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Touristische Attraktionen und Angebote in Namibia

Akademische Arbeit 2003 86 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Fremdenverkehrsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. 1. Das touristische Angebot in Namibia
1.1. Ursprüngliches Angebot
1.2. Abgeleitetes Angebot

2. Tourismusregionen
2.1. Im Norden
a. Etoscha-Park
b. Otjiwarongo
c. Kaokoland
d. Skelettküstenpark
e. „Four O Region“
f. Otjikoto und Guinas See
g. Auf den Spuren der „Buschmänner“
h. Hoba-Meteorit
i. Dinosaurierspuren
j. Damaraland
k. Brandberg
l. Waterberg Plateau Park
m. Caprivi
2.2. In der Landesmitte
a. Windhoek und Umgebung
b. Okahandja
c. Spitzkoppe
d. Cape Cross
e. Walvis Bay
2.3. Im Süden
a. Namib-Naukluft-Park
b. Schloss Duwisib
c. Lüderitz
d. Fish-River-Canyon
e. Ais-Ais
f. Keetmanshoop

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1. 1. Das touristische Angebot in Namibia

1.1. Ursprüngliches Angebot

Der Tourismus Namibias basiert vor allem auf den naturgeographischen Voraussetzungen. Weck formuliert dies treffend mit den Worten, dass „wir in Namibia dem Besucher eigentlich nichts von Menschenhand Geschaffenes bieten können, sondern hauptsächlich das, was uns von der Natur oder von Gott gegeben wurde“.[1]

Die Vielfalt der Landschaften von der Meeresküste über Wüste, Gebirge, Savanne und Trockenwald bis hin zu tropischem Urwald bietet viele Besonderheiten und touristische Anziehungspunkte.

Seltene, nur in Namibia vorkommende Pflanzen stellen weitere Attraktionen dar. Doch ist der Fauna Namibias sicherlich größere Bedeutung beizumessen als ihrer Flora. Die große Artenvielfalt sowohl an der Meeresküste als auch im ganzen Land, besonders aber in den Wildreservaten, zieht viele Touristen an. Exemplarisch seien hier noch einmal Löwen, Elefanten, Nashörner, Leoparden, Giraffen, Zebras, Paviane, Antilopen, Flusspferde, Krokodile und Straußen genannt.

Auf weitere Einzelheiten des ursprünglichen Angebotes und ihrer Erschließung durch die Tourismusindustrie gehe ich bei der Beschreibung der Regionen ausführlich ein. Die Karte „Ursprüngliches und abgeleitetes Angebot Namibias“ am Ende der Arbeit gibt einen Überblick über die Verteilung des natürlichen und soziokulturellen Angebots.

1.2. Abgeleitetes Angebot

Beim abgeleiteten touristischen Angebot ist es nicht einfach, verlässliche aktuelle Daten zu erhalten, insbesondere was die Beherbergungsbetriebe betrifft.

Namibias Ministerium für Umwelt und Tourismus bietet zwar auf seinen Internetseiten eine Datenbank mit 849 Namen von Beherbergungsbetrieben an, jedoch sind dort nur für 200 Betriebe Raum- und Bettenzahlen angegeben. Um aussagefähige Zahlen zu erhalten, habe ich daher auf Basis dieser Datenbank mit Hilfe von Reiseführern und den Internetseiten verschiedener Tourismusorganisationen Namibias eine Liste von 901 Beherbergungsbetrieben mit der dazugehörigen Bettenzahl erstellt – vgl. Anlage 1 „Liste aller Unterkünfte in Namibia“, wo ich auch die Einzelheiten der Datenermittlung dargelegt habe. Diese Liste kann zwar nicht als vollständig, aber sicherlich als repräsentativ angesehen werden.

Bevor ich ausführlicher auf das ursprüngliche und jeweils dazu abgeleitete touristische Angebot der drei touristischen Regionen Namibias eingehe, soll hier anhand der ermittelten Bettenzahlen ein Gesamtüberblick über die Unterkünfte gegeben werden.

Von den 901 erfassten Unterkünften mit insgesamt 18.664 Betten entfallen 28 Unterkünfte auf Backpacker, abgekürzt BP. Zuverlässige Bettenzahlen waren hier nicht zu ermitteln. Daher habe ich hier ebenso wenig eine Zahl angegeben wie bei den 116 ermittelten Campingplätzen, abgekürzt C. Die unter den Campingplätzen ausgewiesenen 565 Betten beziehen sich auf vermietete Zimmer auf dem Gelände des Campingplatzes. 37 staatliche Resorts und Rastlager (einschließlich des städtischen Restcamps von Swakopmund) – abgekürzt R – weisen zusammen 2.768 Betten auf. Hinzu kommen 52 Appartements (Ap) mit 1.032 Betten und 99 Hotels (H) mit 5.270 Betten. Bed & Breakfast (B&B) wird von 169 Vermietern mit 1.925 Betten angeboten. Im ländlichen Bereich stellen insgesamt 250 Gästefarmen (GF) 2.548 Betten für den Tourismus zur Verfügung. Und schließlich wurden 150 Lodges (L) mit 4.556 Betten erfasst, ebenfalls vorwiegend im ländlichen Raum.

Aussagefähiger als diese absoluten Zahlen ist natürlich die prozentuale Darstellung:

Abb. 1: Prozentuale Aufteilung der unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe nach Zahl der Unterkünfte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auffallend ist, dass Gästefarmen mit 27% und Lodges mit 17% der Beherbergungsbetriebe zusammen 44% der Unterkünfte ausmachen. Bei der Weite des Landes und den großen Entfernungen waren Gästefarmen schon in der Kolonialzeit Stützpunkte für die Reisenden. Heute kommen sie – und in sehr starkem Maß auch die Lodges (neu erbaute Gästehäuser auf nicht mehr bewirtschaf­teten Farmen), deren Zahl immer mehr zunimmt – dem Interesse vieler Touristen entgegen, die die Verschiedenartigkeit der natürlichen Landschaft Namibias auf einer einzigen Urlaubsreise kennenlernen wollen (Safaris).

Wenn man zu den 116 Campingplätzen (13% der Betriebe) die 99 ermittelten Campingmöglichkeiten (vorwiegend bei Gästefarmen und Lodges sowie in staatlichen Resorts) auf dem Gelände anderer Beherbergungsbetriebe hinzuzählt, ergibt sich ein Anteil von insgesamt 24% der Betriebe.

Mit 3% ist der Anteil der Backpacker-Unterkünfte relativ klein. Diese sind zumeist in den vergangenen 5 Jahren entstanden, um der wachsenden Nachfrage nach billigen Unterkünften zu entsprechen. Bei der Ermittlung der Unterkünfte habe ich festgestellt, dass drei weitere Betriebe zusätzlich auch Backpacker-Unterkünfte anbieten.

Der Anteil der staatlichen Resorts und Rastlager nimmt sich nach Zahl der Betriebe mit 4% recht bescheiden aus. Berücksichtig man jedoch die Bettenzahlen, wird ersichtlich, dass hier eine deutliche Konkurrenz für die private Tourismusindustrie besteht.

Abb. 2: Prozentuale Aufteilung der unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe nach Zahl der Betten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit 28% weisen die Hotels den größten Anteil an der Bettenkapazität auf. Ein wesentlicher Faktor dabei sind die großen Hotels in Windhoek und Swakopmund. Diese beiden Städte habe ich weiter unten dann auch miteinander und mit anderen Städten verglichen.

Erwartungsgemäß schrumpft bei der Übersicht nach Zahl der Betten der Anteil der Gästefarmen wegen ihrer durchschnittlichen Zahl von nur etwa 10 Betten pro Farm auf 14% am gesamten Bettenvolumen. Hingegen stellen die zumeist relativ jungen und großzügig ausgelegten Lodges mit durchschnittlich 30 Betten pro Betrieb knapp ein Viertel der Bettenkapazität zur Verfügung. Damit wächst der „ländliche“ Anteil auf 38%.

Mit 15% ist der Anteil der Betten in staatlichen Unterkünften relativ hoch. Auch das betrifft – wegen der Lage der Reservate – zu etwa zwei Dritteln den ländlichen Bereich. Das heißt: Beherbergungsbetriebe außerhalb der Stadtgebiete stellen etwa die Hälfte der touristischen Bettenkapazität Namibias zur Verfügung. Da ich später nicht mehr näher auf Gästefarmen[2] eingehen werde, soll hier eine kurze Einteilung geboten werden:

Tab. 1: Einteilung der Gästefarmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es fällt auf, dass bei den Jagdfarmen die Zahl der Betten pro Betrieb erheblich geringer ausfällt als bei „normalen“ Gästefarmen oder Mischangeboten. Dennoch ist die wirtschaftliche Bedeutung der Jagdfarmen nicht zu unterschätzen, da der Jäger vom Jagdführer und von schwarzen Helfern begleitet wird, zu deren Lebensunterhalt er nicht unerheblich beiträgt.

2. Tourismusregionen

Wenn ich im Folgenden Namibia in drei verschiedene Tourismusregionen einteile, beziehe ich mich dabei nicht auf Verwaltungs- oder Landschaftsgrenzen, sondern lehne mich größtenteils an die Einteilung an, die vom Namibia Tourismus Board herausgegebenen Amtlichen Reiseführer 2003 sowie in dem Heft „Namibia. Holiday & Travel“ vorgenommene wurde. Die dort noch zusätzlich unterschiedene vierte Region – „Küstenregion“ bzw. „Namib“ – wird nicht übernommen, da das Küstengebiet nicht durchgehend touristisch zugänglich ist.[3] Es wird daher in dieser Arbeit auf die Bereiche „Norden“, „Landesmitte“ und „Süden“ aufgeteilt.

Der Norden beinhaltet demnach das Gebiet des Etoscha-Parkes, auf den hauptsächlich näher eingegangen wird, die Skelettküste, das Kaokoveld, das Damaraland, das Buschmannland und das Gebiet des sog. Caprivi-Zipfels.

Unter der Landesmitte wird die Gegend um Windhoek bis zur Umgebung der Städte Karibis und Okahandja im Norden, die Küstenregion südlich des Skelettküstenparks bis einschließlich Walfish Bay verstanden. Als südliche Begrenzung im Zentrum dient der Hardap Damm.

Zum Süden wird Lüderitz, der Namib-Naukluft-Park, einschließlich Solitaire und Sesriem, und das Inland von Mariental bis zum Fish-River-Canyon gerechnet.

Innerhalb der Umfrage (CH-2002/2003) wurden insgesamt 73 Reisende danach gefragt, welche der in den folgenden Kapiteln beschriebenen touristisch attraktiven Orte sie im Laufe einer Reise besucht hatten oder besuchen würden. Die Umfrage ergab, dass Windhoek wegen des internationalen Flughafens mit 70 Stimmen die meist besuchte Stadt war, gefolgt von Swakopmund mit 68 Stimmen. An dritter Stelle wurde der Etoscha-Park mit 59 Stimmen genannt. An vierter Stelle kamen der Namib-Naukluft-Park, insbesondere der Besuch des Sossusvleis, und die Stadt Walvis Bay, die 52 Mal genannt wurde. An fünfter Stelle stand die Robbenkolonie bei Cape Cross mit 46 Stimmen.

2.1. Im Norden

a. Etoscha-Park

Die größte touristische Attraktion des Nordens stellt der „Etoscha-Park“ dar, was sich, wie oben genannt, auch in der Umfrage (CH-2002/2003) widerspiegelt.[4]

Der Etoscha-Park, der zu den westlichen Ausläufern der Kalahari gehört, ist vor allem wegen seiner Vielfalt an Tieren bei den internationalen Touristen ein beliebtes Ferienziel. Von den nationalen Touristen wird der Park ebenfalls häufig in den Ferienzeiten besucht, oder er dient als Wochenendausflugsziel für die in Windhoek und Umgebung lebenden Menschen.

Der Etoscha-Park wurde 1907 durch Lindequist, dem damaligen Gouverneur der deutschen Kolonialverwaltung, zu einem Nationalpark erklärt, um die durch Wilderei stark zurückgegangenen Tierbestände zu schützen. Die Fläche des damaligen Etoscha-Parks war viermal größer als die des heutigen Etoscha-Gebiets. Im Zuge des Odendaalplanes wurde der Etoscha-Park im Jahr 1970 bis auf die heute noch existierende Größe reduziert, um das „Homeland“ für die Ovambo errichten zu können. Zudem wurde der Park eingezäunt, um die Wildmigration zu verhindern.

Der Etoscha-Park, dessen Name in der Sprache der Ovambo mit „großer weißer Platz“ – oder aufgrund der Luftspiegelungen – mit „Ort des trockenen Wassers“ übersetzt werden kann, hat eine Größe von ca. 22.912 km², wovon die Etoscha-Pfanne ca. 4.731 km² einnimmt.[5]

Diese Salztonpfanne entwickelt sich nach besonders ergiebigen Regenzeiten zu einem See, wenn sie durch die Riviere Omuramba, Oshigambo und Ekuma aus dem Norden, durch den Omuramba Ovambo Fluss aus dem Osten und durch viele kleinere Quellen im südlichen Teil der Pfanne mit Wasser gespeist wird. Damit die Tiere auch in trockenen Zeiten genug Wasser bekommen und sich an zentralen, für Touristen zugänglichen Orten sammeln, wurden ca. 90 künstliche Wasserstellen angelegt. Von diesen 90 Wasserstellen führen 50 das ganze Jahr über Wasser. Sie tragen aber u. a. auch mit dazu bei, dass in der relativ feuchten Etoscha-Region das ganze Jahr über Moskitos verbreitet sind.

Im Unterschied zu anderen wildreichen Parks im südlichen Afrika wie beispielsweise dem Krüger-Nationalpark in Südafrika oder dem Chobe-Nationalpark in Botswana sind die Tiere auf den großen Ebenen des Etoscha-Parkes gut zu erkennen, da größtenteils keine dichte, hochgewachsene Vegetation die Sicht stört.[6]

Als Selbstfahrer kann man ohne weiteres durch den Park fahren, jedoch darf man das Fahrzeug aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Um nicht zuviel Staub während der Fahrt durch den Park aufzuwirbeln, beträgt die maximale Fahrgeschwindigkeit 60 km/h. Für Touristen, die nicht selbständig in den Park fahren möchten, bietet u. a. das Unternehmen „Etosha Game Viewers“ am „Von Lindequist Gate“ jeden Tag Halbtagstouren mit höher gelegten Spezialfahrzeugen an, die einen sehr guten Ausblick auf die Tiere ermöglichen.[7] Die Reiseleiter erläutern den Touristen zudem die Flora und Fauna des Parks.

Außerdem werden halbtägliche Pirschfahrten von verschiedenen, in der Nähe des Etoscha-Parkes gelegenen Lodges wie der „Mokuti Lodge“, der „Mushara Lodge“ oder der „Etosha Aoba Lodge“ angeboten, die um 7 Uhr oder um 15 Uhr beginnen (für fünf Personen pro Fahrt ca. 1.725 N$).

Komplette Tagesfahrten von diesen Lodges aus beginnen um 7 Uhr und enden nach Sonnenuntergang (3.440 N$ für fünf Personen).[8]

Sehr zum Leidwesen der privaten Tourismusindustrie, wie Livia und Peter Pack aufzeigen, „wurden bisher jegliche Versuche, das Gebiet durch flexible Parköffnungszeiten und exklusive, private Lodges und Campsites innerhalb des Parks besser und effektiver zu nutzen, im Keim erstickt“[9].

Die Verwaltung der drei staatlichen Touristencamps innerhalb des Parks wurde 1999 von der Regierung an die Organisation „Namibian Wildlife Resorts“ abgegeben. Die drei Camps, „Namutoni“ im Osten, „Halali“ ungefähr in der Mitte und „Okaukuejo“ im Süden des Parks, verfügen über ein Beherbergungsangebot von 4-Bett-Bungalows mit zwei Zimmern, Bad und Küche für ca. 470 N$ pro Tag. Ähnlich ausgestatte aber größere Luxusbungalows bzw. Luxuswohnungen können ab 550 N$ gemietet werden. Sogenannte „Luxury Suites“, die eine vollständig ausgestatte Küche haben, kosten am Tag 990 N$.

Zudem gibt es in jedem Camp jeweils mit einem Bad und einem Kühlschrank ausgerüstete Standardzimmer für zwei Personen ab 390 N$. Selbstfahrer können auf einem Stellplatz für Zelte und Wohnwagen übernachten. Mit zum touristischen Angebot eines Camps gehören jeweils ein Restaurant, ein Grillplatz, ein Schwimmbad, ein Kiosk, in dem man auch Grundnahrungsmittel erhalten kann, eine Poststelle mit Telefonzellen und eine Tankstelle.[10]

Das Restcamp „Namutoni“ ist bekannt für seine Festungsanlage, deren Ursprung auf ein im Jahr 1903 von der deutschen Schutztruppe gegründetes Fort aus Lehm zurückgeht, indem eine Polizeistation errichtet wurde. Durch einen Angriff der Ovambo wurde das Fort fast vollständig zerstört und musste in den Jahren 1905-1907 vollständig wiederaufgebaut werden. Seit der Renovierung im Jahr 1957 wurde das Fort zu dem bis heute bestehenden Rastlager umfunktioniert.

In „Namutoni“ kommen nicht nur tierbegeisterte Touristen auf ihre Kosten, sondern auch geschichtsfreudige, da es in dem Camp ein kleines Museum über die deutsche Kolonialgeschichte gibt.[11]

Das 1967 errichtete Camp „Halali“[12] besitzt wie „Namutoni“ und Okaukuejo“ eine beleuchtete Wasserstelle, die aber im Gegensatz zu den anderen Wasserstellen nicht so häufig von Tieren besucht wird. Dieses Camp wird von den meisten Touristen weniger zum Übernachten aufgesucht, sondern eher als Ort zur Mittagsrast.[13]

„Okaukuejo“ war ursprünglich im Jahr 1897 als Kontrollstation zur Verhinderung der in dieser Zeit wütenden Rinderpest eingerichtet worden, um später dann als Polizeistation genutzt zu werden.

Heute werden die Gebäude als Rastlager und als Unterkunft für das ökologische Institut und die Verwaltung der Touristencamps genutzt. Der Wasserturm des Camps wurde 1963 erbaut und dient zudem als Touristenaussichtspunkt. Außerdem gibt es ein kleines Museum über die Geschichte des Parks und die aktuellen Tierbestände. Besonders geschätzt bei den Touristen ist die beleuchtete Wasserstelle, da sich hier in der Abenddämmerung viele, verschiedenartige Tiere aufhalten.[14]

Beim Betreten des Parks erhält man an den Eingängen eine Einlassbescheinigung, die man an dem nächstgelegenen Camp abgeben muss, um dort dann die Eintrittsgebühren zu bezahlen. Die Touristenquartiere öffnen erst nach Sonnenaufgang und schließen vor Sonnenuntergang. Tagesbesucher müssen deshalb ihre Fahrzeit einschätzen können, um den Park pünktlich wieder zu verlassen. Während der Touristenhochsaison in den Monaten Dezember und Januar, wenn die Einheimischen und die Südafrikaner Ferien haben, müssen Übernachtungen in den Rastlagern vorher angemeldet werden, da die Camps während dieser Zeit größtenteils ausgebucht sind.

Seit Januar 2003 gibt es zu den Eingangstoren „Andersson’s Gate“ im Süden und „Von Lindequist Gate“ im Osten des Etoscha-Parkes noch zusätzlich ein Eingangstor im Nordosten bei er Wasserstelle „Adoni“, das sogenannte „Nehale Iya Mpingana Gate“. Durch diesen Eingang wird die Anfahrt für die von Norden kommenden Touristen erheblich erleichtert, da sie nun nicht mehr einen Umweg über Namutoni fahren müssen, um in den Park zu gelangen.[15] Dies stellt laut Iwanowski für den Rundreisetourismus eine enorme Routenverbesserung dar.[16]

Den westlichen Teil des Etoscha-Parkes dürfen nur angemeldete Personengruppen in Begleitung von registrierten Reiseleitern betreten.

Dass die touristischen Angebote der staatlichen Rastlager des Etoscha-Parks den internationalen Standards nicht immer entsprechen, soll im folgenden aufgezeigt werden.

Der Vorsitzende des „Namibia Wildlife Resorts“, Shikongo, wies schon im Sommer 2002 vor der Hauptversammlung der „HAN“ daraufhin, dass in den 22 Rastlagern des „NWR“ oftmals die Kanalisation und die Elektrizitäts- und Wasserzufuhr zusammengebrochen sei, da die überalterte Infrastruktur den Touristenströmen nicht standhalten könne. So benötigten allein die drei Rastlager im Etoscha-Park 14,5 Millionen N$, um saniert werden zu können.[17]

Die in letzter Zeit in namibischen Zeitungen abgedruckten Beschwerden von Touristen über die unzureichende Ausstattung, die unfreundliche Bedienung und die mangelnde Instandsetzung der Camps führten dazu, dass Präsident Sam Nujoma am 30. April 2003 in einer Ansprache bei der Eröffnung eines namibischen Tourismushauptbüros diese Missstände erwähnte. Er appellierte an die Angestellten in der Tourismusbranche, insbesondere in den Rastlagern, die Besucher schon beim Empfang mit einem Lächeln zu begrüßen. Weiter sagte er, indem er sich auf eine Beschwerde eines Touristen des Etoscha-Parkes über die mangelnde Qualität des Essens und die Unfreundlichkeit der Angestellten eines Camps bezog, dass „dieses arrogante Auftreten der Angestellten in den Rastlagern nicht geduldet werden kann“[18].

Allen Vorurteilen und negativen Aussagen zum Trotz, wurden die drei Camps „Namutoni“, „Halali“ und „Okaukuejo“ des Etoscha-Parkes im Jahr 2002 von der Organisation „Namibia Wildlife Resorts“ zu den fünf besten staatlichen Camps gezählt.[19]

Anspruchsvollere Touristen, die nicht in den Rastlagern übernachten wollen, können auf das Beherbergungsangebot der Lodges am Rand des Etoscha-Parkes zurückgreifen. Sie können beispielsweise in der „Ongava Lodge“, der „Mokuti Lodge“, der „Etosha Aoba Lodge“ oder in der „Epacho Game Lodge“ übernachten, wobei die drei letztgenannten Lodges im Jahr 2002 mit zu den 15 besten Lodges von Namibia gerechnet wurden.[20] Laut Angaben von Charles van Heerzele, einem Investor der Fünf-Sterne-Lodge „Epacha Game“, soll die im Oktober 2002 eröffnete Lodge die beste Lodge von ganz Namibia sein.[21]

Die von einer 21.000 ha großen Landfläche umgebene „Epacha Game Lodge“ am Südrand des Parks in der Nähe des Anderson Gates besteht u. a. aus 18 Chalets und acht Luxuszelten mit einer Kapazität von insgesamt 78 Betten. Rund 90 Angestellte, von südafrikanischen Beratern ausgebildet, sind auf der Lodge beschäftigt. Neben der Standardausstattung wie Restaurant, Bar und Swimmingpool, gehören eine Bibliothek, ein Rauchersalon, mehrere mit modernster Technik ausgerichtete Konferenzräume und ein Gesundheitszentrum mit zur Ausstattung der Lodge. Eine Übernachtung kostet pro Person im Einzelzimmer bis zu 3.950 N$.[22]

b. Otjiwarongo

Die sog. Gartenstadt Namibias, Otjiwarongo, wird zumeist von Touristen nur zwecks Übernachtung oder Zwischenstopp auf der Fahrt zum Etoscha-Park aufgesucht.

Durch die Errichtung einer Krokodilfarm hat die Stadt an Attraktivität gewonnen, da es in Namibia nur auf einigen Gästefarmen oder in den Grenzflüssen im Norden Namibias Krokodile gibt. Diese Krokodilfarm gehört nun mit zu den Sehenswürdigkeiten Namibias, so dass selbst große Reiseunternehmen diesen Ort in ihre Reiseroute aufnehmen, um eine Führung durch die Farm anzubieten.[23]

c. Kaokoland

Im äußersten Nordwesten von Namibia befindet sich das Kaokoland, das hauptsächlich wegen der dort lebenden ethnischen Gruppe der Himba – die letzten Nomaden Namibias – von Touristen aufgesucht wird. Nach Schetar/Köthe gehört das Kaokoland mit seinen Bewohnern zu den „bedeutendsten Touristenattraktionen Namibias“[24]. Das Kaokoland mit seinen vielen Rivieren ist außerdem für seine unberührte Natur bekannt. Dass es sich hier um unberührte Natur und nicht um kommerzielles Farmland handelt, wird durch das Fehlen der Farmzäune an den Rändern der „Pad“ deutlich.

Für das Befahren der meisten „Pads“ im Kaokoland ist allerdings ein Allradgeländefahrzeug notwendig.

An der Grenze des Kaokolands, bei Sesfontein, haben Touristen die Möglichkeit, in der komfortablen „Palmwaglodge im ehemaligen Fort der deutschen Schutztruppe zu übernachten, bevor sie sich in die Abgeschiedenheit des Kaokovelds begeben.

Der Verwaltungsort der Himba, Opuwo, ist einer der wenigen Orte des Kaokolands, der mit Supermärkten, einer Tankstelle und einer Bäckerei ausgestattet ist, so dass von hier aus eine Versorgungsmöglichkeit für das Kaokoveld besteht. Die in der Stadt lebenden Himbas erhoffen sich Einnahmen von den Touristen. Sie lassen sich gegen Bezahlung fotografieren lassen, oder bieten ihren traditionellen Schmuck zum Verkauf an. Dahle und Leyerer beschreiben diesen Ort aus der Sicht der Touristen als „Einfallstor ins letzte ‚wilde Paradies’ Namibias“[25].

Auf dem Land führen viele Himba noch ihr traditionelles Nomadenleben mit ihren Rinderherden. Sie leben in Rundhütten, den sog. Pontoks. Von Touristen die eine solche Rundhüttensiedlung besichtigen wollen, wird erwartet, dass sie den Dorfältesten zuvor ein Gastgeschenk überreichen.

Als weitere natürliche touristische Sehenswürdigkeit ist der einzige „richtige“ Wasserfall Namibias zu nennen, der Epupa-Wasserfall, der sich ganz im Norden des Kaokolands an der Grenze zu Angola befindet.

Der Bau des Epupa-Kraftwerks ist noch nicht endgültig beschlossen, so dass sich der Kunene zurzeit noch ca. 190 km vor seiner Mündung in den atlantischen Ozean bei den sog. Epupa-Falls in eine ca. 40 m tiefe Schlucht stürzt. Für Touristen werden Bootsfahrten auf dem Kunene von dem in der Nähe der Wasserfälle liegenden Camp „Omarunga“ organisiert.

Übernachtungsmöglichkeiten in direkter Umgebung der Wasserfälle gibt es im „Epupa Camp“.[26]

d. Skelettküstenpark

Der „Skeleton Coast Park“, ein ca. 30-40 km breiter Küstenstreifen, der vom Ugab Rivier bis hin zum Kunene reicht, steht seit 1967 unter Naturschutz. Der Name erinnert an die vielen Schiffe, die dort wegen der Sandbänke, der starken Strömung des Benguela und des Nebels gestrandet sind, aber auch an in der Wüste verdurstete Menschen. Die im Laufe der Jahre gestrandeten Schiffe liegen bis heute als Wracks an der Küste.

Selbstfahrertouristen dürfen mit einer Genehmigung nur bis nach Terrace Bay fahren. Von dort ist es nur mittels einer Flug-Safari möglich, die nördliche Region des „Skeleton Coast Parks“ zu besuchen.

Bei einer „Fly-In-Safari“ bekommt man aus der Vogelperspektive einen sehr guten Eindruck von der Schroffheit und Grausamkeit der Natur auf der einen und dem Farbenspiel des blauen Meeres in Verbindung mit dem „Dünenmeer“ auf der anderen Seite. Da das Unternehmen „Olympia Reisen“ seit 1993 für zehn Jahre die Lizenz besitzt, Flugsafaris in den Skelettküstenpark zu unternehmen, müssen Touristen – aufgrund fehlender Konkurrenz – das recht teure Angebote von „Olympia Reisen“ bzw. von deren Lizenznehmer akzeptieren, bzw. auf den Anbieter „Wilderness Safaris“ zurückgreifen.

Die „Untervermietung“ der Flugbefugnis von „Olympia Reisen“ an den südafrikanischen Konzern „Wilderness Safaris“, auch als „Namib Lodge Company“ bezeichnet, führte im November 2002 zu einer gerichtlichen Klage von Seiten des namibischen Familienunternehmens „Skeleton Coast Safaris“. Das Familienunternehmen, das selbst an einer Lizenz für die Skelettküstenflugsafaris interessiert ist, fühlte sich von „Olympia Reisen“ übergangen und reichte deshalb Beschwerde ein, da die Untervermietung der Fluglizenz aus ihrer Sicht nicht rechtmäßig sei.[27] Dass Gericht stellte das Verfahren kurz darauf wegen mangelnder Beweisführung von Seiten des Unternehmens „Skeleton Coast Safaris“ wieder ein. Der Konzern „Wilderness Safaris“ darf somit weiterhin die Flugsafaris durchführen und muss als Gegenleistung den Konzessionsinhaber „Olympia Reisen“ mit 6% an ihrem Umsatz teilhaben lassen.[28]

e. „Four O Region“

Das ehemalige Homeland „Ovamboland“ wird heute als die „Four O Region“ bezeichnet und umfasst die Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. In diesen Regionen leben seit einigen Jahrhunderten die Ovambo, die heute etwa die Hälfte der namibischen Bevölkerung ausmachen.

Da die meisten Touristen nur bis zum Etoscha-Park vordringen, wurde dieses Gebiet bisher nur unzulänglich touristisch erschlossen.

Durch Projekte des „Community Based Tourismus“ soll die einheimische Bevölkerung vermehrt in den Tourismus einbezogen werden. Dies geschieht u. a. dadurch, dass die Frauen zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen, indem sie selbsthergestellte Souvenirs zum Verkauf anbieten. Sie stellen beispielsweise aus den Blättern der Makalanipalmen, die typisch für die Vegetation des „Ovambolandes“ sind, kunstvolle Flechtarbeiten wie Körbe, Teller oder Schalen her, um sie auf Märkten oder an Straßenständen an die Touristen zu verkaufen. Die weißen Kerne der Palmen, die auch den Namen „pflanzliches Elfenbein“ tragen, besitzen eine weiche, braune Schale, in die mit großem handwerklichem Geschick Bilder von Tieren oder kleine Szenen aus dem Alltag eingeschnitzt werden. Die geschnitzten Kerne werden als Schlüsselanhänger, Halsketten, Ohrringe oder Knöpfe verkauft, und der Erlös dient vielen Kunsthandwerkern im Norden Namibias als Lebensunterhalt.[29]

An natürlichen Sehenswürdigkeiten im äußersten Nordwesten des Ovambolandes ist der Ruacana-Wasserfall zu nennen, der ca. 200 km von der Stadt Oshakati entfernt ist. Bei hoher Wasserführung des Kunene fällt er an dieser Stelle in eine 120 m tiefe Schlucht und stellte ursprünglich ein imposantes Naturschauspiel dar. Seit dem Bau des Ruacana-Wasserkraftwerks kann dieses Schauspiel jedoch nur noch zweimal täglich beobachtet werden, und auch das nur, wenn der Kunene Hochwasser führt. So hat der Ruacanafall erheblich an Anziehungskraft für die Touristen eingebüßt.[30]

Zum touristischen Angebot des Ovambolands gehört auch das „Nakambale Museum“ in Olukonda, das 10 km südöstlich von Odangwa gelegen ist. Das Museum befindet sich in dem ältesten Haus der Region, dem Nakambale Haus. In der im Museum befindlichen Ausstellung können Touristen etwas über das Leben des finnischen Missionars Martii Rautenen erfahren, der in diesem Haus die Bibel in die Bantusprache „Ndonga“ übersetzte.[31]

Zum Beherbergungsangebot des Ovambolands sollen hier die verschiedenen Möglichkeiten genannt werden, die ich ermittelt habe (vgl. Anlage 1 „Liste aller Unterkünfte in Namibia“).

Tab. 1: Beherbergungs- und Bettenangebot im Ovamboland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kapazität von 753 Betten in 16 Unterkünften erscheint für sich betrachtet zunächst nicht einmal gering. Berücksichtigt man jedoch die Tatsache, dass es sich nur um 4% der ermittelten Bettenkapazität Namibias handelt, während andererseits das Ovamboland das „Homeland“ der Ovambos darstellt, die etwa 50% der Bevölkerung Namibias darstellen, wird deutlich, in welch geringem Umfang das Ovamboland bisher für den Tourismus erschlossen wurde. Allerdings fehlt dafür – wie ich oben angedeutet habe – auch bisher die entsprechende Infrastruktur.[32]

f. Otjikoto und Guinas See

Die in der Umgebung von Tsumeb gelegen Seen „Otjikoto“ und „Guinas“ sind die einzigen natürlichen Seen Namibias und stellen somit eine besondere touristische Attraktion dar. Der Otjikoto-See ist zudem wegen der vielen Geschichten, die sich um ihn ranken, – die Ovambos glaubten früher, niemand käme lebendig wieder aus dem See heraus – und wegen seiner bis heute nicht genau festgestellten Tiefe interessant. Vor allem wurde der See, der als Trinkwasserversorgung von Tsumeb diente, bekannt, als man herausfand, dass die Deutschen im Jahr 1915 den See als Deponie für ihre Waffen nutzten, die sie bei ihrer Kapitulation nicht den Südafrikanern überlassen wollten: So versenkten sie laut Angaben der Südafrikaner ca. 400 Waggons mit Munition und 24 Kanonen im See. Um den See für Touristen „aufzuwerten“, wurden die versenkten Waffen teilweise geborgen, um sie im Museum in Tsumeb – das blankgeputzte Schild „Krupp“ der ausgestellten Kanonen fällt den deutschen Touristen besonders ins Auge – der „Alten Feste“ in Windhoek, aber auch in direkter Umgebung des Sees auszustellen. Reste einer alten Dampfmaschine, die sich in einem alten Backsteinhaus befinden, können außerdem am Ufer des Otjikoto-Sees von Touristen bewundert werden. Auf Tafeln werden in Englisch und Deutsch nähere Angaben zu den verschiedenen ausgestellten Waffen und zur Dampfmaschine gemacht, die früher dafür eingesetzt worden war, Wasser nach Tsumeb zu pumpen.

Seit einiger Zeit dürfen nun auch Touristen, die einen Taucherschein besitzen, bis auf ca. 55 m Tiefe in dem See tauchen, um die restlichen Waffen im See zu besichtigen – was als Besichtigung des „Unterwassermuseums“ deklariert wird.[33] Ein besonderer Ansporn für die Taucher ist die Tatsache, dass der Geldschrank des kaiserlichen Gouvernements mit sechs Millionen Goldmark bisher noch nicht wieder aufgefunden wurde.[34]

Ein um den See errichteter Zaun hindert Touristen daran, unentgeltlich an den See zu gelangen. Um die Eintrittspreise nicht zu hoch erscheinen zu lassen und den See touristisch interessanter zu gestalten, wurde ein Park mit Krokodilen, Straußen und anderen typisch afrikanischen Tieren angelegt.

Der Guinas-See ist landschaftlich schöner gelegen und zeichnet sich besonders durch seine dunkelblaue bis tiefschwarze Farbe aus. Da der See zum Privatbesitz eines Farmers gehört, kann man nur mit Genehmigung des Besitzers dort hingelangen.[35]

g. Auf den Spuren der „Buschmänner“

In der Nähe von Tsumeb liegt die Gästefarm „Muramba Bushman Trails“, die von Reinhard Friedrich geleitet wird. Friedrich gehört zu den wenigen Weißen, die der Sprache der San mächtig sind. Auf der Farm kann man während einer ca. zweieinhalbstündigen Wanderung eine traditionelle Siedlung der San besichtigen und sich alles über die Lebensgewohnheiten der San – von den Jagd- und Eßgewohnheiten, dem handwerklichen Geschick bis hin zur Spurenlesefertigkeit – persönlich erklären lassen.[36]

Die Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste bestehen aus Hütten, die der Bauart der Buschmannhütten sehr ähneln. Touristen beschreiben einen Aufenthalt in solch einer Hütte mit folgenden Worten:

„Sie war aus Pfählen errichtet, die mit Fasern der Makalanipalme verbunden sind und hatte sogar noch einen offenen Vorraum. In der Hütte wars tagsüber angenehm kühl, vor der Hütte befand sich eine schöne Feuerstelle“[37].

h. Hoba-Meteorit

Zwischen Grootfontein und Otavi befindet sich der im Jahr 1920 entdeckte größte Einzel-Meteorit der Erde, der Hobameteorit. Er ist ungefähr 2,95 m x 2,84 m groß und soll 100 bis 300 Millionen Jahre alt sein.

Obwohl der Meteorit zwischen 50 und 60 Tonnen wiegt, wurden keine Einschlagspuren in Form eines Kraters gefunden. Dieses Phänomen konnte bis heute von den Wissenschaftlern nicht geklärt werden.

Da Touristen auf ihrer Jagd nach Souvenirs und auch Wissenschaftler immer wieder etwas von dem Stein abmeißelten[38], wurde zum Schutz des Meteoriten von der „Rösing Uranium Ltd“ und dem „National Monuments Council“ in den 1980er Jahren ein Amphitheater aus Stein um den Meteoriten errichtet. Vorteilhaft ist, dass die Touristen durch das Amphitheater den Eisenmeteoriten von allen Seiten begutachten und fotografieren können.

Eine Museumswand unter einer Pergola ermöglicht es, sich über den Meteoriten genauestens zu informieren, während man sich ggf. von der Hitze erholen kann.

Rastmöglichkeiten bieten ein angelegter Steingarten mit unterschiedlichen Aloen und Wänden aus Kalksteinen, die in diesem Gebiet gefunden wurden. Für die Wasserversorgung dieses Geländes ist der Farmer, dem das Gelände gehört, zuständig.[39]

Am Eingang zu diesem Gelände muss man Eintrittsgebühren von 7 N$ pro Person zahlen. Ein Kiosk bietet die Möglichkeit zum Kauf von Lebensmitteln und Getränken.[40]

[...]


[1] Weck, 1994, S. 45.

[2] Die Datenbank des Ministeriums für Umwelt und Tourismus hatte insgesamt 513 Gästefarmen (ohne jede nähere Angabe) aufgelistet. In verschiedenen Reiseführern, auf den Internet­seiten der Tourismusorganisationen und durch gezielte Internet-Suche mit Suchmaschinen waren jedoch nur insgesamt 250 Farmen mit ihrem Unterkunftsangebot zu ermitteln. Es ist davon auszugehen, dass viele „Gästefarmen“ ihre Gästezimmer vorwiegend für Verwandtschaftsbesuche unterhalten und dass eine Reihe Jagdfarmen, die ihr Angebot selbst gezielt vermarkten, nicht erfasst werden konnten. Während ich die ermittelten Daten für staatliche Rastlager, Hotels und Lodges für ziemlich vollständig halte, vermute ich daher bei den Gästefarmen wie auch bei den Bread & Breakfast-Betrieben ziemliche Lücken. Die ermittelten Zahlen genügen jedoch, um die Bedeutung dieses Sektors für die Tourismusindustrie Namibias aufzuzeigen.

[3] Vgl. auch Lamping, 1996, S. 20.

[4] Vgl. Schalkwyk, 2003, S. 43-51.

[5] Frandsen, o.J., S. 5-6.

[6] Vgl. Pack, 2002, S. 320-321.

[7] Vgl. Iwanowski’s Reisen. „Etoscha National Park: Geführte Tagessafaris”. <http://www.iwanowski.de/news/news_view.php3?action=view&nwid=212> (10.05.03).

[8] Vgl. Etosha Fly-In Safaris. 1996. „Tägliche Pirschfahrten in den östlichen Teil des Etoscha Parks“ <http://www.etosha.com/gamedr_g.htm> (10.05.03).

[9] Vgl. Pack, 2002, S. 320.

[10] Vgl. Frandsen, o. J., Umschlagrückseite.

[11] Vgl. Iwanowski, 2002, S. 469-470.

[12] Der Name „Halali“ stammt aus der deutschen Jägerfachsprache und wurde als verbales Signal benutzt, um den anderen Jägern zu zeigen, dass man ein Tier erlegt hatte und die Jagd nun zu Ende war.

[13] Vgl. Vgl. Frandsen, o. J., S. 14.

[14] Vgl. Schetar/Köthe, 2002, S. 359-362.

[15] Vgl. Tenafricatours. „Dritter Etosha-Eingang eröffnet“. <http://www.tenafricatours.com/info/news/archiv/detail/index.php?newsid=60> (05.02.03.).

[16] Vgl. Iwanowski’s Reisen. „Etoscha: Neuer Zugang im Norden“. <http://www.iwanowski.de/news/news_view.php3?action=view&nwid=281> (08.05.03).

[17] Vgl. Hofmann, Eberhard. „Shikongo nimmt Anlauf auf Qualität“. Allgemeine Zeitung online, 19.06.2002. <http://www.az.com.na/az/artikel/az-artikel.php4?rubrik=lokales&artikelnummer=1315> (08.05.03).

[18] Vgl. Heinrich, Dirk. „Arroganz unerwünscht“. Allgemeine Zeitung online, 02.05.2003. <http://www.az.com.na/az/artikel/az-artikel.php4?rubrik=lokales&artikelnummer=2212> (07.05.03).

[19] Vgl. Namibiareservations. „Top 5 Namibia Wildlife Resorts”. <http://www.namibiareservations.com/namibiawildliferesorts.html> (08.05.03).

[20] Vgl. Namibiareservations. “Top 15 viewed 2002”. <http://www.namibiareservations.com/top15_2002d.html> (08.05.03).

[21] Vgl. Heussen, Sven. „Teure Lodge“. Allgemeine Zeitung online, 08.07.2002. <http://www.az.com.na/az/artikel/az-artikel.php4?rubrik=wirtschaft&artikelnummer=531> (07.05.2003).

[22] Vgl. Reservations Africa. „Epacho Game Lodge und Spa”. <http://resafrica.net/epacha-game-lodge.de/> (08.05.03).

[23] Stellvertretend sei hier auf das Programm für eine „Entdeckungsreise durch Namibia“ von Henkalaya hingewiesen, wo innerhalb dieser Rundreise ca. ein halber Tag für die Besichtigung der Krokodilfarm bei Otjiwarongo einplant wird. Vgl. Henkel, 2003, S. 81.

[24] Schetar/Köthe, 2000, S. 62.

[25] Dahle/Leyerer, 2001, S. 460.

[26] Vgl. Borowski, 2000, S. 115.

[27] Vgl. Noczil, Birgit. „Streit um Safari-Konzession in Nationalpark“. Allgemeine Zeitung online, 26.11.2002. <http://www.az.com.na/az/artikel/az-artikel.php4?rubrik=lokales&artikelnummer=1831> (11.05.03).

[28] Vgl. Noczil, Birgit. „Konfrontation bleibt aus“. Allgemeine Zeitung online, 27.11.2002. <http://www.az.com.na/az/artikel/az-artikel.php4?rubrik=lokales&artikelnummer=1834> (11.05.03).

[29] Vgl. Pack, 2002, S. 333.

[30] Vgl. Borowski, 2000, S. 154-155.

[31] Das Wort „Nakambale“ bezeichnete den Missionar und bedeutet so viel wie „der Mann mit dem Hut“. Vgl. Dahle/Leyerer, 2001, S. 405.

[32] Vgl. Iwanowski, 2001, S. 541.

[33] Vgl. Schalkwyk, 2003, S. 46.

[34] Vgl. Dahle/Leyerer, 2001, S. 384-387.

[35] Vgl. Borowski, 2000, S. 173; Schalkwyk, 2003, S. 46.

[36] Nähre Einzelheiten zu der Gästefarm „Muramba Bushman Trails“ mit ihrer angrenzenden Siedlung der San werden ausführlich in einem Video dargestellt. Vgl. Fischer, Wolfgang. „Ombili und Buschmanntrail“. <http://home.t-online.de/home/cwfischer/video.htm> (13.05.03). Einen visuellen und optischen Eindruck von dem Leben und der Sprache der San kann man auch auf der Internetseite von W. Fischer bekommen. Vgl. Fischer, Wolfgang. „Ombili“. <http://home.t-online.de/home/cwfischer/ombili.htm> (13.05.03).

[37] Meet-Namibia. „15.11.02. Namutoni – Tsintsabis – Muramba Bushman“.

<http://www.meet-namibia.7to.de/namibia2002_3.htm> (13.05.03).

[38] 40 g des Meteoriten befinden sich sogar in einem Berliner und 36 g in einem Tübinger Museum. Vgl. Dahle/Leyerer, 2001, S. 382.

[39] Vgl. Dahle/Leyerer, 2001, S. 382.

[40] Vgl. Mousebird Backpackers und Safaris. „Sightseeing – Der Hoba Meteorit”. <http://www.mousebird.de/meteorit.html> (13.05.03); Schalkwyk, 2003, S. 46; Pack, 2002, S. 346.

Details

Seiten
86
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783656825845
ISBN (Buch)
9783668140127
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283367
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Schlagworte
touristische attraktionen angebote namibia

Autor

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Titel: Touristische Attraktionen und Angebote in Namibia