbreitung.

Die Auswirkung der MRSA auf den Krankheitsverlauf bei Mukoviszidosepatienten war und ist derzeit noch nicht vollständig verstanden. „Angesichts der Schwierigkeiten bei der Behandlung und den Problemen, die mit der Isolation besiedelter Patienten verbunden sind, sollte man das Bakterium aber unbedingt bekämpfen“ (Eichler 2006).

Um das Risiko einer Ausbreitung zu unterbinden und rechtzeitig Isolations- und Therapiemaßnahmen einzuleiten, werden regelmäßige Sputum- und Rachenabstriche ins mikrobiologische Labor verschickt. Ebenfalls untersucht werden Abstriche des Perineum, der Nase, der Axillar- und der Leistenregion. Liegt neben der Infektion des Respirationstraktes eine MRSA- Infektion der Haut vor, sind zudem weitere Schutzmaßnahmen indiziert. Zu den Schutz- bzw. Hygienemaßnahmen zählt neben dem Tragen von Handschuhen, Schutzkitteln und Mundschutz auch die regelmäßige Händedesinfektion. Mit konsequenten Hygienemaßnahmen und Therapien konnte schon in einer CF-Ambulanz die Besiedlungsrate von 6 % im Jahre 2002 auf 2 % in 2005 gesenkt werden (Eichler 2006).

Neue Versuche zur Eradikation der Mikroorganismen waren bisher mit mäßigem Erfolg (Conway, Denton, Nadesalingam 2005). Als gegenwärtige Antibiose zur Eradikationstherapie der Mikroorganismen eignen sich einige Antibiotika, wie z.B. das Reserveantibiotikum Vancomycin. Neue Erkenntnisse in puncto Risikofaktoren für eine MRSA-Infektion bei CF würde die Entwicklung präventiver Maßnahmen verbessern.

1.3 Aktuelle Studien über MRSA bei Mukoviszidose

Obwohl der Einfluss von MRSA bei Mukoviszidosepatienten nicht vollständig verstanden worden ist, weiß man trotzdem, dass sich Antibiotika-Resistenzen bei der Behandlung solcher Patienten als sehr kompliziert erweisen. Im US- amerikanischen Ärzteblatt „The Journal of the American Medical Association (JAMA)“ gab es aktuell die Publikation einer Studie, die hervorhob, dass ein Nachweis mit MRSA mit einer um mehrere Jahre verminderten Lebenserwartung einhergeht (JAMA 2010). Es handelte sich hierbei um eine Kohorten-Studie, welche 19 833 CF-Patienten im Alter von 6 bis 45 Jahren untersuchte. Die Patienten wurden zwischen Januar 1996 und Dezember 2006 in die Studie aufgenommen und bis Dezember 2008 beobachtet. Die meisten US- amerikanischen Patienten werden von der „Cystic Fibrosis Foundation Patient Registry“ erfasst. Diese erfasste seit 1996 ebenfalls Daten zu MRSA (in den Atemwegen), wobei bis 2006 MRSA bei jedem dritten Patienten nachgewiesen werden konnte (aerzteblatt.de 2010). Dr. Elliot C. Dasenbrook, Leiter der Studie und Assistenzprofessor für Pädiatrie an der Case Western University School of Medicine, konnte mit den Daten aus der Studie verdeutlichen, dass ein MRSA-Nachweis bei CF die Mortalitätsrate von 18,3 auf 27,7 Todesfälle auf 1000 Patienten-Jahre steigert bzw. CF- Patienten mit MRSA ein 1.3 größeres Mortalitätsrisiko aufweisen als CF-Patienten ohne MRSA- Infektion. 2 537 CF-Patienten starben und 5 759 Patienten waren mit MRSA infiziert. Die mediane Überlebensrate sank von 36,9 auf 30, 7 Jahre. Dasenbrooks´ Berechnungen zufolge besteht ein 27 % (95%-Konfidenzintervall 11 bis 45 %) erhöhtes Sterberisiko, das allein auf MRSA zurückgeht (aerzteblatt.de 2010). Die rechtzeitige Diagnose mittels regelmäßiger Screenings sowie die adäquate Therapie würden den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, so Dasenbrook. Kontraproduktiv wären allerdings zu frühe Therapien, die neue Resistenzen induzieren und damit spätere Optionen verbauen könnten (aerzteblatt.de 2010). Eine andere, retrospektive Fall-Kontrollstudie der Universität von Leeds (UK) untersuchte Risikofaktoren von 15 MRSA-Patienten mit CF und 30 gleichaltrigen Patienten ohne MRSA. Die Studie ergab, dass MRSA-positive CF-Patienten längeren Klinikaufenthalt aufwiesen (19.8 Tage versus 5.5 Tage, p=0.0003), mehr Behandlungstage mit oralem Ciprofloxacin (42.5 Tage versus 15.4 Tage, p=0,04) hatten und außerdem häufiger mit Aspergillus fumigatus chronisch infiziert waren (40% versus 10%, p=0.04) im Vergleich zur gleichaltrigen MRSA-negativen Kontrollgruppe. Dieser Studie zufolge wäre die Minimierung bzw. Reduzierung der Länge des Klinikaufenthalts und die regelrechte Gabe von Antibiotika, speziell Ciprofloxacin, die geeignetste Strategie, um das Risiko einer MRSA-Infektion bei Patienten mit CF zu reduzieren (Nadesalingam, Conway, Denton 2005).

Es gibt wenige Daten bzw. Studien bezüglich der bakteriellen Kontamination von CF-Kliniken. Dieses Thema ist jedoch von großer Relevanz, da unerkannte Infektionsherde oder ein niedriger Hygienestatus in CF-Kliniken eine gefährliche Plattform für MRSA-Infektionen darstellen können. Daher befasste sich eine US-amerikanische Studie mit dieser Thematik und untersuchte im Rahmen einer Vorher-Nachher Studie Polikliniken an 7 C F - Z e n t r e n b e züg l i c h i h r e r Umgebungskontamination mit Pathogenen des Respirationstrakts während des Klinikaufenthalts (Teil 1) und der Effektivität von Händedesinfektionsmitteln bei CF-Patienten (Teil 2). Die Studie erfasste CF-Patienten mit positiver Pseudomonas, Staphylococcus, Stenotrophomonas oder Burkholderia spec. Infektion. Die Kontaminationsrate der Umgebung betrug 13. 6 %. Pseudomonas und S. aureus, Methicillin-resistente inbegriffen, waren auf Patientenhänden kultiviert (7%), in der untersuchten Raumluft (8%) und auf der Umgebungsoberfläche (1%) (Zuckerman et al. 2009). Diese Studie verdeutlicht nochmals die Eindringlichkeit der Hygie- und Schutzmaßnahmen, da eine kontaminierte Umgebung und MRSA-positive CF-Patienten eine Infektionsausbreitung bedingen können.

1.4 Zielsetzung der Arbeit

In dieser Arbeit wird die Prävalenz einer Besiedlung mit Multi-resistenten Staphylokokken (MRSA) bei den Mukoviszidosepatienten des Christiane Herzog-Zentrums der Charité untersucht.

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Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656824626
ISBN (Buch)
9783656824619
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282948
Institution / Hochschule
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Note
1,0
Schlagworte
MRSA Mukoviszidose Epidemiologie CF Zystische Fibrose

Autor

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Titel: MRSA bei Mukoviszidose